Gesellschaft Wo bleibt der öffentliche Aufschrei?

Menschenverachtende Attacke auf Behindertenwohnheim

Der folgende Text ist real. Keine Übertreibung. Aber ein Skandal, der uns aufrütteln muss. Der Vater eines mehrfach schwerstbehinderten Kindes, ein renommierter Fotograf, berichtet in unregelmäßigen Abständen im ZEIT-Magazin in Wort und Bild über das reiche Zusammenleben mit seinem Sohn und den vielen Alltagsproblemen, für die sich aber bisher immer Lösungen finden ließen. Das Ziel der Information ist, nicht Mitleid zu erzielen, sondern für respektvollen und gleichberechtigten Umgang mit behinderten Menschen zu werben. So wie es in unserem Grundgesetz Artikel 3 heißt: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Das scheint aber bei einigen Zeitgenossen unserer Gesellschaft nicht angekommen zu sein. In Mönchengladbach wurde bereits Ende Mai ein Stein durch das Fenster eines Behindertenwohnheims mit der Aufschrift, „Euthanasie ist die Lösung“ geworfen. Von den Medien kaum aufgegriffen, lautet die Klage der Betroffenen. Oder sind nicht bereits Verbitterung und Angst vor Bewertungen wie „lebensunwert“ herauszuhören? Ein beeindruckendes Foto ergänzt den Text im genannten Magazin. 96 Familien mit mehrfach schwerstbehinderten Angehörigen, insgesamt 254 Personen, winken fröhlich in die Kamera, haben aber eine Botschaft für uns: Die Würde des Menschen, jedes Menschens, ist unantastbar! Der Steinwurf von Mönchengladbach beweist leider, dass da mehr als eine Glasscheibe zerbrochen ist.

Wochenendgedanken aus Rhade auf Grundlage des ZEIT-Textes „FRIEDRICH UND DAS LEBEN“, Nr. 35, August 2024   

Veröffentlicht am 24.08.2024

 

Kommunalpolitik Heute vor 20 Jahren

Gudrun Kühn will Bürgermeisterin von Dorsten werden

Die öffentliche Aufmerksamkeit war sehr groß als die SPD entschied, Gudrun Kühn als Bürgermeisterkandidatin für Dorsten aufzustellen. Besondere Unterstützung erhielt sie auch aus Rhade von den örtlichen Sozialdemokraten. Gleich mehrere Stadtteilzeitungen, siehe Foto, warben für frischen Wind im Rathaus. Am Ende hat es nicht gereicht. Lambert Lütkenhorst blieb Bürgermeister. Dennoch hat Gudrun Kühn wichtige gesellschaftspolitische Zeichen gesetzt, die in den vergangenen 20 Jahren vom Stadtrat und der Verwaltung aufgegriffen wurden. Aus Rhade kandidierten übrigens Achim Schrecklein und Berthold John für den zu wählenden Stadtrat.

Daran erinnern wir in Kürze mit dem vor zwei Jahrzehnten geführten Interview mit Überschrift: „Rhade muss wieder ganz oben auf der Tagesordnung stehen“.

Veröffentlicht am 23.08.2024

 

Kommunalpolitik Dorsten: Videoanlagen sollen Aufenthaltsqualität und Sicherheitsgefühl in der Stadt stärken

SPD-Fraktion geht in die Offensive

Es gibt sie in jeder Stadt. Plätze, die als Treffpunkte dienen, um „abzuhängen“ oder zu feiern. Dabei werden nicht selten Regeln des harmonischen Miteinanders mit Füßen getreten. Versuche, mit dem Ordnungsamt und der Polizei Übertretungen zu unterbinden, scheitern häufig an uneinsichtigen Zeitgenossen und zu wenig „Aufsichtspersonal“. Aktuell sorgt ein Pressebericht für Aufmerksamkeit und kommunalpolitische Aktivitäten. Die SPD-Fraktion stellt dazu einen Antrag, über den im Stadtrat diskutiert und abgestimmt werden soll. Wir veröffentlichen ihn in Auszügen:

„Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten zu prüfen, den Platz der Deutschen Einheit, den Bürgerbahnhof und die Franziskanergasse mit Videokameras zur Überwachung dieser Räume auszustatten. … An diesen Plätzen häufen sich Vorkommnisse, welche mit erheblichen Belästigungen und unangenehmen Situationen für Anwohner und Passanten verbunden sind, wie Drogenkonsum, ekelerregende Verunreinigungen. … Es scheint, dass das Instrument einer Videoüberwachung zumindest eine bessere soziale Kontrolle gewährleisten kann, wenn auch nicht unbedingt eine unmittelbar abschreckende Wirkung eintritt. Allerdings ermöglicht diese, zumindest in vielen Fällen, eine bessere rechtliche Verfolgung der Beteiligten. Die immer wieder behaupteten rechtlichen Hürden bei der Umsetzung solcher Maßnahmen sollten zumindest in den benannten konkreten Fällen ausgetestet werden. Eine Initiative der Stadt Richtung Gesetzgeber, endlich die Schwelle für Videoüberwachungen an öffentlichen Plätzen zu senken, wäre eine sinnvolle ergänzende Maßnahme. Datenschutz darf nicht in Täterschutz umschlagen.“

Die SPD-Initiative wird mit weiteren Berichten über die genannte Problematik fortgesetzt

Veröffentlicht am 22.08.2024

 

Bundespolitik Wir machen den Weg frei - für erneuerbare Energien

Rhader Landschaftsbild verändert sich weiter

Es tut sich was in Rhade. Neue Windenergieanlagen werden unser Landschaftsbild weiter verändern. Was früher Windmühle hieß, muss heute als riesiges Kraftwerk bezeichnet werden. Die Dimensionen sind so gewaltig, dass die Einzelteile nur noch mit Spezialtransportern auf temporär abgesperrten Routen befördert werden können. Dazu werden Kreisverkehre „geschleift“, siehe Foto, Lichtmasten abgebaut und Kurven begradigt. Dicke Stahlplatten wurden verlegt, um die Schwertransporte „über Land“ bewegen zu können. Das alles dient dazu, die politisch gewollte Energiewende, die auf Kernkraft, Kohle, Öl und Gas verzichten will, zu gewährleisten. Aus guten Grund. Unser Klima ist bereits aus den Fugen geraten. Das Verbrennen von endlichen Rohstoffen gilt gesichert als Klimakiller. Die negativen Auswirkungen sind für alle spürbar und müssen hier und dort als Katastrophe bezeichnet werden. Kernkraft, Jahrzehnte als saubere Energieproduktion gehätschelt, trägt noch immer den milliardenschweren Rucksack der ungelösten Endlagerung auf dem Rücken des Steuerzahlers. Also auch keine Alternative zu den erneuerbaren Energien Wind und Sonne. Die Annahme des Energie-Endverbrauchers, dass durch den Wegfall der teuren Kohle-, Öl-, Uran- und Gasimporte, und parallel dem Umstieg auf „Erneuerbare“, die Kosten sinken müssten, haben sich (bisher) nicht erfüllt. Ein Akzeptanzproblem, das unsere Regierungen im Bund und in den Ländern beseitigen müssen.

Ein Zwischenruf aus Rhade

Veröffentlicht am 21.08.2024

 

Gesellschaft Trump und Musk - wenn das X zum Fragezeichen wird

Ein Kommentar aus Rhade

Ein Ex-Präsident der USA, der mit ungesetzlichen Mitteln seinen Weg nach ganz oben geebnet hat, der es mit Lügen und Beleidigungen gegenüber Andersdenkenden immer wieder auf die Titelseiten der Medien schafft, will wieder Präsident werden. Er ist eine Gefahr für die Demokratie.

Ein erfolgreicher Unternehmer, der ebenfalls nicht zimperlich ist, seine Vorstellungen von „freier Wirtschaft“ durchzudrücken, sucht in der Politik neue Herausforderungen. Er ist der Bruder im Geiste des Ex-Präsidenten. Und somit auch eine Gefahr für die Demokratie.

Beide eint, dass sie überzeugt sind, mit Geld die Welt regieren zu können. Während der eine sich von Kredit zu Kredit über Wasser hält, erwirbt der andere eine digitale Informationsplattform für einige zig-Milliarden Dollar, um so Meinungsmache und Politik zu betreiben. Irritierend für einen kritischen Beobachter von außen ist, dass auf dieser Plattform, die mal Twitter hieß und für seriösen Informations- und Meinungsaustausch stand, auch demokratische Regierungen und Politiker, auch aus Deutschland, (immer noch) kommunizieren. Musk und Trump sind dabei, uns ein X vor ein U vorzumachen. Die entsprechende Redewendung besagt, dass man täuscht und betrügt. Das müsste reichen, um statt X ein ? zu lesen und sich abzuwenden.

Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 20.08.2024

 

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