Allgemein Alle Jahre wieder - Was macht Rhade?

Ein Kontrollbesuch

Die gute Nachricht zuerst. Rhade hat sich gemacht. Größer, stärker geworden und aufgeblüht. Die Rede ist aber nicht vom gleichnamigen Dorf im nördlichen Dorsten, sondern von unserem Partnerbaum, den wir im Bürgerpark Maria-Lindenhof, auch bekannt als Stadtkrone-Park, vor einigen Jahren gepflanzt haben. Er soll die Verbundenheit mit der Lippestadt ausdrücken, die Rhade seit 1975 dem Dorstener Zentrum gewährt. Lobend muss auch erwähnt werden, dass nun Rhade richtig geschrieben wurde. Unser mehrfacher Hinweis, dass die stützende Baumsteele den falschen Schriftzug RAHDE zierte, wurde in RHADE geändert. Der Fortschritt ist nun auch optisch sichtbar. Nun steht der jährliche Kontrollbesuch beim Dorsten-Baum in Rhade an. Trägt er Blüten? Ist er gewachsen? Signalisiert der Austrieb eine gute Ernte? Wer im Text auch Symbolik der Dorfentwicklung herausliest, liegt wie immer nicht ganz falsch.

Fortsetzung folgt.

Veröffentlicht am 28.04.2023

 

Bundespolitik Politik von unten nach oben

Ein Brief aus Rhade erreicht Berlin

„Die da oben machen sowieso nur was sie wollen“, so ein gängiges Vorurteil „da unten“  gegenüber der Bundespolitik und ihren handelnden Akteuren. Die Rhader Sozialdemokraten engagieren sich seit über 50 Jahren vor Ort, um das Gegenteil zu beweisen. Sie schreiben den Abgeordneten ins Stammbuch, dass sie eine Bringschuld den Wählern gegenüber haben und „dem Volk auf Maul schauen müssen“. Willy Brandt hat uns aufgefordert mehr Demokratie zu wagen. Wir bitten die Regierung nun inständig, mehr Diplomatie zu wagen, um die weltweiten Konflikte nicht völlig eskalieren zu lassen. Der folgende Brief eines Rhader Sozialdemokraten an den Vorsitzenden der großen SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, hat Berlin erreicht. Im Wortlaut: „… ich bitte herzlich und nachdrücklich um: „Mehr Diplomatie wagen“. Die öffentlichen und lauten Aussagen der Außenministerin gegenüber den Schurkenstaaten sind moralisch nachzuvollziehen, sie lassen aber, von außen betrachtet, überhaupt keinen Raum für aufbauende Verständigung. Wenn der chinesische Außenminister im Rahmen einer Pressekonferenz seiner deutschen Amtskollegin entgegenhält, keinen westlichen Lehrmeister zu benötigen, ist das berechtigter Klartext von der anderen Seite. Mehr Sprachlosigkeit geht nicht. Ich bitte, dem sozialdemokratischen Denken mehr Stimme zu verleihen. Mit freundlichen Grüßen aus Rhade …“. Die Antwort steht noch aus. Wir berichten weiter.

Veröffentlicht am 27.04.2023

 

Allgemein Als das Carola Martius-Haus bebte

Begeisterndes Konzert von Uta Wiedersprecher & Band

Am frühen Sonntagabend füllte sich das Carola Martius-Haus (CMH) bis auf den letzten Platz. Der Förderverein der ev. Kirche in Rhade hatte zum Konzert mit einer außergewöhnlichen Sängerin und einer fulminanten Begleitband eingeladen. Rockige Gospelsongs, fetzige Jazztitel, einfühlsame Balladen - die Erwartungshaltung der Besucher kann mit Neugierde am besten beschrieben werden. Und diese wurde nicht nur nicht enttäuscht, sondern wechselte in absolute Begeisterung. Die Präsenz der Sängerin, ihre Stimme, die Gitarristen mit ihren Solo-Riffs, der Schlagzeuger, der seinen ganzen Körper als Rhythmusgeber einsetzte, der Keyborder als Tastenkünstler und eine junge Backroundsängerin, die mit ihrem Solo Beifallsstürme der Zuhörer auslöste. Kurz, ein Konzert der Extraklasse. Beeindruckend auch die Akustik im CMH. Ob harte Rockklänge mit wummernden Bässen oder leise Gesangsstücke, die Musik ging in die Beine der Besucher, die nach fast 3 Stunden mit Standing ovation für ein außergewöhnliches Konzert den 6 Musikern dankten. Dem Förderverein mit Christian Löer ist etwas Besonderes gelungen. Kultur ist Lebensmittel und Rhade kann (noch) mehr davon gebrauchen.

Veröffentlicht am 26.04.2023

 

Allgemein Nach über 50 Jahren: Rhader Sozialdemokraten haben Treffpunkt verloren

Schließung des Gasthauses Pierick - ein Verlust

Als 1969 der SPD-Ortsverein Rhade gegründet wurde, trafen sich die Initiatoren im Gasthaus Pierick. Seit diesem Zeitpunkt wurde dort, unter dem Logo der Rhader SPD, diskutiert, gefeiert und für eine gerechtere Stadt und Welt geworben. Bernhard und „Guste“ Pierick waren perfekte Gastgeber, die den örtlichen Sozis immer das Gefühl vermittelten, willkommen zu sein. Als Sohn Gerd das Zepter übernahm, lebte diese Tradition ohne jegliche Einschränkung fort. Nun musste er das Gasthaus schließen. Ein bitterer Moment für die Familie und unser Dorf. Aber auch eine Selbstverständlichkeit der Rhader SPD, sich beim Unternehmen „Gasthaus Pierick“ zu bedanken. Zu bedanken für die jahrzehntelange (Gast)Freundschaft. Wir erinnern dabei an monatliche Treffen, Parteitage, Feste und große Bürgerversammlungen. Unvergessen bleibt die spontane Reaktion von Bernhard, als Anfang der 70er Jahre erstmals, noch im kleinen Saal, eine Gruppenarbeit an mehreren Tischen versucht wurde. „Habt ihr euch gestritten?“, so der Gastwirt zu dem ungewohnten Bild. Oder später, als im großen Saal Tanzunterricht parallel zu unserer Mitgliederversammlung stattfand. Auf eine vorgetragene These, wie die SPD-Linie lauten müsste, war die unerwartete Antwort des Tanzlehrers durch die geschlossene Saaltür zu hören: „Vor, vor, zurück, Wechselschritt“. Das passte bestens. Nun stehen wir vor der verschlossenen Tür, hängen unseren positiven Erinnerungen nach und sagen DANKE.

Veröffentlicht am 25.04.2023

 

Bild und Foto privat Gesellschaft Für Sie - am gestrigen Welttag des Buches - gelesen:

„Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen“

Navid Kermani ist in mehrfacher Hinsicht ein ausgezeichneter Schriftsteller, der auch schon einmal als möglicher Bundespräsident im Gespräch war. Der Titel seines neuesten Buches elektrisiert. „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen“ - eine islamische Weisheit aus dem 11. Jahrhundert, die zwar alt an Jahren, aber zeitlos jung ist. Sie könnte heute auf allen Ebenen als gesellschaftspolitische Zielsetzung Verwendung finden, ohne missverstanden zu werden. Das Buch ist streng genommen ein religiöser Führer durch den Islam und alle bekannten Glaubensrichtungen. Im fiktiven Gespräch mit seiner 12jährigen Tochter erklärt Navid Kermani den Koran, vergleicht wichtige Passagen mit der Bibel, der Thora und den fernöstlichen heiligen Schriften. Seine Ausflüge in die Naturwissenschaften ergänzen das Mystische des Glaubens nachvollziehbar und verständlich. Dabei räumt er mit vielen Vorurteilen auf, wirbt für Toleranz und Menschenliebe. Sein Ringen mit dem Glauben ist an Offenheit und Ehrlichkeit nicht zu überbieten. Seine Ausführungen zwingen den Leser, wenn er sich darauf einlässt, sich selbst zu prüfen. Glaube ich an Gott? Habe ich mir überhaupt schon einmal ernsthaft diese Frage gestellt? Spannend, die Gedanken des Autors nicht nur zu lesen, sondern persönlich weiterzuentwickeln.

Dirk Hartwich

Navid Kermani: Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen, Hanser Verlag, 238 Seiten, gebundene Ausgabe 22 Euro

Veröffentlicht am 24.04.2023

 

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