Werden die Landgemeinden zu Randgemeinden?
Aktuell wird in Rhade und Lembeck äußerst engagiert darüber diskutiert, wie die seit 1975 zu Dorsten gehörenden ehemals selbständigen Gemeinden annähernd gleichberechtigt wie Hervest, Holsterhausen und Altstadt entwickelt werden können. Neben dem Wohnen, dem sicheren Verkehr, der Kultur- und Weiterbildung, der Freizeit, dem Klimaschutz gehört die flächendeckende Versorgung mit dem täglichen Bedarf zur wesentlichen Grundausstattung des ländlichen Bereichs. Und genau hier fordern die Bürger, dass ein leistungsfähiger Drogeriemarkt in Rhade (und Lembeck) angesiedelt werden müsste. Eigentlich eine Pflichtaufgabe für die städtische Wirtschaftsförderung. Eigentlich. Aber was so einfach klingt, wird zuvor mit Hilfe eines externen Büros für Stadt und Regionalplanung analysiert und mit Empfehlungen versehen. Am 5. Oktober, zwischen 18 und 19.30 Uhr stehen die Planer der Öffentlichkeit Rede und Antwort. Leider nur online. Wer sich beteiligen will, muss sich auf der Internetseite der Stadt Dorsten anmelden. Rhade, mit fast 6000 Einwohnern, sicherlich ein wichtiger Stadtteil für die Flächenstadt Dorsten, wurde in den vergangenen Jahren mehrfach analysiert und „überplant“. Wenn die dokumentierten Erkenntnisse endlich mal umgesetzt würden, wäre das Wortspiel von der Landgemeinde, die zur Randgemeinde mutiert, Schnee von gestern.
Ein Zwischenruf zur aktuellen Entwicklungsdiskussion in Rhade
Veröffentlicht am 20.09.2021
Veröffentlicht am 19.09.2021
Überraschungen nicht ausgeschlossen – Sonntagsgedanken aus Rhade
Machen wir es kurz. In 7 Tagen wissen wir, ob es Olaf Scholz geschafft hat. Er, der als Außenseiter gestartet ist, hat inzwischen die Republik überzeugt. Er kann Kanzler. In unzähligen TV-Auftritten vermittelt er Kompetenz, Souveränität und erfolgreiche Regierungserfahrung. Das hat viele Zuschauer und Zuschauerinnen überzeugt. Aber auch die schreibende Zunft blickt mit Anerkennung auf den SPD-Kanzlerkandidaten und widmet ihm viel Raum in der aktuellen Berichterstattung. Der Leser im Bild hält die Süddeutsche Zeitung vom 11./12. September in den Händen, die auf drei (!) Seiten über die Person Olaf Scholz in allen Facetten berichtet. Dass er und die SPD in Umfragen vorne liegen, macht ihn dankbar und demütig – aber nicht übermütig. Noch sind es 7 Tage bis zur Schließung der Wahllokale. 7 Tage, die sehr lang sein können. Überraschungen eingeschlossen. Ein wichtiger Hinweis für alle potenziellen Rhader SPD-Wähler und Wählerinnen, sich nicht noch durch unfaire Attacken der Konkurrenz in den letzten Tagen wankelmütig machen zu lassen.
Veröffentlicht am 19.09.2021
Die Meinungsfreiheit und ihre Grenzen – Ein Beispiel
Dorsten ist vorbildlich, geht es darum, unser Grundgesetz (GG) zu würdigen. Vom 24. September bis zum 3. Oktober wird an unterschiedlichen Punkten in unserer Stadt mit unterschiedlichen Programmangeboten dafür geworben, unser Grundgesetz in allen Punkten zu schätzen. Es ist die Grundlage für unser aller Zusammenleben, egal ob wir arm sind oder reich, egal an wen wir glauben, egal ob jung oder älter, egal wie wir aussehen oder welche Bildung wir genossen haben. Es ist das Beste, was es in unserm Land gibt. Im GG finden sich 146 Artikel. Die ersten 19 beschreiben unsere Grundrechte. Im Artikel 5 heißt es, dass jeder seine Meinung frei äußern darf. Das hat eine ultrarechte Splitterpartei in Chemnitz so ausgelegt, dass sie Wahlplakate mit dem Slogan „Hängt die Grünen“ aufgestellt haben. Obwohl es im Art. 5 auch heißt, dass die persönliche Ehre zu schützen ist, hat das dortige Verwaltungsgericht geurteilt, die Plakate dürfen bleiben, müssen aber 100 Meter von Plakaten der Grünen entfernt sein. In unserem GG hat auch die Unabhängigkeit der Justiz einen klaren Stellenwert. Wenn aber ein Gericht diesen Aufruf zum Mord unter den Schutz des Artikels 5 stellt, dann muss eingeschritten werden. Und zwar von der nächst höheren Gerichtsinstanz. Die Woche des Grundgesetzes in Dorsten ist eine gute Gelegenheit für alle Bürgerinnen und Bürger in der Lippestadt, zumindest die ersten 19 Artikel zu lesen und zu werten. Wir dürfen nämlich stolz auf unser GG sein. Trotz des Ausrutschers in Chemnitz.
Ein Zwischenruf aus Rhade
Veröffentlicht am 18.09.2021
Es lohnt sich!
Es lohnt sich, wählen zu gehen, Freundinnen und Freunde, Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen anzusprechen.
Vertraut man den Umfragen, dann besteht die Chance, in einer SPD geführten Regierung mit Olaf Scholz als Bundeskanzler die drängendsten gesellschaftlichen Probleme anzupacken:
- Kein Kind zurücklassen
- Gleiche Bildungschancen für alle
- Sichere Renten durch gute Arbeitsplätze
- Bezahlbares Wohnen (dazu muss die Bodenspekulation beendet werden)
- Mehr Steuergerechtigkeit nach dem Prinzip: starke Schultern müssen mehr tragen als schwache
- Konsequenter Umbau des Wirtschaftsstandortes Deutschland auf der Grundlage klimaneutraler Energieformen und nicht zuletzt
- Eine ökologisch ausgerichtete Verkehrs- und Landwirtschaftspolitik.
Diese Ziele lassen sich nur erreichen, wenn darüber in der Gesellschaft weitgehende Einigkeit erzielt werden kann. Sie erfordern eine gewaltige Kraftanstrengung, auch finanziell. Darüber sollten wir uns keine Illusionen machen.
Wahlkampf von demokratischen Parteien verstehe ich als Auseinandersetzung über die besten Wege, um die anstehenden Herausforderungen zu bestehen.
Lange hatte die CDU daraufgesetzt, quasi im Schlafwagen, wieder zu einer deutlichen Mehrheit zu gelangen. Den schleichenden Glaubwürdigkeitsverlust hat sie nicht mitbekommen. Denn inhaltlich hat sie wenig zu bieten. In ihrer Panik greift sie jetzt wieder in die Mottenkiste. Die älteren unter uns werden sich an die beispiellosen Diffamierungskampagnen gegen Willy Brandt erinnern. Aber mit Verdächtigungen und Halbwahrheiten, die auch ganze Lügen sind, lässt sich weder Vertrauen gewinnen noch Politik gestalten.
Veröffentlicht am 17.09.2021