"Das WIR entscheidet"
Das Lob kommt von allen Seiten und ist ohne jede Einschränkung berechtigt und verdient. Es gilt dem ehrenamtlichen Organisationsteam um Wilhelm Loick, das mit einer professionellen Präsentation in Wort und Bild für Rhade und die zukünftige gemeinsame Arbeit warb. Das Carola Martius-Haus war mit 150 Interessenten, quer aus der Bürgerschaft, den Vereinen und Parteien bis auf den letzten Platz gefüllt. Das WIR war die zentrale Botschaft und wurde gleich mit weiteren Begriffen, die als Programm der ehrenamtlichen Bürgerarbeit zu verstehen sind, erweitert. W wie Wille, I wie Interesse und R wie Respekt. Das kam an. Der Zwischenapplaus zeigte dem Team, auf dem richtigen Weg zu sein. 2- 3 Mal im Jahr wird das Bürgerforum einberufen, so die Zielsetzung. Unterstützt wird diese offene, uneingeschränkte Bürgerbeteiligung, für die die Rhader SPD seit vielen Jahren engagiert und hartnäckig eingetreten ist, von der Verwaltung. Joachim Thiehoff ist der Verbindungsmann zwischen Rathaus und Bürgerschaft und gilt als rechte Hand des Bürgermeisters. Er wird das Bürgerforum Rhade künftig begleiten und helfen, dass diese Form des Engagements eine Erfolgsgeschichte wird. Tobias Stockhoff, Bürgermeister, zeigte sich ebenfalls beeindruckt, wie in Rhade "angepackt" wird. Sein eingeschobener Bericht über die Flüchtlingssituation in Dorsten zeichnete sich durch Ruhe, Sachlichkeit und Solidarität den Menschen gegenüber aus, die es auf ihrer Flucht bis in unsere Stadt geschafft haben. Dazu, wie auch über den weiteren Ablauf der spannenden Auftaktveranstaltung, in den nächsten Tagen mehr.
Veröffentlicht am 17.02.2016
Ich lese gerade (wieder) „1984“ von George Orwell und finde ganz zu Beginn folgende Zeilen:
„Gestern Abend im Kino. Lauter Kriegsfilme. Ein sehr guter dabei, über ein Schiff voller Flüchtlinge, das irgendwo im Mittelmeer bombardiert wird …“ Und etwas weiter: „Dann sah man ein Rettungsboot voller Kinder, und darüber kreiste ein Helikopter… Ein kleiner Junge schrie vor Angst, … die Frau legte die Arme um ihn und tröstete ihn, obwohl sie selbst vor Angst schlotterte … Dann pflanzte der Helikopter eine 20 Kilo-Bombe zwischen sie … Und das Boot war nur noch Kleinholz“.
Wer die aktuelle Diskussion über das Flüchtlingsdrama im und um das Mittelmeer verfolgt, und die neuesten Vorschläge über den Einsatz von griechischer Kriegsmarine (Ex-Innenminister Friedrich), deutscher Bundesmarine (v. d. Leyen), sowie das laute Denken über einen Schießbefehl (AFD) gegen Flüchtlinge an unser Grenze wahrnimmt, kommt ins Grübeln. Bedrückend, was George Orwell in seinem Welterfolg, den er 1948 (!) geschrieben hat, bereits „gesehen“ und in „1984“ verarbeitet hat.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 16.02.2016
Monatliche Versammlung mit viel Hintergrundinformation
- Dorstener Netzgesellschaft: Es war die SPD, die vor einigen Jahren den Ball ins Rollen brachte. Weg von den Energie-Multis, zurück zu eigenen Stadtwerken. Gutachter haben bestätigt, dass sich das für Dorsten rechnen kann. Tatsächlich wurde nach intensiven Beratungen im ersten Schritt das Dorstener Stromnetz von RWE gekauft. Die Dorstener Netzgesellschaft (DNG), wurde zusammen mit RWE gegründet und führt nun die Geschäfte. Dorsten hält mit 51% die Mehrheit. So wie vorhergesagt, hat sich das für den städtischen Haushalt bisher ausgezahlt. Knapp 500.000 Euro/Jahr flossen zusätzlich in den Haushalt. Selbst nach Abzug der Zinsaufwendungen für den aufgenommenen Kredit, bleibt netto noch ein Überschuss in deutlicher 6-stelliger Höhe übrig. Eine Erfolgsgeschichte, durch die örtliche SPD auf den Weg gebracht!
- „Paul“: Jetzt liegt „der Ball“ beim Rechnungsprüfungsamt, das gegenüber dem Bürgermeister und der Verwaltungsspitze nicht weisungsgebunden ist. Es muss auf Antrag der SPD herausfinden und dokumentieren, was alles in der Lippestadt falsch gelaufen ist, um ein 11-jähriges Kind, den Vorschriften entsprechend, „amtlich“ zu betreuen. Gibt es noch einen aufgeklärten Dorstener Zeitgenossen, der das nicht erkennt?
- Bebauung Alter Sportplatz: Bisher gibt es noch keinen Bebauungsplan, aber viele unterschiedliche Meinungen. Nur die direkten Anlieger zu befragen, so wie es die Verwaltung im ersten Schritt getan hat, reicht nicht aus, um eine abgerundete Bebauung in diesem Bereich zu ermöglichen.
- Rhader Rahmenplan: Seit Jahren liegt er vor, seit Jahren in der Schublade. Wer über Rhades Zukunft diskutieren will, kommt an dem Zukunftspapier nicht vorbei.
- Kasper kommt: Kinderkultur von unten. Seit fast 10 Jahren besucht „Kasperle“ Rhade und erfreut über 100 glückliche Kinder. So wird es auch in der letzten Woche der großen Schulferien sein, informiert Brigitte Hartwich, Initiatorin der Kinderkulturinitiative.
Veröffentlicht am 15.02.2016
- Commerzbank: Gestern (2007) noch so klamm, dass der Steuerzahler einspringen musste, heute Milliardengewinn. Wie denn das? „Ausweitung des Privatkundengeschäfts“, so die Banker. Ach so, deswegen wurden die Sparzinsen auf Null abgesenkt?
- Auschwitzprozess Detmold: Über 90jährige Opfer müssen wieder und wieder aussagen, wie schrecklich und mörderisch die Nazis in den KZs gewütet haben. Der auch über 90jährige Angeklagte darf aber schweigen. Kann man den Opfern diesen quälenden Gang nicht ersparen und trotzdem ein Urteil fällen?
- Flüchtlinge 1: Zäune und Grenzkontrollen. Schengen ist Geschichte. Ist die EU doch zu schnell gewachsen?
- Flüchtlinge 2: Die EU zahlt der Türkei 3 Milliarden Euro dafür, dass sie uns die Flüchtlinge „vom Leib hält“. Parallel fordert die EU die Türkei auf, endlich ihre Grenze für die Flüchtlinge, die aktuell aus Aleppo (Syrien) um Hilfe bitten, zu öffnen. Doppelte Moral?
- Flüchtlinge 3: Unsere Bundesmarine wird jetzt im Mittelmeer die verbrecherischen Schleuser beobachten und ihre Wege analysieren. Eingreifen darf sie nicht. Wurde sie nicht schon einmal erfolglos eingesetzt, um die illegalen Waffenschieberein über das Mittelmeer nach Palästina zu beobachten und zu analysieren?
- Edaty: Die SPD will ihn nicht (mehr). Trotzdem wird sie ihn nicht los. Warum will er denn eigentlich bleiben?
- Dorsten: Jetzt wieder eine neue Idee: „Wasserstadt an Lippe und Kanal“. Geht nur mit Fördermitteln. Das wurde schon einmal laut gedacht – und verworfen. Übernimmt sich unsere schrumpfende Stadt?
- Rhade: Während in Dorsten Mercaden in den Himmel wachsen und neue Visionen geboren werden, siehe Wasserstadt, sind die Rhader Radwege entlang der Lembecker Straße teilweise unzumutbar und die Debbingstraße für Fußgänger weiter unsicher. Also doch Randgebiet von Dorsten?
Veröffentlicht am 14.02.2016
Wie beurteilt die Rhader SPD-Basis die Flüchtlingskrise?
Das war eine Premiere. Die Teilnehmer der monatlichen SPD-Versammlung in Rhade wurden schriftlich befragt, wie sie auf die Flüchtlingskrise regieren würden, wären sie selbst Regierung. Das Ergebnis ist nicht revolutionär, aber aufschlussreich. So die Schnellanalyse noch am gleichen Abend. Das Ergebnis, kurz zusammengefasst:
- Es ist die internationale Mischung aus arm und reich, fanatischer Religionsauslegung sowie dem Stellvertreterkonflikt zwischen West und Ost, die als Ursache der Fluchtbewegung gesehen wird
- Die EU gilt als größter politischer Versager
- Ca. 500.000 Flüchtlinge könnten pro Jahr in Deutschland erfolgreich integriert werden
- Mehr Grenzkontrollen sind ebenso erwünscht, wie die langfristige Beseitigung der Fluchtursachen
- Alternativlos wird die Diplomatie zur Bewältigung der Krise gesehen
- Sehr selbstkritisch wird die Arbeit der SPD in der Regierung auf diesem Themenfeld beurteilt
- Das Dorstener Engagement (Verwaltung und Ehrenamtliche) wird überwiegend als gut bewertet
- Wenn morgen Bundestagswahl wäre, würden die großen Parteien deutliche Federn lassen müssen. Profitieren würden, so die Rhader Versammlungsteilnehmer, überwiegend die kleineren Parteien, die sich am linken und rechten Rand positioniert haben
Eine spannende Veranstaltung der Rhader Sozialdemokraten, die wieder neue Wege eingeschlagen haben, um das Interesse an politischer Arbeit vor Ort zu erhöhen, so das positive Fazit der Versammlung.
Die Berichterstattung über das Monatstreffen der Rhader SPD wird fortgesetzt.
Der Fragebogen:
Veröffentlicht am 13.02.2016