Eine Totaloperation ist aber nicht erforderlich, wenn ...
Deutschland ist im Gegensatz zu fast allen anderen vergleichbaren Staaten im Bereich Gesundheit sehr gut aufgestellt. Das schließt nicht aus, über Verbesserungen kontinuierlich nachzudenken. Insbesondere, um die anfallenden Kosten nicht aus den Augen zu verlieren. Das Nachdenken fand zwar immer statt, die erkannten Schlussfolgerungen wurden gerne, weil sie schmerzhaft sind, „auf später“ verschoben. Wer die Gesamtsumme des Gesundheitssektors von rund 500 Milliarden Euro (Statistisches Bundesamt) pro Jahr kennt, kann sich vorstellen, dass kein beteiligter Akteur seinen Anteil am „Kuchen“ freiwillig anknabbern lassen will. Ohne Eingriff von oben, sprich, ohne gesetzliche Vorgaben, wird sich nichts ändern. Nun zwingt ein gewaltiges Defizit zum Eingreifen. Die auf den Tisch gelegten Einsparungsvorschläge einer Beratungskommission verdienen alle unvoreingenommen geprüft zu werden. Es gibt aber ein Kriterium, das bei jeder Maßnahme verbindlich angelegt werden muss: Soziale Ausgewogenheit. Und genau an dieser Stelle ist Reparaturbedarf, oder wie es die Ärzte nennen würden, eine Behandlung zur Gesundung zu verordnen. Die gesamte Gesellschaft ist aufgerufen, sich an der jetzt beginnenden Diskussion zu beteiligen. Und der SPD kommt die Aufgabe zu, auch denen eine gleichberechtigte Stimme zu geben, die ansonsten von der Lobby der gut vernetzten Gesundheitsindustrie zu sprachlosen Statisten degradiert würden. Aus ärztlicher Sicht wäre zwar eine Behandlung des Gesundheitssystems zwingend, eine Totaloperation aber überflüssig.
Rhader Nachdenkzeilen
Veröffentlicht am 02.04.2026
Sondervermögen des Bundes wird Dorf entscheidend verändern
Wer genau hinsieht erkennt die strategisch wichtige Lage Rhades auf einen Blick. Auf der Nord-Süd-Achse teilen sich Autobahn, mehrere Stromtrassen, Eisenbahn sowie Gas- und Salzsole-Pipelines die ebene Fläche. Das ist auch der Bundesgesellschaft für die Verwendung des Sondervermögens in Höhe von 500 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen aufgefallen. Nach neuerlicher Auswertung der vor Jahren vor Ort gemachten Tiefen-Schalluntersuchungen, um bisher verborgene Kohlelagerstätten zu orten, identifizierten die Wissenschaftler eine riesige, stabile Salzstockformation. Um die immer wieder ausgesprochene Klage, Deutschland wäre bei Umsetzungen erkannter Probleme zu langsam, wurden in Berlin nun Nägel mit Köpfen gemacht. Rhade wird Lager-Zentrum für grünen Wasserstoff. Die Stadt Dorsten wird zwar angehört, aber am Verfahren nicht beteiligt. Die vorgesehene Speicherkaverne wird bereits Mitte des Jahres ausgewaschen. Für die so gewonnene Salzsole wurde mit dem Unternehmen Borth am Niederrhein (K+S) ein Vertrag abgeschlossen. Die im Bau befindliche Wasserstoff-Pipeline, in Rhade ist bereits das Röhrenlager am Rütherweg eingerichtet, erhält zusätzlich eine riesige Pumpstation, um das Gas in den dann so vorbereiteten Untergrund zu pressen und einzulagern. Neben einem Gebäude für Techniker, wird ein Campus für die weitere Forschung zur Nutzung erneuerbarer Energien in Modulbauweise errichtet. Die genannte Bundesgesellschaft rechnet mit ca. 250 Arbeitsplätzen und ca. 400 Studenten auf dem Campusgelände. Übrigens in Kooperation mit der Hochschule Essen/Duisburg. Die Dorstener Verwaltung teilt mit, kurzfristig dazu ein neues großzügiges Wohngebiet westlich vom Rütherweg, südlich der Lembecker Straße, auszuweisen und zu erschließen. In Rhade dominierte 800 Jahre der dörfliche Charakter. Das Jahr 2026 markiert einen gravierenden Wendepunkt. Zum Guten? Wir begleiten das Mammut-Projekt kritisch aber konstruktiv.
Grundlage des Berichts sind Geheimpapiere, die uns anonym übermittelt wurden und nur am heutigen Tag zur Veröffentlichung genutzt werden dürfen.
Veröffentlicht am 01.04.2026
Länder die über Rohstoffe, wie z. B. Kohle, Öl, Gas, Uran, seltene Erden, usw. im Überfluss verfügen, gelten als reich. Es ist aber nur eine Momentaufnahme, die vielleicht einige Generationen Bestand hat. Staaten, die das erkennen, sorgen entsprechend vor, indem sie frühzeitig über Alternativen nachdenken. Der größte Reichtum eines Landes sind Menschen, die über maximale Bildung verfügen. Vorsorge heißt also, in Bildung zu investieren. Und zwar in eine Wissensvermittlung, die keinen ausschließt. Die unabhängig vom Geldbeutel und Status der Eltern gewährt wird. „Kinder sind unsere Zukunft“, der Satz der früheren NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), müsste nach wie vor Programm sein. Was auf den ersten Blick einleuchtet, besteht aber immer noch nicht den Praxistest. Die Zielformulierung von Hannelore Kraft ergänzen wir heute mit einem passenden Zitat des britischen Philosophen Jonathan Sacks (1948-2020): „Um ein Land zu verteidigen braucht man eine Armee. Um die Zivilisation zu verteidigen, braucht man Bildung.“ Das Zitat wird uns im Monat April, siehe rechte Spalte, begleiten. Es soll uns motivieren, vorzusorgen. Vorzusorgen mit Bildung, die keinen ausschließt.
Veröffentlicht am 31.03.2026
Großes Interesse an Rhader Radspange
Dass das Fahrrad immer größere Bedeutung im Mix aller Verkehrsmittel gewinnt, konnten die vielen Besucher des Aktionstages „Dorsten dreht am Rad“, hautnah erleben. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club, ADFC, hat am Samstag mit Unterstützung der Dorstener Verwaltung das Radfahren in den Mittelpunkt einer entsprechenden Präsentation rund um den Bürgerbahnhof gestellt. Auch Rhade war mit einem Stand vertreten, der ständig umlagert war. Ludger Kuhlmann und Dirk Hartwich, beide seit Jahren im Arbeitskreis Dorfentwicklung des Rhader Bürgerforums aktiv, stellten die vor Ort entwickelte „Rhade-Lippe-Radspange“ vor, die, inzwischen komplett ausgeschildert, die Hohe-Mark-Route und die 100-Schlösser-Route zwischen den Knotenpunkten 37 (Rhade), 45 und 67 (Dorsten) mit der Römer-Lippe-Route verbindet. Die fast völlig verkehrsfreie, 15 Kilometer lange Strecke darf auch als Naturerlebnisroute bezeichnet werden. Auf zwei selbst gestalteten Plakatflächen konnten die Besucher den Streckenverlauf nachvollziehen und sich über die aufgeführten Vorteile hautnah informieren. Aber Ludger Kuhlmann und Dirk Hartwich haben auch den erstaunlich vielen Interessenten vermittelt, dass der Aspekt Wirtschaftsförderung durch Radfahren eigentlich einen höheren Stellenwert in Dorsten erhalten müsste. Die Verwaltung, die u.a. durch Verkehrsplaner und Klimaschutzbeauftragten vertreten war, zeigte sich ebenfalls sehr interessiert an der breiten Rhader Argumentationskette „pro Fahrrad“.
Veröffentlicht am 29.03.2026
Volker Wissing hat den FDP-Verrat an der Ampel nicht mitgemacht
Vor 16 Monaten hat der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Reißleine gezogen und seinen Finanzminister Christian Lindner (FDP) aus der Regierung geschmissen. Das bedeutete gleichzeitig das Aus der Ampel, die aus SPD, Grünen und FDP gebildet wurde. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, so harmonisch und kooperativ hatten sich die drei ungleichen politischen Brüder den Aufbruch in die Modernisierung des Landes vorgestellt. Doch schon bald begannen Sticheleien, überwiegend ausgehend vom kleinsten Ampelpartner FDP in Personen des Vorsitzenden Lindners und seines Stellvertreters Kubicki gegenüber den Regierungspartnern. Das Hinterzimmer-Drehbuch sah vor, so den Bruch der Regierung vorzeitig herbeizuführen um dann unter die wärmere Decke der CDU zu schlüpfen. Einer, der das als Verrat sah und aussprach, war der Verkehrsminister Volker Wissing (FDP). Seine Warnungen in den Gremien der FDP verpufften, sein Werben, Kompromisse im Interesse des Landes einzugehen, wurden als Schwäche diffamiert. Der Rest ist bekannt. Nach dem Bruch der Regierung trat Volker Wissing aus der FDP aus und blieb als parteiloser Minister im Kabinett Olaf Scholz bis zur Vereidigung der neuen Regierung am 6. Mai 2025. Sein Verantwortungsbewusstsein wurde im ganzen Land gewürdigt. Eine Ausnahme bildeten Lindner und Co. Fortan galt er dort als Verräter. Eine abenteuerliche, charakterlose Verdrehung der Tatsachen. Nun hat Volker Wissing mit einem Buch seine Aufarbeitung des Dramas Ampel abgeschlossen. Der Titel VERANTWORTUNG ist selbsterklärend. Volker Wissing bewies und beweist Charakter. So ist er zum Vorbild für demokratisch denkende und handelnde Politiker geworden.
Eigener Beitrag auf Grundlage des ganzseitigen Berichts in der Dorstener Zeitung/Ruhr Nachrichten mit dem Titel „Das Entsetzen des Volker Wissing“ von Daniela Vates am 26. März 2026
Veröffentlicht am 28.03.2026