Auch Prominente werben für den Erhalt der Straßenzeitung fiftyfifty Gesellschaft Hubert Ostendorf auf den Spuren von Michael Holzach - Ein Selbstversuch

Es war und ist ein Bestseller. Michael Holzachs 1982 veröffentlichtes Buch „Deutschland umsonst“. Eindrucksvoll beschreibt er seine Erfahrungen, als Obdachloser ohne Geld im reichen Deutschland zu überleben. Nun hat sich Hubert Ostendorf, Geschäftsführer der Hilfsorganisation fiftyfifty mit Sitz in Düsseldorf, entschlossen, es für wenige Stunden Michael Holzach gleichzutun. Hautnah erlebte er, wie die Gesellschaft, also wir, überwiegend reagieren, treffen wir auf der Straße auf einen um Hilfe bittenden Menschen. Sein Erfahrungsbericht rüttelt auf, hält uns den Spiegel vor und beweist eindrucksvoll das Gerechtigkeitsdefizit unserer Gesellschaft. Einige Auszüge werden mit Genehmigung des Autors veröffentlicht:

Drei Stunden im Abseits – ein Selbstversuch
Ich bin Geschäftsführer der Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Für einen Selbstversuch tausche ich mein gewohntes Auftreten gegen abgeranzte Kleidung. Die Haare sind ungewaschen, fettig, ungekämmt. Die Fingernägel schmutzig, sie ragen aus kaputten Handschuhen hervor. Es ist klirrend kalt. Für drei Stunden stelle ich mich auf die Straße und verkaufe die Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Schon nach wenigen Minuten wird klar: Ich bin nicht mehr wirklich Teil der Gesellschaft. Menschen gehen an mir vorbei, ohne mich wahrzunehmen. Kein Blick, kein Kopfnicken, kein Wort. Ich stehe da, sichtbar und zugleich unsichtbar. …Manche bleiben kurz stehen – nicht aus Interesse, sondern um zu beleidigen. „Penner.“ „Geh arbeiten.“ Ein Mann ruft mir zu: „So etwas wie dich hätte man früher ins Lager gesteckt.“ Die Sätze treffen. Es gibt auch andere Begegnungen. Eine alte Frau bleibt stehen, schaut mich an, gibt mir Geld. Ein alter Mann tut es ihr gleich. Ein kleines Kind kommt auf mich zu, reicht mir einen Becher Kaffee. … Nach drei Stunden zähle ich das Geld. 11 Euro 17. Eine einzige verkaufte Zeitung, ein paar Münzen, ein paar Scheine. Mir ist eiskalt. Ich zittere. Ich weiß: Mein Experiment endet nach drei Stunden. Ich kann mich aufwärmen, die Kleidung wechseln, nach Hause gehen. Obdachlose können das nicht. Sie können der Kälte nicht entfliehen. Für sie ist das kein Selbstversuch. Es harter ist Alltag.
Hubert Ostendorf

SPD SOZIAL bittet um Unterstützung von fiftyfifty e.V.

Spendenkonto: ASPHALT, Verein zur Förderung obdachloser und armer Menschen, Postbank Essen, DE35 3601 0043 0539 6614 31

Veröffentlicht am 17.01.2026

 

Gesellschaft Rhade: Sternsinger-Aktion ist gelebtes soziales Lernen

Alle Jahre wieder „klopfen“ sie an unsere Tür. Die Sternsinger der katholischen St. Urbanus -Gemeinde. Es sind Kinder, die um Spenden für weltweit aufgestellte Hilfsprojekte bitten. „Diese Hilfsprojekte sind nachhaltig und werden mit lokalen Partnern umgesetzt. Sie kommen allen Kindern zugute - unabhängig von Herkunft und Religion.“, heißt es im Begleitschreiben, das die Sternsinger persönlich übergeben oder in die Briefkästen unserer Rhader Haushalte eingeworfen haben. Diese Aktion verdient unterstützt und gewürdigt zu werden. Kinder haben ein natürliches Gerechtigkeitsempfinden. Das wird bei der Sternsinger-Aktion gestärkt. Wir können diese positive Wirkung mit Offenheit und Großzügigkeit unterstützen. Ein kurzes Gespräch mit den Kinder-Botschaftern bleibt in deren Erinnerung positiv haften. Und wer nicht persönlich angetroffen wird, kann seine Spende auch per Banküberweisung tätigen. Ein Rhader Spendenkonto findet sich in dem Flyer der Sternsinger. Die DZ meldet aktuell, dass bisher fast 15.000 Euro gesammelt wurden.

Veröffentlicht am 16.01.2026

 

Bundespolitik SPD: Gerechtigkeit beginnt beim FairErben

In diesem Jahr erwarten wir ein wichtiges Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer. Schon lange ist klar: Die Erbschaftsteuer in der jetzigen Form ist unfair. Bisher werden kleine und mittlere Erbschaften stark besteuert, während Milliardärsfamilien ihr Vermögen in Deutschland durch die Nutzung bestehender legaler Schlupflöcher nahezu steuerfrei weitergeben können. Kinder von Überreichen kriegen mehr Geld als Erbe geschenkt, als ein Facharbeiter in seinem ganzen Leben jemals erarbeiten könnte. Das ist ungerecht. Statt echter Leistung wird die Herkunft belohnt.
Wir wollen die Erbschaftsteuer fair, einfach und zukunftsfest machen. FAIRErben sorgt dafür, dass nicht große Vermögen immer weiter anwachsen, während die Allgemeinheit den Kürzeren zieht. Sie schafft Handlungsspielräume für Investitionen in Bildung, Infrastruktur und sozialen Zusammenhalt. Wir setzen uns für ein gerechtes Steuersystem ein. Die heutige Erbschaft- und Schenkungsteuer wird diesem Anspruch jedoch nicht gerecht. In der Praxis gilt häufig:

  • Kleine und mittlere Erbschaften müssen Steuern zahlen.
  • Sehr große Vermögen bleiben durch Sonderregeln und Gestaltungsmöglichkeiten oft ganz oder überwiegend steuerfrei.
  • Sie verstärkt die ungleiche Verteilung von Vermögen.
  • Sie untergräbt das Vertrauen in ein faires Steuersystem.
  • Und sie entzieht dem Staat Einnahmen, die zum Beispiel für Schulen, Straßen oder Klimaschutz gebraucht werden.

Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär

Veröffentlicht am 15.01.2026

 

Dirk Groß, stehend, fungiert weiter als Sprecher SPD-Fraktion. Kommunalpolitik Dorsten: Klausurtagung der SPD-Stadtratsfraktion

Traditionell begaben sich die Mitglieder der SPD-Fraktion in eine Klausurtagung, um über den Haushaltsentwurf der Verwaltung und damit über die Zukunft der Stadt zu diskutieren, Fehlentwicklungen zu erkennen und Verbesserungsvorschläge zu formulieren. Ein dicker Wälzer mit Zahlen, Tabellen und Anmerkungen, der auch nach der Klausur in wichtigen Teilen noch intensiver betrachtet werden muss. Dirk Groß, Fraktionsvorsitzender, "Wir müssen für die Beratungen in den Ausschüssen bestens vorbereitet sein. Wir haben dafür eine erste engagierte Aussprache durchgeführt. Es wird, wie bei jeder Haushaltsberatung Entscheidungen geben, die wir mittragen werden. Parallel wollen wir gegebenenfalls Änderungen und Ideen zusätzlich einbringen, die alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt im Fokus haben. Dabei liegt die Betonung auf ALLE“. Und weiter: "Insbesondere sind die Ressourcen der Verwaltung zu hinterfragen, um die angekündigten Bundes-Fördermittel für Infrastruktur auch umsetzen zu können." Die Klausurtagung wurde auch genutzt, um den ausgeschiedenen Ratsmitgliedern Friedhelm Fragemann, Heiko Raffel und Uli Guthoff für ihre Arbeit zu danken.

Veröffentlicht am 14.01.2026

 

Bundespolitik Bulgarien hat den Euro eingeführt

Ein kritischer Blick in das ärmste EU-Land

2007 wurde Bulgarien, zeitgleich mit Rumänien, in die Europäische Union aufgenommen. In beiden Ländern stieg die Hoffnung, die Armut zu überwinden. Umgekehrt erhofften sich die 25 Aufnahmestaaten neue Märkte und günstigere Produktionskosten im äußersten Osten der Union. Nun erhielt Bulgarien als 21. Mitglied der Eurozone auch den Euro als Zahlungsmittel. Das Land erlebt parallel eine beispiellose Instabilität der Regierungen. Acht Wahlen in 4 Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Demonstranten zwangen Regierungen immer wieder zum Rücktritt, weil die galoppierende Korruption Bestand hatte. Die Einführung des Euros ist an strenge Bedingungen geknüpft. 2024 waren diese nach Bewertung der EU-Kommission noch nicht erfüllt. Die Inflationsrate war zu hoch. Innerhalb von nur 2 Jahren schaffte es Bulgarien aber, die Messlatte zu unterschreiten. Erinnerungen an Griechenland werden wach. Inzwischen haben sich 3600! deutsche Unternehmen in Bulgarien niedergelassen. Kosten für Personal und Energie sind niedrig, die Körperschaftssteuer beträgt 10%. Umgekehrt genießen die Bulgaren Freizügigkeit in allen EU-Ländern des Schengenraums. Unsere Großstädte kennen die negativen Auswirkungen. Tausende werden, teils von skrupellosen Schlepperbanden organisiert, in heruntergekommenen Häusern untergebracht, mit Scheinarbeitsverträgen ausgestattet, bei der Sozialhilfe-Antragstellung „beraten“ und parallel gnadenlos abkassiert. Diese gravierende Fehlentwicklung wahrzunehmen und wirksam gegenzusteuern, muss endlich in Berlin und Brüssel gehört werden.

Rhader Nachdenkzeilen auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Korruption und Euro“ am 30.12.2025

Veröffentlicht am 13.01.2026

 

RSS-Nachrichtenticker

RSS-Nachrichtenticker, Adresse und Infos.

 

WebsoziCMS 3.9.9 - 006271251 -

SPD Sozial

„Es gibt immer Licht.
Wenn wir mutig genug sind, es zu sehen. 
Wenn wir mutig genug sind, es zu sein.“

Amanda Gorman
Amerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin

 

Counter

Besucher:6271252
Heute:1007
Online:9