Gesellschaft Wochenendgedanken aus Rhade

ZITAT*:

„An der Spitze stehen Politiker, die von der Massengunst emporgetrieben werden und sich den Zuspruch ebendieser Massen immer wieder aufs Neue sichern müssen. Daher rühren ihre nervöse Gefallsucht und die Jagd nach immer neuen und sichtbaren Augenblickserfolgen, das ängstliche Schielen nach dem Beifall der Masse, das Fehlen jeder Gelassenheit, die eine legitime Regierung kennzeichnet. Charakteristisch sind die ungeheure Empfindlichkeit für Beifall oder Tadel der Volksführer und deren Minderwertigkeitskomplex, der sich hinter der Lautheit des Gebarens nur allzu verräterisch verbirgt. Zur äußeren Zusammenschweißung des Volkes greifen die Führer solcher Staaten auf das bewährte Integrationsmittel des Nationalhasses und Krieges zurück. Sie betreiben die Auflösung aller Werte und Normen, verkünden die zynische Freiheit in der Wahl der Mittel, die in Ermangelung wirklich fester Ziele selbst zum Endzweck werden.“

*) Wilhelm Röpke (1899-1966), Ökonom und Staatswissenschaftler. Sein Text scheint punktgenau auf Donald Trump zu passen, wurde aber bereits 1939 veröffentlicht. Röpke beschrieb in seiner Analyse die tyrannische Herrschaftsform moderner Volksverführer, hatte dabei Adolf Hitler fest im Blick. Wilhelm Röpke musste bereits 1933 ins Exil fliehen. Der Text wurde dem Buch „Wie konnte das geschehen?“, (Seiten 650/651) entnommen, das der Historiker Götz Ali geschrieben hat. Lesenswert!

Veröffentlicht am 14.03.2026

 

Kommunalpolitik Pressebericht über neuen Geh- und Radweg in Rhade: Da war doch was …

Gestern, am 12.3.2026 hat die Dorstener Zeitung berichtet, dass ein neuer Geh-und Radweg zum Rhader Einkaufszentrum gebaut werden soll. Eine gute Nachricht! Diese Idee haben wir bereits vor 12 Jahren der Verwaltung eingereicht. Damals waren die Rathausmenschen noch dagegen. Der folgende Schriftwechsel erinnert daran:

29. April 2014:
Radwegenetz zum Geschäftszentrum erweitern
Rhader SPD schreibt an Verwaltung

Stadtverwaltung Dorsten, Herrn Bürgermeister Lütkenhorst und Herrn Beigeordneten Lohse

Betr. Radwegeergänzung

Sehr geehrte Herren,
das vorhandene Fuß, Rad- und Wirtschaftswegenetz in Rhade eignet sich hervorragend, um den Binnenverkehr auf der Straße zu entlasten und das Radfahren zu fördern. Im Rhader Rahmenplan sind dazu auch entsprechende Vorstellungen formuliert.
Heute möchten wir noch einmal auf eine kleine Verbesserung aufmerksam machen, die mit geringen Mitteln umgesetzt werden könnte. 
Das Rhader Geschäftszentrum ist auch für Fußgänger und Radfahrer nur von der Erler Straße zu erreichen. Günstig, und damit auch sicherer für alle Verkehrsteilnehmer wäre eine kurze Verbindung vom vorhandenen Fuß- und Radweg entlang der Turnhalle (Verbindung vom Schlehenweg zur Erler Straße) zum Parkplatz des Geschäftszentrums. Dass dieser Weg angenommen wird, beweist ein inzwischen entstandener Trampelpfad. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn unser Vorschlag unbürokratisch und kurzfristig umgesetzt werden könnte.
Vielen Dank im Voraus, mit freundlichem Gruß
Hans-Willi Niemeyer
Vorsitzender der Rhader SPD

Die Verwaltung reagierte und lehnte ab. Aus dem dann folgenden Offenen Brief der Rhader Sozialdemokraten, der u. a. auf der Internetseite www.spd-rhade.de veröffentlicht und auch der örtlichen Presse (2014) zugestellt wurde, ist zu entnehmen, mit welchen Argumenten vor 12 Jahren die Idee in der Schublade abgelegt wurde:

Offener Brief an unsere Verwaltung
Verwaltung lehnt Vorschlag zur Verkehrssicherheit ab -SPD-Rhade beurteilt das als Prinzipienreiterei und schreibt folgenden Offenen Brief 

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ende Februar haben wir Sie angeschrieben und auf eine logische Verbesserung des vorhandenen Geh- und Radwegenetzes zum Rhader Geschäftszentrum gebeten. (Siehe unten)
Sie antworten kurz und knapp, lehnen den Verbesserungsvorschlag ab und begründen das mit folgenden Hinweisen:

  • Der Ausbau müsste dem Stand der Technik entsprechen
  • Er muss demnach eine Breite von mindestens 3,0 m haben
  • Er muss mit Beleuchtung ausgestattet werden
  • Der Weg befindet sich nicht nur auf städtischem Gelände
  • Die Verkehrssicherheitspflicht (Winterdienst) ist nicht gewährleistet
  • Es stehen keine (Finanz)-Mittel zur Verfügung

Diese Ablehnung fordert geradezu folgende Antwort* heraus:
Vielen Dank für die Beantwortung unseres Schreibens. Die Ablehnung des Vorschlages, mit wenigen „Bordmitteln“, die Geh- und Radwegeverbindung zum Rhader Geschäftszentrum zu verbessern und damit die Verkehrssicherheit, können wir nicht nachvollziehen.

Alle aufgeführten Ablehnungsgründe sind formal aus den Vorgaben für einen optimalen Geh- und Radwegebau abgeschrieben. Anstatt positiv und kreativ zu reagieren, und die Lücken der Vorschriften zu nutzen, verschanzen Sie sich hinter Vorschriften, die, legt man sie an den vorhandenen Radwegen an, fast überall zu Sperrungen führen müssten.
Fazit: Wir wollen nicht immer hören, warum was nicht geht, wir fordern ein kreatives Handeln der Verwaltung mit konstruktiven Lösungsvorschlägen. Die Verkehrssicherheit hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Der Eindruck, dass hier der Vorschlag mit „Paragrafenreiterei kaputt“ gemacht werden soll, drängt sich leider auf. Warum das so ist, können wir uns auch nicht erklären.

* Der Offenen Brief aus dem Jahr 2014 wurde aktuell (12.03.2026) gekürzt, ohne das es inhaltliche Veränderungen gibt.

Veröffentlicht am 13.03.2026

 

Stadtverband Paul Sloma ist das neue Gesicht der Dorstener Sozialdemokraten (3)

Die Sozialdemokraten mussten in den letzten Jahren erhebliche Misserfolge verkraften. Auf allen Ebenen wurden Wahlen verloren. In immer kürzeren Abständen wechselte das Führungspersonal, ohne dass sich gravierende Veränderungen spürbar und zählbar bemerkbar machten. Nun hat die SPD vor Ort die Lage intensiv (und selbstkritisch) analysiert und gehandelt. Paul Sloma, jung und dynamisch, wurde zum Stadtverbandsvorsitzenden gewählt. Wir haben ihn auf dieser Seite am Donnerstag, 5. März persönlich vorgestellt. Am 9. März hat er seine Ziele erläutert, die er für Dorsten und die SPD erreichen will. Auf die Frage: Wo siehst du aktuell den dringendsten Handlungsbedarf, um die gesamte Dorstener SPD zu stabilisieren?, antwortet Paul Sloma:
„Den größten Handlungsbedarf sehe ich aktuell in unserer Sichtbarkeit und Präsenz. Wir müssen wieder stärker im Alltag der Menschen stattfinden – nicht nur an Infoständen, sondern auch in Vereinen, Organisationen und im Austausch mit Unternehmen vor Ort. Infostände dürfen dabei nicht nur kurz vor Wahlen stattfinden, sondern müssen ein fester Bestandteil unserer kontinuierlichen politischen Arbeit sein. Gleichzeitig braucht es eine deutlich stärkere und professionellere Online-Präsenz. Dazu gehört für mich eine inhaltlich und technisch überarbeitete sowie regelmäßig aktualisierte Website ebenso wie mehr und kontinuierlicher Content auf unseren Social-Media-Kanälen wie Instagram und Facebook. Dazu zählen unter anderem Videos und Beiträge, in denen wir Ratsarbeit verständlich aufbereiten, über unsere politischen Initiativen informieren und Einblicke in unsere Aktionen vor Ort geben. Politik muss nachvollziehbar sein und dort stattfinden, wo Menschen heute Informationen erhalten. Ich möchte deshalb unter anderem rotierende Infostände in verschiedenen Stadtteilen etablieren und den direkten Dialog mit den Menschen systematisch ausbauen. Nur durch kontinuierliche Präsenz, Zuhören und klare Kommunikation können wir Vertrauen zurückgewinnen und die SPD Dorsten langfristig stabilisieren.“

Veröffentlicht am 12.03.2026

 

Allgemein Krieg? Ich bin nicht schuld daran!

Matthias Claudius (1740 - 1815), ein bedeutender deutscher Dichter (Der Mond ist aufgegangen), hat den folgenden Text 1778 im Vorfeld des Krieges zwischen Preussen und Österreich geschrieben. Die Leser dieser Internetseite werden gebeten, den aktuellen Bezug zu den überall auf der Welt geführten Kriegen selbst herzustellen. 

Kriegslied                       
Matthias Claudius

's ist Krieg! 's ist Krieg! O Gottes Engel wehre, 
Und rede Du darein!
's ist leider Krieg - und ich begehre 
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen 
Und blutig, bleich und blaß
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen 
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten, 
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten 
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend, tausend Väter, Mütter, Bräute, 
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute, 
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten 
Freund, Freund und Feind ins Grab 
Versammleten und mir zu Ehren krähten 
Von einer Leich' herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre
Die könnten mich nicht freun!
`s leider Krieg - und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 11.03.2026

 

Kommunalpolitik Rhade: Der scheinbar unaufhaltsame Strukturwandel kennt kein Stopp-Schild

Nun hat es auch die Rhader Bäckerei Heine erwischt. Ein traditioneller Familienbetrieb schließt seine Pforten. Eine Gelegenheit darüber nachzudenken, was wir in Rhade, Dorsten und darüberhinaus an heimischer Identität inzwischen verloren haben. Der Fortschritt, so die allgemeine Bezeichnung für gravierende Veränderungen aller Lebensbereiche, nimmt keine Rücksicht auf Tradition. Er richtet sich ausschließlich nach Prognosen und Profit. Da bleibt fast nur noch Nostalgie und Museum. Bitter und in Teilen eine Fehlentwicklung. Erinnern wir uns in Kurzform, was wir hier und da bereits verloren haben: Kommunale Selbständigkeit, Polizei, Post, Apotheke, Gaststätten, Übernachtungsmöglichkeiten, Trimmstrecke, diverse Einzelhandelsgeschäfte, mehrere landwirtschaftliche Betriebe, Standesamt, St. Ewald, evangelischen Pastor, SPD-Ortsverein Rhade, Autowerkstatt, … Nun blicken wir, ebenfalls in Kurzform auf das, was wir stattdessen „gewonnen“ haben: Teil Dorstens zu sein, Autobahn, Supermarkt, Discounter, Alten- und Pflegeheime, Glasfaser, Bio-Laden, Turnhalle, Sportzentrum, diverse Imbissbetriebe, Störche, steigender Durchgangsverkehr zur Autobahn, mehrere Neubaugebiete, steigende Bevölkerungszahl, …
Wir verzichten an dieser Stelle bewusst auf eine persönliche Bewertung dieser sicherlich unvollständigen Aufzählung des Verlorenen und des Gewonnenen, fordern stattdessen unsere Leser auf, selbst ein Fazit zu ziehen.

Rhader Gedanken über gestern, heute und morgen

Veröffentlicht am 10.03.2026

 

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SPD Sozial

„Wenn du die Art und Weise änderst,
wie du die Dinge betrachtest,
ändern sich die Dinge,
die du betrachtest.“ 

Max Planck
Deutscher Physiker und Nobelpreisträger
​​​​​​​
1858 - 1947

 

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