Gesellschaft Sport und Politik - Sind Gemeinsamkeiten erkennbar?

Winterolympiade. Mehrere tausend Sportler treten gegeneinander an, um sich zu messen. Wer ist schneller, akrobatischer, springt weiter, schießt mehr Tore, trifft mehr Scheiben, bringt mehr Steine in den Zielkreis, … Alle haben eine lange Vorbereitungszeit hinter sich, um am Wettkampftag die beste Leistung abrufen zu können. Parallel wurden sie dazu von einem Trainerteam unterstützt. Sie erhalten Aufmerksamkeit und Beifall, nicht nur wenn sie auf dem Treppchen stehen.
Parteipolitik. Mehrere tausend Politiker, die meisten ehrenamtlich aktiv, stellen sich alle 4 bis 5 Jahre zur Wahl. Sie wollen beweisen, warum sie besser sind als die Konkurrenz. Wer ist glaubwürdiger, seriöser, sympathischer, überzeugender? Fast alle haben sich auf diesen Moment vorbereitet. Sie haben zugehört, Fragen gestellt, mit diskutiert. Ein professionelles Trainerteam gibt es erst in der Liga der Berufspolitiker. Alle die sich ehrenamtlich einbringen, sind häufig auf sich allein gestellt. Natürlich bieten die Parteien auch Unterstützungsseminare an. Die Wirklichkeit, bleiben wir mal bei Kommunalpolitikern, sieht i. d. R. aber so aus: Er oder sie sind noch in der Ausbildung oder bereits berufstätig, haben Familie und Kinder. Sie „müssen“ Parteitermine wahrnehmen, bei örtlichen Vereinen mitwirken sowie möglichst Kirchen- und Gewerkschaftsmitglied sein. Sie sind in kommunalen Fachausschüssen und dem Stadtrat aktiv. Sie sind zeitlich komplett ausgebucht und müssen sich auch noch für die Politik im Land und Bund rechtfertigen. Und das schaffen sie, ohne ein professionelles Trainerteam. Sie haben auch mehr Aufmerksamkeit und Respekt verdient!

Sonntagsgedanken aus Rhade

Veröffentlicht am 15.02.2026

 

Jochen Vogel. Ein Vorbild über alle demokratischen Parteigrenzen hinweg. Foto: SPD-Bundestagsfraktion Gesellschaft Zur Erinnerung - Jochen Vogel zum 100. Geburtstag

Sein Pflichtgefühl war grenzenlos

"Das Bild, das von Hans-Jochen Vogel haften geblieben ist, wirkt seltsam zeitlos. Schwere Brille, Lockentolle, energisch, Tatendrang ausstrahlend. So haben ihn Generationen in der Bonner Republik erlebt: Als Oberbürgermeister von München (1960 bis 1972), als Bauminister im Kabinett Willy Brandts (1972 bis 1974), als Justizminister unter Kanzler Helmut Schmidt (1974 bis 1982), als kurzzeitiger Regierender Bürgermeister Berlins (1982), als SPD-Kanzlerkandidat (1983), als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion (1983 bis 1991) und als SPD-Vorsitzender (1987 bis 1991).
Eine stolze Galerie politischer Verantwortung. Aber fast noch wichtiger: Der Respekt vor ihm wuchs stetig und galt lebenslang. Eine Instanz, ein immer wieder gesuchter Ratgeber für seine Partei, ein steter Mahner für Demokratie, einer, der im Olymp der großen bundesdeutschen Sozialdemokraten neben Willy BrandtHelmut Schmidt und Herbert Wehner seinen Platz hatte."

Jochen Vogel starb 2020 im Alter von 94 Jahren.

Übernommen von www.vorwaerts.de

Veröffentlicht am 14.02.2026

 

Service SPD stellt sich neu auf - Neues Grundsatzprogramm soll Orientierung bieten

Die Sozialdemokratie war immer dann stark, wenn sie den Mut hatte, Wandel zu gestalten. Nicht aus Anpassung, sondern aus Verantwortung. Auch heute ist klar: Veränderung ist kein Schicksal. Sie ist politisch gestaltbar, wenn wir Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität neu denken und zusammenbringen. Machtkonzentration, Ungleichheit oder fehlende Teilhabe müssen wir nicht hinnehmen. Sie sind von Menschen gemacht – und können von uns verändert werden. Zukunft ist kein fertiger Text. Wir schreiben sie gemeinsam. Am 7. Februar ist der Programmprozess der SPD gestartet. In ihren zentralen Grundsatzreden skizzierten Bärbel Bas und Lars Klingbeil, wie wir Freiheit und Gerechtigkeit im digitalen Zeitalter sichern, Innovation mit sozialem Zusammenhalt verbinden und Fortschritt für alle möglich machen. (www.spd.de)

SPD Sozial begleitet ab heute die Programmdiskussion, um zu erkennen, wohin die Sozialdemokratie in den nächsten Jahren steuern wird.
Alle SPD-Mitglieder sind aufgerufen, mitzudiskutieren. Im Dezember 2027 soll dann das neue Grundsatzprogramm der SPD auf dem Parteitag in Leipzig verabschiedet werden.

Veröffentlicht am 13.02.2026

 

Europa Wie reagieren auf die USA unter Trump?

Eine französische Professorin bringt es auf den Punkt. Mit Selbstbewusstsein!

Der unberechenbare amerikanische Präsident trampelt auf demokratischen Werten herum, beleidigt Andersdenkende, bedient rassistische Vorurteile und verrät langjährige Partnerschaften. Deutschland und Europa hat er als „Feindesland“ eingestuft. Unsere Politiker sind paralysiert. Sie pendeln zwischen schleimender Unterwürfigkeit und vorauseilendem Gehorsam, um sich dem Autokraten im Weißen Haus anzudienen. Sie sollten zuhören, was nicht wenige Intellektuelle, wie z. B. Professorin Eva Illouz aus Paris, empfehlen. Sie zählt auf, wo wir (EU) den USA deutlich überlegen sind:

  • demographisch und institutionell
  • höhere Lebenserwartung
  • robustere soziale Sicherungssysteme und bessere Gesundheitsversorgung
  • strengerer Datenschutz
  • wirksamere Regulierung von Monopolen
  • enge demokratische Kontrollmechanismen
  • deutlich geringere Waffengewalt
  • Führungsstärke in der Klimapolitik
  • freier Zugang zu Bildung

Kurz: Die Europäische Union ist heute das stärkste demokratische Modell in der Welt. Trotzdem fühlt sich die EU eher als Juniorpartner der USA. Dieses fehlende Selbstbewusstsein hat etwas mit der militärischen und technologischen Abhängigkeit zu tun, in die wir uns begeben haben. Die Umsteuerung hat inzwischen begonnen, um mit unserer starken Identität zu punkten. Am Ende werden „Finanzmärkte nur dort gedeihen, wo Verlässlichkeit, Vertragstreue und Vorhersehbarkeit herrschen, nicht das Chaos“, so die französische Professorin. Und abschließend: „Macht kann das Recht nicht ersetzen. Darin liegt die Stärke Europas.“

Nachdenkzeilen aus Rhade auf Grundlage des Zeitartikels „Europa ist den USA überlegen“ vom 29.1 2026

Veröffentlicht am 12.02.2026

 

Gesellschaft Eine Todesanzeige zwingt zum Nachdenken

Todesanzeigen in Zeitungen werden immer gelesen. Wer ist gestorben? Kannte ich ihn oder sie? In welchem Alter? Gibt es einen Hinweis woran? Erweise ich dem oder der Verstorbenen die letzte Ehre durch die Teilnahme an der Bestattung? Oder reicht meine Anteilnahme, indem ich eine vorgedruckte Karte versende? Das Nachdenken setzt ein, als ich lese, dass ein mir wenig bekannter Mann aus Wulfen mit 83 Jahren gestorben ist. Der Satz in der Anzeige, „Isolation und Ausschluss haben ihm das Leben oft schwer gemacht“, zwingt mich doch, mich an ihn zu erinnern. Ein hagerer Mann, zweifacher Vater, Jahrzehnte allein lebend. Sein Auftreten war auffällig, aber nicht bedrohlich. Dann, wenn seine Not nicht mehr auszuhalten war, besuchte er seinen Nachbarn, der ihm als Seelsorger immer seine Hand reichte. Älter geworden schaffte es der nun Verstorbene nicht mehr, die wichtigen lebenserhaltenden Kontakte zu seiner Nachbarschaft, zu seiner Familie und ganz wenigen Freunden aufrechtzuerhalten. Krank und isoliert wurde sein Leben schleichend zum Dahinvegetieren. Die Vorstufe zum vorzeitigen Ableben. Ein Einzelfall? Sicher nicht. Alt werden ist sehr häufig mit Alleinsein und Vergessen verbunden. Dürfen wir (Gesellschaft) mit diesem Wissen achselzuckend zur Tagesordnung übergehen? Oder müssen wir uns unserer sozialen Verantwortung gegenüber allen Schwächeren endlich stellen?

Rhader Gedanken über den Zustand unserer immer älter werdenden Gesellschaft

Veröffentlicht am 11.02.2026

 

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