Bundespolitik Die Energiewende zwingt viele Haushalte in die Knie

Ohne staatliche Unterstützung geht es nicht

Erst reifte nach und nach die Erkenntnis, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Dann folgten viele Vorschläge, wie gegengesteuert werden könnte. Wissenschaftler und Klimaaktivisten gingen voran, Politik folgte in gehörigem Abstand. Der richtige Zeitpunkt, Energiepolitik neu und nachhaltig zu steuern, wurde verpasst. Während Kohle, Öl und Atomkraft schon lange als Auslaufmodelle gehandelt wurden, galt Gas als verfügbar und viel sauberer bei der Verbrennung. So verwundert es nicht, dass viele Hausbesitzer ihre alten Heizungen rausschmissen und auf moderne Gasbrenner umstiegen. Jetzt müssen sie und wir alle erkennen, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Die Gaspreise explodieren, eine Zusatzumlage kommt oben drauf. „Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld, wer hat soviel Pinkepinke?“, heißt es in einem alten Schlager. Die „Antwort, mein Freund, kennt ganz allein der Wind“, so eine weitere Liedzeile. So geht es aber nicht. Unsere Regierung muss jetzt klare Bedingungen schaffen, dass das Herausreißen der Gasheizungen und das Investieren in neue Technik für Normalhaushalte finanziell tragbar ist. Die bisherigen Absichtserklärungen sind noch so diffus, dass sie beim Bürger Ratlosigkeit und große Sorgen auslösen. Diese negative Stimmung darf die SPD nicht kalt lassen.

Ein besorgter Zwischenruf aus Rhade

Veröffentlicht am 16.08.2022

 

Stadtentwicklung Rhade und die Standortfaktoren

Um in der Zukunft attraktiv zu sein, muss eine Stadt, auch in allen dazugehörigen Stadtteilen, die dafür wichtigen Standortfaktoren, auch Infrastruktur genannt, im Blick haben - und gleichwertig berücksichtigen. Neben Wohnen, Bildung, Verkehr, Kultur, gehören u. a. Wirtschaft und Versorgung ganz oben auf die Standortfaktoren-Liste. Während die verkehrliche Anbindung mit Bahn, Bus, Autobahn und einem Radwegenetz alle Rhader Kriterien einigermaßen erfüllt, sind Bildung und Kultur sicherlich ausbaufähig. Wenn mit Wirtschaftsförderung insbesondere die Nahversorgung mit alltäglichem Bedarf, sprich Lebensmittel gemeint ist, auch dann kann in Rhade nicht gemeckert werden. Richtig ist, dass ein Drogeriemarkt eine sinnvolle Abrundung des Angebots bedeuten würde. Richtig ist aber auch, dass im Nachbarstadtteil Lembeck das Angebots-Defizit auf dem genannten Sektor deutlich größer als in Rhade ist. Stadtentwicklungspolitik hat das im Blick zu behalten. Am 23. August tagt dazu der Fachausschuss. Wird er einen salomonischen Beschluss fassen, der in Rhade und Lembeck gleichermaßen Zustimmung findet? Gespannt blicken die Rhader und Lembecker am 23.8. um 17 Uhr in Richtung Gemeinschafthaus Wulfen, dem Ort der Tagung.

Veröffentlicht am 15.08.2022

 

Gesellschaft Ich habe einen Traum

Wochenendgedanken aus Rhade

Alle, die vor 77 Jahren oder danach geboren wurden, können für sich in Anspruch nehmen, persönlich keine Schuld am 2.Weltkrieg und seinen Gräueltaten zu tragen. „Die Gnade der späten Geburt“, nannte das ein früherer Bundeskanzler. Statt Kollektivschuld tragen wir Spätgeborenen aber den Rucksack KOLLEKTIVSCHAM. Der ist schwer, weil sich zusätzlich die Last VERANTWORTUNG im Gepäck befindet. Verantwortung heißt, immer dann hinzusehen, die Stimme zu erheben und Fehlentwicklungen aktiv zu verhindern, wenn die Würde des Menschen, ohne jede Ausnahme, in Gefahr ist. Das ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe, die wir alle zu leisten haben, wenn Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in unsere Alltagssprache zurückfinden sollen. Nachdem die Leser dieses Textes zustimmend genickt, und einige sogar den Daumen hoch gereckt haben, engagieren sie sich bereits morgen in einer demokratischen Partei, der Friedensbewegung, einer Naturschutzorganisation, einem Sportverein oder einer anderen Institution, um Verantwortung für uns alle zu tragen. Für sie gelten ab sofort keine Landesgrenzen, keine Hautfarbe, keine Religionszugehörigkeit, keine sexuelle Orientierung, usw,,  als Ausschlussgrund für das persönliche Engagement. Nach und nach wird die Welt friedlicher, das Weltklima findet ins Gleichgewicht zurück, Die Begriffe Armut und Hunger werden zu Fremdwörtern erklärt. Bevor ich jetzt aufwache, drehe ich mich nochmal um und träume weiter.       

Veröffentlicht am 13.08.2022

 

Kommunalpolitik Dorsten: Wie Energie verpulvert wird

Doppelaktivitäten kosten nicht nur Zeit

Nein, hier und heute geht es nicht um Gas, Öl oder Strom, hier und heute geht es um die kreative Energie, die aufgebracht wird, um Dorsten jeden Tag ein Stück besser zu machen. Diese Energie wird nicht nur im Rathaus erzeugt, sondern auch in der Bürgerschaft. Das ist gut. Wenn aber die so erarbeiteten Lösungsansätze nur dokumentiert, nicht aber umgesetzt werden, verpufft diese gewaltige Energie. Der gute Ansatz endet entweder in der Sackgasse oder in einer Schublade. Genug der Allgemeinplätze. Beispiele müssen belegen, ob die Kritik berechtigt ist. Zwei sollen aufzeigen, dass hier nicht nur heiße Luft produziert wird. Im Rathaus wurde aktuell eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um Energie-Einsparpotenziale in der Stadt zu ermitteln. Gut so. Wenn diese hochrangig besetzte Arbeitsgruppe einen Blick in das Dorstener Klimaschutzkonzept von 2014 wagen würde, könnte sie eigentlich (fast) alles ablesen, was nicht nur dem Klima hilft, sondern auch, wie und wo fossile Energie eingespart werden kann. Beim anderen Beispiel geht es um das Mobilitätskonzept. Mit viel Energie soll ein neuer  Verkehrsentwicklungsplan für ganz Dorsten erarbeitet werden. Die Bürger dürfen Vorschläge machen. Gut so. Wenn die beauftragte Planungsgruppe all das lesen würde, was zum Beispiel Rhader Bürger einige Monate vorher schon kreativ erarbeitet haben, würden Doppelaktivitäten verhindert und kreative Energie nicht verpuffen.

Ein Zwischenruf aus Rhade in Richtung Rathaus

Veröffentlicht am 12.08.2022

 

Bundespolitik SPD: Mehr Selbstbewusstsein wagen

Sozialdemokratie ist mehr als Gerhard Schröder

Der Ex-Kanzler war immer auch ein großer Selbstdarsteller. Er hatte Einfluss und konnte Wahlen gewinnen. Die SPD war mit ihm erfolgreich. Nicht alle Sozialdemokraten waren aber mit seiner innerparteilichen Basta-Ellenbogenmentalität immer einverstanden. Eine kleine Minderheit unter einigen hunderttausend Mitgliedern. Gerhard Schröder ist nach seiner Wahlniederlage 2005 nie demütig in Rente gegangen, sondern hat als Lobbyist eine Menge hinzuverdient. Alle Versuche ihn zu hindern, so seinen Ruf als Ex-Kanzler und Ex-Vorsitzender der SPD aufs Spiel zu setzen, verhallten in der Weite der russischen Tundra. Begierig nahmen konkurrierende Bundestagsparteien den Ball auf, hielten ihn im Spiel, um der SPD im Ganzen zu schaden. Mit einigem Erfolg, wie schwache Umfrage- und Wahlergebnisse beweisen. Gerhard Schröder wäre nicht Gerhard Schröder, wenn er sich davon in irgendeiner Weise würde beeindrucken lassen. Das muss eine selbstbewusste Partei aushalten. Tut sie aber nicht. Kritik von außen wirft sie fast immer viel zu schnell um. Die sozialdemokratische Idee ist mehr als die Personalie Schröder.

Ein Rhader Zwischenruf in Richtung SPD-Parteizentrale Berlin

Veröffentlicht am 11.08.2022

 

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