Weniger Mitglieder = höhere Kosten - Dank an Initiatoren
Die Bürgeridee, im Rhader Siedlungsbereich Hünengrab/Stuvenberg etwas gegen das wilde Abkippen von Grünanfällen im nahegelegenen Wald zu tun, wurde von Ferdinand Graf von Merveldt, dem Eigentümer der Waldfläche, vor 30 Jahren sofort unterstützt. Eine Fläche wurde ausgewiesen, Mitglieder einer sogenannten „Komposthaufengemeinschaft“ geworben. In Eigenregie wurde fortan kompostiert, geschreddert und für ordnungsgemäße Benutzung der Anlage gesorgt. Was bestens jahrzehntelang funktionierte, stieß durch ständig steigende Kosten an seine Grenzen. Notwendige Beitragserhöhungen führten zu einem Schwund der Mitglieder. Die Folge ist nun das selbst beschlossene Ende einer außergewöhnlichen Bürgerinitiative. „Schade“, so ein langjähriges Mitglied, „aber absolut verständlich“. Künftig müssen die Anwohner und bisherigen Nutzer entweder eine Biotonne oder die städtischen Grünabfallcontainer, die im Bereich des Unternehmens Risthaus aufgestellt sind, nutzen. Bei der Auflösungsversammlung wurde auch beschlossen, das Restvermögen des Vereins zu je einem Drittel dem TOT Rhade, dem Förderverein Nachwuchsmusiker Schützenkapelle und der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln zu überweisen. Die Rhader Sozialdemokraten, die vor 30 Jahren im damals noch existierenden Bezirksausschuss Rhade/Lembeck die Bürgerinitiative der Siedlergemeinschaft aktiv unterstützt haben, sagen den Initiatoren ausdrücklich Dank und Anerkennung für die jahrzehntelang geleistete ehrenamtliche Gemeinschaftsarbeit und den damit verbundenen aktiven Umweltschutz.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 05.10.2020
Demokratie lebt vom fairen Ringen um den besten Weg - Beleidigungen und persönliche Herabsetzungen gehören nicht dazu
Amerika - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Amerika - das Land der unbegrenzten Widersprüche. Dass, was uns die amerikanische Politik zurzeit bietet ist weder seichte Unterhaltung, noch eine schrille Politposse. Es ist eine Schande der Demokratie. Dennoch können wir hier davon lernen, nie so werden zu wollen. Die aktuell schlechten Beispiele von der anderen Seite des Atlantiks eignen sich nämlich gut, sein eigenes Verhalten immer wieder neu zu überprüfen. „Politik ist ein schmutziges Geschäft“, so leichtfertig urteilt nicht nur der Stammtisch. Politik in der Demokratie heißt aber, den parteipolitischen Konkurrenten nicht als Feind zu bewerten. Feindschaft führt in der Regel zu Hass. Und der Schritt vom Hass zur Gewalt ist ein ganz kleiner. Wenn der derzeitige amerikanische Präsident eine rechtsradikale Gruppierung jetzt öffentlich auffordert, sich nach der Wahl bereit zu halten, zeigt das eindringlich, wohin falsche Wortwahl führen kann. Nämlich zur Steigerung von Hass und in der Folge zur Infragestellung demokratischer Strukturen. Einen überzeugenderen Grund diesen charakterlosen Präsidenten abzuwählen gibt es nicht. Seine "plötzliche" Erkrankung ändert daran nichts.
Sonntagsgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 04.10.2020
Harte Fakten und ein diffuses Bauchgefühl
Was für eine Sensation, was für eine Freude. Das zweigeteilte Deutschland hatte nur knapp 45 Jahre Bestand. Während wir im Westen den Begriff Freizügigkeit nicht nur kennengelernt, sondern echt gelebt haben, waren unsere „Brüder und Schwestern“ hinter einer Mauer und kilometerlangen Grenzstreifen nur sehr eingeschränkt frei. Ein Blick in das aktuelle Magazin SCHWARZROTGOLD der Bundesregierung zeigt, was an Veränderungen und Verbesserungen in den letzten 30 Jahren seit der Wiedervereinigung erreicht oder nicht erreicht wurde (ein Auszug):
- 80% der Ost- wie Westdeutschen halten die Wiedervereinigung für einen Glücksfall
- 9 von 10 Deutschen halten die Wiedervereinigung für (teilweise) gelungen
- 61% der Ostdeutschen sagen, dass es ihnen materiell jetzt besser geht
- 40% im Westen sind mit unserer Demokratie zufrieden - im Osten nur 22%
Das alles sind statisches Fakten. Daneben gibt es aber noch das Bauchgefühl. Und das wird auch 30 Jahre „danach“ viel häufiger bedient, um pauschal und emotional zu bewerten. Im Osten: Wir sind nicht gleich viel wert. Im Westen: Wir haben „alles“ gegeben, ernten aber nur Undankbarkeit und Unzufriedenheit. Ein Kern Wahrheit steckt in beiden Aussagen. Gut und wichtig wäre, 30 Jahre danach über den Ost-West-Tellerrand zu blicken. Und dann wird deutlich, dass es im Westen auch abgehängte Regionen gibt und im Osten Städte und Landkreise, die mit Düsseldorf und München locker konkurrieren können. Wir haben noch viel zu tun, bis gleichwertige Lebensverhältnisse im Ruhrgebiet und im Erzgebirge wie im Frankfurter Raum oder rund um Potsdam bilanziert werden können.
Ein Zwischenruf aus Rhade zum runden 30-jährigen Wiedervereinigungsgeburtstag
Veröffentlicht am 03.10.2020
Fridays for Future macht mobil
Die Zukunft der sogenannten etablierten Parteien hängt davon ab, ob sie junge Menschen für sich und ihr Programm begeistern und gewinnen können. Die SPD ist die älteste deutsche Partei. Sie kann stolz auf das verweisen, was sie in über 150 Jahren für die Menschen getan hat. Sie hat aber ein aktuelles Problem. Junge Menschen machen einen Bogen um sie. Obwohl sich Willy Brandt mit dem Slogan, „der Himmel über der Ruhr muss wieder blau sein“ als Visionär und erster Grüner geoutet hat, folgte ihm die SPD in Sachen Umweltschutz zu spät. Die Folge: Eine neue Partei machte sich auf, Farbe und Programm in Übereinstimmung zu bringen. Der Zulauf von jungen, kritischen Wählerinnen und Wählern nahm ihren Anfang. Heute ist der Begriff KLIMASCHUTZ ganz oben auf der Agenda der meisten Parteien angekommen. Er ist für unseren Globus überlebenswichtig. Greta Thunberg ist das Gesicht einer ganzen Schülergeneration. Sie hat es mit ihrem Schulstreik geschafft, eine weltweite Bewegung dynamisch in Gang zu setzen. Die SPD ist gut beraten, nicht nur symbolisch Sympathie zu zeigen, sondern ihre Umweltpolitik so nachhaltig auszurichten, dass junge Menschen auch bei den Sozialdemokraten eine politische Heimat finden. Für das Klima auf unserer Erde steht die Uhr auf 5 vor 12. So wie für die SPD.
Der Freitagsappell aus Rhade in Richtung Jugend und SPD
Veröffentlicht am 02.10.2020
Geld spielt (anscheinend) keine Rolle
Gestern die Fußgängerzone, morgen die Hochstadenbrücke, übermorgen das Gelände rund um das Petrinum und die VHS. Die Innenstadt wird mit Millionen Euro modernisiert. Jahrelang haben wir eingetrichtert bekommen, Pleite zu sein. Plötzlich ist soviel „Kohle“ da, dass das eigene Planungsamt kaum nachkommt, die Maßnahmen zu koordinieren und den Abrechnungsprozess im Blick zu behalten. Wir Rhader blicken gebannt in das Lippestadt-Zentrum. Warum funktioniert dort, was hier seit Jahren an fehlenden Finanzen scheitert? Warum würden die Anlieger der Lembecker- und Debbingstraße mit Anliegerbeiträgen beim verkehrssicheren Umbau belastet? Warum die Haus- und Grundbesitzer im fertigen fußläufigen Bereich Dorstens gar nicht? Wieso wird die für Rhade wichtige Fußgänger- und Radwegeverbindung zwischen Mainstraße und Schlehenweg (Pättken) seit Jahren nicht verkehrsgerecht gestaltet? Wieso, weshalb, warum? Wir Rhader sind ein Teil Dorstens. Wir liegen am Rand der Lippestadt. Das heißt aber nicht, dass wir als Randnotiz der kommunalen Neuordnung von 1975 in die Geschichte eingehen müssen. Zum wiederholten Mal werden wir aktuell aufgefordert, unsere Bedürfnisse zu nennen. Wir in Rhade wollen endlich sehen, dass hier etwas umgesetzt wird. Mit den bisherigen Versprechungen und Absichtserklärungen können wir den Hochstadenplatz pflastern, der jetzt aktuell in Dorsten mit 3,7 Millionen Euro (!) aufgehübscht wird.
Ein kritischer Einwurf aus Rhade in Richtung Dorstener Rathaus
Veröffentlicht am 01.10.2020