Es war einmal ein sogenanntes stehendes Gewässer inmitten unserer Stadt. Drei unterirdische kleine Quellen versorgten ihn so, dass der Wasserspiegel einigermaßen stabil war. Vor 50 Jahren schrumpfte er aber zusehends. Erschrocken beratschlagten die Macher der Stadt, wie das mögliche Trockenfallen des Binnensees aufzuhalten wäre. Neidisch blickten sie auf äußere Quellen in Rhade, Lembeck, Wulfen, Deuten und Altendorf-Ulfkotte. Wenn wir diese anzapfen würden, wäre uns geholfen, so ihre Überlegung. Tatsächlich gelang es ihnen, mit großen Versprechungen, das frische Quellwasser von außen durch regulierte Zuflüsse in die Innenstadt zu leiten. Während hier die Freude über den Deal sehr groß war, hielt sie sich dort in engen Grenzen. Als immer klarer wurde, dass die vertraglich zugesicherten Versprechungen nur halbherzig bis gar nicht eingehalten wurden, machte sich Unmut in den Quellgebieten breit. Frisches Wasser ja, aber den Besitz teilen - nein, so die unmissverständliche Antwort. Als dann noch von innen nach außen, also von der Altstadt, Holsterhausen und Hervest gerufen wurde, „AHoHe, das ist unser See“, reichte es den Quellbesitzern. Sie drosselten den Zufluss so stark, dass der Innenstadtsee immer mehr Wasser verlor, dann umkippte und trocken fiel. Wer aber immer noch glaubt, dass es bei dieser Geschichte Gewinner gibt, hat gar nichts verstanden.
Eine Rhader Wochenend-Geschichte zum 50. Jahrestag der kommunalen Neuordnung
Veröffentlicht am 22.04.2023
Das Problem stinkt gewaltig nicht nur zum Himmel, sondern auch an Rhader Schuhen
Wer ist noch nicht in einen Haufen Hundekot, der illegal auf dem Gehweg hinterlassen wurde, getreten? Wer hat sich noch nicht danach über die Säuberung seiner erbärmlich stinkenden Schuhe geärgert? Na bitte. Keiner der Leser dieser Zeilen. Es ist einfach nicht in die Köpfe einiger Hundehalter reinzukriegen, dass sie allein verantwortlich sind, die stinkende Hinterlassenschaft ihres vierbeinigen Freundes vorschriftsmäßig zu entsorgen. Er, der Hund, pardon, natürlich auch die Hündin, sind nicht in der Lage direkt in einen Beutel zu koten und ihn in aufgestellte städtische Behälter zu werfen. Das Ordnungsamt versucht alles, um die Hundehalter artgerecht zu erziehen. Das klappt überwiegend. Wer aber aktuell den roten „Hundekacke-Abfallbehälter“ im Kreuzungsbereich Debbingstraße/Ringstraße/Zum Vorwerk in Augenschein nimmt, muss (ver)zweifeln. Weil der Behälter voll ist, werden weitere Beutel nicht mitgenommen, sondern auf dem Boden davor abgelegt. Wem muten diese Zeitgenossen eigentlich zu, diese aufzuheben? Der Müllabfuhr? Ist es wirklich zuviel verlangt, über die Folgen des eigenen Handelns nachzudenken? Die Liedzeile, "Die Antwort mein Freund, weiß ganz allein der Wind“, passt hier gar nicht.
Aus der Rhader Serie: Mit offenen Augen durch unser Dorf
Veröffentlicht am 21.04.2023
Brief an den SPD-Bundesvorstand auf dem Weg
Zahlen des Bundesarbeitsministeriums stimmen mit den Dorstener Erkenntnissen absolut überein, so die SPD-Stadtratsfraktion, die eine Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss über Frauen-Altersarmut aufgriff, um Änderungen anzuregen. Der Bericht über den Gleichstellungsplan der Lippestadt ist Anlass für die Sozialdemokraten, von einer Teilzeitfalle, insbesondere für Frauen zu sprechen, die mit Eintritt ins Rentenalter zuschnappt. „Wenn 1/3 der Frauen sogar mit 40 Vollzeit-Arbeitsjahren weniger als 1000 Euro Rente netto erhält, muss von bevorstehender Altersarmut gesprochen werden“. Die Forderung der Dorstener SPD-Fraktion:
- Längere Witwenrenten-AnspruchszeitenVerrechnung mit der eigenen
- Rente nur im Spitzenverdiener-Segment
- Verstärkte Anrechnung von Kindererziehung/-betreuung bis zum 14. Lebensjahr
Gespannt warten nicht nur die örtlichen Sozialdemokraten auf die Antwort des SPD-Ministers Hubertus Heil, der bereits viele offene Baustellen der Sozialpolitik erfolgreich zum Abschluss gebracht hat.
Wir berichten weiter.
Veröffentlicht am 20.04.2023
Eine schonungslose Analyse über den Irrweg der Grünen
Vor einem Monat starb Antje Vollmer mit 79 Jahren. Sie war eine erfolgreiche und allseits anerkannte Politikerin der Grünen. Als Bundestagsvizepräsidentin hat sie sich überparteilich Anerkennung verschafft. Ein letzter Text, den sie als Gastbeitrag in der Berliner Zeitung veröffentlichte, gilt als ihr politisches Vermächtnis. Er wird in Erinnerung bleiben, weil er die Entwicklung der Grünen und besonders die der derzeitigen Führung, gnadenlos bloßstellt. Sie erinnert daran, dass die Grünen als Friedenspartei gegründet wurde. Das Säbelrasseln im Ukrainekrieg zeigt aber, dass dieser Pfad verlassen wurde. „Die Außenministerin ist die schrillste Trompete der neuen antagonistischen Nato-Strategie“, so wörtlich der Verriss gegenüber Anna-Lena Baerbock. Sie begründet ihre Kritik mit dem Hinweis, dass dieser unsägliche Krieg eine Vorgeschichte mit vielen verpassten Gelegenheiten zum Dialog habe und erinnert in diesem Zusammenhang an Michael Gorbatschow, der beide Hände zum friedlichen Miteinander dem Westen entgegengestreckt habe. Die deutsche Wiedervereinigung wäre ohne ihn nicht möglich gewesen. Statt Dankbarkeit in Freundschaft zu verwandeln, bekam das Vertrauenstischtuch mit zunehmender Arroganz dunkle Flecken. Antje Vollmer bezeichnet diese Entwicklung als ihre größte politische Niederlage. „Der Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der Menschheit, gerade in Zeiten großer Krisen und existentieller Ängste. Heute aber gilt: Wer die Welt wirklich retten will, diesen kostbaren einzigartigen wunderbaren Planenten, der muss den Hass und den Krieg gründlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption“, so ihre letzten schriftlichen Worte.
Eigener Rhader Text auf Grundlage der Veröffentlichung „Was ich noch zu sagen hätte“ in der Berliner Zeitung vor einigen Wochen.
Veröffentlicht am 19.04.2023
Jahrelange Diskussionen auf der Zielgeraden
Der Demographiewandel hat die Rhader Sozialdemokraten fest im Griff. Wie in allen Parteien, fehlen auch in Rhade junge Mitglieder, die den Staffelstab, ZUKUNFT genannt, übernehmen wollen. Die Rhader SPD hat die Diskussion intensiv geführt, eine Mitgliederumfrage gestartet und mit drei Möglichkeiten gerungen. Neben einem Weiter wie bisher, bot sich eine Fusion mit Nachbarortsvereinen an. Eine Auflösung, als dritte Möglichkeit, wurde aber nie ernsthaft ins Auge gefasst. Der Beschluss zur Fusion wurde auf der öffentlichen April-Mitgliederversammlung einstimmig gefasst, so im Protokoll nachzulesen. Nun werden die Ortsvereine Wulfen und Deuten darüber informiert. Sollten sie, was zu erwarten ist, ebenfalls einer Fusion mit Rhade zustimmen, wird der SPD-Kreisverband RE aktiv. Er wird dann zu einer gemeinsamen Mitgliederversammlung einladen, auf der formal über die Auflösung der drei Ortsvereine und anschließend über die Neugründung des SPD-Ortsvereins Dorsten Nord abgestimmt wird. Der Zeitplan sieht vor, dass noch in diesem Jahr mit einer verbindlichen Entscheidung zu rechnen ist.
Über die Entwicklung innerhalb der Dorstener SPD wird weiter auf dieser Internetseite aktuell berichtet
Veröffentlicht am 18.04.2023