Eine Dorstener Zeitung beeindruckt durch Information, Unterhaltung und Aufmachung
Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten wird 30. Wer hätte in den 1980er Jahren daran gedacht, als die Bürgerinitiative „Dorsten unterm Hakenkreuz“ das Schicksal der Jüdischen Gemeinde in unserer Stadt erforschte und dokumentierte, dass ein überregional beachtetes Jüdisches Museum einmal das Herzstück der Lippestadt sein wird. Es steht aber auch als Mahnung, die schreckliche Geschichte der NS-Zeit nie zu vergessen. Schalom. Das hebräische Wort für Frieden, drückt aus, was auch das Ziel des Museums ist. Nämlich für Frieden und Versöhnung einzutreten. Schalom ist auch der Titel einer besonderen Zeitung, die 2 mal im Jahr erscheint. Informativ, unterhaltsam, dabei klar strukturiert, lädt sie ein, in das jüdische Leben einzutauchen und einen Besuch im Museum vor Ort fest einzuplanen. Mit Marilyn Monroe als Titelbild wirbt die neue Schalom-Ausgabe. Ein Hinweis auf eine besondere Foto-Ausstellung des jüdischen Modefotografen Bert Stern, der die frühere US-Film-Ikone in den Mittelpunkt stellt. Zu sehen vom 10. Juli bis 11. September im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 14.06.2022
Ein (Gebietsänderungs)Vertrag und seine Folgen
In den 1970er Jahren wurde NRW umgekrempelt. Unter dem Begriff „Kommunale Neugliederung“ wurden viele selbständige Gemeinden zu größeren Einheiten zusammengeschlossen. Ein Verwaltungsakt, der nicht nur Zustimmung fand. Rhade war ein klassischer Übernahmekandidat. Die Eingemeindung nach Dorsten sollte nicht nur Verwaltungskosten sparen, sondern auch Vorteile für die Einwohner mit sich bringen. Ein sogenannter Gebietsänderungsvertrag wurde dazu unter anderem vom damaligen Rhader Bürgermeister Hugo Lammes 1972 unterschrieben. Vor 50 Jahren. Der Vertrag enthält keine Befristung, dafür aber viele Versprechen. Unter anderem war beurkundet, dass ein gemeinsamer Unterausschuss des Rates mit Lembeck gebildet werden muss, um das Wissen der Ortskundigen nicht zu verlieren. Bis 1998 half der Bezirksausschuss Rhade/Lembeck so der Verwaltung, von allen Seiten gelobt, Rhade und Lembeck zu verstehen. Dann die Kehrtwende. Plötzlich war der unbefristete Vertrag nichts mehr wert, der Bezirksausschuss ersatzlos aufgelöst. Ein klassischer Vertragsbruch, der aber folgenlos blieb. Mehrere Versuche, das verlorene Wissen und Vertrauen durch Informationsveranstaltungen vor Ort zu erhalten, dürfen als gescheitert eingestuft werden. Während nämlich der Bezirksausschuss eine Legitimität durch Kommunalwahlen erhielt, sind Beschlüsse in Stadtteilkonferenzen letztendlich vom Zufall der Erschienenen geprägt. Gäbe es neben dem Bezirksausschuss noch eine freiwillige, begleitende Stadtteilkonferenz, wären alle Bürger, die Verwaltung und der Stadtrat Gewinner. Der Gebietsänderungsvertrag bietet dazu die Voraussetzung. 1972 nicht anders als 2022.
Eine Erinnerung an ein bitteres Jubiläum für Rhade
Veröffentlicht am 13.06.2022
Gibt es einen Zusammenhang?
Die Superreichen nehmen zu. Weltweit. Auch in Deutschland. 10% unserer Haushalte besitzen 60% des Gesamtvermögens netto*. Der politische Versuch, die Schere zwischen arm und reich zu schließen, kann kaum noch gewonnen werden. Der Reichtum der Wenigen ist Macht. Macht über Unternehmen, Banken und Medien. Diese Macht wird nicht nur eingesetzt, um den eigenen Status zu verteidigen, sondern auch, um gesellschaftspolitische Strukturen zu verändern. Weltweit. Nach dem Fall der Sowjetunion glimmte kurz die Hoffnung auf, dass Demokratie nach unserem Verständnis die Welt erobern würde. Der Traum währte nur kurz. Statt in diese Staatsform zu investieren, beherrschte die persönliche Finanzvermehrung den Tagesablauf. Weltweit. Plötzlich konnten windige Politiker, dank bestem Finanzsponsoring Regierungschefs werden. Lügen verwandelten sich in alternative Fakten, die Gewaltenteilung wurde und wird systematisch ausgehöhlt, Menschenrechtsverletzungen mehr oder weniger still hingenommen. Geld regiert die Welt? Wer aber achselzuckend resigniert, hilft mit, diese fatale Fehlentwicklung zu stärken. Wir müssen die Demokratie verteidigen. Politisch. Wir müssen Mehrheiten bei Wahlen gewinnen, um einen Gegenpol zum weltweiten Demokratieabbau zu bilden. Wir müssen diesen Kampf der Menschenrechte gewinnen. Weltweit.
Wochenendgedanken aus Rhade
(* Statistik Hans-Böckler-Stiftung)
Veröffentlicht am 11.06.2022
Antrag an Verwaltung ist überfällig
Wetterkapriolen führen inzwischen auch vor unserer Haustür zu Katastrophen ungeahnten Ausmaßes. Sie sind das Ergebnis einer globalen Klimaveränderung, die hausgemacht ist. Warnungen von international anerkannten Experten werden erst seit kurzer Zeit ernst genommen. Trockenheit, Starkregen, Stürme, Überflutungen zwingen zum Handeln. Die SPD-Fraktion im Dorstener Stadtrat stellt mit einem Antrag an die Verwaltung die Forderung, neue Bebauungspläne (Wohnen und Gewerbe) so zu gestalten, dass sie alle Voraussetzungen für Klimaneutralität erfüllen. Photovoltaik auf allen Dächern ist eine Forderung, Maßnahmen gegen Starkregen und Überflutungsgefahren eine weitere. Der SPD-Antrag greift damit Forderungen von Umwelt- und Klimaschützern, sowie auch Anregungen der Rhader SPD auf, die bereits vor Jahren gestellt wurden. Auch im Dorstener Klimaschutzkonzept, 2014 einstimmig vom Stadtrat beschlossen, finden sich entsprechende Zielformulierungen. Am 5. August 2021 wurde auf dieser Internetseite folgender Text veröffentlicht. Nach wie vor ist er hochaktuell und unterstützt so den Antrag der SPD-Ratsfraktion.
Veröffentlicht am 10.06.2022
Der kleinste gemeinsame Nenner reicht aber auf Dauer nicht
Olaf Scholz überzeugt als Lok-Führer, Robert Habeck sucht überzeugend den Weg aus der Energiekrise und Annalena Baerbock überrascht mit ihrer Kompetenz und ihrem souveränen internationalen Auftreten. Nur Christian Lindner scheint mit seinem Amt und den neuen Herausforderungen noch zu fremdeln. Die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP würde noch überzeugender agieren, wenn die FDP aus dem Bremserhäuschen treten würde. Tempo 100? Mit uns nicht. Übergewinnsteuer? Mit uns nicht. Mehr Klimaschutz? Nur, wenn dadurch die Unternehmen nicht belastet werden? Nur 3 Beispiele. Wer genau hinsieht, findet mehr. Die ständige Angst der FDP, in der Wählergunst schlecht abzuschneiden, verführt sie immer mal wieder, besondere Zeichen setzen zu wollen. Sie ist aber jetzt Teil der Regierung. Um die immensen Herausforderungen erfolgreich stemmen zu können, braucht Olaf Scholz eine FDP, die endlich aufhört, die Partner auf den kleinsten Nenner des Handelns zu zwingen.
Ein Rhader Zwischenruf in Richtung Bundesregierung
Veröffentlicht am 09.06.2022