Allgemein Gerhard Schröder als Vermittler sofort ablehnen?

Reflexhafte Reaktion kann auch als verpasster Einstieg in Friedensverhandlungen gewertet werden

Dass Gerhard Schröder, Sozialdemokrat und Ex-Kanzler und der russische Diktator Putin Freunde sind, verstört und irritiert nach wie vor viele Menschen in unserem Land und darüberhinaus. Schröder (82) lebt seitdem relativ isoliert, ein gefragter Elder Statesman ist er nie geworden. Hier und da mal ein Interview, dessen Tenor sich aber nie geändert hat. Er räumt zwar ein, dass Putins Krieg gegen die Ukraine völkerrechtswidrig ist, hält aber die andauernde Isolation Russlands für einen Fehler. Wahr ist aber auch, dass alle Versuche westlicher Politiker, den Gesprächsfaden mit Putin nicht abreißen zu lassen, brüsk verweigert wurden. Unvergessen die riesige Tisch-Distanz beim letzten persönlichen Gespräch zwischen Putin und Kanzler Olaf Scholz (SPD) in Moskau. Putins Motiv so arrogant aufzutreten, war seinem Glauben geschuldet, die „Spezialoperation Ukraine“, so nebenher gewinnen zu können. Eine Fehleinschätzung. Nun hat Putin angedeutet, dass ein Ende des Konflikts möglich sei. Er hat dazu vorgeschlagen, Europa möge Gerhard Schröder als Vermittler zwischen seinem Land und der Ukraine akzeptieren. Die schnelle Ablehnung der EU, man lasse sich nicht diktieren, wer als Vermittler infrage kommt, will nicht richtig einleuchten. Müsste nicht jede Gelegenheit genutzt werden, um den Einstieg in den Ausstieg des Krieges einzuleiten?

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 14.05.2026

 

Gesellschaft Revitalisierung oder Exitus?

Die Existenzkrise der SPD (4) - Gastbeitrag Friedhelm Fragemann

Kontraproduktiv hinsichtlich des Bemühens um Stabilisierung und Revitalisierung der schwindsüchtigen SPD war auch die Tatsache, dass statt Bearbeitung existenzieller Probleme in der Partei auch Themen hochgepuscht wurden, die sich eher an den Interessen teilweise skurriler Splittergruppen orientieren. Ein schlagendes Beispiel dafür ist die Aussage im Entwurf des Regierungsprogramms der NRW-SPD zur Landtagswahl 2022, NRW solle „eine bevorzugte Destination der LGBTQ-Community werden“ (was soll das?) und man werde „auf eine geschlechtergerechte und geschlechterneutrale Sprache im Land und in den Kommunen achten“ (1. nicht durchsetzbar und bloße Absichtserklärung, allerdings mit Zensurcharakter; 2. ein Integrationshemmnis ersten Ranges). Ein Paradebeispiel ist auch das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz, nach dessen Maßgabe auch Jugendliche ihre Zugehörigkeit und Sexualität selbst bestimmen sollen und gemäß dem man jährlich sein Geschlecht wechseln könnte.
Dieser Hype um die Gender-Ideologie war und ist sicher nicht hilfreich, sondern irritierend für die allermeisten Bürgerinnen und Bürger und ein gefundenes Fressen für die AfD. Er fördert nicht den notwendigen gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern hat eher spaltenden Charakter, ebenso wie die neueste Kapriole der Berliner Jusos, welche die Zivilehe als vermeintliches patriarchalisches Unterdrückungsinstrument durch „Verantwortungsgemeinschaften“ ersetzen wollen, damit Menschen „anders – verwandtschafts-, gender- und anzahlunabhängig Verantwortung füreinander übernehmen können.“
Von zentraler Bedeutung für den Sinkflug der SPD sind auch die Sonntagsreden bezüglich Großthemen wie die Frage der Steuergerechtigkeit bzw. der Einkommens- und Vermögensverteilung. Schon jahrzehntelang stehen Vermögens- und Erbschaftssteuer im Fokus, war die Einführung - im erstgenannten Fall die Wiedereinführung - fester Bestandteil des SPD-Regierungsprogramms. Trotz mehrfacher Regierungsbeteiligung der Sozialdemokratie ist allerdings diesbezüglich nichts passiert. Auch das zu frühe Greifen des Spitzensteuersatzes wird seit Jahrzehnten diskutiert, aber nicht ernsthaft angegangen. Und bezüglich der Reformen zur Sicherung der Sozialsysteme (Krankenversicherung, Rente, Pflege) sind jetzt immerhin erste Ansätze erkennbar, die allerdings im Koalitionsgerangel schon wieder zerrieben zu werden drohen. Allzu schnell und geradezu reflexhaft werden Vorschläge wechselseitig als unzumutbar, inakzeptabel und unrealistisch zurückgewiesen.
Im Hinblick auf die notwendige Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit der Sozialsysteme ist leider festzustellen, dass es den Mandatsträgern der SPD auch schlicht und einfach am Mut fehlte, rechtzeitig über den vollen Umfang - die Dimension - notwendiger Maßnahmen und Reformen aufzuklären.

(Wird fortgesetzt - Teil 1 wurde am 4.4., Teil 2 am 18.4.2026, Teil 3 am  28.4. veröffentlicht und kann hier weiter nachgelesen werden)

*Friedhelm Fragemann fungierte viele Jahre als Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Dorsten. 2024 erhielt er für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz. Sein Beitrag, mehrere Teile umfassend, ist von der Sorge über den momentanen Zustand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands geprägt und als persönliche Meinung zu werten. Sie, in Teilen mit provokantem Unterton, soll motivieren, einen offenen, nicht verletzenden Meinungsaustausch auf dieser Internetseite zu beginnen. Weitere Gastbeiträge, die diesen Aspekt berücksichtigen, sind über die E-Mail-Adresse dirk.hartwich@t-online.de einzureichen.

Veröffentlicht am 13.05.2026

 

Gesellschaft Politik ist Gemeinschaftsaufgabe

Der kritische Blick nur auf Parteien ist ein gravierender Fehler

Werfen wir einen Blick in unser Grundgesetz. Im Artikel 21 heißt es im ersten Satz: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ Das heißt, dass die demokratischen Parteien eine wesentliche Verantwortung für das Funktionieren unserer Demokratie tragen. Das heißt aber auch, dass es weitere Akteure geben muss, um für unsere Gesellschaft Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zu gewährleisten. Wesentliche Garanten für eine Koalition aller Demokraten waren, neben den Parteien, immer auch unsere Kirchen und Gewerkschaften. Hier und da fehlende Persönlichkeiten, hausgemachte Fehler und Skandale, schrumpfende Mitgliederzahlen, Abnahme der Akzeptanz und des gesellschaftspolitischen Einflusses, so die grobe Zusammenfassung. Neben den genannten Verlierern gibt es aber auch Gewinner. Sie haben auf alle Fragen schnelle Antworten parat, nehmen es mit der Wahrheit nicht genau, halten die Demokratie für überholt, tragen keine Verantwortung, grenzen gerne Andersdenkende aus und versprechen jedem das „Blaue vom Himmel“. Farblich passend ihr Parteilogo. Um aus unserer Depression herauszukommen und Antidemokraten in die Schranken zu weisen, müssen wir neu lernen, dass Politik eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Gemeinschaft sind Du und ich. So wie es im GG Artikel 21 steht. Nach der wichtigen Analyse der Krise muss nun der Startschuss zum Aufbruch von uns allen gehört werden.

Rhader Appell 

Veröffentlicht am 12.05.2026

 

Dirk Groß, SPD-Fraktionssprecher und Vorsitzender des Schulausschusses wird Thematik öffentlich behandeln. Schule und Bildung Die Grundschullandschaft ändert sich

Ist Dorsten entsprechend vorbereitet? - SPD-Fraktion stellt Fragen

Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt ein Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Die Dorstener Verwaltung hat diese verbindliche Vorgabe zwar auf „dem Schirm“, ob sie aber bis ins letzte Detail wirklich vorbereitet ist, will die SPD im Stadtrat Dorsten wissen. Eine entsprechende Anfrage ist inzwischen im Rathaus angekommen.

  • Stehen nach aktuellem Stand für das kommende Schuljahr an allen Dorstener Grundschulen ausreichend Plätze in der Offenen Ganztagsschule (OGS) sowie in der Übermittagsbetreuung (ÜMI) zur Verfügung?
  • Ist aus Sicht der Verwaltung absehbar, dass Kinder, die bislang einen gesicherten OGS- oder ÜMI-Platz hatten, diesen künftig im Rahmen eines Los- oder Auswahlverfahrens verlieren könnten?
  • Welche konkreten Erkenntnisse hat die Verwaltung nach dem ersten Anmeldelauf, insbesondere mit Blick auf den künftig geltenden Rechtsanspruch, über einen zusätzlichen Handlungsbedarf gewonnen?

Die Sozialdemokraten wollen sich aber nicht mit einer allgemeinen Antwort zufrieden geben, sondern fordern eine „schulscharfe“ Aussage, um allen Eltern mit Kindern im Grundschulalter Planungssicherheit zu geben.

Eigener Bericht auf Grundlage einer Pressemitteilung der SPD-Fraktion im Dorstener Stadtrat

Veröffentlicht am 11.05.2026

 

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„Es ist hundertmal leichter den Faschismus von der Macht fernzuhalten, als ihn aus der Macht zu verdrängen.“

Der Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid (1874 - 1944) musste vor den Nazis fliehen und starb im KZ Buchenwald

 

 

 

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