Allgemein Der Zweifel als unverzichtbarer Begleiter des privaten, beruflichen und gesellschaftspolitischen Lebens

Menschen, die ohne zu überlegen, sofort eine Antwort parat haben, sind mit Vorsicht zu genießen. Im privaten Bereich führt dieses Verhalten nicht selten zur Bevormundung, auch als unerträgliche Besserwisserei bekannt. Wer meint, im Beruf auf Teamarbeit und gemeinsame Beratung zur Problemlösung verzichten zu können, wird über kurz oder lang scheitern. Politiker auf allen Ebenen fallen häufig dadurch auf, dass sie forsch ihre Antworten auf gestellte Fragen „raushauen“, sich aber nicht lange danach korrigieren müssen. Die Folge: Vertrauensverlust! Der vorher eingeschaltete Zweifel wäre der richtige Ratgeber gewesen. Auf dieser Internetseite wechselt monatlich eine sogenannte Lebensweisheit, die uns zum Nachdenken motivieren soll. Sie ist in der rechten Spalte unter dem Begriff „SPD SOZIAL“ nachzulesen. Für Februar wurde der untenstehende Text ausgewählt:

„Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen,
sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen.
Man kann nichts Neues herausfinden,
wenn man nicht vorher eine Frage stellt.
Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“

Richard P. Feynman, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger (1918 - 1988)

Veröffentlicht am 03.02.2025

 

Zwei Dokumentationen über Paul Schürholz bringen Klarheit über sein politisches Wirken Kommunalpolitik Wer war Paul Schürholz?

Stadt Dorsten begibt sich auf Spurensuche

Er war eine Persönlichkeit in der Lippestadt. Er hat sich nach 1945 um Dorsten verdient gemacht. Aber was war davor? Paul Schürholz (1893 -1972) bewegt 53 Jahre nach seinem Ableben die Gemüter der interessierten Öffentlichkeit. Eine Dokumentation, vom Stadtrat in Auftrag gegeben, historische Spurensuche genannt, soll Antwort darauf geben, ob Paul Schürholz die 1963 verliehene „Ehrenbürgerschaft Dorstens“ heute als „Missverständnis“ bewertet werden muss. Dr. Josef Ulfkotte und Jochen Schräjahr haben alle ihnen zugänglichen Quellen gesichtet und auf über 100 Seiten das Ergebnis ihrer Recherche der Öffentlichkeit vorgestellt. Dem kritischen Leser bietet sich folgendes Bild:

  • Paul Schürholz hat sich vom Nationalkonservativen zum bekennenden Nationalsozialisten entwickelt. Auch den „Umstieg“ nach 1945 zum Demokraten, gelang ihm ohne jegliche Reflektion des früheren Paul Schürholz.
  • Er war ein Mann des klaren Wortes. Seine dokumentierten Reden passte er unproblematisch der jeweiligen politischen Lage an. Seine Sprache vor 1945 erschreckt, wenn er von Volksgemeinschaft und Führerprinzip spricht und Adolf Hitler huldigt.
  • Als einflussreicher Ratsherr und Mitglied der NSDAP wird ihm nicht verborgen geblieben sein, dass auch seine jüdischen Nachbarn in den Tod deportiert wurden.
  • Dieses Kapitel bleibt in der Dokumention weitgehend, weil nicht durch Quellen belegbar, eine Leerstelle.
  • Dass Paul Schürholz aber 1946 im Zuge seiner angestrebten Entnazifizierung folgende eidesstattliche Erklärung einreicht, ist an Heuchelei nicht zu überbieten: „Ich war bis zum Weggang der beiden jüdischen Familien Perlstein (1938) ihr Ratgeber in allen Fragen, die ihre Haltung zur Partei und ihre Vermögensangelegenheiten betrafen.“
  • Wer 1946 von Weggang der Juden spricht, versucht sich reinzuwachsen und begeht Geschichtsklitterung.
  • Daneben fällt dem kritischen Leser der Spurensuche und Teilnehmer an der öffentliche Aussprache auf, dass sich in Paul Schürholz Reden nach 1945 weder das Wort REUE, noch eine klare Distanzierung der verbrecherischen Nazizeit findet.
  • Ohne Hinweise auf den bereits 1986 erschienenen Band 4 der Reihe „Dorsten unterm Hakenkreuz“, Seite 114, „Noch 1946 für die Demokratie untragbar, wurde er zwei Jahre später Bürgermeister“, und der o. a. historischen Spurensuche von Oktober 2024, sollte Paul Schürholz nicht mehr auf der Liste der Dorstener Ehrenbürger stehen.

Dirk Hartwich - Eine persönliche Einschätzung 

Veröffentlicht am 01.02.2025

 

Bundespolitik Friedrich Merz hat sich disqualifiziert und die CDU in akute Erklärungsnot gestürzt

Wenn beide christlichen Kirchen und Angela Merkel Klartext sprechen

Der CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz hat in der Vergangenheit bewiesen, politisch sprunghaft und eitel zu sein. Eigenschaften, die seine Verlässlichkeit immer infrage gestellt haben. Das hat besonders die damalige Parteivorsitzende und spätere Kanzlerin Angela Merkel festgestellt und ihn so verhindert. Nun ist er zurück und beweist nachdrücklich, nicht für hohe Ämter geeignet zu sein. Sein Coup, im Bundestag mit Stimmen der AfD, der FDP und Enthaltung der Wagenknecht-Partei, für einen eigenen, unausgegorenen und in Teilen rechtswidrigen Oppositions-Gesetzentwurf eine Mehrheit einzufahren, wird über die demokratischen Parteigrenzen hinweg scharf kritisiert. Neben Angela Merkel, die die Vorgehensweise von Merz, bewusst die Unterstützung der AfD in Kauf zu nehmen, unerwartet offen und deutlich als gravierenden politischen Fehler bezeichnet, stützen auch die beiden christlichen Kirchen die Merkel-Positionierung. Zitat: „Zeitpunkt und Tonlage der aktuell geführten Debatte befremden uns zutiefst. Sie ist dazu geeignet, alle in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten zu diffamieren, Vorurteile zu schüren und trägt unserer Meinung nach nicht zur Lösung der tatsächlich bestehenden Fragen bei. … Die nun vorgeschlagenen Verschärfungen sind nicht zielführend, … um tragfähige Antworten auf das öffentliche Sicherheitsbedürfnis zu geben. … Wir befürchten, dass die deutsche Demokratie massiven Schaden nimmt. …“

Rhader Nachdenkzeilen in Richtung CDU/CSU, um Friedrich Merz zu stoppen

Veröffentlicht am 31.01.2025

 

Gesellschaft Sollten sich die Kirchen im Wahlkampf klar positionieren? (Teil 2)

Ein Kommentar von Dr. Hans-Udo Schneider

Gerechtigkeit und Frieden zählen zu den Kernbereichen des christlichen Glaubens. Ohne Gerechtigkeit keinen Frieden, weder im Inneren noch im Äußeren und ohne Frieden geht Gerechtigkeit verloren. Deshalb konnte der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann – ein frommer Mann – sagen: „Der Frieden ist der Ernstfall“. Kommt es zum Krieg, dann haben wir den Ernstfall nicht bestanden. Das lässt sich auch am Krieg in der Ukraine aufzeigen.

„Selig sind die Friedensstifter“- so heißt es in der Bergpredigt im Neuen Testament. Die Kirche als Institution und die vom christlichen Glauben überzeugten Menschen haben die unverzichtbare Aufgabe, die Sehnsucht nach Frieden wachzuhalten, Verhandlungen einzufordern, das Wettrüsten anzuklagen, Wege zum Frieden aufzuzeigen. Wie das geht, zeigte vor wenigen Tagen die Bischöfin der anglikanischen Kirche (Mariann Budde) im Rahmen der Amtseinführung von Trump. Mutig und mit klaren Worten stellte sie sich dessen Hetze und Diffamierung von Menschen entgegen und zeigte worauf es ankommt: Mitgefühl und Solidarität.

Dr.Hans-Udo Schneider, Pfarrer, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut kandidierte 2009 für das Bürgermeisteramt in Dorsten. Er wurde dabei von der SPD und den Grünen unterstützt.

Veröffentlicht am 30.01.2025

 

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