Planer nennen Entwicklungsziele - Rhade fühlt sich bestätigt
Nun liegt er auf dem Tisch und wartet, in praktisches Handeln umgesetzt zu werden - der neue Dorstener Mobilitätsentwicklungsplan. Eine hervorragende Grundlage, um sich endlich aus dem bisherigen „Klein-Klein“ der Verkehrspolitik in unserer Stadt zu verabschieden. Blicken wir nach vorn und hören wir dem von der Stadt beauftragten externen Planungsbüro zu:
- Die angestrebte und dringend nötige Verkehrswende ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
- Der Anteil der Fußgänger und Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer ist deutlich zu steigern.
- Der ÖPNV muss so gefördert werden, dass er zum KFZ-Verkehr eine attraktive Alternative bietet.
- Alle Verkehrsströme müssen so aufeinander abgestimmt werden (Verkehrslenkung), dass Sicherheit und Mobilität mit gesundem Klima und einer hohen Aufenthaltsqualität in Dorsten, Rhade und allen Stadtteilen einhergehen.
Wer in Rhade genau hinhört, erkennt, dass die jetzt vorgestellten Mobilitätsentwicklungsziele im Grundsatz mit denen übereinstimmen, die in zwei Rhader Rahmenplänen und dem neuen Dorfentwicklungsplan bereits dokumentiert wurden. Und die Rhader Sozialdemokraten dürfen sich auf ihre Fahnen schreiben, dafür der Motor gewesen zu sein. Eine gute Ausgangslage, um konstruktiv an der ausgerufenen Gemeinschaftsaufgabe MOBILITÄTSWENDE mitzuwirken.
Veröffentlicht am 17.04.2023
Wochenendgedanken aus Rhade
Robert Habeck schwächelt, Christian Lindner stichelt, Volker Wissig bremst. Die drei genannten Minister (und ihre Parteien) haben Olaf Scholz versprochen, zum Wohle des deutschen Volkes mehr Fortschritt zu wagen. Dass Grüne und Freidemokraten bisher ideologische Welten trennten, wussten alle Akteure, als sie 2021 die rot-grün-gelbe Koalition schmiedeten und den sozialdemokratischen Wahlgewinner Olaf Scholz zum Bundeskanzler wählten. Während zu Beginn alles lief, hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht nur die Staatsfinanzen durcheinandergebracht. Grüne und FDP versinken offen in prinzipieller Rechthaberei. Als Ruhepol zeichnen sich Olaf Scholz und die SPD aus. Sie verweisen in der Sicherheitspolitik weiter nachdrücklich darauf, dass Deutschland nur in Ab- und mit Zustimmung der Nato-Partner handeln werde. Eine Positionierung, die sich bis heute als richtig erwiesen hat. Es gibt aber auch innenpolitische Handlungsfelder, über die plötzlich, trotz eines gemeinsam verabschiedeten Koalitionsvertrages, auf offener Bühne gestritten wird. Ob Energie- und Verkehrswende, oder Klimaschutz und Schuldenbremse, überall liegen die Tretminen des Koalitionszusammenhalts offen herum. Und die SPD? Kann sie sich darüber freuen, wenn zwei sich streiten? Es wäre für alle hilfreich, wenn der Vorsitzende Lars Klingbeil und der Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich sich nicht nur hinter den Kulissen schlichtend bemerkbar machten, sondern auch mehr öffentlich als bisher das sozialdemokratische Denken vermitteln würden.
Veröffentlicht am 15.04.2023
Planer zeigen mit Bestandsanalyse Mobilitätsentwicklungsziele auf
Dem vorliegenden Entwurf des Mobilitätsentwicklungsplans gingen in der Gesamtstadt viele Bürger-Fragerunden voraus. Die Antworten zeigen, in welche Richtung der Verkehr künftig gelenkt werden muss. Alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt zu behandeln. Daraus folgert, dass der bisherige Vorrang für den PKW-Verkehr, zugunsten des ÖPNV, des Radfahrens und der Fußgänger ausgeglichen werden muss. Das heißt auch, dass neue Bebauungspläne ganz anders zu gestalten sind. Oder, dass in Rhade Geh- und Radwege verbreitert werden müssen. Fehlt der Platz, muss die Straßenfahrbahn „angeknabbert“ werden. Kreisverkehre, Mittelinseln als Querungshilfen, Radwege-Vernetzung zu allen Infrastruktureinrichtungen in Rhade - Ideen die vor Ort bereits mehrfach dokumentiert wurden. Interessant an der neuen Analyse ist, dass zwar 60 % der befragten Bürger täglich das Fahrrad nutzen (20%-Anteil am Gesamtverkehr), aber den PKW für 60% aller Wege einsetzen. Der ÖPNV ist in Rhade übrigens unterdurchschnittlich mit nur 5% am Gesamtverkehr vertreten. Neben der teils katastrophalen Geh- und Radwege-Oberflächenqualität gehört das Parken auf Geh- und Radwegen ebenfalls auf die Negativseite der Umfragen. Betrachten wir hier im dritten Teil unserer Bewertung noch die Fußgänger. Sie sind mit 13% am Gesamtverkehrsaufkommen vertreten. Darunter sind auch Kinder und gehandicapte Personen, die besonderen Schutz verdienen. Die Verkehrssicherheit war in Rhade immer das beherrschende Thema. Nicht überraschend, dass es auch in der aktuellen Analyse der Verkehrsplaner eine wichtige Rolle spielt. Im vierten und letzten Teil werden wir am Montag (17. April) die Mobilitätsentwicklungsziele des „energielenker-Planungsbüros“ vorstellen.
Veröffentlicht am 14.04.2023
Veröffentlicht am 13.04.2023
Der Mobilitätsentwicklungsplan zeigt die Richtung an - mehr noch nicht
Ohne einen Plan bleibt alles Stückwerk. Eine Erkenntnis, die die Grundlage für die jetzt ausgerufene Dorstener Verkehrswende werden soll. Der vorliegende Entwurf des sogenannten Mobilitätsentwicklungsplans betrachtet das gesamte Stadtgebiet und hat die absolute Gleichberechtigung aller am Verkehr beteiligten Einwohner in den Mittelpunkt gestellt. Wer nun aber glaubt, dass bereits „morgen“ das erkannte Problem vor der eigenen Haustür abgestellt wird, wird ernüchtert aufwachen. Das Projekt ist ein Generationenprojekt, verlangt langen Atem, einen sehr hohen Finanzbedarf und viel Verständnis in der Bevölkerung. Gut, dass die externen Planer im Vorfeld flächendeckend das Gespräch in Bürgerversammlungen, Vereinen, Schulen, bei Unternehmern, in der Verwaltung, der Politik und online gesucht haben. Das Meinungsbild, das sich den Analysten hier und da bot, ist vielfältig, aber fast deckungsgleich. Verharren wir kurz in Rhade. An der Online-Befragung haben sich 45 von insgesamt 631 Usern beteiligt, an der parallel gestarteten Umfrage, 5% von 328 Teilnehmern. Also kein überragendes, aber ein durchschnittliches Interesse der Rhader an dem Mammutprojekt. Das soll aber nichts heißen. Erinnert wird, dass besonders die Rhader in den letzten Jahren mehrfach befragt wurden. Und das Thema Verkehr spielte dabei immer eine Hauptrolle. Interessant ist, dass sich die örtlichen Forderungen wiederholen. Sie lassen sich auf folgende Formel verdichten: Mehr Sicherheit, mehr Rücksicht auf Radler und Fußgänger, bessere Radwege und ein ÖPNV, der auch alle Dorstener Stadtteile in kurzen Taktzeiten erreicht. Was das für Rhade heißt, dazu mehr im Teil 3 dieser Information am Freitag.
Veröffentlicht am 13.04.2023