Lachender Laschet entsetzt parteiübergreifend
Es sind nur kurze Fernsehbilder, sie werden aber in tiefer Erinnerung bleiben. Der Schock über die Flutkatastrophe mit ihren mehr als 150 Opfern sitzt tief. Auch bei unseren Politikern. Während unser Bundespräsident vor den TV- Kameras Menschen im Katastrophengebiet seine Trauer und sein Mitgefühl mit bewegenden Worten ausspricht, sieht man im Hintergrund den scherzenden und lachenden Kanzlerkandidaten der Union. Das war völlig daneben und peinlich. Inzwischen sieht er es zwar auch so, seine Entschuldigung macht seinen Fehltritt weder wett noch vergessen. Wir wollen an dieser Stelle nicht in plumpe Wahlkampagnen-Rhetorik verfallen. Aber während Olaf Scholz landauf, landab über RESPEKT spricht und diesen Begriff als sein wichtigstes Handlungsziel ausgibt, beweist sein Konkurrent, siehe oben, damit nicht viel anfangen zu können. Ein wichtiger Fingerzeig für den 26. September 2021.
Ein Zwischenruf aus Rhade
Veröffentlicht am 19.07.2021
Sehr persönliche Sonntagsgedanken aus Rhade
Die letzten Jahre waren nicht einfach. Die Sozialdemokratie gehörte immer häufiger zu den Verlierern bei Wahlen. Auf fast allen Ebenen. Ein wichtiger Grund, kritisch die zentrale Frage zu stellen, ob sich die Idee, eine gerechtere Gesellschaft zu gestalten, inzwischen überlebt hat? Die Antwort fällt nicht schwer. Ein Blick nach innen und über den Tellerrand zeigt, dass es ohne kontinuierliches gesellschaftspolitisches Engagement nicht geht. Und die Sozialdemokratie bietet dafür Orientierung. Nach wie vor. Es ist aber in erster Linie nicht die Tagespolitik, die mich standhaft bleiben lässt. Es sind Dankbarkeit und Respekt vor den „Sozis“, die unter schwierigsten Bedingungen für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gekämpft haben. Nachteile, Inhaftierung, Tod eingeschlossen. Die Früchte dieses Kampfes ernten wir heute wie selbstverständlich. Es war der Sozialdemokrat August Bebel, der im Reichstag die grausame und menschenverachtende Behandlung der Ureinwohner in den deutschen Kolonien des Kaiserreichs anprangerte. Es war der Sozialdemokrat Otto Wels, der sich offen mit dem legendären Satz, „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“, offen den Nazis entgegenstellte. Es war der Sozialdemokrat Willi Brandt, der uns gelehrt hat, mehr Demokratie zu wagen. Es waren Sozialdemokraten wie Johannes Rau, die das bisherige Bildungsprivileg der Begüterten endlich aufbrachen und Schulen und Universitäten für alle öffneten. So könnte ich, der übrigens keine „sozialdemokratische Muttermilch“ in der Familie genossen hat, mit weiteren Beispielen begründen, warum ich Sozialdemokrat bin und bleibe. Ich will aber lieber mit einem ersten Blick in die Gegenwart und einem zweiten in die Zukunft schließen. Wohin ich auch blicke, überall sind es offene Baustellen, die nur dann fertiggestellt werden können, wenn wir uns alle verantwortlich fühlen. Die SPD ist auch nach 158 Jahren gefordert. Ich bin dabei.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 18.07.2021
Veröffentlicht am 17.07.2021
Klimaveränderung zwingt zum Umdenken
Wer das Handeln der Landwirtschaft kritisch hinterfragte, wurde sofort und unerbittlich an den Pranger gestellt. Ein starker Lobbyverband hatte es bisher leicht, mit Traktoren Stärke zu demonstrieren und Kritiker in die Schranken zu verweisen. In Rhade, mit über 60% landwirtschaftlichem Flächenanteil, nicht anders als in NRW, dem ganzen Land und sogar europaweit. Nachdem aber immer klarer wird, dass auch die Landwirtschaft ein Teil des Klima- und Umweltproblems ist, mehren sich die Stimmen im eigenen Berufsverband, Teil der Lösung werden zu wollen. Eine von der Regierung angeregte Kommission, bestehend aus 30 Experten aus Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Verbraucher- Umwelt- und Tierschutzverbänden, schaffte das „Unmögliche“, nämlich eine einstimmig verabschiedete Empfehlung, wie der Landwirtschaft eine Zukunft gewährleistet werden kann. Eine gesamtgesellschaftliche Mammutaufgabe, die von allen Beteiligten Zugeständnisse verlangt. Die neu zu wählende Bundesregierung wird an den Empfehlungen dieser Zukunftskommission nicht vorbei kommen. Dass es im Lager der Landwirte weiter laute Gegenstimmen gibt, verwundert nicht. Einer aus Bayern fast es so zusammen: „Welches Gutachten ist nun wieder erschienen? Von der Zukunftskommission? Nie gehört. Man verliert den Überblick bei soviel Kommissionen und Zukunft.“
Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels “Traumwelt Landwirtschaft“, 8. Juli 2021
Veröffentlicht am 17.07.2021
Mit Symbolik können viele Worte gespart werden
Vor 2 Jahren haben wir Rhader ihn im Bürgerpark Stadtkrone gepflanzt. Einen Baum, der unseren Namen trägt. RHADE. Ein Symbol der Zugehörigkeit zu Dorsten. Umgekehrt wächst am Schlehenweg der Baum DORSTEN. Mehr Symbolik geht nicht. Regelmäßig besuchen wir RHADE und DORSTEN um zu sehen, ob da Früchte wachsen. Auch in diesem Jahr müssen wir mitteilen, dass nach einer kurzen und unübersehbaren Blühphase, keine Früchte angesetzt haben. Was will uns das sagen? Ist das normal? Fehlt Dünger und Pflege? Wir werden weiter über das Wachstum von RHADE und DORSTEN informieren. Hilft vielleicht eine stille Baumumarmung durch unsere Kommunalpolitiker, um die bisher tauben Blüten zu aktivieren?
Veröffentlicht am 16.07.2021