Mit dem Kauf einer besonderen Straßenzeitung kann das gelingen
Einmal im Monat erscheint eine neue Ausgabe von „fiftyfifty“. Es ist eine Straßenzeitung, für die die Obdachloseninitiative in Düsseldorf verantwortlich zeichnet. Allmonatlich beeindruckt sie den Leser mit einer ganzen Bandbreite qualitativ hochwertiger Artikel. Damit hat sie einen ersten Zweck bereits erfüllt, nämlich zu informieren. Genauso wichtig ist aber der direkte Kauf der Zeitung auf der Straße. Der Verkäufer oder die Verkäuferin, sind nämlich besondere Menschen. Sie sind in der Regel wohnungslos und auf Hilfe angewiesen. Auf unsere Hilfe. Es geht um Anerkennung, Respekt und Würde. Menschen, die ins Straucheln geraten sind, müssen spüren, noch wertvoll zu sein. Das auf sie Zugehen ist ein erster Schritt, um sich helfen zu lassen. Blicken wir in die neue fiftyfifty-Ausgabe:
- Professorin Dr. Anne van Rießen, Hochschule Düsseldorf, lehrt über Methoden der Sozialen Arbeit und erläutert eindringlich den Zusammenhang von zu geringen Einkünften und der daraus resultierenden Armut.
- Ein Streetworker stellt eine Verbindung zwischen Wohnungslosen und denen, die in direkter Nachbarschaft in ihren „4 Wänden“ leben her.
- Ein Hintergrundbericht über die andauernde Ernährungskrise und ihre Hungerfolgen durch Krieg und Spekulation rüttelt auf.
- Berichte über Künstler, die fiftyfifty unterstützen und Satire eines Kabarettisten finden sich ebenfalls im Zeitungsheft, das mit vielen weiteren Informationen wirklich lesenswert ist.
Grund genug, den Leser dieser Zeilen zu bitten, künftig fiftyfifty auf der Straße zu kaufen, oder ein Digitalabo zu buchen. Das Normal-Jahresabo kostet nur 38.- Euro. www.fiftyfifty-galerie.de
Eigener Bericht SPD-Rhade
Veröffentlicht am 30.07.2022
Die SPD-Bundestagsfraktion hat aber etwas vorzuweisen
Politische Akteure, egal ob gewählt oder ehrenamtlich unterwegs, haben es nicht leicht. „Politik ist ein schmutziges Geschäft“, ist nur ein Pauschalvorwurf, den sie verarbeiten müssen. Dass es auch schwarze Schafe gibt, so wie in allen Bereichen unserer Gesellschaft, gehört zur Wahrheit dazu. Die Mehrheit aller Politiker übt ihren Beruf, oder ihre Berufung, sauber, seriös und selbstlos aus. Heute werfen wir einen kurzen Blick auf die größte Bundestagsfraktion, auf die der SPD. Ein kleiner Ausschnitt ihrer Bilanz zeigt, was in nur 8 Monaten der Regierungszeit erreicht wurde:
- Der Mindestlohn steigt am 1. Oktober auf 12 Euro. 6 Millionen werden davon profitieren
- Der Paragraf 219a wurde gestrichen. Ärzte dürfen nun über Schwangerschaftsabrüche straffrei informieren
- Bafög-Förderung wird erneuert. Mehr Geld für Studierende
- Vorfahrt für erneuerbare Energien. Ein ganzes Gesetzespaket ist auf den Weg gebracht
- Ein Bürgergeld wird Hartz4 ablösen. Hubertus Heil setzt um und orientiert sich an „You‘ll never walk alone“
Quelle u. a. Fi = Fraktion intern der SPD. Wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 29.07.2022
Einmal rund um Rhade
Rhade ist kein zusammenhängendes Dorf. Es besteht aus 3 Teilen, die sich zu unterschiedlichen Zeiten entlang einer 3-kilometerlangen Achse entwickelten. Das ist für eine homogene Dorfentwicklung schwierig. Seit Jahrzehnten wird versucht, Rhade „abzurunden“. Mit mäßigem Erfolg. Einzelmaßnahmen schufen hier und da den Eindruck, es tut sich was. Eine Gesamtkonzeption befand sich zwar auf dem Papier, die Umsetzung aber lahmt bis heute. Unsere Rundreise beginnt im Osten. Auffällig, die vielen parkenden Autos, auch auf dafür nicht vorgesehenen Grünstreifen. Radwege, die nicht erkennen lassen, wohin sie führen. Vom Zustand einmal ganz abgesehen. Positiv muss das viele Grün in unmittelbare Nähe zur Bebauung gewertet werden. Die Mitte Rhades ist nicht der Mittelpunkt des Dorfes. Dafür dominiert die Verkehrsachse Bahn und Straße. Zur Rush Hour teils unüberquerbar. Bäume? Fehlanzeige. Eine Asphaltfläche, die vielleicht dem KFZ-Nutzer gut tut, aber nicht den Anwohnern. Ein besonders Kleinod ist das Rhader Wiesengelände, südlich der Mitte. Im Westen angekommen, zeigt der Kirchturm an, dass das einmal der Mittelpunkt war. Die Fläche rundherum wird immer noch als Parkraum genutzt. Eine andauernde Fehlentwicklung. Ein Naturparadies in südlicher Richtung hat auch ein Storchenpaar erkannt. Alljährliche Wiederkehr ist der Beweis. Rhade ist lebens- und liebenswert. Die Wohnqualität ist hoch. Die guten Seiten verstellen aber leider häufig den Blick für dringend nötige Verbesserungen. Mit dem Versprechen, sich weiter dafür einzusetzen, endet unsere kleine Tour rund um Rhade.
Veröffentlicht am 28.07.2022
Dann blicken wir einfach mal über unseren Kirchturm hinweg
Seit 1975 ist Rhade ein Teil Dorstens. Eine landesweite Reform sollte besonders denen Vorteile verschaffen, die auf dem platten Land Land leben und von der gewachsenen Infrastruktur in den Städten nur eingeschränkt profitierten. Rhade hat für dieses Versprechen seine Selbständigkeit aufgeben müssen. Waren es anfangs wenige, die die Entwicklung kritisch sahen, sind es heute immer mehr. Neben dem Bauchgefühl, früher war alles besser, stützen jetzt wissenschaftliche Studien diese Erkenntnis. Die Eingliederung der Dörfer war ein grandioser Fehler. Die Verwaltung ist teurer geworden, die Wege länger, die Verschuldung gestiegen, Vorort- Versorgungseinrichtungen wurden geschlossen. Seit Jahren legt die Rhader SPD den Finger in diese offene Wunde, fordert Korrekturen und legt konstruktive Verbesserungsvorschläge vor. Dass diese lokalen „Propheten“, nicht nur von der Verwaltungsspitze ignoriert und abgekanzelt werden, gehört zur Realität, fast 50 Jahre nach der „Reform“, dazu. Nun beschreibt Prof. Dr. Gerhard Henkel von der Uni Duisburg-Essen seine Sicht der Dinge. „Die Folgen der Gebietsreform tragen den Stempel WERTLOS!“ Also, ein Prophet von außen, auf den man hören sollte. Im Landwirtschaftlichen Wochenblatt beschreibt er des Weiteren seine Studien so: „Das Dorf wird seit Jahrzehnten durch Fernsteuerungen von oben entmündigt, entmachtet und geschwächt.“ Übrigens hat die Süddeutsche Zeitung, bereits im Januar dieses Jahres, über 30 Studien zu diesem Thema ausgewertet. Das Ergebnis: “Klein kann besser sein“. Die Position der Rhader SPD wird so, durch Propheten jenseits des eigenen Landes, der eigenen Stadt, eindrucksvoll bestätigt.
Nachsatz: Die Artikel des Landwirtschaftlichen Wochenblattes (Juli 2022) und der Süddeutschen Zeitung (Jan. 2022) werden auf Anforderung dem interessierten Leser zugestellt.
Veröffentlicht am 27.07.2022
Ein Glückwunsch aus Rhade
Es ist nicht ganz einfach, sich mit dem Begriff Heimat sofort anzufreunden. Zu oft wurde er parteipolitisch missbraucht, um Menschen auszugrenzen. Der jetzt Geburtstag feiernde Heimatbund hat diese dunklen Kapitel aber nach und nach aufgearbeitet, um heute selbstbewusst HEIMAT neu, demokratisch, liberal und weltoffen zu buchstabieren. Einmal jährlich kann sich jeder Interessierte ein Bild davon machen. Der Heimatkalender hat sich zu einem Spiegelbild dieser Weltoffenheit entwickelt. Die Beiträge, überwiegend aus der Feder von Bürgerinnen und Bürgern der Region verfasst, beschäftigen sich aufgeschlossen und auch kritisch mit dem Zeitgeschehen, der Geschichte, lassen Natur und Umwelt nicht aus, streifen das örtliche Brauchtum, um abschließend traditionell mit der Chronik der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten zu schließen. Herausragend sind aber auch die vielen Gedichte, die in dem Buch, das in der Regel über 250 Seiten stark ist, zwischen den Autorenberichten platziert sind. Nicht zu vergessen, die professionellen Fotos, die für eine gekonnte und passende Textbegleitung sorgen. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Dankeschön an den gesamten Vorstand des Heimatbundes, der es gemeinsam geschafft hat, auch aus skeptischen Beobachtern von außen, direkte Unterstützer zu gewinnen. Der Unterzeichner dieses Glückwunsches ist einer von ihnen.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 26.07.2022