Australien will Nutzung an Mindestalter koppeln
Australien will nicht länger zusehen, wie TikTok und Co. die Entwicklung der unter 16jährigen negativ beeinflussen. In einem Interview mit der ZEIT, nennt der an der Uni Ulm auf dem Gebiet Soziale Medien lehrende Prof. Christian Montag, Fakten. Danach sei eine Regulierung des Zugangs, wie in Australien, empfehlenswert. Da sich Jugendliche in der Phase der persönlichen Identitätsfindung befinden, müssen Eltern und Schule erste Berater und Controller der eigenen Kinder sein. Unterstützt vom Gesetzgeber, der die Betreiber aller sozialen Medien verpflichten muss, für die Inhalte endlich Verantwortung zu tragen. Tatsächlich sind „Fake-News, politische Propaganda mit Rassismus und Pornografie, …, Verleumdung und Belästigung, die vor einem riesigen Publikum stattfinden“, dramatische Störfaktoren für die individuelle Entwicklung. Auch die Aufforderung, sich an Mutproben zu beteiligen, sie zu filmen und ins Netz zu stellen, hat in einigen Fällen bereits zum Tod geführt. Besonders junge Mädchen lassen sich von Fotos verführen, werden unzufrieden mit ihrem Körper, entwickeln nicht selten Essstörungen, die in psychischen Krankheiten münden. Christian Montag nennt u. a. als Lösung, den von der EU ins Leben gerufenen „Digital Service Act“ konsequent anzuwenden, um den Jugendschutz entscheidend zu stärken, so der Wissenschaftler abschließend.
Rhader Nachdenkzeilen auf der Grundlage des ZEIT-Berichts „Besonders die Mädchen leiden“ vom 28. 11.2024
Veröffentlicht am 04.12.2024
SPD will die drohende soziale Kälte verhindern
Die SPD ist zwar als stärkste Kraft aus der letzten Bundestagswahl hervorgegangen, war aber gezwungen, mit Grünen und Freidemokraten zu koalieren. Was anfangs wie ein politisches Frühlingserwachen, wir wollen mehr Fortschritt wagen, aussah, endete durch unvorhergesehene globale Verwerfungen in einem Desaster. Drei seien genannt: Putins Krieg gegen die Ukraine, Corona-Pandemie und Energie-Krise. Obwohl der Bundeskanzler Olaf Scholz bis zur Selbstverleugnung versuchte, „den Laden“ zusammenzuhalten, verhakten sich seine „Partner“ Habeck und Lindner in einem nicht mehr zu entwirrenden Selbstgerechtigkeits-Knäuel. Das bittere Ende ist bekannt. Jetzt gilt für alle Parteien und Kanzlerkandidaten, mit Zukunftsperspektiven die Öffentlichkeit zu überzeugen. Versuchen wir in Kurzform die Unterschiede zu benennen. Die SPD mit Olaf Scholz setzt darauf, den inneren, sozialen Frieden zu verteidigen und den äußeren nicht mit Säbelrasseln zu gefährden. Die CDU bietet Friedrich Merz auf, der seine Vorliebe für den „Klub der Besserverdienenden“ nicht verstecken kann. Hätte er im Februar Erfolg, droht neben der klimatischen auch eine soziale Kälte. Die Grünen wirken erstaunlich orientierungslos. Dass sie sich plötzlich auch für die Lieferung weit reichender Raketen aus deutscher Produktion in die Ukraine aussprechen, geschieht im Gleichschritt mit der FDP und der Union. Qual der Wahl? Wichtig ist, die 82 Tage bis zur Wahl, aufmerksam zu verfolgen.
Wahlinformationen aus Rhade. Wird fortgesetzt.
Veröffentlicht am 03.12.2024
Wir in Rhade erinnern uns
Wer in Kenntnis der momentanen SPD-Umfrageergebnisse die erste Bundestagswahl-Auftaktveranstaltung als „Wahlsieg-Konferenz“ bezeichnet, scheint durch und durch selbstbewusst und überzeugt von sich zu sein. Die SPD tritt, nach dem lange überfälligen Rauswurf von Christian Lindner aus der vom sozialdemokratischen Bundeskanzler Olaf Scholz geführten Bundesregierung, wie befreit auf. Sie sagt klar und unmissverständlich, warum und wohin sie will, analysiert die Konkurrenz, um deren Widersprüche zu verdeutlichen. Nun blicken wir einmal nach Rhade, zurück ins Jahr 1976. Der 32jährige SPD-Bundestagskandidat hieß Dr. Ulrich Steger. Zusammen mit der Rhader SPD lud er die örtliche Bevölkerung ins Gasthaus Alte Mühle/Finke ein, um dort zu erläutern, „warum die CDU die Bundestagswahl verliert“. Das, was wie eine Provokation klang, bescherte der Veranstaltung nicht nur ein übervolles Haus, sondern hinterließ erst Nachdenklichkeit, dann nachhaltigen Eindruck. Ulrich Steger argumentierte, diskutierte und überzeugte. Er wurde direkt in den Bundestag gewählt. Rhade steuerte mit rund 30% SPD-Stimmen ein Bestergebnis bei und Helmut Schmidt wurde als Bundeskanzler wiedergewählt. Heute tritt der 28jährige Sozialdemokrat Dustin Tix u. a. in Rhade an, um mit einem überzeugenden SPD-Ergebnis am 23. Februar nächsten Jahres direkt in den Bundestag gewählt zu werden und so Olaf Scholz wieder zum Bundeskanzler zu verhelfen. Dann veranstalten wir nach der Wahlsieg-Konferenz in Berlin, eine Wahlsieg-Feier in Rhade. Versprochen!
Rhade - Ein Blick zurück, zwei nach vorn
Veröffentlicht am 02.12.2024
Veröffentlicht am 30.11.2024
Genau hier punktet die SPD gegenüber der lokalen Konkurrenz beeindruckend
Dass Dorsten zwar liebenswert aber arm ist, begleitet die Bürger der Lippestadt seit Jahrzehnten. Die Kunst des Stadtrates besteht alljährlich darin, die zur Verfügung stehenden Finanzen so einzusetzen, dass die Begriffe GERECHTIGKEIT und SOLIDARITÄT keine Leerformeln sind. Wer die Haushaltsreden des Bürgermeisters und die der im Dorstener Rat vertretenen Parteien analysiert, erkennt gravierende Unterschiede. Dirk Groß, Fraktionsvorsitzender der SPD hat sie in seinem sehr politischen und informativen Redebeitrag herausgestellt. So beklagt er eindringlich, dass nicht ständig Weltuntergangsstimmung gepredigt werden darf, sondern mit Zukunftsperspektiven zum Mitmachen geworben werden sollte. Begriffe wie, „über unsere Verhältnisse leben“, u. a. vom Bürgermeister genutzt, um uns alle auf den enger zu schnallenden Gürtel vorzubereiten, sind immer dann unangebracht, so Dirk Groß, wenn sie pauschal, statt differenziert vorgetragen werden. Das Gleiche gilt für die Bewertung „von oben“, WIR müssen Standards senken. Nicht ganz falsch, aber ohne weitere Erläuterungen, was damit gemeint sein könnte und wer das WIR verkörpert, verursachen solche Einwürfe eher Hoffnungslosigkeit und lokalpolitische Depressionen „da unten“. Dirk Groß untermauert seine Kritik mit finanzierbaren Vorschlägen auf allen kommunalen Politikfeldern. Die Rede endet mit folgendem Zitat: "Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden." (Jaques Tati, franz. Regisseur und Schauspieler).
Eine Rhader Kurzbetrachtung der SPD-Haushaltsrede im Dorstener Stadtrat. Auf Wunsch wird die Rede per E-Mail zugestellt. (gross-dirk.alex@t-online.de)
Veröffentlicht am 30.11.2024