Wem gehören eigentlich unsere Gehwege und Straßen?
Die Frage ist so überflüssig wie nur irgendwas. Ist doch klar. Gehwege und Straßen sind Eigentum unserer Stadt und wurden auf der Habenseite der städtischen Bilanz verbucht. Aber darunter befinden sich diverse Kanäle und Leitungen, die uns mit Wasser, Strom, Gas und Telekommunikation versorgen. Und diese sind in der Regel im Besitz unterschiedlichster Unternehmen. Wenn also „unten“ etwas neu verlegt oder repariert werden muss, hat die Stadt darauf ein Auge zu werfen. Nämlich, ob die dafür notwendigerweise aufgebaggerten Gehwege oder Straßen nach Abschluss der Arbeiten in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden. Ist doch logisch – oder? Geht ja schließlich um das Eigentum der Stadt. Und die wiederum gehört allen Bürgerinnen und Bürgern. Was aber so logisch klingt, ist in der Rhader Realität nicht gerade Standard. Das aktuelle Beispiel Wupperweg (Foto) zeigt, dass da dringend nachgebessert werden muss. Wie gesagt, nur ein Beispiel. Es gibt viele „offene Baustellen“ dieser Art vor Ort. Ein Hinweis der Rhader SPD ist inzwischen im Rathaus angekommen. Die Antwort: „Unser Tiefbauamt kümmert sich.“ Das ist beruhigend. Schließlich geht es um unsere Gehwege und Straßen.
Ein aufgegriffener Zwischenruf eines Rhader Bürgers
Veröffentlicht am 03.07.2021
Veröffentlicht am 02.07.2021
Brunnen-Kopie JA - Standort NEIN
Seit Monaten engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger, von der Verwaltung aufgefordert, was mit dem abgebauten Brunnen auf dem Marktplatz geschehen soll. Die Meinungen prallten erstaunlicherweise unversöhnlich aufeinander. Das Werk und die Würde der Ehrenbürgerin Schwester Paula, Tisa von der Schulenburg, drohten zerrieben zu werden. Je länger die ausufernde Diskussion andauerte, je mehr Vorschläge wurden geäußert. Der Eindruck, dass erst der Brief der Schriftstellerin Cornelia Funke, die sich klar für eine Replik des bisherigen Brunnens am traditionellen Standort aussprach, scheint für Bewegung in eine Richtung gesorgt zu haben. Die SPD hat diesen Vorschlag aufgegriffen und für ihn gestimmt. Die CDU, so die ersten Hinweise aus der letzten Ratssitzung, kannte wohl schon das „Hinterzimmer-Ergebnis“, das der Bürgermeister, so die Vermutung, eingefädelt hat, und stimmte zwar für die Brunnenkopie aber gegen den Standort. Die Brunnenreplik soll jetzt zwischen dem Heimatmuseum und der St. Agathakirche aufgebaut werden. Da der Pastor sogar Rederecht im Rat erhielt, ein Novum, darf angenommen werden, dass die Rathausspitze mit diesem überraschenden Vorschlag versucht hat zu retten, was sie durch ihre Taktiererei selbst verbockt hat. Interessant ist auch, dass die Meinung der Bürger nun überhaupt keine Rolle mehr spielte. Die passten vermutlich nicht mehr ins Hinterzimmer hinein. Ist das nun ein guter oder ein fauler Kompromiss? Die nächsten Tage werden darüber Klarheit bringen.
Ein aktueller Zwischenruf aus Rhade - wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 02.07.2021
Hand aufs Herz: Wenn Du entscheiden dürftest, worauf würdest Du verzichten?
160 repräsentativ ausgewählte Bürger in Deutschland haben in vielen Online-Sitzungen und Arbeitskreisen eine wichtige Frage versucht zu beantworten, die uns alle betrifft. Um das überlebensnotwendige 1,5 Grad-Celsius-Ziel*) zu erreichen, müssten wir alle auf viele gewohnte Dinge verzichten. Wozu wären wir ernsthaft bereit? Um die Antwort der 160 im Kern vorwegzunehmen: Ja, wir würden freiwillig Verzicht üben, aber nicht so radikal, wie es tatsächlich notwendig wäre, um das international angestrebte Ziel punktgenau zu erreichen. Ein Beispiel: Um in der Nutztierhaltung, die für einen wesentlichen CO2-Ausstoß verantwortlich zeichnet, die angestrebte 1,5 Grad-Celsius-Marke zu erreichen, müsste dieser entscheidend abgebaut werden. Mit 45% Reduktion, könnten wir uns einverstanden erklären, so die Teilnehmer. Als aber Experten vorrechneten, dass selbst mit diesem deutlichen Fleisch-Konsumverzicht die angepeilte 1,5%-Marke gerissen, nämlich bei 1,7% landen würde, machte sich Nachdenklichkeit breit. Abschließend einige Empfehlungen des „Bürger-Klimarates“**)
- Mindestabstand von Windrädern aufheben
- Kohleausstieg bis 2030 (nicht 2038)
- Tempolimit Autobahn-120, Landstraße-80, innerorts-30 km/h
- Erstzulassung von Autos mit Verbrennungsmotor nur noch bis 2027
- Emissionsminderung durch Reduzierung der Nutztierbestände um 50% bis 2030
*) Die Absicht ist, den globalen Temperaturanstieg, gemessen am vorindustriellen Zeitalter, möglichst auf 1,5 Grad C. zu begrenzen
**) Der Bürgerrat Klimaschutz wird von der ökologisch engagierten Zivilgesellschaft und 3 Stiftungen getragen. Für das Projekt wurden über 2 Millionen Euro investiert. Die Ergebnisse sollen in die öffentliche Diskussion einfließen.
Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Was wollen die Bürger sich zumuten?“ vom 24.06.2021
Veröffentlicht am 01.07.2021
Ein Blick über den Rhader Tellerrand - nicht ganz ohne Neid
In Dorsten wird geklotzt. In der Mitte Dorstens. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Erfolgsmeldungen. Ob Neupflasterung der Fußgängerzone, Neuanstrich der Hochstadenbrücke oder aktuell neue Kunstobjekte im Bürgerpark. In Rhade, ein Teil Dorstens, wird seit Jahren beratschlagt, was vor Ort gut für die Steigerung der Lebensqualität wäre. Warum, so fragen nicht wenige Bürgerinnen und Bürger, dauert bei uns alles so lange? Warum kann zum Beispiel die Nachbarkommune Heiden einen riesigen Naturlärmschutzwall für ein noch geplantes Wohngebiet zwischen Ostwall und Rekener Straße errichten, wenn die Rhader Anlieger entlang der A31 (z. B. Am Hünengrab) seit über 30 Jahren mit dem steigenden Lärm leben müssen? Warum gibt es dort ein tolles Kreisverkehrssystem? Warum, so lautet eine weitere Frage, konnte vor Jahren in Raesfeld-Erle ein Wirtschaftsweg zur Fahrradstraße gewidmet werden, wenn für den gleichen Vorschlag in Rhade (Schlehenweg) seit Jahren die Vorschriftenbücher gewälzt werden? Ja, Rhade ist noch lebens- und liebenswert. Aber dass Stillstand Rückschritt bedeutet, gehört zum Allgemeinwissen. Wenn es gelingt, den Rhader Neid in dynamische Zukunftsenergie und KONKRETE UMSETZUNGSPROJEKTE umzuwandeln, dann haben auch wir es geschafft.
Ein Zwischenruf zur aktuellen Rhader Diskussion
Veröffentlicht am 30.06.2021