Bundespolitik Was macht eigentlich Karl Lauterbach?

Er ist mehr als ein Gesundheitsexperte. Karl Lauterbach ist Vollblutpolitiker und Sozialdemokrat aus tiefster Überzeugung. Gerne wäre er Gesundheitsminister geblieben. Das letzte Bundestagswahlergebnis hat ihm aber einen neuen Platz zugewiesen. Nicht als Hinterbänkler ohne Einfluss, aber als Fachmann auf neuem Terrain. Karl Lauterbach ist Vorsitzender des Forschungsausschusses im Bundestag. Während der Corona-Pandemie schien er jede wissenschaftliche Expertise bereits studiert zu haben, bevor sie den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat. Dabei nie überdreht und in der Lage, fachliche Zusammenhänge so zu erklären, dass sie auch von Nichtmedizinern verstanden werden konnten. Jetzt hat er sich genau so intensiv in das Forschungsthema Künstliche Intelligenz, kurz KI, eingearbeitet. Dazu reiste er in die USA und besuchte das Unternehmen OpenAI und diverse KI-Labore. Karl Lauterbach beschäftigt die Frage, die auch wir uns stellen: „Wo wird das enden? Was wird KI können?“. Seine Erkenntnis lässt sich in dem Satz zusammenfassen, dass das Gehirn ein Vorhersageinstrument ist, KI hingegen ein Zusammenhangsinstrument. Anders ausgedrückt: KI könne aus allen verfügbaren Daten einen Zusammenhang ermitteln, das Gehirn sei dabei besser im Verstehen von Gründen, also in Warum-Fragen. So vorbereitet wird uns Karl Lauterbach auch in Zukunft als kenntnisreicher SPD-Politiker erhalten bleiben. Das ist doch mal eine gute Nachricht.

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Wohin mit all der Energie“ vom 15.10.2026

Veröffentlicht am 21.10.2026

 

Kommunalpolitik Menschengemachter Klimawandel: Wie gelingt das Umdenken?

Von Barkenberg lernen - Die Stadt im Grünen. Gastkommentar von Dr. Hans-Udo Schneider (Teil 2)

Viel zu selten, im Gegensatz zu den entstandenen Naturschutzgebieten im Ruhrgebiet, ist allerdings die ökologische Ausrichtung unserer Städte und Gemeinden gelungen. Die Versäumnisse zeigen sich heute als Riesenproblem. Die Neue Stadt Wulfen steht für ein positives Beispiel. Es war der damals (Ende der 1960er bis Mitte der70er Jahre) weitgehend gelungene Versuch, Stadtbau und Ökologie miteinander in Einklang zu bringen. Beispielhaft sind das vom Auto getrennte Rad-Fußwegesystem, Kaltluftschneisen, Regenrückhaltebecken, Anpflanzung heimischer Gehölze, die Nutzung natürlicher Gegebenheiten für Spiel, Freizeit und Sport. Und auch der Wohnungsbau, die soziale Infrastruktur – spielten eine herausragende Rolle. Eine lebenswerte Stadt für alle Bürger sollte Barkenberg sein. Und das kam bei den Menschen an. Das große bürgerschaftliche Engagement war und ist dafür immer noch sichtbarer Ausdruck.
Nach der kommunalen Neugliederung 1975 galt das nicht mehr uneingeschränkt. Fortan stand die Neue Stadt in Konkurrenz zu den anderen Stadtteilen. Die ökologische Ausrichtung entsprach nicht dem damaligen Zeitgeist. Gepflegte Vorurteile, Fehlentscheidungen in der Belegung von Wohngruppen und der Privatisierungswahn im Sozialen Wohnungsbau führten zu erheblichen Verwerfungen. Die Kommunalwahlergebnisse der letzten Jahrzehnte sind dafür ein deutlicher Beleg.
Es ist an der Zeit, dass wir uns als Bürgerinnen und Bürger die wegweisenden Zielsetzungen der Neuen Stadt wieder bewusstmachen und die Gegenwart gestalten. Wenn die Stadt jetzt vor dem Hintergrund einer äußerst angespannten Haushaltslage über einen Maßnahmenkatalog nachdenkt, sollte sie die folgenden Themen auch im Blick haben:

- In Dorsten wachsen ca. 3000 Kinder in Armut auf und der Anteil der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen wächst.

- Der Wohnungsmarkt ist kein Markt wie jeder andere. Jeder Mensch braucht eine bezahlbare Wohnung. Die Stadt muss ein relevanter Akteur im Wohnungsmarkt werden.

- Das Ziel der Klimaneutralität steht auf der Tagesordnung jeder Kommune. Mit welchen Maßnahmen will Dorsten  das Ziel erreichen?

Veröffentlicht am 20.10.2026

 

Kommunalpolitik Der menschengemachte Klimawandel ist unaufhaltsam!

Gibt es noch Auswege? Gastkommentar von Dr. Hans-Udo Schneider (Teil 1)

Ozeane und Kontinente haben drei Probleme: Die Erwärmung, die Verschmutzung, der Raubbau. Jedes dieser Probleme ist für sich bedrohlich und kompliziert. Sie haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Wir Menschen haben sie verursacht. Daran zu zweifeln, ist Selbstbetrug.
Selbst, wenn wir total egoistisch wären, die Natur uns völlig egal, können wir nicht darüber hinwegsehen, dass sie für unsere Wirtschaft, die Ernährung, das soziale Zusammenleben überlebensnotwendig ist. Wir sprechen vom Klimawandel und seinen Folgen: Hitzetote, verheerende Waldbrände, Wassermangel, Dürre, Missernten, Anstieg des Meeresspiegels, Über-schwemmungen, grassierendes Artensterben.
All das ist seit Jahrzehnten bekannt. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 setzte sich die Welt das Ziel, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. Dazu wäre es notwendig, bis 2050 nicht mehr Kohlendioxid auszustoßen, als durch natürliche und technische Speicher aufgenommen werden kann. Ein sehr ambitioniertes Ziel. Die Aussichten sind jedoch düster.
Die Warnungen und Schreckensmeldungen der letzten 40 Jahre brachten keinen durchschlagenden Erfolg. Verbindliche Regelungen der Weltgemeinschaft gibt es nicht, scheitern an Eigeninteressen. Sind also Ängste, Verbote wenig geeignet, Menschen zu Verhaltensänderungen zu bewegen? Vieles spricht dafür.
Nachhaltiger sind Erfahrungen, wo sich neue Verhaltensweisen mit Lebensfreude verbinden. Es ist das Staunen über die Schönheit alles Lebendigen.  Konkret: Überall dort, wo Menschen der Natur, dem Meer Schutzgebiete zuweisen, zeigen sich erstaunliche Erfolge: die Artenvielfalt nimmt zu, das Binnenklima verändert sich, die Natur wird widerstandsfähiger. Wir hier im Ruhrgebiet können das bestaunen in Naturschutzgebieten, in der Renaturierung von Flüssen und Industriebrachen.

Wird morgen unter der Überschrift: Wie gelingt das Umdenken? - Was ist zu tun? Von Barkenberg lernen - Die Stadt im Grünen (Teil 2 und Schluss)

Veröffentlicht am 19.10.2026

 

Bundespolitik Sterben und (ver)erben - eine gesellschaftspolitische Endlosgeschichte

Nun soll das Bundesverfassungsgericht (wieder) eine Lösung finden

Nicht nur auf der politischen Bühne ist das Thema Erbschaft ein Dauerbrenner. Auch in den Familien steht nach einem Todesfall die Nachlassfrage auf der Tagesordnung. Die aktuelle gesetzliche Regelung ist relativ klar, aber heftig umstritten. Unstrittig ist, dass der Staat Erbschaften besteuert. Sie gelten als Einnahmen und werden vom Finanzamt entsprechend bewertet. Strittig ist nicht so sehr der Steuersatz, sondern die vielen unübersichtlichen Ausnahmeregelungen. Um die so entstandene Gerechtigkeitslücke zu schließen, hätten die Bundesregierungen der letzten Jahre eine „dauerhafte gerichtsfeste Entscheidung“ treffen müssen. Sie gaben aber dem Druck (einfluss)reicher Lobbyisten (wieder) nach und fanden nur einen Kompromiss, der ausschließlich denen, die haben, entgegenkam. Die Folge: Eine erneute Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Dort müssen unsere höchsten Richter urteilen, wie Erbschaften künftig gleichwertig zu besteuern sind. Egal, ob es sich um Betriebsvermögen, Aktiendepots, Immobilien oder „Omas Häuschen“ handelt. Das Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet. Erwartet wird ein neues Gesetz, das endlich verhindert, dass Reiche durch Erbschaften immer reicher werden. Ausnahmslos müssen alle in unserem Land gesellschaftspolitische Verantwortung tragen. Das Erbschaftsteuerrecht ist entsprechend zu reformieren. Recht und gerecht passen irgendwie zusammen.

Rhader Nachdenkzeilen zum Wochenende

Veröffentlicht am 17.10.2026

 

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SPD Sozial

 

"Wir können Städte planen und bauen - aber die Menschen bringen die Wärme"

Holger Lohse, Dorstener Stadtbaurat a. D. Im Interview mit der Dorstener Zeitung

 

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