Kommunalpolitik Der Tisa-Brunnen und die Dorstener Lobbyisten

Ohne Bürger-Proteste wäre ein unverwechselbares Denkmal ins Abseits geraten

Schwester Paula war eine Persönlichkeit über Dorsten hinaus. Ihre künstlerischen Arbeiten, unter dem Kurzzeichen Tisa ein Begriff, zieren viele Orte in der Lippestadt und darüberhinaus. Herausragend war der Brunnen auf dem Marktplatz. Ein Geschenk der Kreissparkasse an die Stadt. Schwester Paula musste von Ludwig Poullain, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der WestLB, regelrecht überredet werden, als Gestalterin zu fungieren. Erst als sie die Zusicherung erhielt, den Brunnen ausschließlich nach ihren Vorstellungen entwerfen zu können, sagte sie zu. Viele Relieftafeln zieren den tief liegenden Brunnen, die den Betrachtern nicht nur die Geschichte der Stadt erzählen. Jahrzehntelang ein Anziehungspunkt auch für Kinder, die von leicht sprudelnden Wasserfontänen angezogen wurden. Die Neupflasterung des Marktplatzes nutzten im letzten Jahr die Lobbyisten der Dorstener Geschäftswelt, um den Brunnen vom Marktplatz zu verdrängen. Mehr Platz für Gastronomie und lukrative Events, so ihre geschichtslose Argumentation. Erstaunlich, dass sie im Rathaus erhört wurden. Plötzlich war der Brunnen so marode, dass er von „Experten“ sogar als künstlerisch wertlos bezeichnet wurde. Ein Bürgersturm der Entrüstung folgte. Der Bürgermeister versuchte „Gesichtswahrung“ nach allen Seiten und zog plötzlich einen Kompromiss aus dem Hut. Eine Kopie des Brunnens wird erstellt, die Innenstadt bleibt Standort. Zwar nicht auf dem Marktplatz, sondern nun zwischen der alten Stadtwaage und der katholischen Kirche. Sicherlich wird die neue „Enthüllung“ des Brunnens genutzt werden, um den seltsamen Kompromiss zu feiern. Besonders von denen, die ihn vom richtigen Standort erfolgreich verdrängt haben. Besser wäre, sich still über ihre kommunale Geschichtslosigkeit zu schämen.

Eine kritische Anmerkung aus Rhade

Veröffentlicht am 15.04.2022

 

Landespolitik Wenn Politiker über Urlaubsreisen stolpern - und die Wahrheit nur scheibchenweise ans Licht kommt

Sie stehen permanent in der Öffentlichkeit. Sie müssen ständig präsent sein. Die Rede ist von Politikern, die als gewählte Volksvertreter kaum noch ein Privatleben haben. Der Verdienst ist im Gegensatz zum Management deutscher Unternehmen niedrig. Ihnen schlägt dennoch häufig Neid und Raffgiermentalität entgegen. Jetzt werden auch ihre Urlaubsreisen seziert. Und da kommt Erstaunliches zutage. Während in allen Unternehmen Urlaub geplant und angemeldet werden muss, um in dieser Zeit die Vertretung zu gewährleisten, scheint in der Politik ein ganz anderes Verständnis von Organisation zu gelten. Wenn der NRW-Ministerpräsident (CDU) nicht weiß, wo sich seine Minister und Staatssekretäre in der schlimmsten Flutkatastrophe des Landes über Tage hinweg aufhalten, hat er seinen Laden nicht im Griff. Wenn Minister und Staatssekretäre dieses unmögliche Teamverhalten noch rechtfertigen, sind sie fehl am Platze. Gehen sie nicht freiwillig, muss der „Chef“ übernehmen. Wenn der Chef keine Führung zeigt, ist auch er nicht für diesen politischen Spitzenjob geeignet. Zur Erinnerung: Am 15. Mai wird in NRW ein neuer Landtag gewählt.

Veröffentlicht am 14.04.2022

 

Bundespolitik Bitte an Bundesregierung - Nerven und kühlen Kopf behalten

Olaf Scholz führt mit ruhiger Hand und großer Verantwortung

Je länger der schreckliche Krieg in der Ukraine andauert, je lauter werden Forderungen an Deutschland, sich mehr einzumischen. Sie kommen aus dem eigenen Land, aber auch aus dem Ausland. Die SPD-geführte Bundesregierung mit Bundeskanzler Olaf Scholz ist gut beraten, alles dafür zu tun, den Konflikt nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. Die eingeschlagene Linie, sich mit unseren Verbündeten in der NATO und der EU über alle Maßnahmen zur Beendigung des Krieges ganz eng abzustimmen, schließt Alleingänge Deutschlands aus. Das ist gut und beruhigend. Besonders der Ruf, Deutschland soll jetzt auch schwere Waffen der ukrainischen Armee liefern, die bislang nicht als Verteidigungswaffen galten, birgt die Gefahr, als Kriegspartei angesehen zu werden. Der russische Präsident Putin, der verantwortlich für das Verbrechen in der Ukraine ist, muss als unberechenbar angesehen werden. Er scheint genau darauf zu warten, um daraus einen Rechtfertigungsgrund abzuleiten, die Sicherheit Russlands mit allen Waffen zu verteidigen. Daher ist die Strategie von Olaf Scholz zu unterstützen, die Gesprächskanäle nicht ganz abreißen zu lassen, Sanktionen gegenüber dem Aggressor zu verhängen, humanitäre Hilfe zu gewährleisten und Verteidigungswaffen zu liefern. Nicht zu vergessen, unmissverständlich in Richtung Putin und seinen Handlangern zu kommunizieren, dass der Tag vor dem internationalen Gerichtshof kommen wird, um die begangenen Kriegsverbrechen zu ahnden. Deutschland darf sich glücklich schätzen, einen sozialdemokratischen Bundeskanzler mit besonderem Verantwortungsgefühl an der Spitze unserer Regierung zu wissen.

Ein Kommentar aus Rhade

Veröffentlicht am 13.04.2022

 

Das selbsterklärende Brücken-Logo wurde von der Seite www.dorsten.de übernommen Gesellschaft Brücke der Solidarität - Dorsten mit spektakulärem Bauwerk

Kommunale Architekten schaffen Großartiges

Eine Gesellschaft beweist besonders in der Not, ob sie ein funktionierendes Gebilde ist. Die Dorstener Bevölkerung gehört zu dieser intakten Gesellschaftsgruppe. Egal ob Menschen vor Ort in Not geraten sind oder in der Ferne nach HILFE rufen, immer dann öffnen die Bürger der Lippestadt ihre Sicht, ihr Herz und ihr Portemonnaie. Der Blick über den kommunalen Tellerrand gelingt besonders gut, wenn Partnerstädte in aller Welt untereinander Kontakte pflegen. Dorsten darf hier als Vorbild deutschlandweit und international genannt werden. Ob in Crawley (GB), Newtownabbey (Nordirland), Dormans und Ernee (F), Waslala (NIC), Hod Hasharon (ISR), Hainichen (Sachsen - D), oder Rybnik (P), überall signalisiert das Dorstener Wappen mit dem abgebildeten Schlüssel, dass damit etwas Dauerhaftes aufgeschlossen werden kann. Nämlich die internationale Solidarität. So wie jetzt mit einem spektakulären Brückenschlag von Dorsten über Rybnik in zwei ukrainische Städte, nach Bar und Iwano-Frankiwsk, die künftig als weitere Stadtpartner Dorstens gelten könnten. Über diese Brücke der Solidarität fließt nicht nur umfangreiche materielle Hilfe, sondern auch Empathie. Eine Eigenschaft, ohne die Kriege, Rassismus und Ungerechtigkeiten nie überwunden werden können. Die Dorstener Verwaltung, der Stadtrat, die demokratischen Parteien, die vielen Helfer, kurz alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt verdienen Dank, Lob und Anerkennung für ihre grenzüberschreitende Hilfsbereitschaft.

Ein Rhader Dank an die Dorstener Gesellschaft

Veröffentlicht am 12.04.2022

 

Landespolitik NRW: 5 Jahre schwarz/gelb waren ausreichend

Erstaunliche Defizite beim Personal und den Inhalten - Korrektur am 15. Mai möglich

Am 14. Mai 2017, also vor 5 Jahren brach für die NRW-SPD eine Welt zusammen. Sie erlebte ein ungeahntes Wahldebakel. Raus aus der Regierung, rein in die Opposition. Einer, der es kaum glauben und fassen konnte, war Armin Laschet (CDU). Plötzlich und völlig unvorbereitet wurde er Ministerpräsident. Christian Lindner (FDP) agierte als Steigbügelhalter.  Die schwarz-gelbe Landesregierung begann ihre Arbeit. Sie benötigte nur 5 Jahre, um zu beweisen, dass sie es nicht kann. Nicht einmal 12 Monate waren vergangen, als die erste Umweltministerin (CDU) gehen musste. Sie hatte es mit der Wahrheit nicht so ganz genau genommen. Nun, wenige Wochen vor der Landtagswahl am 15. Mai, hat ihre Nachfolgerin (CDU) das Handtuch geschmissen, schmeißen müssen. Auch sie wurde dabei erwischt, die Unwahrheit über einen Mallorca-Urlaub während der Flutkatastrophe gesagt zu haben. Und dass die Bauministerin und andere Kabinettsmitglieder auch dabei waren, soll nur als Fußnote mitgeteilt werden. Das Hochwasser hat auch den damaligen Ministerpräsidenten mitgerissen. Sein Lachen im Hintergrund leitete das Ende seiner Karriere ein. Zuvor hat er Hendrik Wüst (CDU) das Amt des NRW-Ministerpräsidenten übertragen. Bislang war er Verkehrsminister und hatte versprochen, ganz schnell alle Verkehrsstaus an Rhein und Ruhr zu beenden. Die Wahrheit dieser Ankündigung kann täglich überprüft werden. Es gibt aber auch die anderen NRW-Politikfelder wie Klimaschutz und Schulpolitik, die den forschen Ankündigungen von 2017 nicht standgehalten haben. Schwarz-gelb hat die Chance verspielt, als zukunftsfähig zu gelten. Die SPD mit Thomas Kutschaty ist bereit, am 15 Mai zu übernehmen.

Die Rhader Analyse zur bevorstehenden Landtagswahl

Veröffentlicht am 11.04.2022

 

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