Eine Erinnerung an Hans Scheibner
Politisches Kabarett scheint gestern gewesen zu sein. Heute dominieren sogenannte Comedians. Sie sind eher der Kategorie Spaßmacher zuzuordnen. Eine Entwicklung, die in Richtung Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft geht. Hans Scheibner hat kurz vor seinem Tod dem niedersächsischen Straßenmagazin HEMPELS noch eine „Kurzgeschichte“ gewidmet. In Kurzform:
Zwei Männer hören Hilferufe aus dem Fluss. „Wir müssen helfen“, sagt der eine. „Noch ist der aber über Wasser, sonst könnte er nicht rufen“, der andere. Sie beobachten den Ertrinkenden weiter und diskutieren darüber, wann der richtige Zeitpunkt des Eingreifens gekommen sei. Inzwischen strampelt der Ertrinkende weiter um sein Leben. Die Beobachter von außen sind inzwischen bei philosophischen Anmerkungen über das Helfen angekommen. „Du, jetzt hör ich nichts mehr“, sagt der eine plötzlich. „Dann ist es sowieso zu spät, etwas zu unternehmen“, der andere. „Er ist wohl ertrunken“. Dann setzen beide ihren Weg fort.
Gelesen und für die Rhader sozialdemokratische Internetseite aufgeschrieben von Dirk Hartwich.
Veröffentlicht am 05.06.2022
Die Weichen für die Zukunft müssen jetzt gestellt werden
Am Donnerstag, 9. Juni treffen sich Mitglieder der Rhader SPD mit sozialdemokratischen Nachbarortsvereinen, um über eine bessere Zusammenarbeit zu beraten. „Gemeinsam sind wir stark. Vielleicht sogar stärker?“ So könnte das Motto lauteten. Christoph Kopp, Vorsitzender, hat dazu ins Gasthaus Pierick eingeladen. Um 18.30 Uhr wird er den freien Meinungsaustausch eröffnen.
Veröffentlicht am 04.06.2022
Stefan Diebäcker (Dorstener Zeitung) ist optimistisch - Reaktion auf SPD-Text liegt nun vor (Teil 2)
Am 19. April lautete die Titelzeile der Rhader SPD auf dieser Internetseite: Wenn das Beste am Morgen ausbleibt - die gedruckte (Lokal)Zeitung - Bundesweites Zeitungssterben macht unser Leben ärmer. Im Text wird das Zeitungssterben, besonders der Lokalzeitungen, aus Sicht der Leser, mit großer Sorge bewertet. Unsere Bitte an die einzige Dorstener Zeitung, dazu eine eigene Einschätzung abzugeben, ist Stefan Diebäcker, Redaktionsleiter nun gefolgt. Wir veröffentlichen seinen gesamten Text in 2 Teilen. Heute Teil 2 und Schluss. Teil 1 ist am 2. Juni erschienen.
Es gibt ein ePaper, eine Homepage mit journalistischen Angeboten teilweise nur für (Print- und ePaper-)Abonnenten (DZ+), Auftritte in den Sozialen Medien, Podcast, Live-Sendungen. Unser Verleger Lambert Lensing-Wolff hat 2020 das Medienhaus Bauer mit sechs Redaktionen im Kreis Recklinghausen gekauft, weil er an die Zukunft des Lokaljournalismus glaubt. Ich finde, das ist ein gutes Zeichen!
Aber dieser Journalismus ist anders als vor 30 Jahren – und nicht schlechter, finde ich. Wir sprechen in unseren Redaktionskonferenzen viel über den Online-Auftritt, über Sendepläne und Videos und wann wir wo vielleicht sogar live sein können. Weil sich das Leseverhalten und das Interesse unserer User verändert hat und wir es inzwischen messen können. Oder, um es anders zu formulieren: Weil die Welt digitaler geworden ist. Wer da nicht mitmacht, sich nicht weiterentwickelt und „transformiert“, wie es so schön heißt, hat auf Sicht verloren.
Erste Erfolge sehen wir bereits: Die Abwärtsentwicklung bei den Abo-Zahlen insgesamt ist deutlich gebremst, der Anteil der „digitalen Abos“ wird größer und wächst weiter. Das gilt auch für die Anzeigenumsätze. Ich finde das ermutigend.
„Die Zeitung“ wird es deshalb weiterhin geben in Dorsten, und das ist gut so. Sieben Tage pro Woche sogar, rund um die Uhr, wenn man denn möchte. Sie ist digitaler geworden, vielfach aktueller als früher, überall verfügbar. Und sie wird trotzdem immer noch auch gedruckt und verteilt. Über allem steht allerdings: Guter Journalismus, auch im Lokalen, kostet Geld, digital weniger als gedruckt. Die Brötchen beim Bäcker gibt es aber auch nicht für lau.
Stefan Diebäcker
(Die Rhader SPD bedankt sich herzlich für die ausführliche und informative Positionierung. Unsere Empfehlung lautet:Zeituungslesen macht das Lesen reicher)
Veröffentlicht am 03.06.2022
Stefan Diebäcker (Dorstener Zeitung) ist optimistisch - Reaktion auf SPD-Text liegt nun vor (Teil1)
Am 19. April lautete die Titelzeile der Rhader SPD auf dieser Internetseite: Wenn das Beste am Morgen ausbleibt - die gedruckte (Lokal)Zeitung - Bundesweites Zeitungssterben macht unser Leben ärmer. Im Text wird das Zeitungssterben, besonders der Lokalzeitungen, aus Sicht der Leser, mit großer Sorge bewertet. Unsere Bitte an die einzige Dorstener Zeitung, dazu eine eigene Einschätzung abzugeben, ist Stefan Diebäcker, Redaktionsleiter nun gefolgt. Wir veröffentlichen seinen gesamten Text in 2 Teilen.
Als ich Ende 1989 Redakteur bei der Dorstener Zeitung wurde, gab es kein Internet, kein Smartphone, keine Sozialen Medien. Eigentlich gab es damals auch die Dorstener Zeitung nicht, sie hieß (bis 1997) Ruhr Nachrichten. Und: Die Zeitung wurde gedruckt. Punkt. Sie wurde nachts zugestellt und lag jeden Morgen (meistens jedenfalls) im Briefkasten der Abonnenten. Sonntags gab es sie nicht, dafür war sie am Samstag dicker.
Es gab damals in Dorsten und Umgebung auch die WAZ, so etwas wie Meinungsvielfalt also und für uns vor allem Wettbewerb um die besten Nachrichten, die spannendsten Geschichten, die exklusivsten Meldungen. Wer in den Urlaub fuhr, bestellte das liebgewonnene „Heimatblatt“ für eine gewisse Zeit ab, spendete es oder ließ es sich an den Urlaubsort nachschicken. Weil man ja auf dem Laufenden bleiben wollte.
Schöne alte Zeitungswelt? Das sehe ich anders.
Mehr als 30 Jahre später gibt es die Dorstener Zeitung immer noch. Sie wird immer noch gedruckt, liegt immer noch jeden Morgen im Briefkasten, hat immer noch Anzeigen, gewerbliche Sonderseiten und einen Lokalteil, der übrigens umfangreicher ist als der Ende der 1980er-Jahre. Ja, sie kostet deutlich mehr als damals – die Gründe sind vielschichtig: Personal- und Energiekosten, Papierpreise – aber auch sinkende Auflage und geringere Anzeigenumsätze spielen eine Rolle. Die gedruckte Zeitung ist für viele Menschen ein Luxusgut geworden. Aber ist damit das Ende der „Zeitung“ eingeläutet? Ich glaube nicht.
Viele Verlage haben Kosten reduziert, indem sie Redaktionen geschlossen haben. Ich verstehe jeden, der das nicht gut findet. Aber was ist die Alternative? Verlage müssen kaufmännisch denken, um zu überleben. Viele kleinere haben es trotzdem nicht geschafft, viele größere haben das Verbreitungsgebiet reduziert, Personal abgebaut.
LensingMedia, der Verlag, der auch die Dorstener Zeitung herausgibt, hat das auch gemacht, aber zum Glück nicht in Dorsten. In den letzten Jahren wurde sogar massiv investiert. In Personal, in technisches Know-How, um neue Kanäle auch für den Lokaljournalismus in Zeiten der Digitalisierung zu erschließen.
Stefan Diebäcker
(Teil 2 erscheint morgen am 3. Juni 2022)
Veröffentlicht am 02.06.2022
Es gibt nur Verlierer, aber eine starke deutsche Regierung mit dem Kanzler Olaf Scholz
Der Krieg des Aggressors Russland gegen die Ukraine ist kein lokaler Konflikt mehr, sondern ein globaler. Für das Leid der überfallenen Ukrainer findet man keine tröstenden Worte mehr. Nun wandelt sich der unvermindert andauernde militärische Konflikt in einen weltweiten Wirtschaftskrieg. Inflationsraten ungeahnten Ausmaßes machen auch uns ärmer. Die stützenden Maßnahmen der SPD-geführten Ampel-Regierung federn vieles ab, belasten aber zukünftige Generationen. Olaf Scholz führt unser Land mit Augenmaß durch diese Krise, von der wir nicht wissen, wie lange sie noch andauern wird. Es ist gut, dass das oberste Ziel unserer Regierung unmissverständlich klar ist: Wir werden uns nicht direkt in die kriegerischen Auseinandersetzungen hineinziehen lassen. Wir üben Solidarität mit der Ukraine und den Ländern, die wegen der Preisexplosionen nicht in den Schlaf kommen. Wir werden die globale Weltordnung neu gestalten müssen. Wir wissen immer noch nicht, was Putin eigentlich erreichen will. Wenn es neben einer zerstörten, okkupierten Ukraine auch die Destabilisierung des Westens sein soll, dann scheint er zu übersehen, dass besonders „sein“ Russland sich so selbst abschafft. Ein Krieg kennt keine Gewinner, nur Verlierer. Das müsste doch nach den vielen Katastrophen der Weltgeschichte in allen Köpfen verankert sein. Putin ist der Beweis des Gegenteils. Leider!
Rhader Gedanken zur globalen Krise
Veröffentlicht am 01.06.2022