Als 1975 NRW, und somit auch Dorsten neu geordnet wurde, verloren u. a. Rhade, Lembeck und Wulfen ihre Selbständigkeit. Die Eingemeindung nach Dorsten war ein schwieriger Akt. Auch für die SPD. Um gegen die Mitgliederübermacht in Holsterhausen, Hervest und Altstadt zu bestehen, bildeten die nördlichen SPD-Ortsvereine eine lose Gruppe, in der Presse schnell NORDLICHTER genannt. Nun wird intensiv überlegt, aus der losen Zusammenarbeit, eine dauerhafte Organisationseinheit zu schmieden. Ein gemeinsames Kaffeetrinken am gestrigen Sonntag wurde zum gemeinsamen Meinungsaustausch genutzt. Über das Ergebnis in Kürze mehr.
Veröffentlicht am 20.02.2023
Wochenendgedanken aus Rhade
Während das diesjährige Motto des Karnevals in Düsseldorf, „Wir feiern das Leben“ lautet, haben amerikanische Wissenschaftler, in der Nachfolge von Robert Oppenheimer (Entwickler der Atombombe) und Albert Einstein, die sogenannte Weltuntergangs-Uhr neu gestellt. In ihre Rechnung fließen u. a. folgende Parameter ein: Anzahl Nuklearwaffen, Schmelzen der Gletscher, Kriege, Drohung mit Atom-Waffen, Energiekrise, Ausbreitung von Viren, Fluchtbewegungen, Treibhausemissionen Aussagen autoritärer Staatenlenker und vieles mehr. Danach rückt der „Weltuntergangs-Zeiger“ von 9 Minuten (1998) auf nunmehr 90 Sekunden bis ultimo vor. Ein beunruhigendes Szenario. Falsch wäre jetzt, in Depressionen zu verfallen. Falsch wäre, hoffnungslos in die Zukunft zu starren. Richtig ist, mit Kraft und Lebensmut, die Weltuntergangs-Uhr zurückzudrehen. Richtig ist, unseren Kindern und Enkelkindern Zuversicht zum Leben zu vermitteln. Dazu gehören auch Feiern und Ausgelassenheit. Nur so kann Kraft getankt werden, um den aktuell beunruhigenden Herausforderungen zu begegnen. Im Mainzer Karneval lautet das Motto dazu passend: „In Mainz steht Fastnacht voll und ganz - für Frieden, Freiheit, Toleranz.“
Nachsatz: Die Beschreibung der Weltuntergangs-Uhr wurde dem ZEIT-Bericht „Verehrte Damen und Herren, die Welt geht unter“, vom 2. Februar entnommen.
Veröffentlicht am 18.02.2023
Ein Briefwechsel versucht Licht in das Dunkel zu bringen (1)
Alle Jahre wieder … So könnte das Fazit nach Durchsicht des aktuellen VHS-Programms lauten. Alle Jahre wieder macht das interessante Programm einen Bogen um Rhade und andere Außenbereiche. Da wollen wir doch mal nachfragen. Ein erster Brief aus Rhade, siehe unten, wurde auf den Weg gebracht. Im Teil 2 werden wir in Kürze die Antwort der VHS veröffentlichen.
Guten Morgen Herr Feldhoff,
ich bereite gerade einen Artikel für www.spd-rhade.de vor, der sich mit dem neuen VHS-Programm auseinandersetzt.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie kurzfristig und kurz folgende Fragen beantworten würden:
- Das Programmangebot auf 78 Seiten ist sehr vielfältig und interessant. Wieviele Stunden werden davon vom Land NRW mit welchem Betrag gefördert?
- In welchen „Quartieren“ wurde das Angebot, „VHS im Quartier“, bereits erfolgreich in welchem Umfang, von wem, angefordert und umgesetzt?
- „VHS auf Bestellung“ war früher der Versuch, flächendeckend in Dorsten VHS-Weiterbildung zu platzieren. Gibt es dazu eine Bilanz?
- Im neuen Programm werden als Veranstaltungsorte nur Hardt, Hervest und Altstadt genannt. Ist die, u. a. von mir mehrfach vorgetragene Bitte/Forderung nach Berücksichtigung „aller“ Dorstener Stadtteile, endgültig vom Tisch?
- Wenn ja, wie lautet dazu die fachliche Begründung?
Ich bin gespannt auf Ihre Antworten. Herzliche Grüße aus Dorsten-Rhade.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 17.02.2023
Parteien in der Krise - Ein Kommentar aus Rhade
Das endgültige Wahlergebnis in Berlin steht wahrscheinlich heute fest. Vorausgesetzt, es werden nicht noch weitere Stimmzettel gefunden. Unabhängig vom Ausgang, ist ein Blick in die Zukunft der Parteien angebracht. Sie spielen bei Abstimmungen nur noch die „zweite Geige“. Entscheidend ist die Person, die im Blickpunkt steht. Sympathisch? Glaub- und vertrauenswürdig? Wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin, egal aus welcher Partei, diese Eigenschaften „rüberbringen“ kann, ist der Erfolg in Sichtweise. Die Partei rückt in den Hintergrund und „segelt“ auf der Erfolgswelle dann automatisch mit. Umgekehrt gehts in die andere Richtung. Olaf Scholz ist das beste Positiv-Beispiel für diese These. Lassen wir unseren Blick auf die Parteien von Berlin, über die Bundesländer bis nach Dorsten und Rhade schweifen. Die SPD ist dort stark, wo sie durch Persönlichkeiten, siehe oben, repräsentiert wird. Das Gleiche gilt für die CDU/CSU. Auch die Grünen setzen inzwischen auf Personen, profitieren aber programmatisch noch am meisten von der Klimakrise. Die FDP ist orientierungslos. Oben wie unten. Die Linke hat sich und ihr Führungspersonal zerlegt. Das, was für die Bundessichtweise gilt, findet in Dorsten und Rhade nahtlos ihre Fortsetzung. SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP finden als Partei vor Ort nicht mehr statt. Das ist weder gut für unsere Stadt noch für unsere demokratischen Strukturen. Ein systematischer Neuanfang muss das erste Ziel aller Dorstener Parteien sein.
Veröffentlicht am 16.02.2023
PolitikerInnen sind in unserer Demokratie unverzichtbar
Politik ist ein schmutziges Geschäft - sagt man. Tatsächlich tummeln sich nicht wenige schwarze Schafe im politischen Bereich auf bundes-, landes- und der kommunalen Ebene. Um diese zu entlarven, müssen wir Augen und Ohren offenhalten, um Missstände und Fehlverhalten zu geißeln. Das darf aber nicht dazu führen, dass wir alle Akteure, die sich für unsere demokratischen Strukturen einsetzen, über einen Kamm scheren. Egal, ob sie ehren- oder hauptamtlich „unterwegs“ sind. Zwei aktuelle Beispiele dazu. Nach der erneuten Wahl in Berlin gab es deutliche Verschiebungen auf den Abgeordnetenplätzen. Eine Presseüberschrift lautete: „Diese Abgeordneten sind rausgeflogen“. Klingt zwar lustig, ist aber respektlos denen gegenüber, die sich mit aller Kraft bisher für Berlin und die Demokratie eingesetzt haben. Dass es nicht leicht ist, Kritik zu ertragen, auch wenn sie „unter die Gürtellinie geht“, hat der Hannoveraner Ballettchef drastisch bewiesen. Eine Journalistin, Kulturkritikerin, wurde von ihm mit Hundekot attackiert. Sie hätte immer Scheiße über seine Arbeit ausgekippt, nun wollte er sich entsprechend wehren. Mehr als respektlos auch diese Überreaktion. Olaf Scholz hat in seiner Wahlkampagne den Begriff RESPEKT oben an gestellt. Wir alle sollten uns immer mal wieder daran erinnern. Ob in der Politik, der Presse, im beruflichen oder privaten Bereich.
Ein Kommentar aus Rhade
Veröffentlicht am 15.02.2023