Gesellschaft Ist das Abwenden von Politik eine Lösung?

Ein Plädoyer für mehr Allgemeinbildung und gesellschaftspolitische Teilnahme

Zur Zeit blicken wir gebannt in die USA. Die Schüsse auf Trump zeigen eindringlich, wohin Hetze und persönliche Herabsetzung führen können. Warum lassen sich Massen so manipulieren, dass sie den politischen Kontrahenten die Pest, wenn nicht gar mehr an den Hals wünschen? Dass wir in Deutschland davor nicht gefeit sind, beweisen die menschenverachtenden, mörderischen Taten der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945. Obwohl unser Land als Heimstatt der klugen Menschen, also als das Land der Dichter und Denker galt, hat die Mehrzahl der Bevölkerung alles bisher Gelernte beiseite geschoben, um aktiv und passiv den Tätern den (gehobenen) Unterstützungsarm zu reichen. Nie wieder! Mit unserem Grundgesetz wurden vor 75 Jahren die Weichen so gestellt, dass im Mittelpunkt unseres Handelns die Menschenwürde steht. Und zwar uneingeschränkt. Mehr Demokratie wagen! Mehr (Allgemein)Bildung vermitteln! So will sich  Deutschland vor politischen Schaumschlägern und Lügnern schützen. Dass was scheinbar funktionierte, gerät aktuell in Schieflage. Die letzte Europawahl lässt den aufgeklärten Zeitgenossen zweifeln, ob das Bildungssystem, hier wie da, eine Schutzmauer vor demokratieverachtendem Populismus bietet. Diejenigen, die sich von der Tagespolitik angewidert abwenden, sind, vielleicht ungewollt, auch ein Teil des Problems. Statt gesellschaftspolitischer Passivität, ist das aktive Eintreten für Demokratie gefragt. Nie wieder ist nämlich jetzt!

Eine Rhader Meinung zum Wochenende

Veröffentlicht am 20.07.2024

 

Was in Raesfeld-Erle (und anderen Städten) geht, scheint in Dorsten ein Problem zu sein. Landespolitik NRW: Wenn Zusagen nicht eingehalten werden

Politikverdrossenheit wächst auch durch falsche Versprechungen

Keine Regierungserklärung ohne den Hinweis, jetzt den Radwegeausbau endlich zu forcieren. Immer verbunden mit im ersten Moment beeindruckenden Haushaltsmitteln, die entsprechend aufgestockt und bereitgestellt werden (sollen). Die schwarz-grüne Landesregierung macht da keine Ausnahme. Bereits mehrfach sind Absichtserklärungen dieser Art aus der Düsseldorfer Staatskanzlei „gestreut“ worden, um Versprechungen wie Verkehrswende, verbunden mit Klimaschutz, unters (Wähler)Volk zu bringen. Der aufmerksame Beobachter, besonders auch in Dorsten, sucht aber häufig vergebens nach Verbesserungen, die als leistungsfähiges Radwegenetz bezeichnet werden können. Dazu passt die Nachricht des zuständigen Verkehrsministeriums, dass von rund 87 Millionen Euro für gut 5 Jahre, nur 13 Millionen ausgegeben wurden. „Der Fortschritt ist eine Schnecke“, lautet ein Zitat von Günter Grass. Er könnte auch über der Regierungsmeldung des grünen Ministers stehen. Statt dessen wird wieder in den Topf mit vorgestanzten Absichtserklärungen gegriffen: „Mit mehreren eingeleiteten Maßnahmen soll das Tempo bei der Umsetzung nun deutlich gesteigert werden“, so eine Sprecherin des Ministeriums. Auch in der Lippestadt fristet die systematische Förderung des Radfahrens ein Schattendasein. Weder gibt es hier Fahrradstraßen, noch einen Beauftragten in der Verwaltung, der die Radwege-Fäden zu einem Netz knüpft. Dafür jede Menge Versprechungen, „morgen“ besser zu werden.

Rhader Zwischenruf auf Grundlage der Meldung in der Dorstener Zeitung am 28.06.2024 „Land nutzt Mittel für Radschnellwege nicht“.

Veröffentlicht am 19.07.2024

 

Gesellschaft Wir haben uns und etwas bewegt

2. Dorstener Benefizlauf verdient Bestnoten

Der Aufruf, 24 Stunden am Stück im Kreis zu laufen, mag auf den ersten Blick missverständlich sein. Wer aber das Motiv der Veranstalter kennt, nämlich so Spendengelder zu akquirieren, um denen zu helfen die eher auf der Schattenseite des Lebens stehen, wird mit Chapeau reagieren. Das Dorstener Unternehmerehepaar Heike und Thomas Hein hatte die Idee, fand Gleichgesinnte und Sponsoren und schritt 2023 erstmals zur Tat. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen und löste spontan das Versprechen aus, 2024 das Event zu wiederholen. Ein Rekordmeldergebnis, beste Stimmung unter den aktiven Sportlern, den vielen Unterstützern und die Aussicht, wieder großzügig helfen zu können, sind ein beeindruckendes Fazit. Im letzten Jahr konnten 25.000 (!) Euro einigen Hilfsorganisationen übergeben werden. In diesem Jahr sollen u. a. die Dorstener Lebenshilfe, der Tierschutzverein, der Hospiz-Freundeskreis und ein Kinder-Zirkusprojekt im Treffpunkt Altstadt gefördert werden. Alle, die sich bewegt haben, dürfen stolz sein, damit etwas zu bewegen. Damit sind neben den Sportlern, insbesondere die Veranstalter und die vielen Spender und Unterstützer, siehe Banner, gemeint. Die gute Nachricht zum Schluss: 2025 soll der 3. Dorstener 24-Stundenlauf gestartet werden. Chapeau! Unsere Versprechen lautet: Wir sind wieder dabei.

Zwei Rhader haben sich bewegt, um etwas zu bewegen

Veröffentlicht am 18.07.2024

 

Gesundheit Karl Lauerbach (SPD) - der Baustellenminister

Schlaglöcher müssen ausgebessert, neue Leitplanken eingezogen werden

Wer in der Politik etwas Grundlegendes bewegen will, muss ehrgeizig, sachkundig und durchsetzungsfähig sein. Karl Lauterbach, Gesundheitsminister, scheint seinen Traumjob gefunden zu haben. Er ist vom Fach und bereit, seit Jahren liegengebliebene Probleme aufzuarbeiten. Im Gesundheitssektor tummeln sich viele Akteure, die alle am finanziellen Riesenkuchen teilhaben wollen. Wer hier alte Zöpfe abschneiden will, trifft auf geballten Widerstand der Lobbyisten. Gestern Krankenhausreform, morgen Neuaufstellung der Pflege. Daneben Aufarbeitung der Coronapandemie und der kriminellen Maskenbeschaffung. Nun hat Karl Lauterbach sich aktuell den Unmut der Apotheker zugezogen. Zur Infrastruktur einer Stadt, eines Dorfes, gehören Apotheken. Wir in Rhade leiden unter diesem Vakuum. Um das Sterben der Fachgeschäfte aufzuhalten, stattdessen Neueröffnungen zu ermöglichen, hat er einen weitreichenden Reformvorschlag der Apothekerinnung vorgelegt. So soll jede bestehende Apotheke bis zu drei Filialen und zwei kleinere Zweigstellen betreiben dürfen. Dafür muss nicht, wie bisher vorgeschrieben, in jedem Geschäft ein ausgebildeter Apotheker als Verkäufer und Berater fungieren. Statt dessen besteht das Personal dort aus pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA). Bei schwierigen Beratungsfragen kann der Apotheker aus dem Hauptgeschäft während der Öffnungszeiten per Videoschalte unterstützend eingreifen. Klingt nachvollziehbar, wird aber (noch) abgelehnt. Die Apotheker-Vertretung setzt dagegen auf höhere Zuschüsse. Karl Lauterbach steht vor der nächsten Baustelle. Mit Flickschusterei gibt er sich nicht zufrieden. Der Gesundheitsminister verdient Unterstützung von unten.

Ein Rhader Plädoyer für eine Apothekenzweigstelle vor Ort

Veröffentlicht am 17.07.2024

 

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