Mit offenen Augen durch Rhade
„Frage nicht, was deine Stadt für dich tun kann – frage, was du für deine Stadt tun kannst“. Dieses abgewandelte Kennedy-Zitat haben sich Mitglieder des Rhader Bürgerforums zu eigen gemacht, um den nicht mehr zeitgemäßen Spielplatz an der Bogenstraße mit Anliegern und Unterstützung der Stadt von Grund auf zu erneuern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die kleine Spielfläche in der Siedlung wird von alten Bäumen beschattet, ein hölzerner Kletterturm will von den Kleinen erobert werden, Bänke bieten begleitenden Erwachsenen idyllische Ausruhmomente. Die Akteure des Bürgerforums verdienen Lob, Dank und Anerkennung für ihr Engagement. Das Quartier hat an Attraktivität gewonnen. Ein gutes Beispiel ehrenamtlichen „Anpackens“. Die Stadtverwaltung darf zufrieden zur Kenntnis nehmen, dass ihre Bemühungen, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, Früchte trägt. Das heißt aber nicht, dass sie ihre Verantwortung für eine funktionierende Infrastruktur in Rhade minimieren darf. Sonst, so die begründete Sorge, führt Überforderung der Gutwilligen zum dauerhaften Aufgeben.
Die Serie „Mit offenen Augen durch Rhade“ wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 16.10.2023
Bis Mitte der 1970er Jahre gab es eine sehr kreative Lösung, um in Rhade Rezepte gegen Medikamente zu wechseln. Kreativ deswegen, weil es keine Apotheke gab. Alle Anregungen, diesen Zustand zu ändern, also eine Apotheke zu gründen, scheiterten an nicht vorhandenen Investoren. Lembeck war besser dran. Die dortige Apotheke, inzwischen nicht mehr existent, erklärte sich bereit, einen täglichen Lieferdienst nach Rhade zu organisieren. Gesucht wurde nur nach eine Stelle vor Ort, die als Zwischenlager und Abholstation eingerichtet werden könnte. Fündig wurden die damaligen Akteure in einem Friseurgeschäft an der Lembecker Straße, übrigens auch nicht mehr existent. Im inneren Eingangsbereich wurde ein Kasten mit vielen Fächern aufgehängt. Einem Setzkasten aus früheren Druckereien ähnlich. Die Fächer trugen Buchstaben des Alphabets. Nun wurden die täglich von den nicht mehr lebenden Hausärzten Dr. Carola Martius und Dr. Schmidt-Dossi ausgestellten Rezepte der Rhader Patienten vermutlich vom Lembecker Apotheker abgeholt, die Medikamente am gleichen Tag zur Friseurstube geliefert, in die offenen Fächer des Sammelkastens eingeordnet und somit zur Abholung bereitgestellt. Ob es eine Personenkontrolle gab, um Missbrauch oder Verwechselungen zu verhindern, wird von Zeitzeugen heute unterschiedlich bewertet. Nachdem die Rhader SPD dieses System öffentlich gemacht hat, schlugen die Pressewellen hoch. Parallel setzte eine neue Diskussion ein, ob in Rhade nicht doch eine eigene Apotheke zur Infrastruktur dazugehören müsste. Tatsächlich feierte Mitte 1977 (Foto) ein Rohbau Richtfest, der die Urbanus-Apotheke beherbergen sollte. Die Geschichte endet leider am 31. Oktober 2023 mit der Schließung. Rhade ist wieder Mitte der 1970er Jahre angekommen. Interessant ist, dass die jetzige Apotheke in Lembeck aktuell per Hauswurfsendung angeboten hat, benötigte Medikamente in Rhade anzuliefern. Wie? Mit Sicherheit nicht mehr in einen offenen Setzkasten zur Selbstbedienung. Die wahre Geschichte schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Wir berichten.
Veröffentlicht am 14.10.2023
Kinder sind unsere Zukunft
Wer von der Ruhrstraße kommend in den Lahnweg einbiegt, zeigt sich von der Aufteilung des Straßenraums beeindruckt. Bäume zu beiden Seiten sorgen für gutes Binnenklima. Gehen, Fahren und Parken ergänzen einander. Ins Auge fällt ein Schild der Anlieger, die daran erinnern, dass hier Kinder Vorrang haben. Ein Hinweis ohne erhobenen Zeigefinger - aber einprägsam. Ein gutes Beispiel, wie in einem Straßenzug oder einer Siedlung, besonders an Kinder gedacht wird. Nachmachen erwünscht. Kinder sind unsere Zukunft. Wer wollte das infrage stellen?
Die Serie "Mit offenen Augen durch Rhade" wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 13.10.2023
Sie ist 147 Jahre alt. Damit eine der ältesten (politischen) Zeitungen. Aber, im Gegensatz zu vielen Konkurrenzblättern, gibt es den VORWÄRTS immer noch. Mehrmals im Jahr erhalten alle SPD-Mitglieder die Zeitung als Print- oder Digitalausgabe. Eine Zeitung, die lesenswert ist und über den Tellerrand blickt. Heute blättern wir in der aktuellen Ausgabe 5/2023. Im Zentrum der informativen Berichterstattung steht die SPD-Familienpolitik. Der Leser erinnert sich an den Slogan der NRW-SPD „Kinder sind unsere Zukunft. Er ist zeitlos und gilt als Versprechen. Der VORWÄRTS aktualisiert ihn umfangreich und verständlich. Im Mittelteil stellt sich die neue SPD-Spitze unseres Bundeslandes vor. Wer erfolgreich im Land und Bund sein will, muss die Kommunen stärken. Eine Binsenweisheit, aber nicht überall angekommen. Daher berichtet der VORWÄRTS ausführlich über zu stärkende Kommunalpolitik. Interessante Portraits von Menschen wie Du und ich, natürlich auch mit SPD-Politprominenz (Rolf Mützenich), machen die 28 Seiten umfassende Zeitung zu einer spannenden, nie langweiligen Lektüre. Ein Blick ins sozialdemokratische Geschichtsbuch weckt Erinnerungen an erfolgreichere Zeiten der deutschen Sozialdemokratie. Und zum Abschluss darf immer geschmunzelt werden. Der Kabarettist Martin Kaysh und der Karikaturist Heiko Sakurai kommentieren mit spitzer Feder die politische Landschaft. Kurz: Der VORWÄRTS gehört für alle SPD-Mitglieder zur Pflichtlektüre.
Ein Rhader Sozi blättert im VORWÄRTS
Veröffentlicht am 12.10.2023
Mit offenen Augen durch Rhade
Als Wohn- und Geschäftshaus Ende der 1960er Jahre gebaut, trägt es die Hausnummer 49 der Straße Am Stuvenberg. Neben mehreren Mietwohnungen gehörte eine Bäckerei, ein kleiner Supermarkt, dann eine Spielstube, später ein Teil des städtischen Kindergartens, im Keller eine Disco - zum Haus mit den vielen Gesichtern, bevor es leer gezogen wurde und vergammelte. Zwischendurch wurde es auch als Behelfsunterkunft für Flüchtlinge genutzt. Im Volksmund galt es als das Rhader Problemhaus. Polizei- und Feuerwehreinsätze bleiben in Erinnerung. Plötzlich ein Besitzerwechsel. Das gesamte Haus wurde von Grund auf saniert. Aufatmen im Quartier. Aus dem heruntergekommenen Miethaus sollten Eigentumswohnungen entstehen. Nach der Fertigstellung warb ein großflächiges Hinweisschild um Käufer. Monatelang keine Bewegung. Bis heute. Das Werbeschild verschwand, das Grundstück beginnt zuzuwachsen, Käufer oder Mieter wurden nie gesehen. Fragen nach dem Warum stellten sich alle Beobachter von außen. Eine Antwort ist nicht bekannt. Einerseits wird nach bezahlbarem Wohnraum gerufen, andererseits können Investoren quasi neue Häuser unbewohnt in ihrer Bilanz führen. Sind es steuerliche Gründe? Oder Eigentumsstreitigkeiten? Oder eine nicht abgeschlossene Insolvenz? Oder ist das Kaufangebot so überteuert, dass alle Interessenten abwinken? Fragen über Fragen, keine zufriedenstellende Antwort. Einmal Problemhaus, immer Problemhaus?
Die Serie „Mit offenen Augen durch Rhade“ wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 11.10.2023