Ein Dorfmanager für Rhade und Lembeck - Eine erste Frage an Laszlo Taube und Joachim Thiehoff
Um unsere wertvollen demokratischen Strukturen zu stärken, ist direkte kommunale Bürgerbeteiligung ein wesentlicher Baustein. Das Bürgerforum Rhade und die Porte Lembeck sind beste praktische Beispiele. Um die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich agierenden Bürgern, der Verwaltung und dem Stadtrat zu verbessern, wurde für Rhade und Lembeck ein Dorfmanager gesucht - und gefunden. Laszlo Taube (26) wird am 1. Juli einen Arbeitsplatz einnehmen, den es so noch nicht in der Verwaltung gab. Wir haben Laszlo Taube und Joachim Thiehoff, Leiter des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten eine erste Frage gestellt, um zu verstehen und zu motivieren, wie wir „den Neuen“ bei seiner Arbeit unterstützen können.
Frage: Was ist ein Dorfmanager? Ein „personifizierter Kummerkasten“ der Stadtverwaltung für den Dorstener Norden?
Antwort: Die Aufgabe des Dorfmanagers der Stadt Dorsten kann mit drei Begriffen erläutert werden: Kommunikation: Er fördert die Kommunikation zwischen allen Beteiligten aus Bewohnerschaft, Verwaltung und ggf. Politik. Er vermittelt dabei zwischen diesen verschiedenen Lebens- und Arbeitswelten. Er übermittelt Informationen, organisiert und moderiert Austausch- und Planungsgespräche. Beratung: Er steht für Fragen aller Art zu gemeinwohlorientierten Themen der Dörfer zur Verfügung, er vermittelt Kontakte und Kooperationen und berät zu fachlichen und methodischen Themen der Dorfentwicklung inklusive Fördertöpfen. Unterstützung: Er unterstützt Menschen und Gruppen vor Ort dabei, ihre Themen und ihr Engagement möglichst gut kommunizieren und praktisch umsetzen zu können. Ein personifizierter Kummerkasten ist er weniger im Sinne eines Meckerkastens, sondern im Sinne der Unterstützung bei Anliegen und Zielen für die Dorfentwicklung und ggf. auch bei einer Konfliktbewältigung.
Veröffentlicht am 29.12.2023
Nazi-Vergangenheit auf dem Prüfstand
Paul Schürholz hat sich um Dorsten verdient gemacht. Dafür erhielt er 1963 die höchste Wertschätzung einer Stadt, nämlich die Auszeichnung zum Ehrenbürger. In seine Amtszeit als Bürgermeister (1948 bis 1964) fiel besonders der Wiederaufbau nach dem verheerenden 2. Weltkrieg, den die deutschen Nationalsozialisten, deren aktives Mitglied er vor 1945 war, „vom Zaune brachen“. Und genau um diese Mitgliedschaft und die damit ausgeübte Funktion, geht es in einem Antrag einer Fraktion des Stadtrates. Paul Schürholz soll posthum der Titel „Ehrenbürger“ aberkannt werden. Grundlage der Forderung sind u. a. Erkenntnisse, die Wolfgang Stegemann, Dorstener Journalist, bereits vor vielen Jahren zusammengetragen hat. Rat und Verwaltung haben sich Mitte 2023 verständigt, vor einer Entscheidung, die erwähnte Nazimitgliedschaft des Paul Schürholz nochmals unabhängig untersuchen zu lassen. Damit beauftragt wurden die Dorstener Dr. Josef Ulfkotte und Jochen Schräjahr. Beide haben sich durch ihre ehrenamtliche Arbeit und als studierte Historiker in der Lippestadt einen Namen gemacht. Tobias Stockhoff, Bürgermeister, teilt auf Anfrage von www.spd-rhade.de mit, dass mit einer Entscheidung im Frühjahr 2024 gerechnet werden kann. Sein Statement (Auszüge) im Wortlaut:
- Dr. Josef Ulfkotte und Hans-Jochen Schräjahr haben … den Auftrag angenommen und unmittelbar mit der Arbeit begonnen.
- Unterlagen aus dem Landes- und Bundesarchiv wurden zeitnah zur Verfügung gestellt.
- … die Familie Schürholz (hat) dem Stadtarchiv ebenfalls Akten zur Verfügung gestellt. Diese dürfen für Forschungszwecke verwendet werden. …
- Ein weiterer wichtiger Teilaspekt (m. W. die Militärzeit) ist aktuell ebenfalls im Focus.
- Sowohl Rat als auch die beiden Forschenden waren sich einig, dass am Ende ein umfassendes Gesamtbild stehen sollten und Zwischenergebnisse oder Wasserstände kontraproduktiv für eine wissenschaftliche Aufarbeitung sind.
Veröffentlicht am 28.12.2023
Rhades Schokoladenseite - das südliche Wiesengelände - Naherholung vor der Haustür
Während seit Monaten auf vielen Ebenen darüber nachgedacht wird, wie Rhade weiterentwickelt werden kann, gibt es intakte Bereiche, die vor falschen Eingriffen geschützt werden müssen. Das Rhader Wiesengelände, im Süden Rhades gelegen, gehört genau in diese Kategorie. Von Bächen durchzogen, bietet die große Fläche einer Vielzahl von Tieren Ruheräume sowie Brut- und Nistplätze. Ein gutes Wegenetz motiviert zum Spazierengehen, Radfahren oder Joggen. Das Nebeneinander von Natur und Erholungssuchenden funktioniert ohne größere Probleme. Die Biologische Station in Lembeck hat über eine ins Gelände passende kleine Beobachtungsstation nachgedacht, um eine weitere Natursensibilisierung der Erholungssuchenden zu erreichen. Oberstes Ziel ist aber, die Schutzwürdigkeit des wertvollen Rhader Naturraums, der auch als Rhader Schokoladenseite bezeichnet werden kann, zu erhalten.
Der Rhader Jahresrückblick wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 27.12.2023
Swen Coralic, Dorstener SPD-Vorsitzender: Von Herzen hoffe ich, dass es 2024 wieder mehr Frieden gibt! Frieden auf der Welt. Frieden zwischen den Menschen. Liebe statt Hass. Dass wir Menschen einander achten und schützen. Wünsche, die wie Träume klingen… und doch wir alle selbst alles in der Hand haben.
Dirk Hartwich, www.spd-rhade.de: Wenn wir über unseren „Tellerrand“ blicken und die globale Zerstörung auf vielen Ebenen sehen, scheinen wir im Paradies zu leben. Es ist ein trügerischer Schein. Wir werden unseren Beitrag weiter leisten müssen, um unsere liberale Demokratie zu schützen und zu verteidigen. Wir müssen wieder gegen Antisemitismus und Rassismus aufstehen. Wer hätte das für möglich gehalten? Wir sind aber auch parallel aufgefordert, der jungen Generation Optimismus zu vermitteln. Sie ist unsere Zukunft. Aber auch wir sollten, trotz aller belastenden Herausforderungen, unsere Freude am Leben nicht vergessen.
Plakatwerbung in Rhade:
RESPEKT - DU BIST EINZIGARTIG. ICH ABER AUCH!
Margot Friedländer (102), Holocaust-Überlebende sinngemäß in einem ZEIT-Interview: Wenn ich heute Nachgeborene treffe will ich nicht wissen, was ihre Eltern oder ihre Großeltern gemacht haben. Ich sage: Bleibt vorsichtig, achtet darauf, dass so etwas nie wieder passiert. Und zwar nicht für mich, sondern für euch.
Veröffentlicht am 25.12.2023
Es gibt Grundsätze, die auf alle Bereiche des Lebens angewendet werden können, weil sie immer passgenau sind. Einer lautet RESPEKT. Wer den Andersdenkenden, den anders Aussehenden, den anders Glaubenden, den Ärmeren, den Wohlhabenden, den nicht so Erfolgreichen, … respektiert, macht das Zusammenleben einfacher und unkomplizierter. Der Begriff Respekt wird auch regelmäßig im politischen Alltag von allen Seiten aufgerufen. Dabei dominiert fast immer nur die eigene Sichtweise, also das Beklagen der Respektlosigkeit, die vom Gegenüber ausgeht. Die gesellschaftspolitische Lage in unserem Land, in Europa und der Welt verlangt aber dringend, die demokratischen GEMEINSAMKEITEN in den Vordergrund zu stellen, um den gefährlichen Populisten das Wasser abzugraben. Das bedeutet nicht, das Ringen, das Konkurrieren um die beste politische Lösung aufzugeben, aber nach dem Austausch aller Gedanken, zu einem zeitnahen Kompromiss in der Sache fähig zu sein. Nur so werden wir unsere demokratischen Strukturen stärken und die vor der Tür wartenden und feixenden Systemverächter abwehren können.
Wochenendgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 23.12.2023