Gesellschaft Wir sind für Frieden, Toleranz, Vielfalt und Hoffnung. Wir zeigen das dazugehörige Symbol - die Regenbogenfahne.
Veröffentlicht am 22.06.2021
Veröffentlicht am 22.06.2021
Bundestagswahl am 26. September
In 299 Bundestagswahlkreisen treten in 100 Tagen viele Kandidatinnen und Kandidaten unterschiedlicher Parteien an, um die Mehrheit der Stimmen in „ihrem“ Wahlkreis vor Ort zu gewinnen. Der- oder diejenige die das erreicht, gehört zur der einen Hälfte des neuen Bundestages. Die Komplettierung erfolgt über Listen, die die Parteien zuvor aufgestellt haben. (Sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate machen rein rechnerisch dann aus 598 Abgeordneten, diesmal sicherlich mehr als die zurzeit 709 gewählten Abgeordneten.) Die SPD ist dabei, einen radikalen Schnitt zu machen. Die Erkenntnis, jüngeren Aktiven Verantwortung einzuräumen, kommt sehr spät. „Besser jetzt als nie“, urteilt ein langjähriges SPD-Mitglied und verweist stolz darauf, dass diesmal 109 SPD-Bundestagskandidaten jünger als 40 Jahre sind. Darunter viele weibliche Politikerinnen. Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD kann nicht nur ein attraktives inhaltliches Programm vorweisen, sondern auch eine Mannschaft, die deutlich jünger und weiblicher ist als in früheren Jahren. Eine Tendenz, die auch die Dorstener Sozialdemokraten anstreben (müssen), um künftig „in der ersten Reihe mitzuspielen“.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 22.06.2021
Veröffentlicht am 21.06.2021
„Neue“ Rhader Zukunftswerkstatt könnte auf vorhandene Dokumente zurückgreifen
In 3 Tagen trifft sich das Rhader Bürgerforum. Die Tagesordnung hat die Verwaltung aufgestellt. Es geht um die Bewertung der 205 Bürgerhinweise zu Rhades Zukunft. Interessierte Bürger können aus 9 vorgegebenen Schwerpunktthemen wählen, um „mitzubestimmen“, was für Rhade wichtig wäre. Wer einen Blick in die bereits vorhandenen, vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Dokumente wirft, kann die mit Bürgerbeteiligung erarbeiteten Anregungen kopieren und vor Ort präsentieren. Sie haben nämlich an Aktualität nichts eingebüßt. Zwei weitere Beispiele:
Die Verwaltung fragt: Treffpunkte: Forksbusch und Mühlenteich. Welche Ziele wollen Sie erreichen?
Die Antwort im Rhader Rahmenplan 2014 lautet: Der Mühlenteich könnte durch die Anlage eines Weges mit Ruhebänken für Spaziergänger und für die Bewohner des gegenüberliegenden Altenheims freizeitmäßig genutzt werden. Für den Forks Busch besteht von Seiten der Rhader der Wunsch, den Park aufzuwerten und als Dorfpark zu nutzen.
Die Verwaltung fragt: Wirtschaftsförderung: Welche Ziele wollen Sie erreichen?
Die Antwort im Rhader Rahmenplan 2014 lautet: Die Stärke Rhades ist seine Lage im Grünen. Die Landwirtschaft nimmt einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert ein. Hier ist Entwicklungspotenzial, das touristisch mit Naherholung zu verbinden ist. Die Leerstände in den Geschäftsbereichen sind zu reaktivieren. Dieses bedeutet große Anstrengungen der Eigentümer, sowie der Unterstützung der Wirtschaftsförderung. Für die Neuansiedlung von Gewerbebetrieben sollte die Baufläche am Höfer Weg abschnittsweise entwickelt werden. Defizite in der mittelfristigen Versorgung wird vor allen Dingen bei den Segmenten Bekleidung, Sportartikeln und, nach der Schließung der Schlecker-Filiale, bei Drogerieartikeln gesehen. Mit der Belebung dieser Segmente könnte der Dorfkern gestärkt werden. Hier sind unternehmerisches Handeln, gemeinschaftliche Anstrengungen der Rhader Unternehmer Gemeinschaft (RUG) und der Wirtschaftsförderung in Dorsten (WINDOR) und die Bereitschaft in die Immobilie zu investieren, um den Vermarktungswert zu erhalten / zu erhöhen, gefragt.
Wird am Mittwoch, 23.6. mit Teil 4 abgeschlossen
Veröffentlicht am 21.06.2021
Persönliche Sonntagsgedanken aus Rhade
„Aus der Geschichte lernen zu wollen bedeutet auch die
Entschlossenheit oder zumindest die Bereitschaft, „es“ in Gegenwart und
Zukunft besser zu machen …“ Vor 25 Jahren (1996) war es unser damaliger Bundespräsident Roman Herzog, der uns Nachhilfe im Geschichtsunterricht erteilte. Heute nimmt Frank-Walter Steinmeier, aktueller Bundespräsident den so gesponnenen Faden auf und erinnert uns in einer sehr persönlichen, emotionalen und großen Rede an die schrecklichen und monströsen Verbrechen der Nazis im Namen Deutschlands. Vor 80 Jahren (1941) griff die deutsche Wehrmacht Russland und die benachbarten Staaten überfallartig an und mordete im Verlauf 27 Millionen! Menschen, die zuvor in der Nazipropaganda zu lebensunwerten Untermenschen erklärt wurden. Frank-Walter Steinmeier:
„Es war die Entfesselung von Hass und Gewalt, die Radikalisierung eines Krieges hin zum Wahn totaler Vernichtung. Vom ersten Tage an war der deutsche Feldzug getrieben von Hass: von Antisemitismus und Antibolschewismus, von Rassenwahn gegen die slawischen und asiatischen Völker der Sowjetunion.“
Am 8. Mai 1945 endete das selbsternannte 1000jährige Reich in Trümmern. Die Aufarbeitung unserer jüngeren Geschichte wurde aber durch Schweigen und Verdrängen „auf die lange Bank“ geschoben. So haben 1956, also vor 65 Jahren, fünf Bundesrichter des Bundesgerichtshofs ihren „Kollegen“ Otto Thorbeck freigesprochen. Dieser hatte Dietrich Bonhoeffer und vier weitere Widerstandskämpfer am 8. April 1945, nur wenige Tage vor Kriegsende zum Tode verurteilt und sofort hinrichten lassen. Der Bundesgerichtshof attestierte dem „Hin-Richter“ Thorbeck, so die Süddeutsche Zeitung, ein „einwandfreies Verfahren“ geführt zu haben. Dieses Urteil hatte dann Signalwirkung für den "Persilschein" aller Nazirichter in unserem demokratischen Nachkriegsdeutschland. Davon profitiert hat auch Hans-Joachim Rehse, der 1968 (!) das Landgericht Berlin als freier Mann verlassen durfte. „Rehse hat als Richter des Freislerschen Volksgerichtshofs an mindestens 231 Todesurteilen mitgewirkt“.
Unsere jüngere Geschichte ist einfach zu schrecklich, um sie zu vergessen. Wir haben die Pflicht, daraus zu lernen. Wir alle!
Dirk Hartwich
Die Textausszüge der Reden von Roman Herzog und Frank-Walter Steinmeier wurden der Internetseite des Bundespräsidialamtes entnommen. Die weiteren kursiv gestellten Zitate wurden der Süddeutschen Zeitung entnommen. Heribert Prantl schrieb den Text "Der Hin-Richter" am 12./13. Juni 2021
Veröffentlicht am 20.06.2021
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