Schließung des Gasthauses Pierick - ein Verlust
Als 1969 der SPD-Ortsverein Rhade gegründet wurde, trafen sich die Initiatoren im Gasthaus Pierick. Seit diesem Zeitpunkt wurde dort, unter dem Logo der Rhader SPD, diskutiert, gefeiert und für eine gerechtere Stadt und Welt geworben. Bernhard und „Guste“ Pierick waren perfekte Gastgeber, die den örtlichen Sozis immer das Gefühl vermittelten, willkommen zu sein. Als Sohn Gerd das Zepter übernahm, lebte diese Tradition ohne jegliche Einschränkung fort. Nun musste er das Gasthaus schließen. Ein bitterer Moment für die Familie und unser Dorf. Aber auch eine Selbstverständlichkeit der Rhader SPD, sich beim Unternehmen „Gasthaus Pierick“ zu bedanken. Zu bedanken für die jahrzehntelange (Gast)Freundschaft. Wir erinnern dabei an monatliche Treffen, Parteitage, Feste und große Bürgerversammlungen. Unvergessen bleibt die spontane Reaktion von Bernhard, als Anfang der 70er Jahre erstmals, noch im kleinen Saal, eine Gruppenarbeit an mehreren Tischen versucht wurde. „Habt ihr euch gestritten?“, so der Gastwirt zu dem ungewohnten Bild. Oder später, als im großen Saal Tanzunterricht parallel zu unserer Mitgliederversammlung stattfand. Auf eine vorgetragene These, wie die SPD-Linie lauten müsste, war die unerwartete Antwort des Tanzlehrers durch die geschlossene Saaltür zu hören: „Vor, vor, zurück, Wechselschritt“. Das passte bestens. Nun stehen wir vor der verschlossenen Tür, hängen unseren positiven Erinnerungen nach und sagen DANKE.
Veröffentlicht am 25.04.2023
„Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen“
Navid Kermani ist in mehrfacher Hinsicht ein ausgezeichneter Schriftsteller, der auch schon einmal als möglicher Bundespräsident im Gespräch war. Der Titel seines neuesten Buches elektrisiert. „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen“ - eine islamische Weisheit aus dem 11. Jahrhundert, die zwar alt an Jahren, aber zeitlos jung ist. Sie könnte heute auf allen Ebenen als gesellschaftspolitische Zielsetzung Verwendung finden, ohne missverstanden zu werden. Das Buch ist streng genommen ein religiöser Führer durch den Islam und alle bekannten Glaubensrichtungen. Im fiktiven Gespräch mit seiner 12jährigen Tochter erklärt Navid Kermani den Koran, vergleicht wichtige Passagen mit der Bibel, der Thora und den fernöstlichen heiligen Schriften. Seine Ausflüge in die Naturwissenschaften ergänzen das Mystische des Glaubens nachvollziehbar und verständlich. Dabei räumt er mit vielen Vorurteilen auf, wirbt für Toleranz und Menschenliebe. Sein Ringen mit dem Glauben ist an Offenheit und Ehrlichkeit nicht zu überbieten. Seine Ausführungen zwingen den Leser, wenn er sich darauf einlässt, sich selbst zu prüfen. Glaube ich an Gott? Habe ich mir überhaupt schon einmal ernsthaft diese Frage gestellt? Spannend, die Gedanken des Autors nicht nur zu lesen, sondern persönlich weiterzuentwickeln.
Dirk Hartwich
Navid Kermani: Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen, Hanser Verlag, 238 Seiten, gebundene Ausgabe 22 Euro
Veröffentlicht am 24.04.2023
Es war einmal ein sogenanntes stehendes Gewässer inmitten unserer Stadt. Drei unterirdische kleine Quellen versorgten ihn so, dass der Wasserspiegel einigermaßen stabil war. Vor 50 Jahren schrumpfte er aber zusehends. Erschrocken beratschlagten die Macher der Stadt, wie das mögliche Trockenfallen des Binnensees aufzuhalten wäre. Neidisch blickten sie auf äußere Quellen in Rhade, Lembeck, Wulfen, Deuten und Altendorf-Ulfkotte. Wenn wir diese anzapfen würden, wäre uns geholfen, so ihre Überlegung. Tatsächlich gelang es ihnen, mit großen Versprechungen, das frische Quellwasser von außen durch regulierte Zuflüsse in die Innenstadt zu leiten. Während hier die Freude über den Deal sehr groß war, hielt sie sich dort in engen Grenzen. Als immer klarer wurde, dass die vertraglich zugesicherten Versprechungen nur halbherzig bis gar nicht eingehalten wurden, machte sich Unmut in den Quellgebieten breit. Frisches Wasser ja, aber den Besitz teilen - nein, so die unmissverständliche Antwort. Als dann noch von innen nach außen, also von der Altstadt, Holsterhausen und Hervest gerufen wurde, „AHoHe, das ist unser See“, reichte es den Quellbesitzern. Sie drosselten den Zufluss so stark, dass der Innenstadtsee immer mehr Wasser verlor, dann umkippte und trocken fiel. Wer aber immer noch glaubt, dass es bei dieser Geschichte Gewinner gibt, hat gar nichts verstanden.
Eine Rhader Wochenend-Geschichte zum 50. Jahrestag der kommunalen Neuordnung
Veröffentlicht am 22.04.2023
Das Problem stinkt gewaltig nicht nur zum Himmel, sondern auch an Rhader Schuhen
Wer ist noch nicht in einen Haufen Hundekot, der illegal auf dem Gehweg hinterlassen wurde, getreten? Wer hat sich noch nicht danach über die Säuberung seiner erbärmlich stinkenden Schuhe geärgert? Na bitte. Keiner der Leser dieser Zeilen. Es ist einfach nicht in die Köpfe einiger Hundehalter reinzukriegen, dass sie allein verantwortlich sind, die stinkende Hinterlassenschaft ihres vierbeinigen Freundes vorschriftsmäßig zu entsorgen. Er, der Hund, pardon, natürlich auch die Hündin, sind nicht in der Lage direkt in einen Beutel zu koten und ihn in aufgestellte städtische Behälter zu werfen. Das Ordnungsamt versucht alles, um die Hundehalter artgerecht zu erziehen. Das klappt überwiegend. Wer aber aktuell den roten „Hundekacke-Abfallbehälter“ im Kreuzungsbereich Debbingstraße/Ringstraße/Zum Vorwerk in Augenschein nimmt, muss (ver)zweifeln. Weil der Behälter voll ist, werden weitere Beutel nicht mitgenommen, sondern auf dem Boden davor abgelegt. Wem muten diese Zeitgenossen eigentlich zu, diese aufzuheben? Der Müllabfuhr? Ist es wirklich zuviel verlangt, über die Folgen des eigenen Handelns nachzudenken? Die Liedzeile, "Die Antwort mein Freund, weiß ganz allein der Wind“, passt hier gar nicht.
Aus der Rhader Serie: Mit offenen Augen durch unser Dorf
Veröffentlicht am 21.04.2023
Brief an den SPD-Bundesvorstand auf dem Weg
Zahlen des Bundesarbeitsministeriums stimmen mit den Dorstener Erkenntnissen absolut überein, so die SPD-Stadtratsfraktion, die eine Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss über Frauen-Altersarmut aufgriff, um Änderungen anzuregen. Der Bericht über den Gleichstellungsplan der Lippestadt ist Anlass für die Sozialdemokraten, von einer Teilzeitfalle, insbesondere für Frauen zu sprechen, die mit Eintritt ins Rentenalter zuschnappt. „Wenn 1/3 der Frauen sogar mit 40 Vollzeit-Arbeitsjahren weniger als 1000 Euro Rente netto erhält, muss von bevorstehender Altersarmut gesprochen werden“. Die Forderung der Dorstener SPD-Fraktion:
- Längere Witwenrenten-AnspruchszeitenVerrechnung mit der eigenen
- Rente nur im Spitzenverdiener-Segment
- Verstärkte Anrechnung von Kindererziehung/-betreuung bis zum 14. Lebensjahr
Gespannt warten nicht nur die örtlichen Sozialdemokraten auf die Antwort des SPD-Ministers Hubertus Heil, der bereits viele offene Baustellen der Sozialpolitik erfolgreich zum Abschluss gebracht hat.
Wir berichten weiter.
Veröffentlicht am 20.04.2023