Gesellschaft Dorsten ehrt Schwester Paula mit einer Stele

Erinnerung an eine große Persönlichkeit

Sie war unübersehbar in der Stadt. Ihre gehäkelte bunte Baskenmütze kann als Markenzeichen einer besonderen Frau gewertet werden. Schwester Paula, eine Ursulinenschwester, war als Tisa von der Schulenburg vor ihrem Eintritt in das Dorstener Kloster, auch der Kunstwelt ein Begriff. „Sie hat immer gegeben“, so ein Urteil eines Rhaders, der sie persönlich kennenlernen durfte, der viele politische Gespräche mit ihr führen konnte, der sich nach und nach mit ihrer Kunst anfreundete. Religiös und politisch, tolerant und meinungsstark, fröhlich und neugierig, so haben viele Dorstener sie erlebt. Ihre Kunstwerke kann der aufmerksame Beobachter an vielen Orten in der Stadt finden. Leider fehlen entsprechende Hinweise, die die Kunst und die Künstlerin beschreiben. Als der sprudelnde Marktplatzbrunnen aus dem Zentrum der Lippestadt entfernt wurde, ging ein Aufschrei durch die Stadt. Es war ihr Brunnen, den sie im Auftrag der damaligen WestLB gestaltet hat und der als Geschenk an die Stadt zentral aufgebaut wurde. Nun plätschert er deplatziert, wie nicht wenige urteilen, im Schatten der alten Stadtwaage. Nicht weit davon wurde jetzt aktuell eine Stele enthüllt, die an Schwester Paula erinnert und sie so dauerhaft würdigt. Der hiesige Verkehrsverein ist Initiator des neuen Dorstener Denkmals. Der Anstoß, sich dadurch mit dem Leben und Wirken einer starken Frau zu beschäftigen, lohnt allemal, so eine Bürgerin, die Tisa kannte.

Ein Rhader Dank an die Initiatoren des Denkmals

Veröffentlicht am 23.09.2022

 

Finanzen Grundsteuerreform entwickelt sich zum Albtraum

Wissen sie wirklich, was sie tun?

Das Bundesverfassungsgericht hat vor fast viereinhalb Jahren geurteilt, dass die Grundsteuerberechnung nicht mehr verfassungsgemäß ist. Da die Grundsteuer Ländersache ist, haben 16 Bundesländer 4 Jahre beraten, um dann doch getrennte Wege zu gehen. Nun müssen alle 36 Millionen Immobilienbesitzer in nur 4 Monaten Daten herausrücken und in ein zentrales Datensystem einspeisen, damit die Finanzämter spätestens 2025 mit aktuellen Messbescheiden den Kommunen die Grundlage für den neuen Steuersatz liefern können. Bisher haben nur knapp 20% der angeschriebenen Häuslebesitzer die Auflage erfolgreich abgeschlossen. Ein weiterer Prozentsatz hat nach mehreren Versuchen entnervt abgebrochen. Entweder machte das System schlapp, oder die Kapitulation erfolgte beim Versuch, die Fragen überhaupt zu verstehen. Ein Fiasko bahnt sich an. Obwohl alle Daten bei den Grundbuch- und Finanzämtern vorhanden sind, aber wohl nicht auf Knopfdruck abrufbar, sollen nun die Hausbesitzer in kürzester Zeit dem Staat aus der Bredouille helfen. Der Unmut da unten ist mit den Händen zu greifen. Das Bürokratiemonster lässt grüßen. Der Filmtitel „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ (1955), passt glänzend zur Beschreibung der Lage. Passend auch die Überschrift der Süddeutschen Zeitung: FÖDERAL - DIGITAL - FATAL.

Eine Bürgerkritik aus Rhade

Veröffentlicht am 22.09.2022

 

Gesellschaft Nicht das Erinnern, das Vergessen ist die Gefahr

Das Jüdische Museum in Dorsten ist 30

Richard von Weizsäcker, früherer Bundespräsident, hat mit seinem Zitat in der Titelzeile, ein wichtiges Vermächtnis hinterlassen. Ein Vermächtnis, die Nazi-Verbrechen der Vergangenheit nie zu vergessen und gesellschaftspolitisch alles zu tun, um eine Wiederholung unmöglich werden zu lassen. In Dorsten ist es der Geschichtsgruppe von unten, „Dorsten unterm Hakenkreuz“, zu verdanken, dass das lange (Ver)Schweigen in der Lippestadt, Mitte der 80er Jahre ein Ende nahm. Der Grundstein wider das Vergessen war gelegt. Mehrere Bücher erinnern daran, dass es eine Jüdische Gemeinde Dorsten gab und wie sie durch Demütigung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung, eliminiert wurde. Die Gedenktafel in der Wiesenstraße, von Schwester Paula gestaltet, legt davon Zeugnis ab. Und vor 30 Jahren wurde durch Johannes Rau, dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten, das Jüdische Museum Westfalen in der Lippestadt eröffnet. Daran erinnert ein spannendes kleines Buch, das, passend zum Jubiläum, 30 Exponate  des Museums vorstellt. Auf den ersten Blick unscheinbar, aber durch die exzellenten Begleittexte eine erhellende Hintergrundreise durch das jüdische Leben (und Sterben) in Deutschland und unserer Stadt. Die beeindruckende Broschüre ist im Jüdischen Museum Westfalen für nur 5 Euro zu erwerben. Ein wichtiger Baustein, sich zu erinnern und nie zu vergessen.

Dirk Hartwich   

Veröffentlicht am 21.09.2022

 

Bundespolitik Entlastungspakete sind keine Geschenke oder Almosen

SPD sorgt für Klarstellung

Um in Notlagen nicht ins Bodenlose abzustürzen, wurde in unserem Land ein soziales Sicherheitsnetz geknüpft. Die Sozialdemokratie trägt den Titel, Architekt und Baumeister gleichzeitig zu sein, mit berechtigtem Stolz. Andere Parteien werten diese Errungenschaft nicht selten mit dem Begriff „Soziale Hängematte“ ab, als ob sie zum Ausruhen aufgespannt wurde. Ein begrifflicher Missbrauch! Da das Wohnen mit dem Heizen für viele Menschen so gut wie unbezahlbar wird, haben ab Januar 2023 zwei Millionen Haushalte ANSPRUCH auf Wohngeld.  Bisher waren es 620.000. Olaf Scholz, sozialdemokratischer Bundeskanzler nennt das die größte Wohngeldreform in der deutschen Geschichte. Und Saskia Esken, Vorsitzende der SPD stellt auf der gemeinsamen Pressekonferenz der Ampelregierung deutlich heraus, dass diese Entlastung kein Geschenk sei, sondern nötige Hilfe zum Lebensunterhalt. Sie forderte alle anspruchsberechtigten Haushalte unbedingt auf, das solidarische Hilfsangebot anzunehmen und zu beantragen. Scham oder vornehme Zurückhaltung sind fehl am Platz, so die Meinung der Rhader Sozialdemokraten.

Eine Kommentierung aus Rhade  

Veröffentlicht am 20.09.2022

 

Kommunalpolitik Forks Busch - ab in die Warteschleife

Verwaltung sorgt für Ernüchterung in Rhade

Mit großem Elan haben viele Rhader Bürger kreative Ideen entwickelt, um das eigene Lebensumfeld zu verbessern und zukunftsfähig zu gestalten. Ein Arbeitskreis DORFENTEWICKLUNG wurde gegründet und zeichnet sich durch unermüdliches Engagement, die Planung auch umzusetzen, aus. Ein Projekt, das bereits klare Konturen erkennen lässt, ist der Forks Busch. Eine interessante, baumbestandene grüne Oase mitten in unserem Dorf. Experten wurden von der Stadtverwaltung beauftragt, die Fläche zu untersuchen. Herausgekommen sind zwar unterschiedliche Meinungen über die Funktion einer neuen Nutzung, dass aber etwas getan werden soll, ist unstrittig. Nun überrascht die Verwaltung mit einer Pressemitteilung, dass der Zeitplan umgeworfen werden muss. Grund: Die Landesregierung ist dabei, die Förderrichtlinien neu zu ordnen. Vor dem Frühjahr 2023 kann somit kein Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt werden. Das heißt, dass die Planung Forks Busch in die Warteschleife mit unsicherem Ausgang geschickt wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Rhader Projekte zeitlich nach hinten verschoben werden (müssen), hier kommt die allgemeine Finanzsituation zwischen dem Bund, dem Land und der Kommune ins Spiel, ist größer geworden. „Gut Ding will Weile haben“, so der Volksmund. Rhade kann davon sogar ein Lied mit vielen Strophen singen.

Ein kritischer Zwischenruf aus Rhade

Veröffentlicht am 19.09.2022

 

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