Gesellschaft Jahrbuch 2024 - Wenn Dorstener Bürger zur Feder greifen

Ein Lesebuch der besonderen Art

Wenn ein Jahrbuch, bisher als Heimatkalender des Heimatbundes der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten bezeichnet, alljährlich neu erscheint, könnte Wiederholungsgefahr drohen. Das Gegenteil, in Form von aktuellen Texten, begleitenden Gedichten und faszinierenden Fotos, machen das Lesen zu einem besonderen Aha-Erlebnis. Alle Jahre wieder! Das, was hier so locker als Werbung beiseite gelegt werden könnte, sollte einem Praxistest unterzogen werden. Wenn rund 50 lokale Autoren zur Feder greifen, um berührende, spannende, informative und nachdenkliche Lesebeiträge zu Papier zu bringen, ist eine riesige Themenvielfalt gewährleistet. Und genau diese macht das Jahrbuch zu etwas Besonderem. Es ist sicherlich denen gegenüber ungerecht, deren Beiträge hier beispielhaft nicht genannt werden, wenn jetzt doch der Versuch einer sehr verkürzten Themennennung, zur Motivation alles zu lesen, unternommen wird. Wenn z. B. Bernhard von Blanckenburg seine jahrelange Beziehung zur „Hexenbuche am Besenkamp“ in eindrucksvollen Worten beschreibt, fühlen die Leser intensiv mit. Die jahrzehntelange verdrängte Dorstener jüdische Geschichte wird gleich in mehreren Beiträgen lebendig. Marion Ribles „Biografie katholischer Lehrerinnen im 19. Jahrhundert“ versetzt den Leser eindrucksvoll in eine gar nicht so lange zurückliegende Zeit und das vorherrschende gesellschaftliche Denken. Den hochinteressanten Blick in die KI-Zukunft wagt Michael Langenhorst. Auf eine visionäre Klimaschutz-Zeitreise nehmen uns Klaus Jaeger und Hans Kratz mit. Dabei befinden sie sich schon im Jahr 2050 und blättern in ihren persönlichen Jahrbüchern 2023 bis 2050. Herausgekommen ist eine mögliche Handlungsanweisung, die für Politiker aller Parteien Programm sein könnte. Hochaktuell! Diese kleine Zusammenfassung soll nicht enden, ohne Bertold Hanck besonders lobend zu erwähnen. Er bereichert und ergänzt die  exzellenten Portraitfotos des Kalendariums  von Jürgen Moers, seit Jahren mit passenden Gedichten alter und junger Poeten. Neugierig auf das ganze Jahrbuch geworden? Dann bitte für nur 10 (!) Euro erwerben und selbst auf eine besondere Leseschatzsuche gehen.

Dirk Hartwich   

Veröffentlicht am 24.11.2023

 

Bundespolitik Bundeshaushalt: Regierung blickt in den Abgrund

Unsere Zukunft steht auf dem Spiel

Gestern war die Welt noch in Ordnung. SPD, Grüne und FDP bildeten eine Koalition mit dem Vorsatz „Mehr Fortschritt wagen“. Dann warfen u. a. Corona, Ukraine-Krieg, weltweite Energiekrise, … alle guten Vorsätze über den Haufen. Um den Wirtschaftsstandort Deutschland, die Arbeitsplätze und das soziale Gleichgewicht unserer Gesellschaft zu retten, musste erheblich in die Zukunft investiert werden. Die Schuldenbremse, 2009 ins Grundgesetz aufgenommen, stellte sich aber als tonnenschwerer Klotz am Bein heraus. Um die „Kuh vom Eis“ zu bekommen, müssten die Koalitionäre nun eine feste Einheit bilden. Statt dessen gefällt sich die FDP in der Rolle des ewigen Besserwissers und Bremsers. Der öffentliche Eindruck ist verheerend. „Die Ampel streitet wieder“, so seit Monaten Überschriften in fast allen Medien. Ein Zerbrechen der Regierung gilt inzwischen nicht mehr als ganz unwahrscheinlich. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird seine Moderatorenrolle, um zwischen den „ungleichen Brüdern“ Grüne und Freidemokraten zu vermitteln, aufgeben müssen, um zu retten, was Deutschland gut tut. Sicher ist, dass die Opposition, sollte ihr das Regieren tatsächlich in den Schoß fallen, vor den gleichen unlösbaren Problemen steht, einerseits die schwarze Null als Monstranz vor sich herzutragen, andererseits Investitionen für den Wirtschaftsstandort Deutschland locker zu machen. Sicher ist auch, dass die entstandene Berliner Finanzmisere die Länder- und in der Folge auch die Kommunalhaushalte (Dorsten) negativ beeinflussen wird. Grund genug, sich als Regierungskoalition zusammenzuraufen. Im Interesse von Deutschland.

Rhader Außenbetrachtung

Veröffentlicht am 23.11.2023

 

Zustimmung des Bürgerforums für 5 Plakatkombinationen, die im Ort zum Nachdenken anregen sollen. Kommunalpolitik Bürgerforum Rhade - Es bewegt sich etwas

Viele Ideen für einen lebendigen Lebensmittelpunkt

Das Rhader Bürgerforum, ein freiwilliger Zusammenschluss von Bürgern für Bürger, tagt zweimal jährlich, um das zu präsentieren, was zwischendurch gedacht, geplant und umgesetzt wurde. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Auf vielen Gebieten bewegt sich etwas. Kultur, Dorfentwicklung, Zukunftspläne - die Bandbreite beeindruckte die Anwesenden. Den ehrenamtlichen Machern um den Sprecher Heribert Triptrap gebührt Lob und Anerkennung. Das Forum motiviert aber nicht nur zum Zuhören, sondern das Mitmachen steht im Mittelpunkt. Rhade könnte sich dann zur dörflichen Modellregion der Lippestadt und der umliegenden Gemeinden entwickeln. Eine Perspektive, die nicht verpasst werden sollte. Was momentan verbessert werden sollte, wird in loser Folge an dieser Stelle vorgestellt.

Eigener Bericht - Fortsetzung folgt

Veröffentlicht am 22.11.2023

 

Gruppenbild mit vielen Autoren des Jahrbuches 2024. Foto: Jürgen Moers Allgemein Buchtipp: Jahrbuch des Heimatbundes Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 2024

Beeindruckende Themenvielfalt fesselt beim Lesen

Bereits zum 83. Mal erscheint der Heimatkalender des oben genannten Heimatbundes und der Lippestadt. Erstmals als Jahrbuch gekennzeichnet. So sind mögliche Missverständnisse, nämlich „nur“ einen 12 Monatskalender zu erwerben, von vornherein ausgeschlossen. Die diesjährige Präsentation im Gemeinschaftshaus Wulfen wurde ebenfalls erstmals von Anke Klapsing-Reich vorgenommen. Ihr „Aufblättern“ des 290 Seiten (!) starken Buches vor großem Publikum, darunter vielen Autoren, wurde von begeistertem Applaus begleitet. Die Besucher selbst konnten durch Zuruf entscheiden, welcher Beitrag kurz und kurzweilig Erwähnung finden sollte. Anke Klapsing-Reich ließ kaum eine Geschichte unerwähnt, lobte besonders die Gedichte und auch die Fotos. Kurz: Die riesige Bandbreite an Themen im neuen Jahrbuch verdienen nicht nur gelesen zu werden, sondern sind darüberhinaus der beste Buchtipp für eine kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag, einem Jubiläum, oder für den Weihnachtstisch. Heute sollen diese Zeilen nur als erste Information dienen. In einigen Tagen erfolgt an gleicher Stelle eine inhaltliche Übersicht der Texte, für die rund 50 Autoren und Autorinnen verantwortlich zeichnen. Das Jahrbuch, auf Hochglanzpapier gedruckt, kostet weiterhin nur 10 Euro.

Dirk Hartwich (Fortsetzung folgt)

Veröffentlicht am 21.11.2023

 

Bundespolitik Ampelstörung - Gefangen in der Schuldenbremse

Gut gemeint, aber nicht praxistauglich

Die Weltwirtschaft lebt auf Pump. Nicht erst seit heute. Um in die Zukunft zu investieren, ist Kapital nötig. Der Staat erhebt dazu von seinen Bürgern Steuern. Da der Bedarf an Finanzmitteln in der Regel höher als die Steuer-Einnahmen sind, werden Kredite aufgenommen. Die Erwartung ist, dass nach erfolgten Investitionen das Bruttosozialprodukt des Landes steigt. In der Folge dann auch die Staatseinnahmen, mit denen die aufgenommenen (Kredit)Gelder „abgestottert“ werden. Also eine WIN-WIN-Situation für Staat, Bürger und Kreditgeber. Das verführt Politiker in allen Ländern bis heute dazu, die Risiken der Kreditaufnahme klein zu rechnen. Gut wäre, eine Grenze zu markieren, die die handelnden Regierungen nicht überschreiten dürfen, forderten wichtige Finanzexperten. Der Begriff Schuldenbremse war geboren. Unklar war nur, ab wann eine Grenzüberschreitung Folgen haben müsste. Damit es nicht nur bei gutgemeinten Absichtserklärungen blieb, wurde das Grundgesetz entsprechend aktualisiert. Was theoretisch logisch klingt, fällt im Praxistest sofort durch, wenn unerwartete Probleme auftauchen. Und vor diesen stehen wir. Corona, Kriegsgefahr, Energiewende, Digitalisierung, Industrieumbau, Infrastruktur-Stau, Klimakatastrophe, und, und, und. Die Schuldenbremse ist aber Gesetz. Um die nicht aufschiebbaren Probleme zu lösen, mussten (kreative) Lösungen gefunden werden. Die Begriffe „Schattenhaushalt“ und "Sondervermögen" waren plötzlich in der Welt und im Verfahren. Das hat aber das Bundesverfassungsgericht auf den Plan gerufen. Es (ver)urteilte die Regierung, das einzuhalten, was sie als Gesetz selbst festgeschrieben hat. Nun ist guter Rat teuer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die SPD-Forderung, die Schuldenbremse zeitlich begrenzt auszusetzen, ist zwar nachvollziehbar, ohne Mitwirken der Ampelpartner und der Opposition aber Illusion. Politik in der Sackgasse, so die fassungslose Beschreibung von außen.

Ein Zwischenruf eines Rhader Sozialdemokraten

Veröffentlicht am 20.11.2023

 

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