Erneuter Besitzerwechsel wirft Fragen auf
1982 wurde das erste Einkaufszentrum am Kanal mit großen Erwartungen für die ganze Stadt eröffnet. Erst hieß es Wilma-, dann Lippetor-Center. Seine etwas verschachtelte Bauweise sollte keinen zu großen Kontrast zu den Altstadthäusern in der Nachbarschaft bilden. Es dauerte aber nicht lange, bis erste Leerstände signalisierten, dass das bestehende Konzept aus Geschäften, Arztpraxen und Gastronomiebetrieben nicht trug. Umbauten, Verkleinerungen folgten, die Krise blieb. Dann das Versprechen eines Investors, mit einem Abriss, Neubau und neuem Namen (Mercaden) das Einkaufen in Dorsten zu einem unvergessenen Erlebnis zu machen. Als sein Gebäudeplan der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, begannen parallel kritische Nachfragen. Insbesondere wollte den Skeptikern nicht einleuchten, warum der riesige Neubau den Zugang zur attraktiven Kanalpromenade im wahrsten Sinne des Wortes verbaute. 2016 dann die Eröffnung und nicht viel später der erste Besitzerwechsel. Alle Versuche, das Konzept „schön zu reden“, begleitet von öffentlichen Lobeshymnen, ist aus wirtschaftspolitischen Aspekten absolut nachzuvollziehen. Ein Negativimage, einmal in der Welt, hat Bestand. Aber die Hoffnungen vom Aufbruch erfüllten sich nicht. Ein verändertes Einkaufsverhalten (online) sorgte für Geschäftsaufgaben vor Ort und Investoren-Besitzerwechsel in den Bankenetagen. Mit kostspieligen Umbauten (2020) sollte der sogenannte turn around erreicht werden. Anscheinend erfolglos. Jetzt wieder ein neuer Besitzer, ein neues Center-Management und angekündigtes optisches Aufhübschen. Innen und außen. Bleiben aber weiter die Kunden und die erwarteten Umsatzzahlen aus, droht Dorsten eine neue Leerstands-Ruine.
Ein Rhader Blick über Lippe und Kanal in die Dorstener Altstadt
Veröffentlicht am 11.12.2024
Brillante Stimmen und virtuose Instrumentalisten begeistern Zuhörer
Vor 1 1/2 Jahren gastierte Uta Wiedersprecher & Band erstmals im Rhader Carola Martius-Haus. Am Ende dankten die begeisterten Zuhörer mit Standing Ovation. Ein Grund für den Veranstalter, „Förderverein ev. Kirche in Rhade“, eine Wiederholung ins Auge zu fassen. Christian Löer, engagierter Organisator, im Nebenberuf selbst Musiker, konnte am letzten Freitag ein erwartungsvolles Publikum und 8 Musiker in der fast voll besetzten Urbanus-Kirche begrüßen. Piano, Geige, Klarinette/Saxophon, sowie zwei Gitarren sorgten für einen besonderen Sound im Gewölbe der Rhader Kirche, der unter die Haut ging und das Publikum vom ersten Takt gefangen nahm. Es waren dann die beiden Sängerinnen, die mit ihrem brillanten Gesang für die Abrundung eines besonderen Hörgenusses sorgten. Tosender Applaus nach jedem Lied zeigte allen Musikern, dass ihre musikalische Reise durch die Adventszeit begeistert angekommen ist. Unvergessen bleibt auch, wie die Weihnachtsgeschichte musikalisch erzählt wurde. Ob in ruhiger Balladenform oder mal rhythmisch begleitet, mit Bildern auf Videoleinwänden ergänzt - es war ein gelungener, neugierig machender Einstieg in die Vorweihnachtszeit. Dem Förderverein mit seinen vielen Helfern und Unterstützern sei Dank für diesen besonderen kulturellen Rhader Beitrag, der unüberhörbar nach Fortsetzung ruft. „Kultur ist Lebensmittel - Rhade kann mehr davon gebrauchen“, so endete der Bericht am 26. April 2023 nach dem Konzert im CMH auf dieser Seite. Der Satz hat nichts von seiner Aktualität verloren. Die Zuhörer, die am Ende des Adventskonzerts stehend und anhaltend applaudierten, unterstreichen das Bedürfnis nach der Ausweitung eines lokalen Kulturangebots.
Bericht eines Rhader Konzertbesuchers
Veröffentlicht am 10.12.2024
Syriens Machthaber Assad flieht vor der Wirklichkeit und entzieht sich der Verantwortung
Er ist nur einer von vielen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nach „oben gespült“ wurden, dort Macht ausübten, den Bezug zur Realität verloren, Oppositionelle mundtot machten, zu brutalen Unterdrückern eines ganzen Volkes wurden. Hitler und sein angepeiltes 1000jähriges Reich verschwanden nach 12 Jahren. Die DDR hatte keine 50 Jahre Bestand. Blicken wir über unsere Grenzen, dann erkennen wir viele Spiegelbilder, die dem des aktuellen in Syrien gleichen. Das unterdrückte Volk erhebt sich, stellt plötzlich fest, Kraft genug zu besitzen, um die mörderischen Schergen in die Flucht zu schlagen. Dass die Befreier nicht selten zu neuen Unterdrückern mutieren, soll nicht unterschlagen werden. Das Beispiel Nicaragua steht stellvertretend für diese Fehlentwicklung. Die heutige Erkenntnis lautet aber, dass Diktatoren überall auf der Welt immer dann „vom Hof gejagt werden“, wenn die bis dahin unterdrückte Bevölkerung aufsteht und Widerstand leistet. Gestern Südafrika. Heute Syrien. Morgen …?
Rhader Nachdenkzeilen. Der Bericht über des Rhader Konzert folgt am Dienstag.
Veröffentlicht am 08.12.2024
"Der Begriff der Diversität wird in seinem Gebrauch in der Regel auf den Sachverhalt der sexuellen Vielfalt verengt, integriert in eine Zwangsbeglückungsstrategie Regenbogenfahnen schwenkender Heilsbringer, die auch gerne zum Mittel der positiven Diskriminierung greifen, um ihre Sicht der Dinge der Zivilgesellschaft zu oktroyieren. Begriff und Sachverhalt sollten dagegen weiter gefasst werden. Unverkürzt verstandene Diversität befördert so mit einer Vielfalt von Impulsen in allen gesellschaftlichen Bereichen maßgeblich Innovation und Fortschritt. Diversität als Maßstab freier Meinungsäußerung ist meines Erachtens geradezu das Lebenselixier einer demokratisch verfassten Gesellschaft, nicht die Konformität des Denkens, die in Gestalt scheinaufklärerischer, oft besserwisserisch-woker Mainstreamübereinkunft und Selbstvergewisserung daherkommt. Oder in Abwandlung eines Wortes der Philosophin Hanna Arendt: Der öffentliche Diskurs erfordert Denken ohne Geländer."
Friedhelm Fragemann
Anmerkung: In loser Folge werden hier Gastkommentare sowie Gedankensplitter zur Information und Förderung der offenen Diskussion eingestellt. Bisher veröffentlichte Gedankensplitter von Friedhelm Fragemann findet der Leser auf dieser Internetseite am 17.8., 6.9., 30.9., 18.10., und 12.11.2024.
Veröffentlicht am 07.12.2024
Ulrich Breulmann (Ruhr Nachrichten) legt den Finger in offene Wunden
Er ist bekannt für seine direkte Art, nimmt kein Blatt vor den Mund und schreibt so, wie viele von uns denken. Die Rede ist vom Ruhr-Nachrichten-Redakteur Ulrich Breulmann. Er hat das Privileg, in unregelmäßigen Abständen, seine persönliche Meinung auf der Seite zwei der genannten Tageszeitung unverblümt darzulegen. Dabei deckt er nicht für möglich gehaltene Missstände auf und setzt so eine wichtige öffentliche Diskussion in Gang. So lebendig kann eine gedruckte Zeitung sein. Aktuell nimmt er die Berliner Politiker und ihre Parteien aufs Korn. An vorderster Stelle Christian Lindner und die FDP. Unter der Überschrift „Bagatellisieren, leugnen und lügen“ rechnet er gnadenlos mit dem „erbärmlichen Schauspiel“, das Lindner und Co. seit Monaten aufführen, ab. Damit, so Breulmann, haben sie „das Urvertrauen in unsere Demokratie erschüttert“. Leider endet hier nicht der lesenswerte kritische Text, sondern wird, vermutlich wegen der inhaltlichen Ausgewogenheit, auf fast alle anderen Bundespolitiker und deren sie tragende Parteien ausgeweitet. Auch diese Zeilen sind absolut lesenswert, hätten aber einen höheren Stellenwert, würden sie losgelöst von der eingangs zitierten berechtigten Abrechnung mit der FDP-Inszenierung dargelegt. So setzt sich beim Leser fest, dass Politik und Politiker alle in einen Sack gehören, auf den man einschlagen sollte. Das Urvertrauen in Demokratie wird so aber auch nicht gestärkt.
Rhader Zeitungskritik
Veröffentlicht am 06.12.2024