Allgemein Schreib‘ mal wieder - ohne Emojis - einfach so wie früher

Nachdenkzeilen aus Rhade zur Diskussion über Soziale Medien - Gegen die App-hängigkeit 

Es ist gut, mal darüber nachzudenken. Sollen wirklich bereits unsere Grundschulkinder, z. B. von WhatsApp, Instagram, TikTok und Co., in ihrer Kindheit begleitet werden? Fragezeichen sind nicht nur angebracht, sondern zwingend erforderlich. Die öffentliche Diskussion nimmt Fahrt auf. Gut so. Ergänzend sollten diejenigen, bereits im Erwachsenenalter angekommen, auch über das eigene Verhalten mal selbstkritisch nachdenken. Selbst in WhatsApp-Gruppen gelistet, die von sich behaupten politisch unterwegs zu sein, wird kaum inhaltlich agiert. Statt dessen überwiegen weitergeleitete Filmchen und Bilder, häufig unterlegt mit scheinbar lustigen Sprüchen. Die Reaktion darauf sind Herzen, Daumen hoch, mal lachende oder weinende Gesichter. Gepostete inhaltliche Texte, die länger als 5 Sätze sind, werden in der Regel unkommentiert zur Kenntnis genommen. Bevor sich dieser Text jetzt in Wiederholungen verliert, ein klares Schlusswort: Die Betreiber aller sogenannten sozialen Medien müssen zum Schutz unserer Kinder per EU-Gesetz verpflichtet werden, eine überprüfbare App-Altersgrenze zu programmieren. Und wir, die nicht selten ebenfalls inflationär nur noch mit Emojis korrespondieren, sollten wieder zurückfinden, einfach mal wieder einige Sätze zu schreiben. So wie früher.

Veröffentlicht am 25.02.2026

 

Gesellschaft Dorsten: Einweihung der Geschwister Scholl-Stele

Eindrucksvolles Gedenken und starkes Bekenntnis zur Demokratie im Gleichklang

Als die Veranstaltung im Treffpunkt Altstadt um 13 Uhr durch Lambert Lütkenhorst, Altbürgermeister und Vorsitzender der Tisa von der Schulenburg-Stiftung mit einer Glocke eröffnet wurde, erstarben alle Gespräche abrupt und wichen einer atemlosen Stille. Es war, als ob er Teile des Protokolls der Gerichtsverhandlung über die Geschwister Scholl, genau vor 83 Jahren vortrug, das mit dem Todesurteil durch das Fallbeil und die am gleichen Tag vollzogene Hinrichtung  endete. Die Zuhörer blickten dabei durch die große Fensterfront des Treffpunkts Altstadt auf die Erinnerungsstele, die von Schwester Paula - Tisa von der Schulenburg (1903 -2001) geschaffen wurde und nun auf dem Geschwister Scholl-Platz an die Verbrechen der Nazis dauerhaft erinnern wird. Denkmal und Mahnmal zugleich. Die Einweihung geriet zu einem beeindruckenden Plädoyer gegen das Vergessen und für mutigen Einsatz, heute und morgen unsere Demokratie gegen alle Verfassungsfeinde zu verteidigen. Die Widerstandsgruppe Weiße Rose um die Geschwister Scholl sind Vorbild. So lässt sich auch die eindrucksvolle Rede des Autors Hermann Vinke deuten, der gekonnt den Bogen der Vergangenheit zur aktuelle politischen Lage spannte. Langanhaltender Beifall zeigte, dass dieser Wortbeitrag genau den Anlass des Zusammenkommens traf. „Einer musste ja schließlich damit anfangen“, so ein Satz von Sophie Scholl, den Bürgermeister Tobias Stockhoff als Aufforderung an die gesamte Stadtgesellschaft interpretierte, sich auf allen Ebenen des Lebens einzubringen. Noch lange nach der Veranstaltung standen viele Zuhörer zusammen und verarbeiteten im Gespräch die beeindruckend Veranstaltung mit Langzeitwirkung.

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 24.02.2026

 

Fotokollage der präsentierten Themenbereiche (dh) Gesellschaft Eine beeindruckende Ausstellung im Bergbaumuseum Bochum ehrt Tisa von der Schulenburg - Schwester Paula

Alle bisherigen Präsentationen, die die Künstlerin Tisa v. d. Schulenburg - Schwester Paula - in den Mittelpunkt gestellt haben, ließen die Besucher beeindruckt zurück. Als besonders herausragend darf aber die aktuelle Ausstellung im Bergbaumuseum Bochum, die mit dem ungewöhnlichen Titel FÜHLST DU? wirbt, bezeichnet werden. In einem Nebentrakt des Museums in BO werden viele Kunstwerke der Dorstener Ehrenbürgerin (1903 - 2001) in besonderer Atmosphäre gezeigt. Dazu zählt die Lichtinstallation ebenso wie der Boden, der im ersten Teil der Ausstellung mit feinkörnigen Kohlekristallen ausgelegt ist, um so die Verbindung Tisas zum Bergbau eindrucksvoll zu unterstreichen. Die Themenbereiche Persönlichkeit, Holocaust, Flucht, Ausgrenzung und Ankunft werden mit Bildern, Skulpturen, Fotos, Scherenschnitten und persönlich gesprochenen Texten nachvollziehbar dargestellt. Die Erläuterung des ungewöhnlichen Titels liest sich in der Ausstellung so: „Die Frage Fühlst Du? öffnet Türen zu einer Haltung, die wesentlich ist, um Krisen aktiv zu begegnen. Denn Fühlen ist Voraussetzung für Verantwortung. Fühlen ist Ursprung von Handeln. Wer fühlt, ist nicht gleichgültig. Wenn ich fühle, kann ich nicht mehr so tun, als wäre mir die Welt egal.“ Eine passende Beschreibung für das Leben und das künstlerische Werk „unserer“ Dorstener Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg - Schwester Paula.

Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 23.02.2026

 

Gesellschaft Heute: 13 Uhr, Treffpunkt Altstadt, Geschwister Scholl-Platz 1

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Johannes-Rau-Platz am Bürgerbahnhof, dem Jüdischen Museum Westfalen, dem Treffpunkt Altstadt, grenzt der Geschwister-Scholl-Platz. Entstanden ist hier auf engem Raum ein besonderes Zentrum der Begegnung und Erinnerung. Heute wird eine Stele, von Schwester Paula gestaltet, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung des Vereins für Orts- und Heimatkunde Dorsten, auf dem genannten Platz aufgestellt. Sie wird unübersehbar an die Gräueltaten der Nazis erinnern und uns Demokraten auffordern, nie nachzulassen, den Demokratiefeinden frühzeitig und mutig entgegenzutreten. Die Geschwister Scholl, die wegen des Verteilens von Flugblättern zur Todesstrafe verurteilt und hingerichtet wurden, ist der Platz und das Denkmal Schwester Paulas gewidmet. Dem Einladungstext des Vereins für Orts- und Heimatkunde entnehmen wir, dass die Geschwister Sophie und Hans Scholl als Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ am 22. Februar 1943, also genau vor 83 Jahren, hingerichtet wurden. Zur Erinnerung an die „Weiße Rose“ schuf Tisa von der Schulenburg eine Stele, die nun zum „Treffpunkt Altstadt“ verlegt und heute der Öffentlichkeit übergeben wird. Im Rahmen der Veranstaltung wird Sr. Benedicta Kimmeyer die Gedanken Tisas zu ihrem Kunstwerk vortragen, die heute noch ebenso aktuell sind wie zum Zeitpunkt ihrer Niederschrift im Jahre 1973. Als Gastredner begrüßen wir den ehemaligen ARD-Korrespondenten Hermann Vinke, der sich als Sachbuchautor insbesondere an jugendliche Leser gewandt hat, um ihnen den NS-Widerstand nahezubringen.

Veröffentlicht am 22.02.2026

 

Gesellschaft Bezahlbare Studentenwohnungen? Ein Positivbeispiel aus Paris (2)

Im Süden von Paris, in einer Parkanlage, verteilen sich mehrere Häuser in unterschiedlichster Bauweise. Die Postanschrift lautet: Cite International Universitaire de Paris. Eine kleine Stadt, ausschließlich für 7000 Studenten aus 150 Nationen, die hier nicht nur bezahlbaren Wohnraum vorfinden, sondern Teil eines beeindruckenden internationalen Projekts sind. Vor 100 Jahren, nach dem ersten Weltkrieg, wurde aus der Idee, junge Studierende zusammen lernen, wohnen, diskutieren, kochen und feiern zu lassen, Realität. Daran beteiligen sich bis heute viele Staaten, indem sie ein „eigenes“ Haus dort errichten. Zuvor müssen sie sich verpflichten, die Regeln der Cite zu akzeptieren: Toleranz, Respekt, Gleichheit, die Absage an jede Form der Diskriminierung, Freiheit des Geschlechts. Hier Studierende haben ein langes Bewerbungsverfahren durchlaufen. Sie profitieren von exzellenten Universitäten und bezahlbarem Wohnraum. Die einzelnen Länder geben ihren Häusern eigene Namen. Deutschland ist mit dem Maison-Heinrich-Heine vertreten. Russland und andere osteuropäische Länder sind (noch) nicht vertreten. China bietet zwar 300 Plätze, hat aber die Charta der Cite-Werte bisher nicht unterschrieben. Eine Voraussetzung lautet, dass mindestens 30% aller Plätze an Studierende aus anderen Ländern vergeben werden müssen. Die Folge: Das Chinesische Haus steht seit 2024 leer auf dem Gelände. Das Beispiel Paris kann sicherlich nicht 1:1 hier und da kopiert werden, zeigt aber, dass mit Kreativität und gutem Willen Berge versetzt werden können oder bezahlbarer Wohnraum errichtet werden kann. Nicht nur für Studierende. Übrigens haben seit der Eröffnung der Cite im Jahr 1925 über 450.000 junge Menschen aus aller Welt dort friedlich zusammen gewohnt.

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels "Wir sind friedlich, was seid ihr?" Vom 30.12.2025

Veröffentlicht am 21.02.2026

 

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