Personalrat klagt über Leistungsverdichtung und zu wenig Mitarbeiter – Bürgermeister „not amused“
Das war überraschend. Ungewohnt deutlich hat die Personalratsvorsitzende der Dorstener Stadtverwaltung öffentlich darüber geklagt, dass zu wenig Mitarbeiter zuviel leisten müssen. Und das schon über einen längeren Zeitraum. Das Ergebnis: Unzufriedenheit unter den mehreren hundert Beschäftigten im Rathaus. Die Dorstener SPD sieht sich bestätigt. Seit Jahren legt sie den Finger in die „offene Wunde“ und fordert in bestimmten Bereichen mehr Personal. „Wenn die Sparmaßnahmen dazu führen, dass durch Überforderung der Mitarbeiter Unzufriedenheit entsteht, dann sind sie kontraproduktiv“, urteilt die SPD-Fraktion aktuell und seit langer Zeit. Während die SPD-Initiativen zur Personalaufstockung gerne vom Bürgermeister und der Mehrheitsfraktion ins Leere geschickt wurden, ist nun eine neue Situation entstanden, die den Bürgermeister nicht besonders erfreut. Nun kommt die Kritik geballt von innen. Der Personalrat und seine Vorsitzende sind bisher nicht dadurch aufgefallen, dass sie offen und öffentlich die Personalpolitik der Verwaltungsspitze und des Rates kritisiert haben. Das ist eine neue Situation für den Bürgermeister, der wohl auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Er wäre gut beraten, den Faden aufzugreifen und schnellstens da nachzubessern, wo es hakt. Die Verwaltung ist das Dienstleistungszentrum aller Bürgerinnen und Bürger. Nur mit hoch motiviertem Personal sind die vielfältigen Aufgaben in der Flächenstadt Dorsten zu erfüllen. Wer das nicht erkennt, schadet dem „Standortfaktor Dorsten“ erheblich.
Eigener Beitrag, u. a. auf Grundlage der Presseberichte in der DZ am 22. und 23.11.2018
Veröffentlicht am 24.11.2018
Ein beeindruckendes lokales Geschichtsbuch – Hochaktuell und ein Muss für alle Dorstener
Der Begriff Heimatkalender führt, oberflächlich betrachtet, sprachlich in die Irre. Er ist nämlich nur vordergründig ein Kalender, tatsächlich wäre die Bezeichnung „spannendes Jahrbuch mit interessanten Beiträgen in und um Dorsten“, die passende Beschreibung. Wobei das „um Dorsten“ den gesamten Erdball einschließt. Es ist der 78. Jahrgang, also ein Buch mit erstaunlicher Geschichte. 320 Seiten, auf Hochglanzpapier gedruckt, warten nun auf viele Leser. Als Herausgeber zeichnet der Heimatbund Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten e.V. verantwortlich. Das 5köpfige Redaktionsteam um Dr. Edelgard Moers stellte am Montag die Neuerscheinung mit einer Auflage von 1100 Stück vor. Viele Autoren und Besucher staunten nicht schlecht, dass der Preis seit 2002 mit 10 Euro wahrlich attraktiv ist. Viele Sponsoren, die von der Qualität des Heimatkalenders überzeugt sind, machen es möglich. Inhaltlicher Schwerpunkt ist in dieser Ausgabe der Begriff HEIMAT. Nicht als plumpe Heimattümelei zu verstehen, sondern eher als Beschreibung des Lebensmittelpunktes, der nicht unbedingt an einen Ort oder ein Land gebunden sein muss. „Heimat ist mehr als ein Ort“, titeln so zum Beispiel die Autoren Ludwig Drüning und Michaela Kiepe. Die Rubriken Zeitgeschehen, Geschichte, Natur und Umwelt, Literarisches, Brauchtum, Interessantes und die Chronik versprechen die eingangs erwähnte Vielfalt des lokalen Geschichtsbuches. Beeindruckend auch die brillanten Fotos und die vielen Gedichte, die äußerst anspruchsvoll sind viele Beiträge passend ergänzen. Auch ein Beitrag über die seit Jahrzehnten ungelösten Verkehrsprobleme in Rhade findet sich im neuen Heimatkalender. Dirk Hartwich hat seinen informativen Aufsatz mit „Langsam und sicher“ überschrieben. Und weiter heißt es: „Die unendliche Geschichte der Ortsdurchfahrt Rhade – Eine Chronologie des Scheiterns 1975 – 2018“. Den ehrenamtlichen Machern des Jahrbuches ist zu wünschen, dass die Auflage schnell vergriffen ist und Appetit auf das Jahr 2020 macht. Dann lautet der Schwerpunkt GRENZENLOS.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 23.11.2018
Mehr Sicherheit auf Rhader Straßen für alle kann nicht von einigen bezahlt werden
Wenn Straßen saniert werden, ist es auch in vielen Städten schon zu bösen Überraschungen gekommen. Hauseigentümer, die an neu gebauten oder grundlegend sanierten Straßen wohnen, werden dann über sogenannte Straßenausbaubeiträge an den Kosten beteiligt. Das kann schnell ein 4-5-stelliger Betrag oder mehr sein. Deshalb möchte die SPD-Landtagsfraktion die Straßenausbaubeiträge abschaffen und fordert eine Übernahme der Kosten durch das Land. Das ist gerechter, weil es Bürger entlastet und dafür nicht die häufig überschuldeten Städte aufkommen müssen. Die Rhader SPD begrüßt die Initiative ausdrücklich. „Nur so können Debbing- und Lembecker Straße endlich verkehrssicher gestaltet werden“.
Die Ziele:
- Die Beiträge für den Straßenausbau abschaffen
- Anlieger von den hohen Kosten entlasten
- Land soll den Kommunen die Kosten aus dem Landeshaushalt erstatten
Wann werden Straßenausbaubeiträge erhoben und wie hoch sind sie?
Veröffentlicht am 22.11.2018
Antrag der Rhader Sozialdemokraten einstimmig angenommen
Ein Antrag zum lokalen Klimaschutz wird in Kürze von der SPD-Fraktion im Stadtrat eingebracht werden. Einstimmig waren die 43 Delegierten auf dem Stadtparteitag der Dorstener SPD der Meinung, dass die Rhader Initiative volle Unterstützung verdient.
Der Antrag im Wortlaut:
Um den lokalen Klimaschutz zu stärken, ist es erforderlich das Dorstener Klimaschutzkonzept, das einstimmig im Stadtrat bestätigt wurde, in allen Bereichen unserer Stadt anzuwenden. Ergänzend wird angeregt, das Mikroklima in der Stadt, das auch im privaten Sektor eine wichtige Rolle spielt, zu stärken. Dazu ist es erforderlich, Grünflächen wie Vorgärten, nicht nur als solche zu erhalten und durch Gestaltungs- und Pflanzhinweise die Biodiversität (biologische Artenvielfalt) zu verbessern, sondern das Umgestalten mit „Schotter“ und „Unterfolien“ zu verhindern. Entsprechende Hinweise in den Gestaltungssatzungen sollten den neuen, aber falschen Trend, unterbinden. Sollte das durch freiwillige „Ansprache“ nicht funktionieren, wird angeregt, den Verursacher an Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen in der Stadt finanziell zu beteiligen.
Begründung:
Der eingesetzte Klimawandel hat bereits zu katastrophalen Entwicklungen geführt. Wetterkapriolen, Insektensterben, dramatische Minderung der Artenvielfalt, auch bei den Pflanzen … Ein Kreislauf, der nur durch konsequente Maßnahmen begrenzt werden kann. Stadtrat und Verwaltung werden aufgefordert, viel konsequenter als bisher, die „Dorstener Ziele“ auch anzuwenden. Das Unterbinden des Versiegelns von Vorgärten ist eine ergänzende Maßnahme unter vielen.
Veröffentlicht am 21.11.2018
„Wir sind die Europa-Partei“
Die 43 Delegierten aus den 8 Dorstener SPD-Ortsvereinen vertreten (nur) noch 389 zahlende Mitglieder. Es waren mal über 1000. Ernüchternd und zugleich motivierend. Motivierend, weil genau hier angesetzt werden muss, um stärker zu werden. Nach innen und außen. Dem neuen Vorstand mit Jennifer Schug, Stephan Erbe, Marina Talaga und Daniel Hoffmann ist klar, dass der Erneuerungsprozess auch für Diskussionen und Auseinandersetzungen in den Ortsvereinen führen wird. „Aber“, so ein Delegierter, „haben wir eine andere Chance, um aus dem Tal der Tränen heraus zu kommen?“ Der erste Prüfstein, ob auch kurzfristig mit neuem Elan zahlenmäßig etwas erreicht werden kann, ist nur noch einen Steinwurf vom Parteitag entfernt. In 6 Monaten wird ein neues Europaparlament gewählt. Jens Bennarend heißt der Kandidat, übrigens aus Gladbeck, der eindringlich mahnte, die Wahl nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir sind die Europapartei“, so seine Kernaussage, die er mit Forderungen an das neue Parlament unterfütterte. Vermeidung von Steuerflucht, Kontrolle des Finanzmarktes, Frieden, Wohlstand, Gerechtigkeit. Die durch seinen engagierten Vortrag ausgelöste Diskussion zeigte, dass die Dorstener Sozialdemokraten verstanden haben. Aber verstanden im Sinne von Mitreden. „Europa muss eine Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft, so wie es die Verträge vorsehen, bleiben, bzw. für alle Mitglieder werden“, so abschließend ein Statement, das auch beinhaltete, Mitglieder aufzufordern die Gemeinschaft zu verlassen, wenn sie die Werte nicht aktiv leben (wollen).
Wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 20.11.2018