JEDER MENSCH sollte zur Pflichtlektüre gehören
Ein kleines Buch, nur 32 Seiten. In 15 Minuten gelesen. Aber danach dauerhaft zum Nachdenken anregend. Und - das ist das Besondere - es fordert auch zum Mitmachen und Abstimmen auf. Als Autor zeichnet Ferdinand von Schirach verantwortlich. 1964 geboren, Jurist, Dramatiker und Schriftsteller. In seinem Text plädiert er für die Ergänzung unserer Grundrechte, die in der Charta der Europäischen Union und unserem Grundgesetz festgeschrieben sind. „Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es.“ So der kurze Verfassungstext Amerikas 1776 und Frankreichs 1789. Unser Grundgesetz wurde 1949 aus der Taufe gehoben. Das, was die Amerikaner und Franzosen in einem Satz ausdrücken, findet sich in den ersten 19 Artikeln unseres Grundgesetzes, die als unsere Grundrechte gelten, wieder. Nun regt Ferdinand von Schirach an, diese Grundrechte um sechs weitere zu ergänzen. Damit sollen die neuen, aber für viele Menschen existenzbedrohenden aktuellen Herausforderungen, wie Klimawandel, Digitalisierung und Globalisierung, rechtlich so eingestuft werden, dass der Satz, „Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es“, auch morgen Leitsatz unseres Handelns ist. Das Buch kostet 5 Euro und ist im Verlag Luchterhand erschienen.
Die neuen Grundrechte lauten (unwesentlich gekürzt):
Veröffentlicht am 15.12.2021
Veröffentlicht am 14.12.2021
Wer fühlt sich im Rathaus eigentlich verantwortlich?
Die Euphorie war mit den Händen zu greifen. Rhade bekommt Glasfaser. Ein Quantensprung in die Zukunft. Wer zögert, hat nicht verstanden. Der Bürgermeister als Werbefachmann. Als Assistenten, bekannte Bürger vor Ort. So konnte die gesetzte Vertragsabschluss-Hürde genommen werden. Rhade auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Rot-weiße Bausstellen-Baken, Bautrupps aus aller Welt, aufgerissene Gehwege und Straßen waren das sichtbare Zeichen dafür, dass es vorwärts geht. Nachdem die versprochenen Zeitpläne mehrfach gerissen wurden, machte sich vorsichtige Skepsis breit, ob der ausgewählte General—Unternehmer nicht doch den Mund zu voll genommen hat. Beschwichtigungen aus dem Rathaus, wenn kritische Nachfragen eintrudelten. Dass aber Monate nach dem provisorischen Schließen der Kabelkanäle immer noch Wiederherstellungs-Restarbeiten auf städtischem Grund- und Boden von außen angemahnt werden müssen, will dem aufmerksamen Bürger einfach nicht einleuchten. Egal ob es um den Gehweg an der Lembecker Straße, den Bereich Mainstraße/Kalter Bach oder den Stuvenberg geht, überall gibt es gefährliche Stolperfallen. Seit Monaten! Auf Nachfragen lautet die Antwort in der Regel: „Wir sind mit Deutscher Glasfaser, das ist die Firma die uns das Zukunftsprodukt verkauft hat, im Gespräch“. Gut wäre, wenn das Gesprächsergebnis einmal öffentlich bekannt gemacht würde. Eine gute Gelegenheit für den Bürgermeister, nach der erfolgreichen Werbekampagne, auch den kompletten Abschluss der Rhader Baumaßnahme zu verkünden.
Zwischenruf eines Rhader Bürgers
Veröffentlicht am 14.12.2021
Noch findet die Veränderung nur von oben nach unten statt
Es tut gut, zu den Siegern zu gehören. Die lange Leidenszeit der SPD ist seit September 2021 beendet. Wir stellen den Kanzler und wir haben die Bundestagswahl gewonnen. Wir? Waren es nicht doch eher die Wählerinnen und Wähler, darunter natürlich die eingeschriebenen Sozialdemokraten, die Olaf Scholz eindeutig als den besten Kanzlerkandidaten erkannt und als Kanzler gewollt haben? Alle Analysten sind sich darin einig. Und dennoch kam der SPD als Partei eine entscheidende Rolle zu. Sie hat Olaf Scholz ohne Wenn und Aber unterstützt. Die Wahlkampagne wurde aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin gesteuert, parallel hat der gesamte Parteivorstand (mit Kevin Kühnert) zu einer einheitlichen Sprache gefunden. Das hat überzeugt. Das hat von oben nach unten motiviert. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Eine Fußballerweisheit – auf die Politik nahtlos übertragbar. Die SPD ist oben wieder gut aufgestellt. Jetzt muss sie sich auch unten erneuern. Nur so kann an den Erfolg von 2021 auf Bundesebene auch im Land (Mai 2022) und in unserer Stadt (2025) angeknüpft werden. Gute Nachwuchsarbeit zahlt sich nicht nur im Sport aus. Wird auch als Binsenweisheit bezeichnet.
Ein Rhader Appell in Richtung Düsseldorf und Dorsten
Veröffentlicht am 13.12.2021
Was ist los am Bosporus?
Ein Land in bester Lage am Mittelmeer und eine fleißige und überaus gastfreundliche Bevölkerung verstehen die Welt nicht mehr. Sie haben einen Staatspräsidenten gewählt, der ihnen das Blaue vom Himmel versprochen hat. Sie haben ihn nicht nur im eigenen Land gewählt, sondern auch überall in der Welt, besonders in Deutschland. Also alle, die im Besitz des türkischen Passes sind und an ihn fest geglaubt haben. Die Rede ist von Recep Tayyip Erdogan. Seine Machtbefugnisse, nicht wenige sprechen von uneingeschränkten, hat er von der Mehrzahl der Wähler erhalten. Er regiert mit harter Hand. Diejenigen, die anderer Meinung sind, spüren die Faust im Nacken. Viele, die negativ aufgefallen sind, sitzen im Gefängnis. Einige seit Jahren ohne Gerichtsverhandlung. Darunter deutsche Staatsbürger. Wer protestiert läuft Gefahr, auf die Liste der Geächteten zu landen. Nicht ungefährlich. Nun dreht sich langsam aber unaufhörlich die Stimmungslage am Bosporus. Aber nicht nur dort. Auch hier in der Lippestadt erkennen immer mehr Bürger, dass sich die türkische Wirtschaft und die Währung seit Monaten auf dramatischer Talfahrt befinden. Ausgelöst vom Staatspräsidenten persönlich, der die Volkswirtschaft und Finanzpolitik neu erfinden will. Widerspruch wird mit Entlassung beantwortet. Mehrere Zentralbankchefs mussten diese Erfahrung bereits machen. 20% Inflation und 40% Lira-Abwertung seit Februar 2021 sprechen aber eine deutliche Sprache. Noch ist der Große Meister, wie ihn seine Gefolgsleute gerne nennen, uneinsichtig. Noch kann er sich auf seine Unterstützer auch in Dorsten verlassen. Ein Schwenk zu mehr Demokratie und Marktwirtschaft in der Türkei würde eine Wende zum Besseren bedeuten. Nicht nur für die Türkei. Wann sprichst du Klartext, mein Freund Kadir in Dorsten?
Sonntagsgedanken aus Rhade, die auf Grundlage des ZEIT-Berichtes „ABSTURZ“ vom 2. Dezember 2021 formuliert wurden.
Veröffentlicht am 12.12.2021