Gesellschaft Corona und die vergessenen Menschen - Sonntagsgedanken aus Rhade

Selbstbestimmtes Leben in Behinderteneinrichtungen zur Zeit unmöglich

Bundesteilhabegesetz. Ein Meilenstein in unserer Gesetzgebung. Ein beeindruckender Erfolg der Großen Koalition. Der Kern des Gesetzes besteht darin, allen Menschen (mehr) Möglichkeiten zu bieten, am öffentlichen Leben selbstbestimmt und gleichberechtigt teilhaben zu können. Auch denen, die zum Beispiel an einer geistigen Behinderung leiden. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es dazu unmissverständlich im Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Die fortschrittliche Gesetzgebung  ist ein ungemein wichtiger Teil unseres Wollens, die Umsetzung stößt aber im Alltag an bittere Grenzen. Blicken wir aktuell in eine sogenannte Behinderteneinrichtung, die ältere (und alte) Menschen betreut. Würde hier das Corona-Virus auftreten, wäre es für die Mehrzahl der nicht selten auch körperlich sehr schwachen Bewohner tödlich. Das bedeutet, dass seit Monaten ein absolutes Ausgehverbot vom Träger der Einrichtung ausgesprochen werden musste. Alle Gruppenaktivitäten sind so gut wie eingestellt. Besucher, wenn es überhaupt noch Angehörige gibt die sich kümmern, können nur von Fall zu Fall in absoluter Schutzkleidung das abgeschlossene Wohngebäude des zu Betreuenden betreten. Während wir die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen verstehen und teilen, lösen sie bei den Menschen mit Behinderungen Unverständnis, Nichtverstehen, Trauer und Tränen aus.   Da spielen sich täglich Dramen ab. Mitleid ist angebracht! Eine weitere Gruppe verdient unseren Respekt und Dank. Die Betreuerinnen und Betreuer vor Ort. Sie leisten täglich Unglaubliches, um den  von der Öffentlichkeit weitgehend vergessenen Menschen psychische Stabilität zu verleihen. DANKE!

Veröffentlicht am 06.12.2020

 

Gesellschaft Für Sie gelesen: DIE MACHT DER CLANS

Kein Roman! - Eine Beschreibung aus dem wirklichen kriminellen Leben in Deutschland

Nach der Lektüre des fast 350 Seiten starken Buches, das vom SPIEGEL Bestseller-Autor Thomas Heise und Claas Meyer-Heuer verfasst wurde, ist Nachdenklichkeit angesagt. Irritation, Ungläubigkeit und Fassungslosigkeit machen sich nämlich nach der Lektüre beim Leser breit. Dass es kriminelle Familienclans in unseren Großstädten gibt, war bekannt. Neu ist das Ausmaß der kriminellen Machenschaften arabischer Großfamilien, gepaart mit einer kalten Verachtung gegenüber unserem liberalen Rechtsstaat. Leidtragende sind nicht nur die Opfer der Täter, sondern auch unsere Polizei, die akribisch ermittelt und überführt, aber nicht selten durch Datenschutz und personell unterbesetzte Staatsanwaltschaften und Gerichte im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst wird. Man ist beim Lesen immer wieder versucht, an Übertreibung der Autoren zu glauben. Dafür sind aber alle Belege über die Täter, die Taten und die Ermittlungserkenntnisse akribisch zusammengefasst  und genauestens dokumentiert. Gefährlich wird es, wenn das Buch „falsch“ gelesen und interpretiert wird. Nämlich, wenn der politische Ruck nach rechts damit verbunden ist. Die Autoren fordern am Schluss des lesenswerten Buches dazu auf, dass „die Politik ihren (momentanen) rationalen Blick auf die Auswüchse der Großfamilien beibehalten muss und auf keinen Fall in ideologische Grabenkämpfe absinken darf. Die Bekämpfung der Clan-Kriminalität muss ein fester Bestandteil der Politik bleiben.“

Eigener Rhader Beitrag. SPIEGEL Buchverlag - Deutsche Verlags-Anstalt

Veröffentlicht am 05.12.2020

 

Landespolitik Aktuell: Was ist nur im deutschen Osten los?

Ministerpräsident Haseloff entlässt  seinen Innenminister (CDU)

Innerparteiliche Auseinandersetzung oder schon Putschversuch? Sachsen-Anhalts CDU-Annäherung an die AfD

Veröffentlicht am 04.12.2020

 

Umwelt Prima Klima? Von Dorsten über Düsseldorf nach Berlin - eine Kurzbetrachtung

Von Schottergärten über PS-starke Verkehrsmittel bis zu Photovoltaikanlagen

Wer will, dass sich etwas ändert, muss global denken und lokal handeln. Eine Binsenweisheit zwar, aber noch lange nicht Allgemeingut in unserem Denken und Handeln. Ein Blick wandert dazu in die Lippestadt, ein zweiter nach Düsseldorf, um dann in Berlin zu landen. Wir sehen, dass in Dorsten seit Jahren über umstrittene (und eigentlich nicht zulässige) Schottervorgärten, die unser Mikroklima negativ belasten, diskutiert wird, aber Entscheidungen nicht in Sicht sind. Trotz regelmäßiger Erinnerungen der hiesigen SPD. NRW, schwarz-gelb regiert, ist beim Thema Umwelt total abgetaucht. Ursula Heinen-Esser? Nie gehört? Die Christdemokratin ist Umweltministerin im Kabinett Laschet. Sie müsste im Land zumindest mal das Thema Verkehrswende oben auf die Tagesordnung setzen. Bekannt ist nichts davon. Um unsere Erde vor dem Kollaps zu retten, müssen heute Weichen gestellt werden. Klimaneutralität lautet das Gebot der Stunde. Die SPD-Bundestagsfraktion in Berlin fordert nachdrücklich, dass die erneuerbaren Energien auf allen Ebenen weiter gefördert werden. Zitat: „Wir müssen die Energiewende jetzt zum Mitmachprojekt für alle machen. Wir wollen, dass sich alle beteiligen können und alle etwas davon haben. Wir brauchen einen verbindlichen Zukunftspakt zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger an der Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien beteiligt werden“. Um das alles zu erreichen, zeigt der Zeitstrahl von jetzt bis 2050. 30 Jahre. Klingt viel, ist aber nur zu schaffen, wenn der angestrebte Zukunftspakt nicht parteipolitisch zerredet wird.

Ein Zwischenruf aus Rhade. Das Zitat der SPD-Bundestagsfraktion wurde „Fraktion intern, Nov. 2020“ entnommen.

Veröffentlicht am 04.12.2020

 

Kevin Kühnert hält seine letzte Rede als Juso-Vorsitzender im Willy Brandt-Haus Jusos Juso-Bundeskongress: Eine hochemotionale Rede von Kevin Kühnert

Verabschiedung von Jusos ist Aufbruch in eine neue SPD-Zeit

Seit 16 Jahren bei den Jusos - parallel war Angela Merkel 15 Jahre Kanzlerin. Während über der Merkel-Ära des Bewahrens die Überschrift alternativlos steht, formuliert Kevin Kühnert, „Zukunft machen wir selbst“. Während Angela Merkel Ende des nächsten Jahres abtritt, beginnt für Kevin Kühnert die nächste Stufe einer beispiellosen SPD-Karriere. Die digital zugeschalteten Jusos in der gesamten Republik waren im Rahmen des Bundeskongresses Zeuge einer außergewöhnlichen Rede. Bekannt souverän und selbstbewusst führte der scheidende Juso-Chef durch seine Amtszeit, die die SPD mehr als einmal in positive Schwingungen versetzte. In besonderer Erinnerung bleiben aber die letzten Minuten seiner Bilanz. Als nämlich Kevin Kühnert begann sich bei seinen bisherigen politischen Wegbegleitern zu bedanken, stockte erst die Stimme, dann flossen auch Tränen. Sicherlich auch ein Zeichen dafür, dass Politik nicht nur kalt und berechnend ist, sondern dass ohne Gefühl und Emotion alles nichts ist. Kevin Kühnert scheidet als Juso-Vorsitzender, wird aber als künftiger Bundestagsabgeordneter und stellvertretender SPD-Vorsitzender, vehement dafür eintreten, den Begriff alternativlos nicht mehr zu verwenden. Wir in Rhade danken Kevin Kühnert für seine hervorragende Arbeit als Juso-Vorsitzender und werden seinen weiteren Weg unterstützend begleiten.

Rhader SPD-Dank an Jusos und Kevin Kühnert

Veröffentlicht am 03.12.2020

 

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