Bundespolitik Volkstrauertag: „Der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir alle uns zu bewähren haben.“ Gustav Heinemann (SPD) 1969
Veröffentlicht am 14.11.2021
Veröffentlicht am 14.11.2021
Sonntagsgedanken aus Rhade
In 10 Tagen wird es soweit sein. Dann gilt es, einen Rekord zu vermelden. Einen traurigen. Dann nämlich wird die 100.000er-Zahl übertroffen. Dann sind durch das Virus mehr als 100.000 Bundesbürger gestorben, die an oder mit Covid-19 erkrankten. In knapp 2 Jahren. In der aktuell dramatischen Lage ist die Bundespolitik noch dabei sich zu sortieren. Der Zeitpunkt für Olaf Scholz, die SPD, die FDP und die Grünen ist gekommen, die Koalitionsverhandlungen schnellstens abzuschließen und die neue Bundesregierung mit dem Kanzler Olaf Scholz zu bilden. Nur so ist das Vakuum und die derzeitige Vielstimmigkeit in der Gesundheitspolitik zu beenden. Wenn Auffrischungsimpfungen, neudeutsch Booster genannt, helfen, das Infektionsgeschehen und die Überlastung des Gesundheitswesens einzudämmen, dann mal los. Wenn aber parallel alle Abstands- und Hygieneregeln aufgegeben, oder nur halbherzig oder gar nicht beachtet werden, dann werden wir immer neue Negativrekorde zur Kenntnis nehmen müssen. Wenn 2G hilft, muss 2G kommen und kontrolliert werden. Im Fußballstadion ebenso wie im Karneval oder bei kommunalen Veranstaltungen. Ohne eine enge Verzahnung der Bundes- und Landespolitik, sowie der Kommunen, bleiben wir Gefangene des Corona-Virus. Olaf Scholz steht vor seiner ersten Bewährungsprobe, ohne dass er das Kanzleramt bezogen hat.
Veröffentlicht am 14.11.2021
Vera Konieczka, langjährige Gleichstellungsbeauftragte im Dorstenber Rathaus blickt zurück und beantwortet Fragen der Rhader SPD (Teil 2)
Frage: Gibt es je ein wesentliches einschneidendes Erlebnis in deinem Berufsleben? Positiv und negativ?
Der größte Erfolg, den ich für Frauen in Dorsten erstritten habe, ist sicherlich das Fallen der Residenzpflicht für angehende Kranken- und Gesundheitspflegerinnen im Dorstener Krankenhaus im Jahr 2013. Bis dahin bekamen sie im Gegensatz zu männlichen Auszubildenden nur einen Ausbildungsvertrag, wenn sie sich zugleich verpflichteten, ein Zimmer im Schwesternwohnheim zu nehmen – selbst wenn sie auf der Straßenseite gegenüber wohnten oder verheiratet waren. Am Ausbildungsende entsprach der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern ungefähr den Kosten eines Kleinwagens.
Auf Granit biss ich mit dem Anliegen, faire Löhne für diejenigen Frauen zu erreichen, die seinerzeit die einzige öffentliche Toilette in der Stadt Dorsten am Westwall putzten. Sie wurden aus einem Sozialhilfeprogramm des Landes bezahlt, das als Voraussetzung vorsah, die Arbeiten müssten gemeinnützig und zusätzlich sein. Meiner Argumentation, diese Reinigungsarbeiten könnten nicht zusätzlich sein, weil eine ungereinigte Toilette auf Dauer unbrauchbar sei, man sich mit dem Beschluss für den Bau quasi auch für deren Reinigung ausgesprochen habe, konnte der Sozialausschuss nicht folgen. Anders dagegen das Arbeitsministerium des Landes NRW, das einige Zeit später nach den Erfahrungen der kommunalen Gleichstellungsbeauftragen mit diesem Landesprogramm fragte.
Wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 13.11.2021
Rhade hat Zukunft, wenn die dokumentierten Ideen umgesetzt werden
Nun ist auf 110 DIN A-4 Seiten abschließend beschrieben, was in Rhade besser werden soll, um unser Dorf zukunftsfähig zu entwickeln. Das fertige Konzept soll am 29. November im Rahmen des nächsten Bürgerforums präsentiert werden. Ein erster Blick zeigt, dass noch viel zu tun ist. Beim zweiten Blick wird klar, dass fast alle Ideen nicht neu sind und in anderen Worten bereits mehrfach dokumentiert wurden. Nach dem dritten Blick müssen die Bürger, Bürgerinnen kommen übrigens nicht oder kaum vor, die aktiv mit der Verwaltung und dem extern beauftragten Planungsbüro zusammengearbeitet haben, ohne Einschränkung für ihr Engagement gelobt werden. Kritisch wird an dieser Stelle die Rolle des städtischen Planungsamtes bewertet. Hoch qualifizierte MitarbeiterInnen glänzten mit unerklärlicher Zurückhaltung. Dem aufmerksamen Beobachter wurde nämlich früh deutlich, dass allen Bürgerakteuren fachliche Beratung geholfen hätte, einen Gesamtrahmen Rhade im Blick zu behalten. Das Nebeneinander der 8 vorgegebenen Themenfelder und die vorgeschlagenen Zeitachsen (Priorisierung) zur Umsetzung, lassen nämlich nicht erkennen, wie sich zum Beispiel die Verkehrsentwicklung auf das lokale Klima auswirken soll. Oder wie die Förderung des sanften Tourismus mit Wirtschaftsförderung in Einklang gebracht werden könnte. Oder, dass die Beschreibung von geplanten zentralen „Treffpunkten“, hier werden der Kirchplatz und Forks Busch genannt, ohne kulturelle Begleitprogramme keine Lebendigkeit für alle Rhader entwickeln können. Bei aller Kritik bleibt heute aber festzuhalten, dass Rhade es dringend verdient hat, mehr als bisher gefördert zu werden. Wenn die neuen Versprechen eingehalten werden, dann hat Rhade Zukunft. Aber nur dann!
Ein Rhader Zwischenruf in Richtung Bürgerforum und Stadtverwaltung
Veröffentlicht am 12.11.2021
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