Kommunalpolitik Dorsten will mehr sein als nur Stadt an der Lippe

Dorsten will als Bürgerkommune wahrgenommen werden

Die Zeiten, dass ausschließlich von oben nach unten angeordnet wird, wo es langgeht, sind vorbei. Ob in der Partnerschaft, dem Berufsleben oder in der Politik. Autoritär war gestern. Heute sind Gleichberechtigung und Teamwork gefragt. Genau hier setzt seit einigen Jahren auch die Stadt Dorsten an, um die Verwaltung und den gewählten Stadtrat mit kostenlosem Bürgerwissen zu unterstützen. In der Vergangenheit wurden unterschiedliche Beteiligungsformate mit dem Ziel ausprobiert, mehr Einwohner der Stadt Dorsten zu motivieren, sich einzubringen. Heute zeigen sogenannte Stadtteilkkonferenzen in allen 11 Dorstener Stadtteilen, welcher Mehrwert an Wissen und Identifikation so gehoben werden kann. Dass es wegen zu großer Erwartungen immer auch zu Enttäuschungen kommt, soll nicht verschwiegen werden. „Jeden Tag ein bisschen besser werden“, so hat ein ehemaliger Fußball-Nationaltrainer seinen Übungsplan überschrieben. Das, was „aufm“ Platz gilt, ist ein passendes Leitziel für die gesamte Lippestadt mit ihren knapp 70.000 Einwohnern. Joachim Thiehoff, Leiter der Rathausabteilung für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport, ruft aktuell dazu auf, an neuen „Leitlinien für Bürgerbeteiligung“ mitzuwirken. Dazu können sich Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren um einen von zehn Plätzen in der neu aufzustellenden Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Politik und Bürgern bewerben. Die Plätze werden aus den eingegangenen Bewerbungen ausgelost. Geplant sind 10 Treffen zu jeweils max. 2,5 Stunden. Dorsten ist auf dem besten Weg, künftig auf allen Ortseingangsschildern den Zusatz BÜRGERKOMMUNE zu tragen. Weitere Informationen unter www.dorsten.de/leitlinienprozess

Rhader Empfehlung, sich um einen Platz in der Arbeitsgruppe zu bewerben

Veröffentlicht am 19.08.2024

 

Gesellschaft Gedankensplitter zum Wochenende

Politik war, ist und wird immer ein durch Machtmissbrauch, Korruption und Gewalt gefährdeter Bereich sein. Allerdings ist die Demokratie die Herrschaftsform, die diese Gefahren am ehesten einzudämmen bzw. zumindest Risiken zu mindern und extreme Auswüchse zu verhindern vermag. Es gibt aber in der Politik keine unbefleckte Empfängnis. Politisches Handeln ist oft eine Gratwanderung, bei der man -ohne moralischen Kompass - leicht den Halt verliert.

Friedhelm Fragemann *)

*) Friedhelm Fragemann (72) wurde im Jahr 1985 in den Rat der Stadt Dorsten gewählt. Nach der Kommunalwahl 1994 war er vom 31. Oktober 1994 bis zum 8. März 1995 als Nachfolger von Heinz Ritter Bürgermeister der Stadt Dorsten.

Quelle: Auszug Wikipedia

Veröffentlicht am 17.08.2024

 

Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten. Foto Stadt Dorsten. Kommunalpolitik Hat Dorsten Zukunft? (Teil 3 und Schluss)

Holger Lohse, technischer Beigeordneter, blickt optimistisch nach vorn

Einer der die Lippestadt an allen Ecken und Enden kennt, ist der technische Beigeordnete der Stadt Dorsten. Holger Lohses Aufgabengebiet ist äußerst anspruchsvoll. Alle Entscheidungen zur Zukunftssicherung Dorstens, die durch seine Hände gehen, sind nicht sofort vorzeigbar, weil mit längeren „Lieferzeiten“ verbunden. Das erfordert großen Erklärungs- und Überzeugungsbedarf. Wir haben Holger Lohse drei Fragen gestellt, dessen Antworten wir in dieser Woche in drei Teilen veröffentlichen werden. Heute Teil 3 und Schluss.

Frage: Die Dorstener Einwohnerzahl stagniert, bzw. sinkt leicht. Wäre (Einwohner)Wachstum eine gute Lösung? Wenn ja, an welchen Stadtentwicklungsschrauben müsste dann gedreht werden?

Holger Lohse: Hier handelt es sich um eine sehr komplexe stadtentwicklungspolitische Thematik. Um der Fragestellung angemessen zu begegnen, muss eine Vielzahl von Aspekten definiert, bewertet und gegeneinander abgewogen werden. Die Einwohnerzahlen sind in Dorsten seit vielen Jahren relativ stabil. Wir hatten einen deutlichen Anstieg von knapp 1000 Menschen und seit Ende Juni 2024 einen deutlichen Rückgang um 1000 Menschen, da die Landesunterkunft im Marienviertel mit fast 1000 Plätzen weggefallen ist. Einwohnerwachstum hat im Rahmen der gegebenen Regularien der Gemeindefinanzierung deutliche Vorteile. Darüber hinaus ist es für ein wachsendes Gemeinwesen einfacher, das soziale Leben zu sichern und zu fördern (Ausnutzung von Angeboten und Einrichtungen, Vielfalt der Aktivitäten, Innovationen). Die wirtschaftlichen Aspekte sind offenkundig, beispielsweise im Hinblick auf das Arbeitskräfteangebot, die Handelsnachfrage usw. Umgekehrt sind auch negative Effekte in den Blick zu nehmen. Eine Voraussetzung für Einwohnerzuwächse ist z.B. die vermehrte Ausweisung von Bauflächen „auf der grünen Wiese“ und/oder im Wege der Innenverdichtung. Beides ist nicht selten mit ökologischen Nachteilen verbunden und kann den Charakter des Landschafts- und Siedlungsraumes mindestens verändern, teilweise auch beeinträchtigen. Zusätzliche Einwohner bzw. Baugebiete führen zugleich auch zu einem steigenden Investitions- und Unterhaltungsaufwand mit Blick auf die technische und soziale Infrastruktur. Eine zügellose Ausweisung von Neubaugebieten in Dorsten hätte zudem einen Wegzug in anderen Städten zur Folge. Das würde am Ende die Regionalplanung nicht genehmigen. Somit eine theoretische Antwort, die aber praktisch in der Umsetzung nicht genehmigt werden würde. Den für Dorsten zu wählenden strategischen Ansatz bestimmt insgesamt der Rat der Stadt. Er bewegt sich dabei innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen der Landes- und Regionalplanung.

Wir danken Holger Lohse für seine offenen und informativen Antworten

Veröffentlicht am 16.08.2024

 

Allgemein Fahrradwege in Deutschland

Muss Dorsten in Sack und Asche gehen (radeln)?

Seit sich das Fahrrad vom normalen Fortbewegungsmittel zum Hitec-Fahrzeug entwickelt hat, wird nicht nur zum Bäcker geradelt, sondern sind Urlaubsreisen quer durch Deutschland und Europa keine Seltenheit mehr. Und wer so eine Reise gemacht hat, der kann etwas erzählen. Ein Urlaubskapitel gilt immer auch den Radwegen. Die erste Erkenntnis ist, dass zumindest in unserem Land, fast durchgängig Radwege zur Verfügung stehen, um von A nach B zu finden. In der Regel weisen auch gesonderte Schilder auf die Richtung hin und geben die Entfernung an. Neben Premium-Radstrecken, besonders auf stillgelegten Bahntrassen, trifft der Radler auch auf Pfade, die den Begriff Radweg nicht verdienen. Sie sind zu schmal und teils in schlechtem Oberflächen-Zustand. Besonders ärgerlich wird es immer dann, wenn Baumwurzeln den Belag heben oder unterirdisch querende Mäuse oder Maulwürfe die Fläche als Rinne absinken lassen. Ein entspanntes, sicheres und kontinuierliches Fahren ist dann unmöglich. Erstaunlich ist, dass die parallel verlaufende KFZ-Straße Schäden und Beeinträchtigungen dieser Art nicht kennt. Erstaunlich auch, dass innerörtlich, fast durchgängig in Deutschland, die Qualität der Radwege abnimmt. Kanten, wechselnder Belag, unklare Beschilderung und nicht selten falsch parkende KFZ. Alles das, was man quer durch Deutschland feststellt, trifft auch auf Dorsten und Rhade zu. Die dringend erforderliche Mobilitätswende wird nur gelingen, wenn nicht nur das Fahrrad technisch aufgerüstet wird. Deutschland, einschließlich Dorsten, muss in sichere und gute Radwege investieren. Nicht kleckern, klotzen ist erforderlich.

Erkenntnisse eines Rhader Radlers

Veröffentlicht am 15.08.2024

 

Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten. Foto: Stadt Dorsten Kommunalpolitik Hat Dorsten Zukunft? (Teil 2)

Holger Lohse, technischer Beigeordneter, blickt optimistisch nach vorn

Einer der die Lippestadt an allen Ecken und Enden kennt, ist der technische Beigeordnete der Stadt Dorsten. Holger Lohses Aufgabengebiet ist äußerst anspruchsvoll. Alle Entscheidungen zur Zukunftssicherung Dorstens, die durch seine Hände gehen, sind nicht sofort vorzeigbar, weil mit längeren „Lieferzeiten“ verbunden. Das erfordert großen Erklärungs- und Überzeugungsbedarf. Wir haben Holger Lohse drei Fragen gestellt, dessen Antworten wir in dieser Woche in drei Teilen veröffentlichen werden. Heute Teil 2.

Frage: Die Dorstener Verwaltung ist der größte Arbeitgeber in der Stadt. Trotzdem fehlt Fachpersonal, um alle Wünsche und Beschlüsse zeitnah umzusetzen. Wie kann eine Verbesserung für die Bevölkerung und das Rathauspersonal erreicht werden?

Holger Lohse: Diese Frage zielt ihrem Wesen nach auf den Bereich der Personalwirtschaft. In der Tat ist gerade im technischen Bereich die Marktlage sehr angespannt. Dafür besteht eine Reihe von Gründen, insbesondere der Effekt, dass kontinuierlich deutlich mehr Menschen aus dem Arbeitsleben ausscheiden als in dieses eintreten. Zu diesem Thema hatte sich in der Vergangenheit auch schon unser Bürgermeister Tobias Stockhoff geäußert, den ich hier gerne zitiere: „Wenn jedes Jahr 1.000.000 Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden, aber nur 700.000 Menschen nachkommen, dann spüren wir, dass der Demographische Wandel voll zuschlägt. Das spüren wir beispielsweise in Bus und Bahn, die aufgrund von Personalmangel ausfallen. Das spüren wir aber auch in der Medizin, Pflege, in unserem Lieblingsrestaurant, beim Handwerker und bei der Briefzustellung.“ Ich möchte ergänzen, dass die Stadt Dorsten zahlreiche Maßnahmen ergriffen hat, neue Wege in der Mitarbeiterakquise zu gehen, aktiver auf Interessentinnen und Interessenten zuzugehen und die Vorzüge als Arbeitgeber deutlich stärker herauszustellen. Beispiele sind die kreative Personal-Recruiting-Kampagne www.schluesselposition.de, die uns viel Aufmerksamkeit bringt, Angebote für Werkstudenten oder auch mobile Arbeit, Jobrad-Angebote usw. Trotz spürbarer Erfolge in diesem Bereich werden jedoch absehbar Einschränkungen bestehen bleiben. Verzögerungen aufgrund von Personalmangel und -fluktuation werden unvermeidbar sein. Wir müssen uns eingestehen, dass die Tischdecke „Personal“ an allen Ecken und Ende zu kurz ist. Wird die eine Seite attraktiver, fehlen noch mehr Leute auf der anderen Seite. Es gibt am Ende zu wenig Menschen, die noch arbeiten. Am Ende also auch ein gesamtstaatliches Problem, das für alle Branchen gelöst werden muss.

Wird am Freitag, 16.08.2024 fortgesetzt

Veröffentlicht am 14.08.2024

 

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