Auch für Rhade und Dorsten wichtig
Eine beeindruckende Studie schlüsselt auf, mit welchen Verkehrsmitteln die Deutschen 2017 unterwegs waren. Nackte Zahlen zwar, aber mit hoher Aussagekraft, die als Grundlage der weiteren Verkehrsplanung herangezogen werden müssen. Im Bund, Land und in unserer Stadt. Wir zitieren heute auszugsweise, ohne zu kommentieren. Wird fortgesetzt.
Die Fakten:
- Mehr als 3 Milliarden Kilometer legen wir in Deutschland zurück – am Tag!
- Das Auto: 46,9 Mio. PKW sind angemeldet; 6,7 km lang ist die Hälfte aller Wege; 59% der Menschen auf dem Land nutzen ihr Auto täglich; 1,5 Personen sitzen durchschnittlich im Auto
- Das Fahrrad: 72 Mio. Fahrräder gibt es, davon 4 Mio. E-Bikes; 2 km oder kürzer ist die Hälfte aller Wege; 71% aller Radler fühlen sich unsicher wegen zu viel Verkehr; für 9% auf dem Land ist das Fahrrad das Hauptverkehrsmittel
- Die öffentlichen Verkehrsmittel (ÖPNV): 11,5 Mrd. Fahrgäste im Jahr 2017; 5% der Menschen auf dem Land nutzen den ÖPNV täglich; 8,1 km oder kürzer ist die Hälfte aller Wege; Für 25% der 11-17-Jährigen ist der ÖPNV das Hauptverkehrsmittel, bei den 40-49-Jährigen sind es 8%; 32% bewerten den ÖPNV im ländlichen Bereich als ungenügend
- Der Fußgänger: 49% der Nichtberufstätigen ohne eigenes Auto gehen meistens zu Fuß; 17% der Menschen auf dem Land gehen hauptsächlich zu Fuß; jeder 7. Verkehrstote 2017 war Fußgänger; 1 km oder kürzer ist die Hälfte aller Wege; mindestens 2,5 m breit sollten Gehwege sein, meistens sind es nur 1,5 m
Quelle: Auszug der Studie „Mobilität in Deutschland“ vom: Verkehrsministerium,
Kraftfahrtbundesamt, ADAC, Umweltbundesamt, Sinus Fahrradmonitor, Nationaler Radverkehrsplan. Eigene Zusammenstellung nach einer ZEIT-Veröffentlichung „Viel unterwegs“, Nr. 49, 29.11.2018
Veröffentlicht am 10.12.2018
Unbedingt, sagt Navid Kermani
Ein renommierter deutscher Schriftsteller und Publizist, der immer auch als Kandidat für das Bundespräsidentenamt genannt wurde, erinnert die SPD an ihre wichtigste Aufgabe und Zielsetzung. Und diese heißt SOLIDARITÄT. Solidarität durch alle gesellschaftlichen Schichten, Generationen und über nationale Grenzen hinweg. Die provokante Überschrift zwingt Mitglieder und Sympathisanten der SPD zum Nachdenken. Sein kurzes Statement in der Wochenzeitung DIE ZEIT zwingt aber auch zum Handeln. Diese Verzagtheit, diese Unsicherheit, dieses Wegducken, ist mit den Händen zu greifen. Die SPD wird dringend gebraucht. Sie ist nicht überflüssig und sie muss sich nicht neu erfinden. Sie muss nur authentisch sein. Authentisch heißt, Glaubwürdig und solidarisch. Durch alle gesellschaftlichen Schichten, Generationen und auch über nationale Grenzen hinweg. Es ist gut, dass kritische Menschen wie Navid Kermani die SPD daran erinnern, (noch) gebraucht zu werden.
Der Sonntagskommentar aus Rhade auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Brauchen wir die SPD noch? Von Navid Kermani, ZEIT-Nr. 49, 29.11.2018
Veröffentlicht am 09.12.2018
„Die gesetzlichen Krankenkassen haben Rücklagen in Höhe von 21 Milliarden Euro und bekommen immer noch den doppelten Beitragssatz von Betriebsrentnern. Das wollen wir ändern!
Wir wollen die Betriebsrenten stärken durch einen echten Freibetrag statt einer Freigrenze und eine Halbierung der Beitragssätze, wie sie auch für die Riesterrente gilt. Das haben sich die Betriebsrentnerinnen und Betriebsrentner verdient. Ich freue mich, wenn sich die CDU in dieser Sache nun endlich bewegt. Gesundheitsminister Spahn muss dazu zügig ein solides Finanzierungssystem vorlegen.“
Zum Hintergrund:
Seit 2004 wird bei Betriebsrenten der volle Beitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Nur Betriebsrenten bis zu einer Höhe von 152,25 Euro sind beitragsfrei. Wird diese Freigrenze überschritten, ist auf die gesamte Auszahlungssumme der Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag fällig. Dieser Effekt hemmt die betriebliche Altersversorgung als zweite Säule der Alterssicherung.
www.spdfraktion.de
Veröffentlicht am 08.12.2018
Ein spannender Parteitag und was das für die SPD bedeutet
Zum ersten Mal habe ich einen Parteitag der CDU am TV verfolgt. Es war informativ und spannend. 3 Kandidaten kandidieren gegeneinander, um den Parteivorsitz von Angela Merkel zu übernehmen. Was ist mir aufgefallen? Im letzten Rechenschaftsbericht der Nochvorsitzenden wurden viele Regierungserfolge der CDU aufgezählt, die ohne SPD-Beteiligung nie möglich gewesen wären. Beispielhaft soll hier der Mindestlohn erwähnt werden. Dennoch hat Angela Merkel mit ihrer unaufgeregten und uneitlen Bilanz, deutlich bei den Delegierten gepunktet, auch Wehmut über den vorzeitigen Abgang erzeugt. Die Reden der 3 Kandidaten waren unterschiedlich und doch ähnlich. Ein Versuch der Zusammenfassung:
- Kramp-Karrenbauer: Appelle an das Wir-Gefühl und das Versprechen, neue Wege zu gehen, ohne mit dem Erreichten zu brechen.
- Merz: Inhaltlich angriffslustig, aber verbindlich im Ton und seinem Angebot, die Partei auf dem Weg zu „alten“ Werten mitzunehmen.
- Spahn: Erstaunlich souverän und selbstbewusst. Inhaltlich näher bei Merz als bei Kramp-Karrenbauer. Der CDU-Mann der nächsten Generation.
Die Wahl:
- Der erste Wahlgang: Kramp-Karrenbauer 450, Merz 392, Spahn 157
- Der zweite Wahlgang: Kramp-Karrenbauer 517 Stimmen, Merz 482 Stimmen.
Die neue CDU-Vorsitzende heißt Annegret Kramp-Karrenbauer. Glückwunsch aus Rhade.
Für die SPD wird diese CDU-Vorsitzende eine starke Konkurrentin sein. Die Sozialdemokratisierung der CDU wird unter den Begriffen wertkonservativ und liberal weiter gehen. Eine Abgrenzung zu ihr und der CDU wird nicht unbedingt programmatisch, sondern eher nur durch eine starke SPD-Persönlichkeit möglich sein. Dazu ist die SPD (noch) nicht vorbereitet. Bei allem Respekt für das demokratische Auswahlverfahren der CDU – wichtige nationale Schicksalsfragen, wie zum Beispiel, wie der nach wie vor unkontrollierbare internationale Finanzmarkt gebremst werden soll, wurden überhaupt nicht erwähnt.
Dirk Hartwich, SPD-Rhade
Veröffentlicht am 07.12.2018
Der Dreikampf ist ein knallharter Richtungskampf – Der VorMerz ist zurück
Bevor wir die CDU-Kandidatenkür analysieren, ein Blick zurück zur SPD. Was war das für eine Aufbruchstimmung mit Martin Schulz? Und dann die Ernüchterung, Enttäuschung und Frustration. Nun hat die CDU ein Personalproblem. Gleich 3 Kandidaten streben heute den Parteivorsitz in der Nachfolge von Angela Merkel an. Aber zwei werden am Ende ernüchtert, enttäuscht und frustriert sein. Der Sieger, vermutlich wird es keine Siegerin sein, wird dann auf eine zerrissene Basis blicken müssen. Es ist nämlich keine reine Personalentscheidung. Heute Abend werden wir wissen, ob die Christdemokraten ihre Sozialdemokratisierung beenden werden. Vieles spricht dafür, dass der „VorMerz“, mit klammheimlicher Unterstützung von Schäuble, Parteivorsitzender wird. Zwei von Merkel Enttäuschte und Ausgebootete rächen sich spät, aber wirkungsvoll.
- Dann sind auch die Kanzlerstunden von Angela Merkel gezählt.
- Dann kann es ganz schnell zu Neuwahlen kommen.
- Dann wird die CDU nach rechts rücken.
- Dann wird die Sympathie mit den Grünen Geschichte sein.
- Dann ist die FDP wieder eng an der Seite der Union.
- Dann wird die SPD etwas mehr Luft zum Atmen haben.
- Dann wird sie einen Kanzlerkandidaten präsentieren müssen.
- Dann beginnt auch wieder in der SPD das Stühlerücken.
- Dann …
Warten wir einfach mal ab, was oder wen die CDU-Delegierten heute wählen. Spannend wird’s allemal. Auch für die SPD.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 07.12.2018