Gesellschaft Rhader Ostergedanken - Der Zweifel wird zum ständigen Begleiter

Die Welt ist dabei, aus den Fugen zu geraten. Nicht an nur wenigen Stellen, sondern auf allen Kontinenten. Die lebensbedrohenden Ursachen sind menschengemacht. Trotz frühzeitiger Warnungen, umzusteuern. Vor 50 Jahren erschien das Buch „Grenzen des Wachstums“. Es wurde ein Bestseller. Hinter dem Autor standen viele Wissenschaftler, im „Club of Rome“ zusammengeschlossen. Sie untersuchten den Zusammenhang von Bevölkerungswachstum, zur Neige gehender Ressourcen und dem Weltklima. Ihre Kernaussage: Machen wir so weiter wie bisher, wird unsere Erde kollabieren. Und wir mit ihr. 1972, also vor 50 Jahren zählten wir 3,8 Mrd. Menschen. Heute sind es knapp 8 Milliarden. Die fossilen Rohstoffe sind knapper geworden, das Wasser schmutziger, die Temperaturen ansteigend, der Boden trockener, die Wetterkatastrophen, zunehmend, das Nahrungsangebot abnehmend. Das führt zu immer mehr und brutaleren Verteilungskämpfen zwischen den Staaten. So wie vor 50 Jahren in Modellen berechnet und vorhergesagt. Parallel beginnen demokratische Strukturen zu zerbröseln. Auch vor unserer europäischen Haustür. Parteien werden kaum noch nach Inhalten, sondern überwiegend nach Personen bewertet. Trotz einem Informationsüberangebot, reichen vielen nur noch Überschriften in sogenannten sozialen Medien. Fake-News inbegriffen. Die gedruckten Zeitungen, insbesondere die Lokalausgaben, sterben aus. Die Kirchen sind mit sich selbst beschäftigt und verlieren Zuspruch. Wer bietet Trost und Orientierung? Wer ist verantwortlich für unsere Welt? Wer muss sich dem Schwächeren zuwenden? Wer kann als Vorbild gelten? Wer räumt den Zweifel, der uns ständig begleitet, aus? Viele Fragen, die auch Bob Dylan in seinem Welthit (Auszug) stellt:

Wie große Berge von Geld gibt man aus

Für Bomben, Raketen und Tod?

Wie große Worte macht heut mancher Mann

Und lindert damit keine Not

Wie großes Unheil muss erst noch geschehen

Damit sich die Menschheit besinnt?

Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind

Die Antwort weiß ganz allein der Wind

Veröffentlicht am 17.04.2022

 

Allgemein Geschichte: Die SPD-Spitze wurde jahrelang ausspioniert - von Adenauer und dem BND

Historiker haben das Bundesnachrichten-Archiv ausgewertet - Zuträger waren auch SPD-Mitglieder

Konrad Adenauer (CDU) wurde 1949 mit nur einer Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Bis 1963 gewann er 3 weitere Bundestagswahlen. Das bis heute von der CDU gezeichnete Bild eines aufrechten Demokraten hat aber tiefe Risse bekommen. Konrad Adenauer war nämlich nicht zimperlich, seine Macht gegenüber der SPD zu verteidigen. Mit unlauteren Methoden. Dazu verhalfen ihm sein Staatssekretär Hans Globke und Reinhard Gehlen, der den Bundesnachrichtendienst BND aufgebaut hat. Adenauer hat es immer verstanden, die SPD mit der Behauptung zu diskreditieren, sie sei den Kommunisten sehr nahe, um so Stimmen und Wahlen zu gewinnen. Erfolgreich, wie wir wissen. Dass er sich aber dazu ungesetzlicher und undemokratischer Mittel bediente, ist erst jetzt durch wissenschaftliche Auswertungen des BND-Archivs belegt worden. Für Aufsehen sorgte die Erkenntnis, dass 2 SPD-Mitglieder mit ungehindertem Zugang zum SPD-Vorstand, ohne Zeitverzug, alle internen und vertraulichen Besprechungsergebnisse an Gehlen und Globke weiterleiteten. Der Letztgenannte entschied dann, was Adenauer vorgelegt wurde. Dessen Unterstreichungen und Kommentare zeigen, dass der Alte, wie er im Volksmund genannt wurde, das ungesetzliche Spitzelwesen zu keinem Zeitpunkt unterband, sondern für seinen Machtanspruch ohne Skrupel, und unter Missachtung der geltenden Verfassung, nutzte. Das Rad der Geschichte kann nicht zurückgedreht werden. Es zeigt aber, dass Demokratie ein zartes Pflänzchen ist. Tägliche Pflege inbegriffen.

Eigener Beitrag auf Grundlage der Dokumentation in der Süddeutschen Zeitung „Wie Adenauer die SPD ausspionieren ließ“ vom 9./10.April 2022 und des ZEIT-Berichts „Adenauer war jedes Mittel recht“ vom 13.04.2022    

Veröffentlicht am 16.04.2022

 

Kommunalpolitik Der Tisa-Brunnen und die Dorstener Lobbyisten

Ohne Bürger-Proteste wäre ein unverwechselbares Denkmal ins Abseits geraten

Schwester Paula war eine Persönlichkeit über Dorsten hinaus. Ihre künstlerischen Arbeiten, unter dem Kurzzeichen Tisa ein Begriff, zieren viele Orte in der Lippestadt und darüberhinaus. Herausragend war der Brunnen auf dem Marktplatz. Ein Geschenk der Kreissparkasse an die Stadt. Schwester Paula musste von Ludwig Poullain, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der WestLB, regelrecht überredet werden, als Gestalterin zu fungieren. Erst als sie die Zusicherung erhielt, den Brunnen ausschließlich nach ihren Vorstellungen entwerfen zu können, sagte sie zu. Viele Relieftafeln zieren den tief liegenden Brunnen, die den Betrachtern nicht nur die Geschichte der Stadt erzählen. Jahrzehntelang ein Anziehungspunkt auch für Kinder, die von leicht sprudelnden Wasserfontänen angezogen wurden. Die Neupflasterung des Marktplatzes nutzten im letzten Jahr die Lobbyisten der Dorstener Geschäftswelt, um den Brunnen vom Marktplatz zu verdrängen. Mehr Platz für Gastronomie und lukrative Events, so ihre geschichtslose Argumentation. Erstaunlich, dass sie im Rathaus erhört wurden. Plötzlich war der Brunnen so marode, dass er von „Experten“ sogar als künstlerisch wertlos bezeichnet wurde. Ein Bürgersturm der Entrüstung folgte. Der Bürgermeister versuchte „Gesichtswahrung“ nach allen Seiten und zog plötzlich einen Kompromiss aus dem Hut. Eine Kopie des Brunnens wird erstellt, die Innenstadt bleibt Standort. Zwar nicht auf dem Marktplatz, sondern nun zwischen der alten Stadtwaage und der katholischen Kirche. Sicherlich wird die neue „Enthüllung“ des Brunnens genutzt werden, um den seltsamen Kompromiss zu feiern. Besonders von denen, die ihn vom richtigen Standort erfolgreich verdrängt haben. Besser wäre, sich still über ihre kommunale Geschichtslosigkeit zu schämen.

Eine kritische Anmerkung aus Rhade

Veröffentlicht am 15.04.2022

 

Landespolitik Wenn Politiker über Urlaubsreisen stolpern - und die Wahrheit nur scheibchenweise ans Licht kommt

Sie stehen permanent in der Öffentlichkeit. Sie müssen ständig präsent sein. Die Rede ist von Politikern, die als gewählte Volksvertreter kaum noch ein Privatleben haben. Der Verdienst ist im Gegensatz zum Management deutscher Unternehmen niedrig. Ihnen schlägt dennoch häufig Neid und Raffgiermentalität entgegen. Jetzt werden auch ihre Urlaubsreisen seziert. Und da kommt Erstaunliches zutage. Während in allen Unternehmen Urlaub geplant und angemeldet werden muss, um in dieser Zeit die Vertretung zu gewährleisten, scheint in der Politik ein ganz anderes Verständnis von Organisation zu gelten. Wenn der NRW-Ministerpräsident (CDU) nicht weiß, wo sich seine Minister und Staatssekretäre in der schlimmsten Flutkatastrophe des Landes über Tage hinweg aufhalten, hat er seinen Laden nicht im Griff. Wenn Minister und Staatssekretäre dieses unmögliche Teamverhalten noch rechtfertigen, sind sie fehl am Platze. Gehen sie nicht freiwillig, muss der „Chef“ übernehmen. Wenn der Chef keine Führung zeigt, ist auch er nicht für diesen politischen Spitzenjob geeignet. Zur Erinnerung: Am 15. Mai wird in NRW ein neuer Landtag gewählt.

Veröffentlicht am 14.04.2022

 

Bundespolitik Bitte an Bundesregierung - Nerven und kühlen Kopf behalten

Olaf Scholz führt mit ruhiger Hand und großer Verantwortung

Je länger der schreckliche Krieg in der Ukraine andauert, je lauter werden Forderungen an Deutschland, sich mehr einzumischen. Sie kommen aus dem eigenen Land, aber auch aus dem Ausland. Die SPD-geführte Bundesregierung mit Bundeskanzler Olaf Scholz ist gut beraten, alles dafür zu tun, den Konflikt nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. Die eingeschlagene Linie, sich mit unseren Verbündeten in der NATO und der EU über alle Maßnahmen zur Beendigung des Krieges ganz eng abzustimmen, schließt Alleingänge Deutschlands aus. Das ist gut und beruhigend. Besonders der Ruf, Deutschland soll jetzt auch schwere Waffen der ukrainischen Armee liefern, die bislang nicht als Verteidigungswaffen galten, birgt die Gefahr, als Kriegspartei angesehen zu werden. Der russische Präsident Putin, der verantwortlich für das Verbrechen in der Ukraine ist, muss als unberechenbar angesehen werden. Er scheint genau darauf zu warten, um daraus einen Rechtfertigungsgrund abzuleiten, die Sicherheit Russlands mit allen Waffen zu verteidigen. Daher ist die Strategie von Olaf Scholz zu unterstützen, die Gesprächskanäle nicht ganz abreißen zu lassen, Sanktionen gegenüber dem Aggressor zu verhängen, humanitäre Hilfe zu gewährleisten und Verteidigungswaffen zu liefern. Nicht zu vergessen, unmissverständlich in Richtung Putin und seinen Handlangern zu kommunizieren, dass der Tag vor dem internationalen Gerichtshof kommen wird, um die begangenen Kriegsverbrechen zu ahnden. Deutschland darf sich glücklich schätzen, einen sozialdemokratischen Bundeskanzler mit besonderem Verantwortungsgefühl an der Spitze unserer Regierung zu wissen.

Ein Kommentar aus Rhade

Veröffentlicht am 13.04.2022

 

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