Hochsaison für Verschwörungstheoretiker - und wie man ihnen begegnet
Wer Zusammenhänge wirklich verstehen will, egal ob sie partei- oder gesellschaftspolitisch einzustufen sind, kommt an seriösen Quellen nicht vorbei. Neben der Tageszeitung ist es unser Öffentlich rechtlicher Rundfunk. Egal ob TV- oder Radiosender, sie laufen zurzeit zur Höchstform auf. Beispielhaft soll hier NDR-Info genannt werden. In einer Podcasts-Serie mit Professor Christian Drosten wird die Corona-Pandemie seriös und verständlich erklärt, Hintergründe aufgezeigt und Perspektiven genannt. Die 40. Ausgabe, vor 2 Tagen ausgestrahlt, räumt mit Halb- und Unwahrheiten ungeschminkt auf. Egal, ob es sich um einen früheren Nobelpreisträger handelt, der kein Experte auf dem Gebiet der Virologie ist oder um Journalisten, die versuchen in einer Schlagzeile alles zu erklären - sie werden deutlich kritisiert. Ausdrücklich gelobt wird übrigens SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Alle, die sich bisher ausschließlich über die sozialen Netzwerke und durch „Hörensagen“ informieren, sind gut beraten, mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Die Rhader Sozialdemokraten empfehlen dazu unbedingt, die Mediathek von NDR-Info aufzurufen und die 40. Sendung mit Prof. Drosten anzuklicken.
www.ndr.de/nachrichten/info/programm/NDR-Info-Podcasts-Die-Angebote-im-Ueberblick,podcast6.html
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 14.05.2020
Eine Positionierung des SPD-Faktionsvorsitzenden im Dorstener Stadtrat (Teil 1)
Die Gesellschaft muss neu gedacht werden. Wer jetzt die Krise ungenutzt verstreichen lässt, macht sich verpasster Chancen schuldig und überlässt den Gläubigen des Neoliberalismus* das Feld. Schon werden – nach einer ersten Phase der Entschleunigung und neuer Denkansätze – von interessierter Seite die marktradikalen Allzweckwaffen (wie etwa weitere Deregulierung und Verschlankung des Staates, so kürzlich von Sarna Röser, Vorsitzende der jungen Unternehmer gefordert) zwecks Lösung der Corona-Folgeprobleme in Stellung gebracht und Vertrauen in die allein selig machende unternehmerische Kompetenz (staatliche Subventionen natürlich nicht ausgeschlossen) und höhere Eigenverantwortung der Bürger gepredigt. Wo aber bleibt die Verantwortung, wenn Unternehmen Staatshilfe beantragen, aber Dividenden an Aktionäre ausschütten? Wo bleibt die Verantwortung, wenn Firmen ihren Sitz in Steueroasen haben, aber an Rettungsprogrammen des Staates teilnehmen wollen? Wo bleibt die Verantwortung, wenn durch Aktienrückkäufe zu Lasten des Staates manipuliert wird? Wo bleibt die unternehmerische Verantwortung, wenn z.B. Umweltauflagen als Störfaktor der Gewinnmaximierung mit allen Mitteln bekämpft werden? Der Neoliberalismus ist durch die Corona-Krise erneut an seine Grenzen gestoßen. Jetzt rächt sich der jahrzehntelange Privatisierungsfetischismus, der zur Schwächung staatlicher Daseinsvorsorge und unter anderem zur Schwindsucht der Gesundheitssysteme geführt hat, insbesondere in den USA und in Großbritannien, deren Gesundheitssysteme schon seit Jahrzehnten am Boden liegen und die ja nicht zufällig derzeit die höchste Todesrate an Corona-Opfern zu verzeichnen haben. Überspitzt könnte man formulieren: Neoliberalismus tötet.
* ich gebrauche hier den Begriff Neoliberalismus im Sinne der Milton Friedman-Schule
Friedhelm Fragemann
Veröffentlicht am 13.05.2020
Corona und die Verschwörungstheorien
Das gab es schon immer, das gibt es auch heute. Thesen, die fern jeglicher Realität sind, aber irgendwie in die eigene Gedankenwelt passen. Es gibt gar nicht so wenige, die diesen Verschwörungstheorien nachhängen. Dennoch ist die Zahl überschaubar. Eine Minderheit halt. Irgendwie durchgeknallt. Aber ungefährlich. Jetzt ist aber nach Trump, Bolsonaro, Lukaschenko und Co. ein Anhänger dazugestoßen, der auch gefährlich ist. Ein leibhaftiger deutscher Kardinal. Einer, auf den nicht wenige hören, weil sie ihm glauben. Er selbst glaubt nicht an eine Pandemie, sondern an böse Geister, die die Welt ohne die katholische Kirche regieren wollen. Damit unterläuft er alle Sicherheitsmaßnahmen. Damit ist er selbst zum Risiko geworden. Er beweist, dass die Erde doch eine Scheibe ist. Und die, die jetzt in Massen auf die Straße gehen, um gegen die Sicherheitsmaßnahmen zu demonstrieren, sind Partner in seinem Geiste. Spontan fällt mir dazu nur noch ein: „Ich fall` vom Glauben ab!“
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 11.05.2020
Coronavirus wirbelt auch die Lippestadtparteien mächtig durcheinander
Wir können stolz auf unsere demokratischen Strukturen sein. Unser Grundgesetz bietet größtmögliche Freiheit und Selbstverantwortung. „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit“, so der verbindliche Hinweis in Artikel 21. Unsere Parteien befinden sich aber auf dem Weg in eine existenzielle Krise. Sie sind nicht nur überwiegend überaltert, sondern jetzt auch noch durch die anhaltende Pandemie komplett ausgebremst. Die Basis blickt überwiegend achselzuckend und seltsam teilnahmslos auf die momentane Lage. Wenn aber die Mitwirkung von unten nicht mehr möglich ist, können die Parteien den Artikel 21 auch nicht ausfüllen. Die Folge, das Ringen um den richtigen Weg in unserer Stadt findet so gut wie nicht mehr statt. Eine Kommunalwahl, eine Bürgermeisterwahl, eine Kreistagswahl, eine Landratswahl ohne eine Phase des persönlichen Werbens, welches Programm und welche Person am besten geeignet sind, den Kreis RE, Dorsten und Rhade weiterzuentwickeln? Das geht eigentlich gar nicht. Die Diskussion, ob der geplante Wahltermin am 13. September nicht verschoben werden müsste, ist gerade dabei, Fahrt aufzunehmen. Die Sorge ist, dass unsere demokratischen Strukturen ohne Mitwirkung von unten Schaden nehmen. Und unsere Parteien sind ein wesentlicher Teil dieser Mitwirkung. Dorsten kann auf ihre Arbeit nicht verzichten. Am 13. September kann so nicht gewählt werden.
Sonntagsgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 10.05.2020
Der richtige Mann am richtigen Platz, zur richtigen Zeit
Wir dürfen stolz auf unseren Bundespräsidenten sein. In seiner Rede zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Deutschland und Europa, hat er den Begriff der Befreiung, den sein Vorgänger Richard von Weizsäcker 1985 verwendet hat, beeindruckend aufgegriffen und weiterentwickelt. Befreiung heute, 75 Jahre danach, heißt auch, dass wir uns von nationalistischen Reden, Denken und Handeln befreien müssen. Und, dass wir Europa stärken müssen, so sinngemäß seine wichtige Botschaft. Frank-Walter Steinmeier ist einer von uns. Es tut gut, einen Sozialdemokraten in diesem höchsten deutschen Staatsamt zu wissen.
Die Rede kann unter www.bundespraesident.de nachgelesen werden.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 09.05.2020