Kommunalpolitik Dorsten: Große Koalition will geplanten Konverter-Standort verhindern

Stadtentwicklung darf nicht von Großkonzernen ausgehebelt werden

Altendorf-Ulfkotte hat es nicht leicht. Der südlichste Dorstener Stadtteil ist zwar ländlich geprägt, hat aber eine Nachbarschaft, die aus gewaltigen Industrieunternehmen besteht. Dennoch konnte man sich bisher arrangieren. Nun aber soll im Zuge der wichtigen Energiewende eine riesige Konverter-Anlage in Nähe der Wohnbebauung auf Dorstener Gebiet entstehen. Das bringt die Anlieger in Rage. Absolut verständlich. Insbesondere, weil das Betreiber-Unternehmen über eigene Flächen auf Gelsenkirchener Industriegelände verfügt. Die sollen aber wohl für spätere Entwicklungen vor-, sprich freigehalten werden. Das hat in der Verwaltung und im Stadtrat zu Protesten geführt, deren Adressaten die NRW-Landes- und Bundesregierung sind. Dort aber werden die Unternehmensplanungen deutlich höher gewertet, als die Dorstener Stadtentwicklungspolitik. CDU, SPD, Grüne und FDP, im Zusammenspiel mit der Verwaltung, werden nicht müde, dagegen anzukämpfen. Der so gebildeten großen Koalition ist zu wünschen, dass sie doch noch erfolgreich ist. Im Interesse der Anwohner Altendorf-Ulfkottes.

Rhader Solidaritätszeilen in Richtung Rathaus, Stadtrat und Altendorf-Ulfkotte

Veröffentlicht am 26.01.2024

 

Aufbruchstimmung in Dorsten. Die Friedensbewegung warb 1988/89 mit eigenen Zeitungen Gesellschaft „Marsch durch die Institutionen“

Wie aus Demonstrieren aktive demokratische Teilhabe wird - Ein persönlicher Aufruf

Als in den 1980er Jahren Schüler und Studenten auf die Straße gingen, um „aus den Talaren den Muff von tausend Jahren“ zu vertreiben, begann eine neue demokratische Zeitrechnung in Deutschland. Der Aufforderung des damaligen Sprechers der Studenten, Rudi Dutschke, den Marsch durch die Institutionen in Parteien und Verwaltungen anzutreten, folgten viele, besonders junge Menschen. Sie traten in demokratische Parteien ein, brachten frischen Wind und Aufbruchstimmung mit. So hat der unbewegliche Tanker Deutschland wieder Fahrt in Richtung Zukunft aufgenommen. Dass das bestens funktioniert hat, wird von allen Historikern bestätigt. Aus den „jungen Wilden“ wurden seriöse und verantwortungsvoll handelnde Politiker. Um die Jetztzeit, 50 Jahre später bildlich zu beschreiben, soll der folgende Liedtext* helfen: „Die weißen Tauben sind müde. Sie fliegen lange schon nicht mehr. Sie haben viel zu schwere Flügel; Und ihre Schnäbel sind längst leer“. Um kein neues gesellschaftspolitisches Vakuum zuzulassen und demokratiegefährliche Rechtsaußenparteien überflüssig zu machen, werden die „Jungtauben“, die heute auf allen Plätzen in riesiger Zahl gegen rechts und für Klimaschutz demonstrieren, aufgefordert, in dem heimischen Schlag der demokratischen Parteien zu landen. Nur so können wir unsere Demokratie verteidigen.

Dirk Hartwich

* Lied (Auszug) von Hans Hartz 1982   

Veröffentlicht am 25.01.2024

 

Bildung & Forschung Grubengas - mehr als ein Abfallprodukt

Wertvolle Energie im Dorstener Untergrund

Schwarzes Gold, so wird auch die Steinkohle genannt. Jahrzehntelang wurde der Dorstener Untergrund systematisch mit Schächten und Flözen erschlossen, um mit dem fossilen Energieträger Kohle zu machen. Dann machte billige Importkohle dem deutschen Bergbau zu schaffen, danach das kostengünstigere Öl, gefolgt vom Erdgas. Das Aus des heimischen Bergbaus ist aber besonders dem Klimaschutz geschuldet. Eine Energiewende ist zwingend, um nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Nun forschen Wissenschaftler, wie die Energielücke zwischen dem Jetzt und dem Morgen verantwortungsvoll geschlossen werden kann. Der stillgelegte Bergbau rückt daher auch in den Fokus. Bekannt ist, dass sich in den alten Abbaugebieten unter Tage  hochgiftiges Grubengas sammelt. Nun wird geprüft, ob ein sicheres Absaugen und Verbrennen möglich ist, um im nächsten Schritt, Strom und Wärme zu gewinnen. Wichtig ist, dass kein Fracking, also das gewaltsame Aufbrechen von Gestein durch Chemikalien geplant ist, so die Betreiberfirma Mingas-Power, eine Tochter von RWE. Neben dem Grubengas wird an anderen ehemaligen Zechenstandorten dem Grubenwasser die Wärme entzogen, in ein Fernwärmenetz eingespeist und abgekühlt wieder in den Untergrund geleitet. Spannende Entwicklungen, die in Dorsten forciert werden sollten, um die wichtige Energiewende lokal zu einem Erfolg zu verhelfen.

Eigener Bericht auf Grundlage des DZ-Berichts „Fürst Leopold … und der Grubengastest“ vom 8.1.2024

Veröffentlicht am 24.01.2024

 

Kommunalpolitik Bürgerbahnhof liegt am Johannes Rau-Platz

Dorsten eröffnet neuen Treffpunkt und ehrt SPD-Persönlichkeit

Der erste Eindruck ist entscheidend. So urteilt der Volksmund und liegt nicht immer falsch. Wer mit dem Zug in Dorsten ankommt und in der jahrelangen Dauerbaustelle herum irrt, urteilt schnell und treffend: Besonders willkommen fühlt man sich hier nicht. Das soll sich in Kürze komplett ändern. Dann nämlich, wenn das neue Eingangstor BÜRGERBAHNHOF alle Besucher in Erstaunen versetzt. Aus dem verwahrlosten 145 Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden  Bahnhofsgebäude, ist ein Schmuckstück mit gastronomischen Angebot geworden. Verantwortlich dafür: Die DORSTENER ARBEIT, die das Gebäude verwalten und als Qualifizierungsobjekt für den beruflichen Einstieg führen wird. Ohne ein ansprechendes Bahnhofsumfeld wird sich die verständliche Euphorie der Macher aber schnell in Enttäuschung verwandeln. Damit diese Entwicklung gar nicht erst eintritt, wurde „das Bahnhofsgebäude aus seiner Insellage befreit und die Innenstadt um die neu gewonnene Fläche erweitert. Der Bahnhof ist nun keine Randlage mehr, sondern rückt in die Mitte unserer Stadt“, so der Wortlaut der Pressemitteilung des Rathauses. Und die so beschriebene Fläche trägt dann den Namen JOHANNES RAU-PLATZ. Der langjährige NRW-Ministerpräsident und spätere Bundespräsident (1932-2006), war oft in der Lippestadt, unterstützte u. a. die Bergleute und das Projekt Jüdisches Museum. Er hat es verdient, so, auf Antrag der Sozialdemokraten, in dauerhafter Erinnerung zu bleiben. Die Einweihung des Bürgerbahnhofs mit Johannes Rau-Platz erfolgt am 23. Februar ab 10 Uhr.

Glückwunsch aus Rhade

Zitat Johannes Rau: "Die Zukunft ist offen, sie ist kein unentrinnbares Schicksal und kein Verhängnis. Sie kommt nicht einfach über uns, wir können sie gestalten. Mit dem, was wir tun und mit dem, was wir nicht tun."

Schlusssatz der Berliner Rede am 18.Mai 2001

Veröffentlicht am 23.01.2024

 

Gesellschaft Aufstehen gegen rechts - Es hat KLICK gemacht

Die schweigende Mehrheit ist aufgewacht

Dorsten. Am kommenden Freitag, am 26. Januar, wird der Marktplatz um 17.30 Uhr zur offenen Protestbühne in unserer Stadt. Das Bündnis „Dorsten gegen rechts“ ruft dazu auf, für unsere Demokratie aufzustehen. Für Demokratie zu demonstrieren, heißt parallel, gegen alle Feinde unserer freiheitlichen, demokratischen Grundordnung. Während die einen in Hinterzimmern geheime Szenarien zur Re-Migration entwerfen, versuchen andere, als Wolf im Schafspelz verkleidet, mit Falschmeldungen und Halbwahrheiten Wählerstimmen zu gewinnen. Und dass diese unheilvolle Doppelstrategie droht, erfolgreich zu sein, hat nun die sogenannte schweigende Mehrheit in unserem Land erkannt. Sie zeigt den Rechten die rote Karte und mischt sich ein. Unsere Demokratie muss verteidigt werden! Die Bitte an alle Leser dieses Textes lautet: dem Aufruf des Dorstener Bündnisses gegen rechts zu folgen und am kommenden Freitag ein Teil der wichtigen Protestbewegung gegen rechts zu werden und parallel für unsere demokratische Grundordnung zu werben. Unmissverständlich! Der am 2. Januar auf dieser Internetseite viel gelesene und kommentierte Text wird heute nochmals zur Argumentationsunterstützung eingestellt.

Veröffentlicht am 22.01.2024

 

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