Fakten, Fakten, Fakten
Nach wie vor leistet sich unser Land, besser leisten sich unsere 16 Bundesländer ein Bildungssystem, das von gestern ist. Ideologische Scheuklappen der Politik verhindern „erfolgreich“ Verbesserungen, die die Wissenschaft „alle Jahre wieder“ fordert und mit Fakten unterlegt. Nach wie vor entscheidet die soziale Herkunft über den Bildungserfolg. Der Beweis:
- Von 100 Kindern mit mindestens einem studierten Elternteil beginnen 74 ein Studium
- 63 davon schließen mit Bachelor ab, 45 mit dem Masterabschluss, 10 promovieren.
- Von 100 Kindern, deren Eltern keine Hochschule besucht haben, sind es nur 21, die ein Studium beginnen.
- Davon schaffen nur 15 den Bachelor, 8 machen weiter bis zum Master und nur eine Person erlangt den Doktortitel.
Während im Durchschnitt die OECD-Staaten 5,2% ihrer Wirtschaftsleistung in Bildung investieren, sind es bei uns nur 4,3%! Es ist aber nicht nur das Geld, das einen Durchbruch zum Besseren verhindert, es ist auch unser Schulsystem. Die wissenschaftliche Forschung nennt 3 Maßnahmen, die eine Wende bringen würden:
- Stärkere Investition in die frühkindliche Bildung. Je früher gefördert, je geringer die spätere Benachteiligung.
- Die frühe Verteilung der Schulkinder auf unterschiedliche Schularten fördert die Ungleichheit, verhindert die Chancengleichheit der Schüler. Alle wichtigen Industrieländer wären hier Vorbild für Deutschland.
- Die Bildungsausgaben fließen nicht gerecht. Anstatt mit der Gießkanne zu verteilen, müssen besonders Grundschulen gefördert werden, so mehrere wissenschaftliche Studien, die sich mit der geschilderten Faktenlage auseinandergesetzt haben.
Es läuft also einiges falsch bei uns. Obwohl wir das wissen, lernen ...
Veröffentlicht am 22.05.2018
Diese deutschlandweite Statistik (2016) lügt nicht und fordert zum Handeln - Ist Dorsten außen vor?
- Anzahl Jugendämter: 563
- Mitarbeiter: 13400
- Überprüfte Fälle 2016: 136923
- Dabei Feststellung einer Kindeswohlgefährdung: 45777
- Inobhutname: 84230
- Davon unbegleitete Kinder und Jugendliche aus dem Ausland: 44935
- Überforderung der Eltern 17462
- Beziehungsprobleme: 5592
- Vernachlässigung: 5454
- Anzeichen für Missbrauch: 4619
- Straftat des Jugendlichen: 2992
- Suchtprobleme des Kindes: 1498
- Anzeichen für sexuellen Missbrauch: 607
Quelle: Statistisches Bundesamt; Studie der Hochschule Koblenz – über SZ 19./20./21. Mai 2018 (Teil 1 wurde am 18.Mai auf www.spd-rhade.de veröffentlicht)
Veröffentlicht am 21.05.2018
Bottrop, Gladbeck, Dorsten: Michael Gerdes wurde in seinem Wahlkreis bereits zum 3. Mal direkt gewählt
SPD-Rhade: Wie ist die Stimmung in der Fraktion?
Michael Gerdes: Die Stimmung ist grundsätzlich positiv. Wir wollen die Themen, die für die Sozialdemokratie wichtig sind, schnell anpacken. Olaf Scholz hat mit dem Haushalt 2018 bereits die Grundgesetzänderungen vorgelegt, die dafür sorgen, dass der Bund die Länder und Kommunen bei der Schulinfrastruktur, sozialem Wohnungsbau und ÖPNV in Zukunft besser unterstützen kann. Hubertus Heil ist sofort das Gesetz zur Brückenteilzeit angegangen, um selbstbestimmtere Arbeitszeiten insbesondere für Mütter zu ermöglichen. Franziska Giffey arbeitet mit ihrem Gute-Kita-Gesetz an Verbesserungen in der Kindertagesbetreuung, damit es jedes Kind in diesem Land packt.
SPD-Rhade: Ist eine konstruktive Zusammenarbeit mit der CSU und Herrn Dobrindt, der keine Gelegenheit auslässt, die SPD zu provozieren, möglich? ...
Veröffentlicht am 20.05.2018
Wann wusste er, dass seine Ex-Landwirtschaftministern getäuscht hat?
Es ist nicht der Rücktritt seiner Landwirtschaftsministerin, der lange überfällig war, der dem Ministerpräsidenten zu schaffen macht, sondern der öffentliche Eindruck, der bei ihm hängengeblieben ist, bzw. noch hängen bleibt, die Krise zu lösen. Ein Hackerangriff der keiner war, aber öffentlich möglichst verschwiegen werden sollte, zeigt, dass der verantwortliche Ministerpräsident, der sich gerne als Moralist darstellt, eine „offene Flanke“ hat. Dass die SPD-Opposition jetzt genau wissen will, wann Laschet bereits über die Affäre Schulze Föcking informiert war, gehört zur demokratischen Kontrolle des Parlaments. Ein Untersuchungsausschuss scheint die logische Folge zu sein, um die Wahrheit herauszufinden.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 19.05.2018
Umfrage macht nachdenklich - Ist Dorsten außen vor?
Eine repräsentative bundesweite Umfrage der Hochschule Koblenz unter den Jugendämtern in Deutschland hat ein niederschmetterndes Ergebnis erbracht. 2017 mussten 14 000 Mitarbeiter 1 080 000 Fälle bearbeiten. Tendenz: Ständig steigend. Darunter 84 000 sogenannte Inobhutnahmen - ein trauriger Rekord. Das sind Jugendliche, die vergewaltigt wurden, die vernachlässigt wurden, die misshandelt wurden - die Liste der Grausamkeiten ist lang und länger. Kurz: Kinder und Jugendliche, die vor versagenden Eltern staatlich geschützt werden müssen. Ein Drittel aller Jugendämter kann diese Aufgabe nicht oder nur eingeschränkt erfüllen. Ein Alarmsignal, das überall gehört werden sollte. Es fehlen Fachkräfte, es fehlt Zeit für Qualifizierung, es fehlt an Wertschätzung der Mitarbeiter, es fehlen Finanzmittel. Obwohl sich der Etat für die Jugendämter in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat, auf 12,2 Milliarden(!) Euro, sind die Lücken im System unübersehbar. Die Forderung an den Bund und die Länder lautet: Endlich die Mittel bereit zu stellen, die notwendig sind. So das Fazit der Untersuchung. Fast vergessen ist, dass das Jugendamt Dorsten vor nicht langer Zeit negative Schlagzeilen mit dem Fall „Paul“ lieferte. Auch hier wurde eklatantes Versagen überforderter Mitarbeiter aufgezeigt. Die Folge: Das Jugendamt wurde umstrukturiert und neu aufgestellt. Die Untersuchung der Hochschule Koblenz wäre für die Verwaltung und den Stadtrat eine gute Gelegenheit Bilanz zu ziehen, was sich geändert hat und was noch zu tun ist. „Für jedes Kind, das zu spät - oder zu früh - aus Familien geholt wird, ist es eine persönliche Katastrophe“, so endet ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung zum bedrückenden Thema.
Eigener Beitrag auf Grundlage des Artikels „Hilflos in die Katastrophe“, SZ 16. Mai 2018
Veröffentlicht am 18.05.2018