Foto: L. Taube Kommunalpolitik Der Dorfmanager - Ein Mehrwert für Rhade und Lembeck

Laszlo Taube: zuhören, vermitteln, unterstützen 

Laszlo Taube ist der erste Dorfmanager in der Geschichte der Stadt Dorsten! Wir haben ihm, der seit 13 Monaten als fester Mitarbeiter der Dorstener Stadtverwaltung für Rhade und Lembeck allen Bürger und Bürgerinnen als Ansprechpartner zur Verfügung steht, drei Fragen gestellt:

1. Wir hatten den Dorfmanager-Job vor gut einem Jahr als „personifizierten Kummerkasten“ der Stadtverwaltung für den Dorstener Norden bezeichnet. Hat sich das so bestätigt?

Laszlo Taube: Ein „personifizierter Kummerkasten“ bin ich definitiv nicht. Ein Ansprechpartner für die Belange und Anregungen der Menschen in Rhade und Lembeck schon eher. Und das ist auch gut so, denn die Menschen haben vielfältigen Gesprächsbedarf – das Spektrum ist von Anregungen bis hin zu konkreten Lösungsvorschlägen sehr breit. 

2. Wer kommt zum Dorfmanager und welche Fragen / Anregungen bringen er/sie mit?

Laszlo Taube: Zu mir kommen Eltern mit ihren Kindern, aber auch Seniorinnen und Senioren, das ist ganz unterschiedlich – genauso unterschiedlich wie die Themen, über die sie mit mir sprechen möchten. Es reicht von Hinweisen, der reinen Nachfrage, mehr Informationen bis hin zu Ideen oder sogar Projektvorschlägen. Die Kommunikation mit den Menschen vor Ort ist der wichtigste Bestandteil meiner Arbeit.

3. Wo liegt der Schwerpunkt der bisherigen Arbeit und welche Ziele stehen ganz oben auf der Agenda unseres Dorfmanagers? 

Laszlo Taube: Es wird und kann nie DEN einen Schwerpunkt geben, dafür ist das Leben vor Ort in den beiden Stadtteilen und generell in unserer Stadt zu abwechslungsreich, vielfältig und dynamisch. In jedem Fall ist es wichtig, die Menschen wahrzunehmen, ihre Bedürfnisse zu kennen und zu erkennen und natürlich jedes vorgetragene Anliegen ernst zu nehmen. Darüber hinaus möchte ich Projekte zwischen Rhade und Lembeck unterstützen und unsere Jugend besser einbinden. Eigentlich bleibt zunächst nur zu sagen: Ihr seid das Dorf! Eure Ideen sind unser Anliegen und unser Antrieb!

Veröffentlicht am 05.08.2024

 

Bundespolitik Berlin: Wird das Fell des Bären schon verteilt bevor er erlegt ist?

Merz und Lindner spielen sich die Bälle bereits partnerschaftlich zu

Zur Erinnerung. Bei der letzten Bundestagswahl mussten drei Parteien koalieren, um eine Regierung stellen zu können. Die SPD als stärkste Kraft, stellt seitdem mit Olaf Scholz den Bundeskanzler. Das Grünen-Ergebnis blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück, reichte aber für Platz zwei. Die FDP, immer schon ein Abstiegskandidat, musste sich mit Platz drei zufriedengeben. In einem Koalitionsvertrag versprachen sich die drei ungleichen Partner Freundschaft und Zusammenarbeit, um mehr Fortschritt zu wagen. Konsterniert stellt der Beobachter von außen fest, dass bereits kurz nach Antritt der Regierung Eifersüchteleien und Konkurrenzdenken, besonders unter Grünen und der FDP, die Aufbruchsstimmung verhagelte. Die dramatisch fallenden Umfragewerte sorgen besonders bei der FDP für Panik. Genussvoll befeuert die Union das (Trauer)Spiel, um die Selbstzerfleischung der Regierungsparteien zu forcieren. Christian Lindner (FDP) soll so aus dem Bündnis herausgebrochen werden und als möglicher Partner der CDU/CSU ab September 2025 zur Verfügung zu stehen. Und Lindner erfüllt die Erwartungen von Friedrich Merz bisher spielend. Olaf Scholz will Bundeskanzler bleiben. Dazu muss die SPD deutlich zulegen und Lindner (FDP) argumentativ (endlich) die rote Karte gezeigt werden. Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Rhader Wochenend-Nachdenkzeilen zur Bundespolitik

Veröffentlicht am 03.08.2024

 

Allgemein Rhade - Perle des Naturparks Hohe Mark

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.

Ein Flyer wirbt für Rhade. Unser Dorf, Stadtteil von Dorsten, hat fast 6000 Einwohner und ist Teil des Naturparks Hohe Mark. Die privilegierte Lage im Grünen motiviert, zu Fuß oder per Rad die Umgebung zu erleben. Eine gute Gelegenheit, die letzten Ferien- oder Urlaubstage so zu gestalten. Wer mit offenen Augen (und Ohren) die Natur auf sich wirken lässt, ist überrascht von der Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt. Interessant ist immer wieder zu beobachten, dass sich besonders Besucher von außen äußerst beeindruckt zeigen, wenn sie einmal rund um Rhade geradelt oder gewandert sind. Rhader nehmen das eher als Selbstverständlichkeit wahr. Das birgt aber die Gefahr in sich, zu nachlässig das Schützenswerte zu sichern. Ein Appell an alle Einheimischen, sich selbst zu überzeugen, welchen Stellenwert unsere Landschaft hat und was unbedingt getan werden muss, um Planungs-Fehlentwicklungen zu vermeiden. Nur dann behält der Satz in der Überschrift, „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“, seine Berechtigung.

Werbetext aus der Feder eines Rhader Bürgers

Veröffentlicht am 02.08.2024

 

Bundespolitik Wahlrechtsreform: Verliert der direkt gewählte Abgeordnete an Wert?

Verständnislosigkeit vor Ort ist vorprogrammiert - Eine persönliche Einschätzung aus Rhade

Um die ständig steigende Anzahl der Bundestagsabgeordneten zu begrenzen, wird seit Jahrzehnten eine Lösung gesucht. Weil sie aber ohne Schmerzen nicht erreichbar war, haben alle Parteien sie auf die lange Bank geschoben. Nun also der Durchbruch, der vom obersten Gericht als rechtens bestätigt wurde. Danach kann der direkt gewählte Abgeordnete dann in die Röhre gucken, wenn das höherwertige Zweitstimmenergebnis seiner Partei seinen persönlichen Erfolg nicht abdeckt. Das ist überaus bitter für den Politiker, der sich in seinem Wahlkreis „die Hacken abläuft“ und das Gesicht seiner Partei ist. Völlig unverständlich werden aber die Wähler reagieren. Das Gericht hat erläutert, dass wir (Wähler) umdenken müssen und dass der Gesetzgeber (Regierung) das Wahlrecht ändern darf, wenn keine (kleine) Partei benachteiligt wird. Wenn aber der direkt gewählte Abgeordnete durch das neue Sieb der Wahlrechtsreform fällt, werden dann nicht auch seine Wähler benachteiligt? „Du hast zwei Stimmen“, so die bisher gültige Lesart. Jetzt müsste es heißen: „Du hast zwar weiter zwei Stimmen, aber die Erststimme kann eine Niete sein“. Das muss vor Ort erklärt werden. Das wird nicht nur schwierig werden, das wird für Verständnislosigkeit sorgen und zu Unmut führen.

Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 01.08.2024

 

Allgemein In eigener Sache: Rhader SPD-Internetseite als Dialogforum - Mit Gastbeiträgen über den eigenen Tellerrand blicken

Pflegekrise und kein Ende in Sicht (2) - von Dr. Hans Udo Schneider

Der heutige Beitrag wird in zwei aufeinander folgenden Tagen veröffentlicht. Leser, die dazu einen schriftlichen Kommentar, zustimmend oder abweichend, formulieren wollen, senden ihn bitte zur möglichen Veröffentlichung an gleicher Stelle an folgende E-mail-Adresse: dirk.hartwich@t-online.de

"Teil 2: Zur häuslichen Altenpflege:

  • Der Personalmangel zeigt sich auch bei den ambulanten Diensten.
  • Tritt der Pflegefall ein, benötigen die Angehörigen große Standfestigkeit und Durchhaltevermögen, um die Hilfe eines Pflegedienstes zu bekommen. Die Zeiten der freien Wahl sind faktisch längst vorbei.
  • Wer Angehörige pflegt und noch seiner Arbeit nachgeht, läuft große Gefahr sich zu überfordern.
  • Wer beruflich aussetzt, riskiert erhebliche finanzielle Einbußen

Trotz zahlreicher Reformen, Beschäftigte in der Altenpflege werden endlich besser bezahlt und pflegende Angehörige sollen einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Freistellung vom Arbeitsplatz und Lohnersatzleitungen erhalten, wenn sie eine Auszeit nehmen müssen. Das wäre ein wichtiger Fortschritt, würde aber allein nicht reichen. Es bedarf grundlegender Reformen, die Politik, Gesellschaft und Pflege gleichermaßen umfassen. Alte Menschen wieder zu Selbständigkeit befähigen. An diesem Ziel muss sich eine menschenwürdige Pflege ausrichten.

Der Grundsatz Reha vor Pflege ist hierzulande nur eine Worthülse, in der Praxis ohne Relevanz. Es werden die falschen Anreize gesetzt, denn schlechte Pflege zahlt sich für die Heimbetreiber aus. Je bedürftiger die Bewohner, je höher ihr Pflegegrad, desto mehr Geld zahlt die Pflegekasse. Dabei sollen alte Menschen so lange es eben geht, selbstbestimmt leben können. Nur wenige Einrichtungen fühlen sich diesem Konzept verpflichtet. Wieder einmal sind die Niederlande mit dem Modell Buurtzorg (Nachbarschaftspflege) weiter. Flache Hierarchie, kleine überschaubare Teams und der bewusste Einbezug ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe zeichnen dieses Modell aus. Nur wenige Initiatoren wagen sich jedoch bei uns wegen der hohen Risiken und bürokratischen Hürden an solche Projekte heran. Für mich unbegreiflich, dass sich die Flaggschiffe der Wohlfahrtsverbände: AWO, Caritas und Diakonie aus ihrer Selbstgefälligkeit nicht herauswagen. Sie sollten Vorreiter und nicht Bremser sein!

Wir brauchen niederschwellige Angebote, die verhindern, dass Menschen überhaupt ins Heim kommen, weil das die teuerste Form der Unterbringung ist. Erfolge in der ambulanten Pflege müssten dann honoriert, durch finanzielle Anreize gestärkt werden. Manche Experten halten es deshalb für sinnvoll, gar notwendig, dass die Krankenkassen in der Pflege das Sagen bekämen. Eine Zusammenlegung der Pflege – und Krankenkassen wäre dafür unumgänglich. Nicht zuletzt ist den Pflegekräften ein stärkeres Selbstbewusstsein zu wünschen. Das geht aber nur über die Organisation in einer starken DGB-Gewerkschaft.

Über solche Reformen könnte Vertrauen zurückgewonnen, Demokratie gestärkt werden."

Hans Udo Schneider

Veröffentlicht am 31.07.2024

 

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