Allgemein Fahrradwege in Deutschland

Muss Dorsten in Sack und Asche gehen (radeln)?

Seit sich das Fahrrad vom normalen Fortbewegungsmittel zum Hitec-Fahrzeug entwickelt hat, wird nicht nur zum Bäcker geradelt, sondern sind Urlaubsreisen quer durch Deutschland und Europa keine Seltenheit mehr. Und wer so eine Reise gemacht hat, der kann etwas erzählen. Ein Urlaubskapitel gilt immer auch den Radwegen. Die erste Erkenntnis ist, dass zumindest in unserem Land, fast durchgängig Radwege zur Verfügung stehen, um von A nach B zu finden. In der Regel weisen auch gesonderte Schilder auf die Richtung hin und geben die Entfernung an. Neben Premium-Radstrecken, besonders auf stillgelegten Bahntrassen, trifft der Radler auch auf Pfade, die den Begriff Radweg nicht verdienen. Sie sind zu schmal und teils in schlechtem Oberflächen-Zustand. Besonders ärgerlich wird es immer dann, wenn Baumwurzeln den Belag heben oder unterirdisch querende Mäuse oder Maulwürfe die Fläche als Rinne absinken lassen. Ein entspanntes, sicheres und kontinuierliches Fahren ist dann unmöglich. Erstaunlich ist, dass die parallel verlaufende KFZ-Straße Schäden und Beeinträchtigungen dieser Art nicht kennt. Erstaunlich auch, dass innerörtlich, fast durchgängig in Deutschland, die Qualität der Radwege abnimmt. Kanten, wechselnder Belag, unklare Beschilderung und nicht selten falsch parkende KFZ. Alles das, was man quer durch Deutschland feststellt, trifft auch auf Dorsten und Rhade zu. Die dringend erforderliche Mobilitätswende wird nur gelingen, wenn nicht nur das Fahrrad technisch aufgerüstet wird. Deutschland, einschließlich Dorsten, muss in sichere und gute Radwege investieren. Nicht kleckern, klotzen ist erforderlich.

Erkenntnisse eines Rhader Radlers

Veröffentlicht am 15.08.2024

 

Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten. Foto: Stadt Dorsten Kommunalpolitik Hat Dorsten Zukunft? (Teil 2)

Holger Lohse, technischer Beigeordneter, blickt optimistisch nach vorn

Einer der die Lippestadt an allen Ecken und Enden kennt, ist der technische Beigeordnete der Stadt Dorsten. Holger Lohses Aufgabengebiet ist äußerst anspruchsvoll. Alle Entscheidungen zur Zukunftssicherung Dorstens, die durch seine Hände gehen, sind nicht sofort vorzeigbar, weil mit längeren „Lieferzeiten“ verbunden. Das erfordert großen Erklärungs- und Überzeugungsbedarf. Wir haben Holger Lohse drei Fragen gestellt, dessen Antworten wir in dieser Woche in drei Teilen veröffentlichen werden. Heute Teil 2.

Frage: Die Dorstener Verwaltung ist der größte Arbeitgeber in der Stadt. Trotzdem fehlt Fachpersonal, um alle Wünsche und Beschlüsse zeitnah umzusetzen. Wie kann eine Verbesserung für die Bevölkerung und das Rathauspersonal erreicht werden?

Holger Lohse: Diese Frage zielt ihrem Wesen nach auf den Bereich der Personalwirtschaft. In der Tat ist gerade im technischen Bereich die Marktlage sehr angespannt. Dafür besteht eine Reihe von Gründen, insbesondere der Effekt, dass kontinuierlich deutlich mehr Menschen aus dem Arbeitsleben ausscheiden als in dieses eintreten. Zu diesem Thema hatte sich in der Vergangenheit auch schon unser Bürgermeister Tobias Stockhoff geäußert, den ich hier gerne zitiere: „Wenn jedes Jahr 1.000.000 Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden, aber nur 700.000 Menschen nachkommen, dann spüren wir, dass der Demographische Wandel voll zuschlägt. Das spüren wir beispielsweise in Bus und Bahn, die aufgrund von Personalmangel ausfallen. Das spüren wir aber auch in der Medizin, Pflege, in unserem Lieblingsrestaurant, beim Handwerker und bei der Briefzustellung.“ Ich möchte ergänzen, dass die Stadt Dorsten zahlreiche Maßnahmen ergriffen hat, neue Wege in der Mitarbeiterakquise zu gehen, aktiver auf Interessentinnen und Interessenten zuzugehen und die Vorzüge als Arbeitgeber deutlich stärker herauszustellen. Beispiele sind die kreative Personal-Recruiting-Kampagne www.schluesselposition.de, die uns viel Aufmerksamkeit bringt, Angebote für Werkstudenten oder auch mobile Arbeit, Jobrad-Angebote usw. Trotz spürbarer Erfolge in diesem Bereich werden jedoch absehbar Einschränkungen bestehen bleiben. Verzögerungen aufgrund von Personalmangel und -fluktuation werden unvermeidbar sein. Wir müssen uns eingestehen, dass die Tischdecke „Personal“ an allen Ecken und Ende zu kurz ist. Wird die eine Seite attraktiver, fehlen noch mehr Leute auf der anderen Seite. Es gibt am Ende zu wenig Menschen, die noch arbeiten. Am Ende also auch ein gesamtstaatliches Problem, das für alle Branchen gelöst werden muss.

Wird am Freitag, 16.08.2024 fortgesetzt

Veröffentlicht am 14.08.2024

 

Wie gehabt. Neubausiedlung in Rhade. Kommunalpolitik Was im Großen geht, muss auch im Kleinen möglich sein

Neue Dorstener Bebauungspläne müssen künftig ganz anders aussehen

Wer in Rhade mit offenen Augen die neue Bebauung am Alten Sportplatz betrachtet, kommt zu dem Urteil: eigentlich wie immer. Andere Zeiten zwingen aber zu anderen Entwürfen. Beispiele sind in Coesfeld, siehe dazu unseren Bericht vom 22. April 2024 mit der Schlagzeile: „Bezahlbarer Wohnraum? Ein Blick über den städtischen Tellerrand nach Nordkirchen (Kreis Coesfeld)“ und auch in Nachbarländer ermöglicht ein kostenloses Studium. Heute blicken wir nach Wien. Dort entsteht ein neuer Stadtteil für einige tausend Einwohner. Der erste Erschließungsschritt war, das Bebauungsgelände an den öffentlichen Personennahverkehr anzuschließen. Ökologisches Bauen unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen ist Pflicht. Das ganze Areal ist barrierefrei, Bordsteine gibt es nicht. Autos sind in diesem neuen Quartier kaum zu sehen. Parallel zu den Häusern, wird die soziale Infrastruktur, Schulen, Kitas, Arbeitsplätze, Freizeiteinrichtungen, mitgedacht. Unterschiedliche Wohnformen, wie Miet- und Eigentumswohnungen entstehen nebeneinander und sorgen so für eine sogenannte soziale Durchmischung. Ein Drittel der dort lebenden Bevölkerung ist in kommunalen Gemeindewohnungen untergebracht. 60% des gesamten Wohnraums wird staatlich gefördert. Die durchschnittliche Kaltmiete über alle Wohnungen der Stadt liegt unter 10 Euro/qm. Wir sprechen von Wien! Dorsten ist nicht Wien. Trotzdem würde auch hier ein entsprechender Bebauungsplan wichtige Zukunftszeichen setzen.

Rhader Anregung in Richtung Dorstener Rathaus und Stadtrat. Grundlage ist der Bericht „Von Wien lernen“ aus VORWÄRTS 04/2024         

Veröffentlicht am 13.08.2024

 

Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten. Foto: Stadt Dorsten Kommunalpolitik Hat Dorsten Zukunft? (Teil 1)

Holger Lohse, technischer Beigeordneter, blickt optimistisch nach vorn

Einer der die Lippestadt an allen Ecken und Enden kennt, ist der technische Beigeordnete der Stadt Dorsten. Holger Lohses Aufgabengebiet ist äußerst anspruchsvoll. Alle Entscheidungen zur Zukunftssicherung Dorstens, die durch seine Hände gehen, sind nicht sofort vorzeigbar, weil mit längeren „Lieferzeiten“ verbunden. Das erfordert großen Erklärungs- und Überzeugungsbedarf. Wir haben Holger Lohse drei Fragen gestellt, dessen Antworten wir in dieser Woche in drei Teilen veröffentlichen werden.

Frage: NRW meldet Finanzprobleme. Könnte das beschlossene Rhader Dorfentwicklungskonzept an geänderten Förderbedingungen scheitern?

Holger Lohse: Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen basiert auf unterschiedlichen Förderprogrammen des Landes, die sich wiederum differenziert finanzieren (EU, Bund, Land usw.). Im Voraus ist nicht einschätzbar, welche Kontingente tatsächlich in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen werden und welche Flexibilität der Fördergeber z.B. bei Mittelumschichtungen haben wird. Es sieht aktuell allerdings nicht danach aus, dass Förderprojekte durch die geänderten Bedingungen in Gefahr geraten. Maßnahmen, zu denen auch eine Förderung zugesagt wurde, sind auch für das Land bindend. Dies trifft z.B. auch auf Maßnahmen im Forks Busch zu. Im Rahmen der traditionell vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Münster ist sichergestellt, dass die Stadt Dorsten frühzeitig über Änderungen informiert werden würde. Zugleich würde eine konstruktive Suche nach Lösungen erfolgen.

Wird am Mittwoch, 14.08.2024 mit Teil 2 fortgesetzt

 

Veröffentlicht am 12.08.2024

 

Allgemein Eine wahre Hundegeschichte aus den USA

Es war einmal ein kleiner süßer Hund. So wie alle Hunde, wenn sie jung sind. Er, es war ein Rüde, wuchs schnell und wurde von allen verwöhnt. Das war nicht gut für seine Entwicklung. Er wurde arrogant und fühlte sich allen anderen Vierbeinern überlegen. Da er ständig um sich biss, legten sich seine Artgenossen demutsvoll vor ihn, um nicht "gefressen" zu werden. Dadurch stieg er im Rudel auf, bis er ganz oben war. Widerspruch beantwortete er mit Verachtung und psychischer Gewalt. Hundefrauen betrachtete er als Freiwild. Seine Überheblichkeit kannte keine Grenzen, weil er wirklich glaubte, ein von Gott Auserwählter zu sein, der seine Rasse schützen müsse. Obwohl sein Fell struppig, farblos und stumpf war, beleidigte er alle Artgenossen, die nicht so waren wie er, als minderwertige Mischlinge, die nichts zu sagen hätten. Jetzt hat er wohl überzogen. Jetzt hat eine Hundedame, viel jünger, intelligenter und erheblich besser aussehend, ihr Halsband in den Ring geworfen, um alle Vierbeiner gleichberechtigt vertreten zu wollen. Schlechte Zeiten für den größenwahnsinnigen Köter, der sich erstmals seit Jahren nervös zeigt und mit fletschenden Zähnen und besonders lautem Gebell versucht, seine Stellung zu bewahren. Schon ist erkennbar, dass sich das Rudel vom alt gewordenen "Leitwolf" nach und nach abwendet. Ob er anschließend sein Gnadenbrot im Zwinger erhalten wird, ist nicht ausgeschlossen.

Eine Rhader Wochenendgeschichte

Veröffentlicht am 10.08.2024

 

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