- Während in der Ukraine weiter für die Freiheit gekämpft und gestorben wird, rollen Karnevalsumzüge durch unsere Städte. Hier Freude und Ausgelassenheit, dort Leid und Verzweiflung. Der Widerspruch ist kaum auszuhalten.
- Ein unvorstellbares Erdbeben in der Türkei und Syrien hat uns drastisch vor Augen geführt, wie hilflos wir gegenüber Naturgewalten dieser Art sind. Solidarität und materielle Unterstützung von außen können ein wenig helfen. Der Schmerz und die Verzweiflung der Betroffenen bleiben.
- Russlands Präsident Putin scheint den Bezug zu Realität völlig verloren zu haben. Seine Rede zur Nation liest sich wie das Drehbuch einer geplanten Dokumentation mit dem Titel: SCHULD HABEN IMMER DIE ANDEREN.
- US-Präsident Biden besucht Europa und erinnert Moskau eindringlich an den Artikel 5 des NATO-Vertrages. Danach werden alle 30 Nato-Staaten sofort dem Land militärisch zur Hilfe eilen, das von außen angegriffen wird.
- Nach der letzten Bundestagswahl haben sich SPD, Grüne und FDP zu einem Regierungsbündnis mit Olaf Scholz (SPD) als Bundeskanzler verabredet. „Mehr Fortschritt wagen“ steht über dem Koalitionsvertrag. Das war vor dem Krieg in der Ukraine. Jetzt steht das Regieren eher unter dem Motto: „Gut durch die Krise kommen“. Leider verhaken sich Grüne und FDP zusehends, wie das gehen kann. Der Ruhepol in dieser Gemengelage ist beim Kanzler und der SPD gut aufgehoben.
- Die Dorstener demokratischen Parteien leiden alle unter Überalterung und weniger aktiven Mitgliedern. Die SPD-Ortsvereine in Rhade, Lembeck, Wulfen und Deuten stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern suchen gemeinsam nach einer Lösung. Ein gemeinsames Kaffeetrinken mit offenem Meinungsaustausch darf als Auftakt einer spannenden Entwicklung gesehen werden.
Veröffentlicht am 25.02.2023
Ein Jahr Krieg hat die Welt verändert
Die Ukraine war und ist ein souveräner Staat - und muss es bleiben. Alle Versuche Russlands, diesen Status mit Waffengewalt zu verändern, muss verhindert werden. Wenn es, ein Jahr nach dem Beginn des Krieges gelänge, auf dem Verhandlungsweg eine Lösung zu erzielen, verdient dieser Gedanke jegliche Unterstützung. Heute wollen wir an das Leid erinnern, dass durch Tod, Verletzung und Vertreibung andauert. Heute wollen wir unser Versprechen erneuern, alles zu tun, um dem Frieden in unserer Nachbarschaft ein Stück näher zu kommen. Heute müssen wir innehalten, um der Opfer zu gedenken. Heute müssen wir alles dafür tun, um einen 3. Weltkrieg zu vermeiden. Die Eskalationsspirale dreht sich, trotz aller Appelle, ununterbrochen weiter. „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ Ein Satz, immer mal wieder so daher gesagt, bekommt plötzlich eine dramatische Bedeutung.
Rhader Gedanken zum andauernden Krieg in der Ukraine
Veröffentlicht am 24.02.2023
Viele Ideen - (noch) keine Lösung in Sicht
Russland hat völkerrechtswidrig die Ukraine mit Waffengewalt angegriffen. Das internationale Recht ist auf Seiten der Ukraine, das eigene Territorium militärisch zu verteidigen. So steht es im UN-Vertrag, den auch Russland unterschrieben hat. Das ist heute, ein Jahr nach dem Überfall, immer noch die Ausgangslage des kriegerischen Konflikts. Die Bilanz ist verheerend, die Auswirkungen weltweit zu spüren. Alle Appelle an Russland, sich zu besinnen, die Waffen schweigen zu lassen und die Grenzen des Nachbarn zu respektieren, prallen (noch) im Kreml ab. Das wäre aber die Voraussetzung, für eine Verhandlungslösung. Vorschläge und Ratschläge von außen werden in der Presse und den Talkshows gedreht und gewendet. Darunter unannehmbare, die partout den Aggressor Russland weichspülen wollen. Andere, wie der von Jürgen Habermas, unterstützen die Sprachregelung von Olaf Scholz (SPD), dass die Ukraine den Krieg nicht verlieren darf und lehnen die von Annalena Baerbock (Grüne) ab. Sie formuliert, die Ukraine müsse den Krieg gewinnen. Der Unterschied zwischen Kanzler und Außenministerin mag auf den ersten Blick nicht existent zu sein, ist aber gravierend. Zu hoffen ist heute, dass, egal von welcher Seite, egal von welchem Politiker, egal aus welchem Land, der Notausgang gefunden wird, um den noch regionalen Konflikt zu beenden und eine weltweite Eskalation zu verhindern.
Ein Rhader Friedensappell
Veröffentlicht am 23.02.2023
Wenn Alkohol zum Problem wird (Teil 4 und Schluss). Eine Ergänzung zu den Beiträgen am 23., 31.1. und 9.2. auf dieser Internetseite
Mit Alkohol ein Problem? Nicht bei mir! So lautet in der Regel die Antwort auf besorgte Nachfragen von Familienangehörigen, Freunden und Arbeitskollegen an auffällig gewordene Zeitgenossen. Wer sich aber nicht selbst betrügen will, liest das Nachstehende, was Betroffene aus der Selbsthilfegruppe „Das Blaue Kreuz“ auf die gestellten Fragen antworten. Damit wollen wir Mut machen, sich zu outen und helfen zu lassen.
Frage: Welche Folgen löst übermäßiges Alkoholtrinken aus - a) bei einem persönlich; b) in der familiären Umgebung; c) beruflich
Antwort: Nach über 20 Jahren ehrenamtlicher Arbeit im BKE lautet der persönliche Erfahrungsbericht über ehemalige Betroffene in Kurzform wie folgt: Familienstreit —> Kinderleid —> Führerscheinverlust —> Jobprobleme —> Scheidung —> Haus- oder Wohnungsverlust —> Endstation Tod.
Frage: Kann ein(e) Betroffene(r) sich selbst helfen, oder ist externe Hilfe nachhaltiger?
Antwort: Es gibt bei uns den Kernsatz: du schaffst es, aber du schaffst es nicht allein. Diese Aussage ist das Ergebnis jahrelanger Erfahrung Abhängiger, die versucht haben, von der Sucht loszukommen. Seltene Ausnahmen möglich.
Frage: Wie wird extern, z. B. bei der Selbsthilfegruppe „Das blaue Kreuz“ geholfen?
Antwort: In der Selbsthilfegruppe merken Abhängige und auch Angehörige, nicht allein zu sein. Da die Gruppenmitglieder gleichermaßen betroffen sind, kennen alle die Sorgen und Nöte, die ständig rund um das Suchtmittel kreisen. Alle sind „Profis“, ersetzen aber keine Therapeuten. Deshalb arbeiten wir eng mit der Caritas-Suchthilfe zusammen.
Frage: Dein Rat in einem Satz an eine Person, die (für fast alle) erkennbar ein Alkoholproblem hat:
Antwort: Grundsätzlich erteilen wir keine Ratschläge! Wir berichten gegenseitig von unserer Erfahrung und wie wir mit dieser Situation umgehen, bzw. umgegangen sind. Die Einsicht, möglicherweise ein Problem zu haben, ist bei vielen der erste wichtige Schritt. Ein vertrauliches Gespräch mit dem Hausarzt könnte der nächste sein.
Kontakt: Das Blaue Kreuz in der ev. Kirche, Dorsten-Wulfen, Berthold John, Tel. 02866-4299 oder 0176-54772256. Neben der Selbsthilfegruppe „Das Blaue Kreuz“ gibt es weitere, die mit einem Klick im Internet gefunden werden können.
Wir bedanken uns sehr herzlich für die Offenheit bei allen Mitgliedern der Selbsthilfegruppe „Blaues Kreuz Wulfen“, die die hilfreichen Antworten auf unsere Fragen erarbeitet haben.
Veröffentlicht am 22.02.2023
Kleine Geschichte von unten - einmal ganz anders
Nur 7 Tage nach dem überragenden Bundestags-Wahlsieg der SPD mit Willy Brandt (Willy wählen), wurde 1972 ein neues Mitglied in Rhade in den Kreis der Sozialdemokraten aufgenommen. Inzwischen sind 51 Jahre vergangen. Die SPD, damals mit 45,8% Wahlsieger, hat deutlich „abgespeckt“. Das Auf und Ab der folgenden Jahre hat nicht wenige Neumitglieder aus dem Jahr 1972 verunsichert und zum Abschied bewogen. Andere, wie im vorliegenden Beispiel, engagieren sich bis heute aktiv. Grundlage dafür sind die ersten Seiten des Mitgliedsbuchs, die das Grundsatzprogramm der SPD beinhalten. Verabschiedet 1959 in Bad Godesberg. Die Erste Beitragsmarke, sie wurde monatlich geklebt, hatte einen Wert von 3 DM. Später zierten kurze Slogans die Marken. 1988: „Fortschritt nur mit uns.“ 1995: „Die Zukunft gewinnen.“ Dann wurde an große Sozialdemokraten erinnert. 2015 - Helmut Schmidt. 2020 - Jochen Vogel. Sondermarken erhielten die Mitglieder, die wichtige Parteikampagnen mit einer Zusatzspende unterstützten. 1976: „Den Frauen mehr Chancen.“ 1984: „Macht Europa stark“. Das Mitgliedsbuch in blauer (!) Farbe, hat in den vergangenen 50 Jahren deutlich an Festigkeit verloren. Alle vorgesehen Seiten sind mit Beitragsmarken gefüllt. Fast könnte man auf die Idee kommen, die SPD hat nicht damit gerechnet, Mitglieder über einen so langen Zeitraum zu behalten. Die Parteistatistik zeigt aber, dass das Rhader Beispiel überhaupt kein Einzelfall ist. Gut zu wissen.
Veröffentlicht am 21.02.2023