Zwei Bücher faszinieren und machen zeitgleich betroffen
Die 1980er Jahre waren die Blütezeit der „Geschichte von unten“. In fast allen deutschen Städten wurde, 40 Jahre nach dem Ende des „1000-jährigen Reiches“ der unsichtbare Schleier der Verdrängung, die Nazizeit und das Schicksal der jüdischen Bevölkerung betreffend, von nachfragenden Bürgern wie „du und ich“ weggezogen. Zum Vorschein kamen lokale Verbrechen, die dokumentiert und veröffentlicht wurden. „Dorsten unterm Hakenkreuz“ ist ein Beispiel von vielen. Aktuell, weitere 40 Jahre später, können wir mit einem Klick nachlesen, ob die eigenen Eltern/Großeltern auch als Mitglieder der NSDAP gelistet waren. „Das wusste ich nicht“, so die überraschende Erkenntnis nicht weniger Zeitgenossen, die mit der „Gnade der späten Geburt“ (Helmut Kohl) gesegnet sind. Gleichzeitig ein Motiv, in der eigenen Familie zu recherchieren, woher ich komme, wie meine Eltern und Großeltern lebten, ob sie die NS-Zeit passiv begleiten konnten, ob sie Widerstand geleistet haben oder vielleicht selbst Steigbügelhalter der NS-Verbrecher waren. Die beiden in der Titelzeile erwähnten Bücher nehmen den Leser auf eine berührende Zeitreise mit. Eine Enkelin* blättert das Schicksal ihres jüdischen Großvaters auf, eine Tochter** versteht ihren jüdischen Vater erst nach dem Studium von Fotoalben, Briefen und Archivmaterial. Zwei sehr persönliche Geschichtsbücher. Beide sehr lesenswert.
Dirk Hartwich
* Shelly Kupferberg - „Isidor“
** Nadine Olonetzky - „Wo geht das Licht hin, wenn der Tag vergangen ist“
Veröffentlicht am 05.09.2026
Mitgelieferte Liste der notwendigen Maßnahmen hilft Lebensqualität zu verbessern
Die SPD-Ratsfraktion fordert Verwaltung und Rat nachdrücklich auf, deutlich offensiver als bisher, Hitzeschutz und Luftqualität wirksam zu verbessern.
In einem entsprechenden Antrag, vom Fraktionsvorsitzenden Dirk Groß gestellt, heißt es u. a., dass die knappen Mittel der Stadt Dorsten nicht bevorzugt für ein vier Jahre altes CDU-Konzept zur Förderung privaten Baumbestandes reserviert werden dürfen. Aufgrund zunehmender Hitzeperioden reicht es nicht aus, allein auf langfristig wirkende Begrünungsmaßnahmen im Privatbereich zu setzen. Notwendig sind u. a. mehr Schattenbildung durch Sonnensegel, mehr Begrünung im öffentlichen Raum, Trinkwasserspender, kühle Aufenthaltsräume, entsiegelte Flächen sowie verbindliche Hitzeschutzpläne für sensible Einrichtungen.
Die genannte Maßnahmen-Liste muss intensiv und vorurteilsfrei geprüft werden, um die knappen Mittel vorrangig für Verschattungen an Schulen und Kindertagesstätten einzusetzen.
Die SPD, so Dirk Groß, wird die anstehenden Haushaltsberatungen nutzen, um im wahrsten Sinne des Wortes, lebenserhaltende Verbesserungen in unserer Stadt auf dem Gebiet Hitzeschutz zu erreichen.
Hitze ist längst kein Randthema mehr sondern eine konkrete Gefahr für die Gesundheit. Die SPD-Ratsfraktion Dorsten fordert deshalb kurzfristig das Thema „Hitzeschutzkonzept Dorsten“ ganz oben auf der Tagesordnung des Stadtrates zu platzieren.
Auszüge aus einer Pressemitteilung der SPD-Stadtratsfraktion Dorsten
Veröffentlicht am 04.09.2026
1. Schüler-Schreibwettbewerb des Heimatbundes Herrlichkeit Lembeck und Stadt Dorsten kennt nur Gewinner
Am Anfang stand die Idee, die Kreativität der Dorstener Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse mit einem Schreibwettbewerb zu wecken und mit attraktiven Preisen zu belohnen. Edelgard Moers, Vorsitzende des Heimatbundes, zeigt sich beeindruckt über die Resonanz und die Unterstützung vieler Schulen der Lippestadt, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Bürgermeister Tobias Stockhoff war sofort bereit, die Schirmherrschaft dafür zu übernehmen. „Gesucht wird eine interessante Geschichte“, so lautete die Aufgabe, die einzeln oder in Gruppen umgesetzt werden konnte. Einige Kriterien, wie beispielhaft Gemeinsamkeit, Freundschaft, Familie, kulturelle Unterschiede, Sympathie oder der lokale Bezug, sollten sich im Text wiederfinden. Nach Sichtung der vielen eingesandten Kurzgeschichten hat eine Jury des Heimatbundes entschieden, alle teilnehmenden Kinder mit einer Urkunde und einem Preis zu belohnen. Als besondere Anerkennung werden sich zusätzlich erste Texte auch im neuen Jahrbuch/Heimatkalender 2027 wiederfinden. Darüber hinaus wird das Engagement der beteiligten Schulen mit attraktiven Preisen gewürdigt. „Möglich wurde das, weil eine große Anzahl an Sponsoren unseren 1. Schreibwettbewerb unterstützt hat, darunter auch die berühmte Schriftstellerin Cornelia Funke“, so Edelgard Moers dankbar. Am Mittwoch, 16. September, werden um 16 Uhr im Forum der städtischen Volkshochschule die Preise im Beisein des Schirmherrn Tobias Stockhoff übergeben.
Veröffentlicht am 03.09.2026
Zwei interessante Veranstaltungen, die im persönlichen Terminkalender vermerkt werden sollten
1. Am kommenden Donnerstag, den 3. September 2026, wird um 18.30 Uhr im Foyer des Bildungszentrums (BLZ) Maria Lindenhof die Ausstellung „Flug in die Vergangenheit – eine Zeitreise in 7000 Jahren Menschengeschichte“ eröffnet. Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Begleitend ist ein Katalog zum Preis von 30 Euro erhältlich. Kostenlose Führungen werden von Studierenden der Ruhr-Universität Bochum angeboten und können per E-Mail an info.luftbildarchaeologie@web.de vereinbart werden.
2. Eine kostenlose Führung über den Jüdischen Friedhof im „Judenbusch“ bietet das Jüdische Museum am Sonntag, 6. September, um 11 Uhr an. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte des Friedhofes und die Spuren jüdischen Lebens in der Stadt. Im Rahmen dieser Veranstaltung können die Teilnehmer auch einen Blick auf die StandPunkttafel zur Geschichte dieses Friedhofes werfen, die das Jüdische Museum und der VOH auf Initiative der Ideenfabrik Stadtsfeld in diesen Tagen hier errichtet haben.
Pressemitteilung vom VOH übernommen
Veröffentlicht am 02.09.2026
Heute vor 87 Jahren überfiel Deutschland Polen
Dem Größenwahn Adolf Hitlers, Deutsche seien Auserwählte, um sich die restliche Welt untertan zu machen, folgte die Mehrheit der Bevölkerung blindlings. Der mörderische Überfall des Nachbarstaats Polen am 1. September 1939 war der Beginn des 2. Weltkriegs. Auch der Anfang vom Ende der Verblendeten. Die Folgen: Mehr als 6 Millionen* bestialisch ermordete Juden. Insgesamt werden 60 - 80 Millionen* Kriegsopfer gezählt. Zwei Drittel waren Zivilisten, ein Drittel Soldaten. Die bleischwere Last dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit tragen Deutschland, tragen wir, bis heute auf unseren Schultern. „NIE WIEDER“, so der Schwur der Überlebenden nach 1945, dem Ende des 2. Weltkriegs. Dass heute eine neue Rechtsaußenpartei, die das beschriebene Verbrechen leugnet, relativiert und verherrlicht, wieder Unterstützer an sich binden kann, macht betroffen. Statt an dieser Stelle mit Argumenten und Geschichtswissen zu versuchen, die aktuell Verblendeten auf den Weg der Demokratie zurückzuführen, zitieren wir Bertolt Brecht. „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Das Zitat begleitet uns im September in der rechten Spalte dieser Internetseite. Bitte empfehlen Sie uns weiter. www.spd-rhade.de
*Wikipedia
Veröffentlicht am 01.09.2026