Gesellschaft Holocaustgedenktag - Haben wir denn gar nichts gelernt?

Antisemitismusbeauftragte müssen unter Polizeischutz arbeiten

Heute gedenken wir der Opfer. Heute erinnern wir, dass das nationalsozialistische Deutschland zwischen 1933 und1945 u. a. über 6 Millionen Menschen mit jüdischer Herkunft bestialisch umgebracht hat. Heute denken wir an den Schwur, den wir danach geleistet haben: Nie wieder! Heute ziehen wir aber auch Bilanz, wo wir mit unserem Schwur aktuell stehen. Und die sieht verheerend aus. Der Antisemitismus in unserer Gesellschaft nimmt zu. Im Jahr 2024 wurden in unserem Land 8624 Vorfälle gemeldet. 24 pro Tag! Ein Anstieg um 77% gegenüber dem Vorjahr. Der Linken-Politiker Andreas Büttner, im Land Brandenburg als Antisemitismusbeauftrager tätig, entkam nur mit Glück einem Brandanschlag. „Was wir jetzt erleben, ist die Normalisierung des Judenhasses“, so seine bittere Erkenntnis. Andreas Büttner will trotz der latenten Bedrohung nicht aufgeben und sein Amt weiter ausführen. Andere Antisemitismusbeauftragte, wie Stefan Hensel in Hamburg, der ebenfalls wegen seines Engagements attackiert wurde, stieg aus und hält uns mit der Frage, ob es nicht eine Bankrotterklärung für eine freie Gesellschaft sei, wenn sie einen Antisemitismusbeauftragten braucht, den Spiegel vor. Heute besteht für alle Demokraten die Möglichkeit, ein persönliches Zeichen gegen Hass und Missgunst zu setzen. Tun wir es!

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Was wir jetzt erleben, ist die Normalisierung des Judenhasses“ vom 15.1.1026

Veröffentlicht am 27.01.2026

 

Gesellschaft Morgen: Holocaust-Gedenktag. Informationsveranstaltungen in Dorsten

„Wie konnte das geschehen?“, lautet der Titel des aktuellen Buches des Historikers und Schriftstellers Götz Aly. Genau diese Frage stellen sich am morgigen Holocaust-Gedenktag sicherlich auch viele Dorstener Bürger. Ein simples Beispiel der Meinungsmanipulation, dem Spiegel-Bestseller entnommen und für diesen Text örtlich angepasst, zeigt das Strickmuster der Nationalsozialisten, Neid und Hass zu sähen:
„Dorsten hat 70.000. Einwohner. 1% davon bekennt sich, jüdischen Glaubens zu sein. Gesucht wird ein Gerichtsvollzieher. Die Stelle wird öffentlich ausgeschrieben. Eingestellt wird der beste Bewerber. Dass er jüdischen Glaubens ist, wurde weder abgefragt noch war es ein Einstellungskriterium. Nun wird von der NSDAP verbreitet, dass das Gerichtsvollzieheramt zu 100% in jüdische Hand geraten ist.“
Was mit schlichter Meinungsmanipulation begann, endete in einer weltweiten Katastrophe. Dorsten war keine Ausnahme, sondern ein Mosaikstein der NSDAP. Auf drei Veranstaltungen kann morgen der Opfer gedacht werden und unser Schwur, nach dem Krieg im Mai 1945 ausgesprochen, wiederholt werden: Nie wieder!

  • Gedenk-Spaziergang ab 11 Uhr vom Platz vor den Mercaden durch die Innenstadt zum Bahnhof Dorsten. An jeder Station tragen Schülerinnen und Schüler selbst erarbeitete Texte vor.
  • Um 17 Uhr lädt die SPD ein, sich in Wulfen vor der Gedenktafel an der Sparkasse Vest mit Dr. Hans-Udo Schneider an das Unrecht der Nazi-Zeit zu erinnern.
  • Zeitgleich bietet die Stadtagentur einen Stadtrundgang „Auf den Spuren der jüdischen Geschichte“ an. Treffpunkt: Jüdisches Museum.

Veröffentlicht am 26.01.2026

 

Gesellschaft Putin und die fatale Fehleinschätzung des Westens (und der SPD)

Für Sie gelesen: „Das Versagen“ - von Katja Gloger und Georg Mascolo

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Putin nur durch Kränkung des Westens zum Außenseiter der Weltpolitik und zum Kriegstreiber mutierte. Eine gravierende Fehleinschätzung. Auf 500 Seiten, davon 100 mit faktenbasierten Anmerkungen, rechnet das vielfach ausgezeichnete o. g. Autorenehepaar gnadenlos mit allen sogenannten Russland- und Putin-Verstehern ab. Akribisch zeichnet es die fatale Persönlichkeitsentwicklung des Wladimir Putins vom unscheinbaren russischen Geheimdienstoffizier in Dresden bis zum heute mörderisch agierenden Diktator im Kreml auf. Nachdem Präsident Boris Jelzin ihn 1999 völlig überraschend zu seinem Nachfolger ernannt hat, baute der allseits unterschätzte Putin systematisch ein tragfähiges Netzwerk aus loyalen Unterstützern auf, das bis heute trägt. Seine unberechenbare Radikalisierung geschah während der Corona-Isolation, so hat es Angela Merkel empfunden. Über Monate entzog sich Putin allen direkten Gesprächsangeboten. Parallel bastelte er an seiner eigenen Erzählung und Geschichtsschreibung. Danach hat sein Vorvorgänger Gorbatschow das sowjetische Reich verraten und er sei quasi dazu auserwählt, es in alter Größe und Stärke wiederherzustellen. Anfangs benötigte er den Westen, und hier besonders Deutschland, um u. a.  mit lukrativen Energiegeschäften Russland wirtschaftlich aufzubauen und militärisch aufzurüsten. Voraussetzungen, um in der Folge die Ukraine völkerrechtswidrig anzugreifen und alle Widersacher zu eliminieren. Die Autoren, mit direktem Zugang zu vielen Spitzenpolitikern und Diplomaten, sowie zu noch unter Verschluss stehendem Archivmaterial, beweisen eindeutig, dass die vielen Fehleinschätzungen des Westens mitverantwortlich sind, Wladimir Putins mörderischen Aufstieg ermöglicht zu haben. Das wichtige (Geschichts)Buch ist im Ullstein-Verlag erschienen.

Für Sie gelesen: Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 24.01.2026

 

Gesundheit Sparmaßnahmen im Dorstener Krankenhaus

Bestätigung durch die Hintertür

Als am 9. Januar auf dieser Internetseite aufgezeigt wurde, dass die Pressemeldung über den Fortbestand der Kardiologie und anderer Fachabteilungen nicht ganz den Tatsachen entspricht, gab es Nachfragen aus dem kommunalpolitischen Raum. Wer aber die Verlautbarungen des Krankenhausbetreibers KERN genau gelesen hat, konnte bereits erkennen, dass mit wortreichen Umschreibungen die Sparmaßnahme am Dorstener St. Elisabeth-Krankenhaus nur durch den Krankenhausverbund mit anderen Standorten, u. a. Marl, ausgeglichen werden kann. Also ein Verlust wichtiger örtlicher Fachabteilungen beschlossen wurde. Es ist der Rhader Allgemeinmediziner Dr. Friedrich-Carl Heine, der nun in einer persönlichen, von der Dorstener Zeitung veröffentlichten Stellungnahme, genau auf diesen Sachverhalt hinwies. Dieser wurde auf Nachfrage der Zeitungsredaktion dann auch vollumfänglich bestätigt. Festzuhalten ist, dass die medizinische kardiologische Notfallversorgung in Dorsten zwar eingeschränkt gewährleistet ist, aber mit den „Rettungs-Erfolgsmeldungen“, u. a. aus dem Rathaus, nicht 1:1 in Übereinstimmung zu bringen sind. Fazit: Die explodierenden Kosten des Gesundheitssektors werden zu weiteren Einschränkungen der ortsnahen Versorgung im Krankheitsfall führen, sind sich nicht nur Finanzexperten in der Politik sicher. Es ist an der Zeit, dass absolute Offenheit über die Lage des Gesundheitswesens die Oberhand öffentlicher Verlautbarungen gewinnt, anstatt mit Beschwichtigungen zu operieren.

Rhader Nachdenkzeilen            

Veröffentlicht am 23.01.2026

 

Gesellschaft Erinnerung an Hans-Willy Niemeyer (1946 - 2025)

Vor einem Jahr starb der langjährige Vorsitzende der Rhader und Dorstener SPD. Die Lücke, die er hinterlassen hat, ist allen Sozialdemokraten gegenwärtig. Im Nachruf, der im Namen der Rhader und Dorstener Freunde der Sozialdemokratie veröffentlicht wurde, heißt es dazu passend nach Bertold Brecht:

„Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang. Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich.“

Hans Willy Niemeyer hat sich ein Leben lang für soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Ein Vorbild für die SPD und unsere gesamte Gesellschaft. Unser Versprechen lautet: Wir werden uns im Sinne von Hans-Willy Niemeyer weiter engagieren.

Veröffentlicht am 22.01.2026

 

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SPD Sozial

„Es gibt immer Licht.
Wenn wir mutig genug sind, es zu sehen. 
Wenn wir mutig genug sind, es zu sein.“

Amanda Gorman
Amerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin

 

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