Die öffentliche Diskussion ist in Teilen peinlich - Ein Kommentar
Schwester Paula (Tisa) ist in der Lippestadt ein Begriff. Sie hat immer „gegeben“ und wurde dafür zur Dorstener Ehrenbürgerin ernannt. Ihr künstlerisches Werk ist vielfältig und international anerkannt. Nun gilt es, „ihr Erbe“ so zu verwalten, dass ihre Botschaft, jederzeit für inneren und äußeren Frieden einzutreten, über den Tag hinaus Bestand hat. Seit Monaten wird aber eine peinliche öffentliche Diskussion darüber „gepflegt“, ob das von ihr geschaffene Brunnenkunstwerk, das der Neupflasterung des Marktplatzes weichen musste, wieder aufgebaut werden sollte. Der Stadtrat hat sich inzwischen positioniert und plädiert für eine Kopie des Brunnens an gleicher Stelle oder einen ähnlichen Brunnen, der Tisas Wirken würdigt. „Wie würdest du entscheiden?“, lautete mehrfach der Aufruf der Verwaltung an die Bürger unserer Stadt, sich einzumischen. Was gut gemeint war, bekommt aber inzwischen eine peinliche Note. Wer für mehr Gastronomieplätze auf dem Markt wirbt und dafür den Brunnen opfern will, hat nicht verstanden, was die Attraktivität einer Stadt ausmacht. Anstatt mit dem Leben und Wirken der Ehrenbürgerin Schwester Paula als ein Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt zu werben, leisten wir uns eine andauernde und überflüssige Diskussion. Je länger sie anhält, je mehr entfernen wir uns von Schwester Paulas Botschaft. Peinlich.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 10.05.2021
Veröffentlicht am 09.05.2021
Olaf Scholz wird auf dem Bundesparteitag für Aufbruch und Mut werben
Während die Konkurrenzparteien noch nach einem Kandidaten suchten und nicht einmal ein Programm vorweisen konnten, nutze die SPD ihren Vorsprung, um das gemeinsam erarbeitete Zukunftsprogramm mit Olaf Scholz zu präsentieren. Heute werden die Delegierten aus ganz Deutschland Olaf Scholz offiziell bestätigen und damit gemeinsam mit dem sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten den Startknopf für die Bundestagswahl am 26. September drücken. Es wird ein digitaler Parteitag sein. Corona zwingt dazu.Die SPD kann sich glücklich schätzen, mit Olaf Scholz einen Kanzlerkandidaten zu haben, der nicht nur langjährige Regierungsverantwortung vorzuweisen hat, sondern Ruhe, Seriosität und Tatkraft verkörpert. Hier lohnt ein kurzer Blick zu den Mitbewerbern. Hier fehlt jegliche Erfahrung einer Regierung vorzustehen, dort haben Wankelmut und Unentschlossenheit die Oberhand. Vorteil SPD! Vorteil Olaf Scholz! Leider bisher nur auf dem Papier. In der Praxis müssen der anvisierte MUT und die AUFBRUCHSTIMMUNG noch bei den Bürgern/Wählern ankommen.
Eigener Beitrag
Am Bundesparteitag kann heute jeder live unter www.spd.de ab 11 Uhr teilnehmen.
Veröffentlicht am 09.05.2021
Vor 76 Jahren wurden wir vom menschenverachtenden Nationalsozialismus befreit
Es war der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der 1985 endlich den Deutschen schonungslos sagte, dass sie nicht den Weltkrieg verloren haben, sondern vom Faschismus befreit wurden. Heute, am 8. Mai, machen wir auf eine 16-teilige Edition „Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden“ aufmerksam, um gegen das Vergessen aufzustehen. Dazu zitieren wir 2 Dokumente, die das Blut in den Adern gefrieren lassen:
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, … richte ich an Sie die ergebene Bitte, mir zu gestatten, noch einige jüdische Wohnungen wegen Überlassung von Möbeln zu besichtigen, … um unsere neue Dienststelle im alten Rathaus einzurichten. Dazu fehlen noch einige Schreibtische …, besonders auch kauk. Nußbaumstühle, die zu den Möbeln aus der jüdischen Wohnung Durst … passen. Für einen baldigen Bescheid bin ich dankbar. Heil Hitler!“
Schreiben der Kreisfrauenschaftsleiterin … der NSDAP an den Bürgermeister von Teschen, Koperberg vom 13.12.1939
„Betr. Waffenschaden – Gewehr Nr. 6682. Bei der am 3.11.1943 in Trawnicki stattfindenden Judenaussiedlung wurde ich von einer Jüdin … tätlich angegriffen und leicht verletzt. Da die Person Anstalten machte, nochmals zum Schlage auszuholen, sah ich mich genötigt, abzuwehren, und schlug ihr mit dem Kolben … auf den Schädel, wobei der Kolben leicht beschädigt wurde. Der Schaden selbst ist unerheblich … und beeinträchtigt die Feuerkraft … nicht im geringsten, was durch den Gebrauch im Anschluß an diesen Vorfall unter Beweis gestellt werden konnte.“
Meldung vom SS-Hauptscharführer Miller vom 31.1.1944
Quelle: DIE ZEIT Nr. 17, 22. April 2021 „Bald sprechen nur noch die Quellen“
Veröffentlicht am 08.05.2021
Berthold John hat recherchiert und hält Verwaltung und Stadtrat den Spiegel vor
Fortsetzung vom 6. Mai 2021: Eine Aussage, die gegensätzlicher nicht sein kann. Wie glaubwürdig sind die Berichtsvorlagen (BV), wenn solche Fehlinformationen getätigt werden? Welchen Rechtswert haben Ratsbeschlüsse, die durch solche Fehlinformationen zustande kommen?
In der BV v. 12.08.2015 wird ein Beschluss über einen außerplanmäßigen Aufwand für 2013 in Höhe von 2.134 Millionen Euro für Liquiditätskredite erwirkt. Ob hier ein Zusammenhang zu dem strukturiertem Kassenkredit besteht, ist aus der BV nicht ersichtlich. Wohl aber aus der BV 040/16 v. 04.04.2016, Seiten3/4 unter
2.2.3 Auswirkungen des Wechselkurses auf die Bilanz. Dort ist ein noch nicht realisierter Kursverlust in Höhe von 3,25 Millionen € auf den strukturierten Kassenkredit in Höhe von 7,1 Mio € ausgewiesen.
Der Wechselkurs hat sich nicht zum Positiven gewendet. Die Bank hat laut BV von ihrem Recht auf Konvertierung (Umwandlung) Gebrauch gemacht. Der Kredit ist zurückgezahlt, vielleicht wurde er aber auch nochmals verlängert.
Allein dieser Swissy-Vertrag über 7,1 Millionen € hat der Stadt Dorsten einen Verlust von rund 3 Millionen (!) Euro beschert. Eine unglaubliche Quote, die auch als Verschleuderung von Steuergeldern bezeichnet werden kann. Der genaue Betrag wäre noch zu ermitteln. Eine dringliche Aufgabe für den Stadtrat."
Berthold John
*) Die bisherige Recherche von Berthold John in mehreren Teilen wurde hier an folgenden Tagen 8.4.; 9.4.; 10.4.; 11.4.; 12.4.; 13.4.; 20.4,: 23.4.; 25.4.; 27.4.; 3.5.; 4.5.; 6.5. und 7.5. veröffentlicht.
Anmerkung und Vorankündigung: Wem bereits schwindlig geworden ist, sei mitgeteilt, dass noch eine weitere Veröffentlichung in Kürze über aufgenommene Liquiditätskredite der Stadtverwaltung in der Währung Schweizer Franken folgen wird. Das sollte aber dann ausreichen, den Stadtrat zu veranlassen, die Rechercheergebnisse von Berthold John der Stadtverwaltung zur schonungslosen Beantwortung auf den Tisch zu legen. Zur Erinnerung. Das offizielle Kontrollorgan der Stadtverwaltung bilden die von uns gewählten Ratsfrauen und Ratsherren.
Veröffentlicht am 07.05.2021