Allgemein Vom Kipppunkt und dem Mythos, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen

Wochenendgedanken aus Rhade

Gerät etwas in Schieflage, beginnt es erst zu rutschen, um dann zu fallen. Zum Beispiel wird so ein Glas, das auf einem wackligen Tisch steht, auf dem Boden in Scherben enden. Wer das Wort Glas gegen die Bezeichnung Politik austauscht, kann sehr gut beschreiben, wie aus besten Absichten ein Scherbenhaufen entstehen kann. Der sogenannte Kipppunkt kann in der Physik genau berechnet werden, in der Politik ist dazu in erster Linie Fingerspitzengefühl nötig. Das Heizungsgesetz der Bundesregierung, nicht nur gut gemeint, sondern auch wegen der unaufhaltsam voranschreitenden Klimaprobleme nötig, wurde zum Kipppunkt der Ampelregierung unter dem sozialdemokratischen Bundeskanzler Olaf Scholz. Schlecht vermittelt, immer wieder nachgebessert, begann der Zweifel an der Arbeitsweise der drei  „ungleichen Brüder“ SPD, GRÜNE, FDP.  Plötzlich drehten die Vorschusslorbeeren in gnadenlose Kritik. In der Folge fielen die Umfragewerte ins fast Bodenlose. Dass die Opposition, im Schlepptau mit Teilen der Medien, genüsslich überzieht und selbst vor persönlichen Herabsetzungen nicht zurückschreckt, führt letztendlich zu der weit verbreiteten Ansicht, Politik sei ein schmutziges Geschäft. Wer aber glaubt, dass sich die innenpolitischen und globalen Probleme dadurch lösen lassen, dass der Kanzler mal richtig mit der Faust auf den Tisch schlagen müsste, irrt gewaltig. Um den Kipppunkt wieder zum Positiven zu erreichen, ist neben Fingerspitzengefühl, Teamarbeit der Regierung, auch eine kontinuierliche Kommunikation auf allen Ebenen alternativlos.

Veröffentlicht am 17.02.2024

 

Landespolitik Drei Fragen an Sandy Meinhardt, Mitglied im NRW-Landtag und der SPD

Die Dorstener politische Landschaft wird durch die Sozialdemokratin Sandy Meinhardt, die aktuell als sogenannte Nachrückerin in den NRW-Landtag berufen wurde, erheblich aufgewertet. Wir gratulieren herzlich und werden die neue Landtagsabgeordnete tatkräftig unterstützen und in ihrer Arbeit begleiten.

1. Frage: Wie groß war die Überraschung, plötzlich Mitglied der SPD-Fraktion im Landtag zu sein?

Sandy Meinhardt: PLÖTZLICH trifft es ganz genau. Man weiß zwar, wo man sich auf der Landesliste befindet, jedoch hat man das nach zwei Jahren nicht mehr immer präsent. Die Überraschung war also sehr groß. 

2. Frage: Wie war der erste Eindruck, nun zum Team der NRW-SPD-Fraktion zu gehören?

Sandy Meinhardt: Wenn man neue Aufgaben in einem neuen Team beginnt, ist man aufgeregt und hofft auf eine gute Zusammenarbeit. Innerhalb der Fraktion wurde ich durchweg freundlich empfangen und bekomme von allen Seiten Unterstützung, damit ich in meinem neuen Aufgabenbereich gut hereinwachsen kann. Hier beweist sich, das "S" in SPD steht nicht nur als Aushängeschild für "Sozial", sondern wird auch so praktiziert.

3. Frage: Wie wird deine Kommunikation mit den Dorstener Wahlberechtigten aussehen? a) per Newsletter? b) über die Sozialen Medien? c) Durch Sprechstunden mit Direktkontakten in allen Dorstener Stadtteilen?

Sandy Meinhardt: Mein Bestreben ist es, alle 3 Kommunikationsebenen zu nutzen. Wobei mir der direkte Austausch immer der Liebste sein wird.

Wird fortgesetzt

 

Veröffentlicht am 16.02.2024

 

Urkundenübergabe im Jüdischen Museum. Dorsten ist jetzt Mitglied im Riga-Komitee. Foto: Stadt Dorsten Ortsverein Rhader Sozialdemokraten diskutieren leidenschaftlich über die allgemeine politische Lage

„Wohin gehst du - Deutschland?“

Ernst und nachdenklich, aber engagiert und leidenschaftlich, so lässt sich am besten die Stimmung der Rhader Mitglieder beschreiben, die sich zu ihrer monatlichen Versammlung im Gasthaus Finke trafen. Achim Schrecklein berichtete über den jetzt vollzogenen Beitritt Dorstens als 78. Stadt ins sogenannte Riga-Komitee. Ein Vorschlag der SPD-Ratsfraktion, der einstimmig angenommen und umgesetzt wurde. Die Mitglieder des Riga-Komitees haben sich verpflichtet, das Gedenken an die jüdischen Nazi-Opfer, auch aus Dorsten, aufrecht zu erhalten, um schreckliche Wiederholungen durch Aufklärung und bürgerschaftliches Engagement zu verhindern. Achim Schrecklein verband dieses Versprechen mit den aktuellen Demonstrationen gegen rechts, die ein Lichtblick für unsere Demokratie seien. Diesen Faden griff Dirk Hartwich auf, der in seiner Eigenschaft als Bildungsobmann einen Überblick über die politische Lage in Deutschland, Europa und Übersee vermittelte. Und genau jetzt wurde überdeutlich, dass Gesprächsbedarf besteht. Egal ob es um die Zustandsbeschreibung der Ampelregierung ging, den Ukraine- und Israelkonflikt, über die Parteienlandschaft und den Ausblick auf die kommenden Wahlen,  eine allgemeine Unzufriedenheit über die Entwicklungen war mit den Händen zu greifen. Künftig, so der Wunsch der Teilnehmer, soll es auf dem monatlichen Treffen wieder ein aktuelles Impulsreferat geben, um nicht nur „Dampf abzulassen", sondern mit Vorurteilen aufzuräumen und Fake-News zu entlarven. Eine spannende Mitgliederversammlung, die geradezu nach Fortsetzung schreit, so Dirk Hartwich abschließend.

Veröffentlicht am 15.02.2024

 

Kommunalpolitik Warte nicht bis der Bürger zu dir kommt, sondern geh ihm entgegen!

Dorstener SPD-Vorschlag verdient überparteiliche Unterstützung

Der Bürgermeister hat es vorgemacht. Sein kontinuierliches Gesprächsangebot „Bürgermeister vor Ort“ ist ein Musterbeispiel für direkte Bürgerbeteiligung. Wem der „kommunale“ Schuh drückt, sucht nach Gesprächspartnern, die helfen könn(t)en. Der Bürgermeister, als Erster unter Gleichen einer Stadt, ist geradezu prädestiniert, zuzuhören und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Nun schlägt Dirk Groß, Fraktionsvorsitzender der SPD im Dorstener Stadtrat vor, die uneingeschränkt zu lobende Aktivität des Bürgermeisters mit einer Erweiterungsidee zu stärken. So könnte es künftig zusätzlich heißen, „Rat vor Ort“. Dann, wenn sich weitere Fraktionen bereit erklären, den von Dirk Groß und der SPD gesponnenen Faden aufzunehmen und daraus ein tragendes, dauerhaftes Konzept zu entwickeln. Die Betonung liegt eindeutig auf DAUERHAFT. Jeder Schnellschuss wird verpuffen und erheblichen Frust verursachen. Noch besser wäre, wenn das regelmäßige Gesprächsangebot in allen 11 Stadtteilen künftig hieße, „Bürgermeister und Rat gemeinsam vor Ort“. Egal, wie am Ende das neue Format lautet, an der SPD-Idee, künftig dem Bürger entgegenzugehen, statt auf ihn im Büro zu warten, geht kein Weg vorbei. Nur so kann unsere Demokratie gestärkt und Vertrauen in Politik aufgebaut werden.

Ein Rhader Zwischenruf in Richtung Bürgermeister und Stadtrat

Veröffentlicht am 14.02.2024

 

Umwelt Lautstarke Bauernproteste übertönen Mahnrufe aus eigenen Reihen

Ein Blick zurück hilft, zu verstehen

Der Güllegeruch, der aktuell über dem Land liegt, zeigt an, dass die Landwirte die Straße verlassen haben und wieder ihrer harten Arbeit auf den Feldern nachgehen. Um zu verstehen, in welcher Sackgasse sich die heimische Landwirtschaft befindet, müssen wir zurückblicken. In den 1960er Jahren halfen Kunstdünger mit Namen wie Nitrophoska und Gifte mit der Bezeichnung E 605, die Erträge deutlich zu steigern. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG unterstützte und subventionierte. Grenzenloses Wachstum wurde den Landwirten versprochen. Eine Abnahmegarantie signalisierte, die Menge macht’s. Die Folge war eine gigantische Überproduktion von Getreide, Fleisch und Milch und ein sinkender Marktpreis. Parallel erkennen verantwortliche Landwirte und Naturschützer, dass die bisherige Bewirtschaftung der Nutzflächen nicht nachhaltig ist. Unübersehbar sind ausgelaugte Böden, sterbende Insektenarten und belastetes Grundwasser. Hinzu kommt, dass die landwirtschaftlichen Betriebe am Subventionstropf des Staates und der EU hängen. Jede Kürzung kann das Aus des eigenen Betriebes bedeuten. Dass es die kleineren sind, die in dem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb aufgeben müssen, gehört zur realistischen Betrachtung des heutigen Agrarsektors dazu. Der laute Bauernprotest hilft vielleicht, momentan staatliche Unterstützung in bisheriger Größenordnung zu behalten. Wer aber die Zwischentöne der Mahner überhört, oder überhören will, verpasst den richtigen Zeitpunkt, seinen Betrieb zukunftsfest zu gestalten. Ein Kraftakt, der dann uneingeschränkte öffentliche Unterstützung verdient.

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Wie Panzerfahrer auf dem Acker“ vom 25. Januar 2024

Veröffentlicht am 13.02.2024

 

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