Hand aufs Herz: Wenn Du entscheiden dürftest, worauf würdest Du verzichten?
160 repräsentativ ausgewählte Bürger in Deutschland haben in vielen Online-Sitzungen und Arbeitskreisen eine wichtige Frage versucht zu beantworten, die uns alle betrifft. Um das überlebensnotwendige 1,5 Grad-Celsius-Ziel*) zu erreichen, müssten wir alle auf viele gewohnte Dinge verzichten. Wozu wären wir ernsthaft bereit? Um die Antwort der 160 im Kern vorwegzunehmen: Ja, wir würden freiwillig Verzicht üben, aber nicht so radikal, wie es tatsächlich notwendig wäre, um das international angestrebte Ziel punktgenau zu erreichen. Ein Beispiel: Um in der Nutztierhaltung, die für einen wesentlichen CO2-Ausstoß verantwortlich zeichnet, die angestrebte 1,5 Grad-Celsius-Marke zu erreichen, müsste dieser entscheidend abgebaut werden. Mit 45% Reduktion, könnten wir uns einverstanden erklären, so die Teilnehmer. Als aber Experten vorrechneten, dass selbst mit diesem deutlichen Fleisch-Konsumverzicht die angepeilte 1,5%-Marke gerissen, nämlich bei 1,7% landen würde, machte sich Nachdenklichkeit breit. Abschließend einige Empfehlungen des „Bürger-Klimarates“**)
- Mindestabstand von Windrädern aufheben
- Kohleausstieg bis 2030 (nicht 2038)
- Tempolimit Autobahn-120, Landstraße-80, innerorts-30 km/h
- Erstzulassung von Autos mit Verbrennungsmotor nur noch bis 2027
- Emissionsminderung durch Reduzierung der Nutztierbestände um 50% bis 2030
*) Die Absicht ist, den globalen Temperaturanstieg, gemessen am vorindustriellen Zeitalter, möglichst auf 1,5 Grad C. zu begrenzen
**) Der Bürgerrat Klimaschutz wird von der ökologisch engagierten Zivilgesellschaft und 3 Stiftungen getragen. Für das Projekt wurden über 2 Millionen Euro investiert. Die Ergebnisse sollen in die öffentliche Diskussion einfließen.
Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Was wollen die Bürger sich zumuten?“ vom 24.06.2021
Veröffentlicht am 01.07.2021
Ein Blick über den Rhader Tellerrand - nicht ganz ohne Neid
In Dorsten wird geklotzt. In der Mitte Dorstens. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Erfolgsmeldungen. Ob Neupflasterung der Fußgängerzone, Neuanstrich der Hochstadenbrücke oder aktuell neue Kunstobjekte im Bürgerpark. In Rhade, ein Teil Dorstens, wird seit Jahren beratschlagt, was vor Ort gut für die Steigerung der Lebensqualität wäre. Warum, so fragen nicht wenige Bürgerinnen und Bürger, dauert bei uns alles so lange? Warum kann zum Beispiel die Nachbarkommune Heiden einen riesigen Naturlärmschutzwall für ein noch geplantes Wohngebiet zwischen Ostwall und Rekener Straße errichten, wenn die Rhader Anlieger entlang der A31 (z. B. Am Hünengrab) seit über 30 Jahren mit dem steigenden Lärm leben müssen? Warum gibt es dort ein tolles Kreisverkehrssystem? Warum, so lautet eine weitere Frage, konnte vor Jahren in Raesfeld-Erle ein Wirtschaftsweg zur Fahrradstraße gewidmet werden, wenn für den gleichen Vorschlag in Rhade (Schlehenweg) seit Jahren die Vorschriftenbücher gewälzt werden? Ja, Rhade ist noch lebens- und liebenswert. Aber dass Stillstand Rückschritt bedeutet, gehört zum Allgemeinwissen. Wenn es gelingt, den Rhader Neid in dynamische Zukunftsenergie und KONKRETE UMSETZUNGSPROJEKTE umzuwandeln, dann haben auch wir es geschafft.
Ein Zwischenruf zur aktuellen Rhader Diskussion
Veröffentlicht am 30.06.2021
Veröffentlicht am 29.06.2021
Ungarns Verhalten ist mehr als Provokation
Die EU hat sich im Laufe der Zeit von einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft zu einem solidarischen Werteverbund weiterentwickelt. Sie war so attraktiv, dass immer mehr Staaten dazugehören wollten. Alle Beitrittskandidaten wurden mit offenen Armen aufgenommen. Vorausgesetzt, sie haben die Aufnahmekriterien formal erfüllt und mit ihrer Unterschrift dokumentiert, künftig und dauerhaft die gemeinsam aufgestellten Regeln einzuhalten. So wurden aus sechs Gründerstaaten insgesamt 28 Länder, die die EU bildeten. Die Wirtschaft florierte. Wenn es aber mal stockte, waren es besonders deutsche Kanzler, die den Laden durch Kompromisse und finanzielle Zugeständnisse am Laufen hielten. Egal ob es SPD-Regierungschefs wie Brandt, Schmidt und Schröder waren, oder von der CDU Kohl und Merkel - sie alle haben sich um die EU verdient gemacht. Mit der Masse kam aber auch die Unübersichtlichkeit und in deren Folge die Selbstherrlichkeit einiger Staatschefs. Ungarns Victor Orban mutierte von einem lupenreinen Demokraten zu einem gefürchteten Autokraten. Alle Versuche, ihn wieder einzufangen und an den unterschriebenen EU-Vertrag zu erinnern, verpufften. Erstmals (!) haben Staatschefs einem Partnerstaat nahegelegt, die EU zu verlassen. Eine Zeitenwende. Aber lange überfällig. Als Großbritannien freiwillig ausstieg, war das Bedauern der restlichen 27 unüberhörbar. Bei Ungarn überwiegt ein ganz neuer, bisher nie gehörter Ton.
Eine Rhader Meinung
Veröffentlicht am 29.06.2021
2011 - Ein Blick in die 109. Ausgabe der SPD-Nachrichten für Rhade
„Respekt, Anerkennung und Dank, manchmal sogar Bewunderung, erfahren in der Regel die Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für die Gesellschaft einsetzen. Ob in Vereinen oder Bürgerinitiativen, sie genießen zu Recht öffentliche Würdigung und Akzeptanz. Nur wer sich für die ehrenamtliche, unbezahlte Arbeit in einer Partei entschieden hat, wird davon so gut wie ausgeschlossen. Dabei läuft ohne dieses Engagement auch in unserem Ort nichts, fast nichts. Allein die Überzeugung, etwas für Rhade, für uns und unsere Kinder tun zu müssen, ist fast immer das Motiv der gar nicht so kleinen Gruppe in den Parteien. Die vielen SPD- und CDU-Mitglieder, die sich seit Jahren vor Ort „kümmern“, haben es ebenfalls verdient, wie alle anderen Ehrenamtlichen behandelt zu werden. Ein guter Vorsatz für 2012, von dem sich die Bürger, die Presse und jeder selbst angesprochen fühlen sollte. Dann nimmt vielleicht auch der häufig geringschätzige bis beleidigende Unterton gegenüber den „Politikern“ vor Ort ab. Das haben sie nämlich alle nicht verdient.
Aktuelle Anmerkung 2021: Bürgerforen der Stadt verstehen sich als überparteiliche Bürgerinitiativen. Dort geborene und in Angriff genommene Initiativen sind aber nicht unpolitisch. Im Gegenteil. Parteien wirken an der Willensbildung auch mit (GG, Art. 21). Sie und ihre Mitglieder sind also natürliche, gleichberechtigte Bestandteile jeden Bürgerforums. Der vor 10 Jahren geschriebene Kommentar ist heute wieder hochaktuell.
Veröffentlicht am 28.06.2021