Schützenverein bringt das allgemeine Ziel kurz ins Wanken
Für Irritationen zeichneten beim letzten Bürgerforum ausgerechnet Vertreter des Rhader Schützenvereins verantwortlich. Jene, die das Motto EINIGKEIT - ORDNUNG - FROHSINN in ihrer Satzung verankert haben, ließen das Gespür für Diplomatie, nämlich kompromissbereit zu sein, vermissen. Was war geschehen? Mindestens zweimal jährlich ruft das Bürgerforum Rhade dazu auf, sich mit Anregungen und Diskussionen über die Zukunftssicherung unseres Stadtteils zu beteiligen. Ein Tagesordnungspunkt beinhaltet immer, gemeinsam über Anträge von Bürgern und Vereinen die einer finanziellen Förderung bedürfen, abzustimmen. Entsprechende Mittel, nach Einwohnerzahl festgelegt, tragen den Titel Bürgerbudget. Der Schützenverein schlug vor, auf der Festwiese künftig einen Beleuchtungsmast mit fester Stromversorgung aufzustellen. Dafür beantragte er den gesamten zur Verfügung stehenden Förderbetrag. Um aber andere mögliche Antragsteller in zweiten Hälfte des Jahres nicht wegen leerer Kassen eine Absage erteilen zu müssen, lautete der salomonische Vorschlag des Bürgerforum-Orgateams an die Grünröcke, sich mit einer Teilförderung zufrieden zu geben. So, wie es in der Zielformulierung des Bürgerforums mit „Das WIR entscheidet“, verankert ist. Diesem Kompromiss wollten die Antragsteller aber nicht folgen. Mit Mehrheit wurde dann zwar pro Antragsteller entschieden, die hohe Zahl an Enthaltungen zeigte aber, dass das „Grummeln in der Magengrube“ Bestand hat. Bedenklich für den kritischen Beobachter ist, dass das gutgemeinte System des Bürgerforums an seine Grenzen stößt, wenn Zufallsmehrheiten, die entsprechend organisiert werden könnten, entscheiden.
Rhader Nachdenkzeilen auf Grundlage von Teilnehmerberichten und dem offiziellen Protokoll, auf www.rhade.de nachzulesen.
Veröffentlicht am 20.07.2026
Artikel 14 (2) Grundgesetz: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Gerade auf hohem und höchstem materiellen Niveau scheint mir asoziales Verhalten überproportional stark ausgeprägt zu sein. Und das beschränkt sich keineswegs auf die bekannte Tatsache, dass insbesondere Superreiche – u.a. durch extremen Ressourcenverbrauch und klimaschädliches Verhalten – im Vergleich zur großen Mehrheit der Bevölkerung ein Vielfaches an Umweltschäden verursachen.
Friedhelm Fragemann, langjähriger Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion regt mit seinen hier veröffentlichten Gedankensplittern an, über gesellschaftspolitische (Fehl)Entwicklungen nachzudenken und ggfs. für Korrekturen einzutreten.
Veröffentlicht am 18.07.2026
Rat wählt Nachfolger von Stadtbaurat Holger Lohse
Zwei Bewerber haben es bis in die letzte Runde eines spannenden Auswahlverfahrens der Stadtverwaltung Dorsten geschafft. Am Ende hatte Thorsten Huxel die Nase vorn und wurde zum Technischen Beigeodneten mit 27 von möglichen 41 Ratsstimmen gewählt. Während insbesondere die SPD auf den Gegenkandidaten setzte, der versprach, viel Erfahrung aus einer anderen Stadt mitzubringen, votierte die Mehrheit für Thorsten Huxel (52) aus dem eigenen Haus. Er wird Holger Lohse ablösen, der sich Ende September in den Ruhestand verabschieden wird. Mit der Wahl von Thorsten Huxel ist die Erwartung verbunden, dass der Nachfolger ebenfalls immer offen und gesprächsbereit in Fragen der Stadtentwicklung allen Bürgern zur Verfügung steht. Ein Markenzeichen des bisherigen Technischen Beigeordneten.
„Kaum eine berufliche Herausforderung bietet eine solche Aufgabenvielfalt wie eine Stadtverwaltung. Ich bin gespannt darauf, als Technischer Beigeordneter das Feld der Herausforderungen um die Bereiche Tiefbau, Planung, Bauordnung und Vermessung erweitern zu dürfen und freue mich darauf, mit vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten“, sagt Thorsten Huxel.
Stadtbaurat Holger Lohse ist seit 1990 bei der Stadt Dorsten beschäftigt, war hier Verkehrsplaner, Abteilungsleiter im Planungsamt und Geschäftsführer der Projektgesellschaft Fürst Leopold, die den Umbau der früheren Zeche zu einem neuen Stadtquartier vorbereitet hat. Seit 2009 leitet er das technische Dezernat im Rathaus. „Ich blicke dankbar auf eine spannende Zeit zurück, in der Dorsten sich an vielen Stellen zum Guten gewandelt hat“, so Holger Lohse. „Dorsten wird sich weiter verändern und entwickeln. Ich freue mich sehr, dass mit Thorsten Huxel ein erfahrener Fachmann die Aufgabe übernimmt, diesen Wandel zu organisieren und zu moderieren.“
Bericht auf Grundlage der Pressemitteilung der Stadtverwaltung und Gesprächen mit Ratsmitgliedern
Veröffentlicht am 17.07.2026
Landtagswahl in 9 Monaten - Kann zur Schicksalswahl werden
Nordrhein-Westfalen war einmal die Herzkammer der SPD. In allen Großstädten gaben sozialdemokratische Oberbürgermeister, seltener auch sozialdemokratische Oberbürgermeisterinnen, den kommunalpolitischen Takt vor. Parallel fuhren die SPD-Ministerpräsidenten und die Ministerpräsidentin (Hannelore Kraft) beste Wahlergebnisse ein. Nun hat sich das Blatt komplett gewendet. Die SPD hat nicht nur sehr viele Oberbürgermeistersessel verloren, sondern auch Vertrauen der meisten Wählerinnen und Wähler. Nur langsam dämmert es den verbliebenen Akteuren, dass dafür auch, oder sogar in erster Linie, hausgemachte Fehler und eine völlig falsch eingeschätzte gesellschaftspolitische Lage verantwortlich zeichnen. Verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen dauert Jahre und erfordert kontinuierliches Handeln auf allen Ebenen. Es hilft überhaupt nicht, mit dem Finger auf die anderen Parteien zu zeigen, die nicht besser sind. Es hilft auch nicht, der Rechtsaußenpartei ständig zu attestieren, dass sie als rechtsextremer Verdachtsfall vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Einzig und allein hilft, den Neuanfang zu wagen. Mit neuen Gesichtern, mit neuen Ideen und mit Optimismus. Am 25. April des nächsten Jahres wird u. a. auf dem Dorstener Stimmzettel der Name Finn Lehmann (SPD) stehen. Er ist jung (20) und bringt alles Genannte mit, um die SPD aus der Depressionstalsohle herauszuführen. Gelingt es in den nächsten 9 Monaten nicht, die NRW-SPD zu stabilisieren, werden die negativen Folgen unabsehbar für die gesamte Bundesrepublik und unsere demokratische Stabilität sein.
Rhader Nachdenkzeilen von Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 16.07.2026
Dem Verfall preisgegeben
Die „weiße Villa“ auf der Lembecker Straße war schon mehrfach Gegenstand öffentlicher Berichterstattung. Ein außergewöhnliches Gebäude, das seit Jahren leer steht und immer mal wieder saniert werden sollte. Vermutlich überstiegen die Sanierungskosten die Möglichkeiten wechselnder Besitzer. Anzeichen von Vandalismus sind unübersehbar. Das langsame Sterben des möglichen „Traumschlosses“ hat eingesetzt. Die Natur begleitet diesen Prozess unaufhaltsam und unübersehbar (Foto). Das Ableben, sprich der Abriss, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Das wäre dann ein weiterer Verlust interessanter, unverwechselbarer Bausubstanz in Rhade. So wie einige Gebäude im Kirchplatzbereich, die „langweiligen“ Neubauten weichen mussten. Auch in der alten Endelner Schule ist seit Jahren kein wirkliches Lebenszeichen zu erkennen. Hier handelt es sich sogar um ein städtisches Gebäude, das dem Rhader Heimatverein per Pachtvertrag überlassen wurde. Mehrfach wurde bei der Verwaltung angeregt, dieses Gebäude mit seinem großen Grundstück einem neuen Zweck zuzuführen. Der wachsenden Zahl an Demenz erkrankter Bürger, steht zum Beispiel ein zu geringes betreutes Wohnangebot gegenüber. Leider versinken Anregungen dieser Art genauso im Dornröschenschlaf wie die eingangs erwähnte „weiße Villa“.
Die Reihe "Mit offenen Augen durch Rhade" wird fortgeführt.
Veröffentlicht am 15.07.2026