Klartext von der Rhader SPD-Basis
Die Menschen in der Ukraine verdienen jegliche Solidarität und Unterstützung. Das Verbrechen Russlands, vertreten durch Wladimir Putin, das Völkerrecht zu brechen und mordend ein Nachbarland zu überfallen, muss sofort beendet und geahndet werden. Deutschland ist sich seiner Verantwortung bewusst und hilft, in Abstimmung mit den Verbündeten in der NATO und der EU, auf allen erdenklichen Wegen. Verantwortungslos wäre, selbst Kriegspartei zu werden. Die Folgen wären unkalkulierbar. Für Deutschland und die Welt. Einer, der scheinbar will, dass die NATO und somit Deutschland an der Seite der Ukraine direkt militärisch eingreift, trägt den Titel „Botschafter der Ukraine in Deutschland“. Seit Wochen gefällt er sich in der Rolle des Scharfmachers. Graf Lambsdorff (FDP) nannte das Auftreten sehr zurückhaltend undiplomatisch. Dass unser Bundespräsident von Kiew als unerwünschte Person bezeichnet wird, verbucht der in Rede stehende Botschafter sicherlich als seinen Erfolg. Es ist aber ein diplomatischer Eklat erster Güte. Gegenüber unserem Bundespräsidenten und somit gegenüber allen Bundesbürgern. Nun soll Olaf Scholz als Bundeskanzler in die Falle des ukrainischen Botschafters tappen. Dass er es nicht tut und aus Solidarität mit dem Bundespräsidenten jetzt nicht kann, verführt den Scharfmacher, noch im Anzug mit Nadelstreifen, zu beleidigenden Kommentierungen. Dafür nutzt Friedrich Merz, CDU-Vorsitzender, die Gelegenheit, schnell eine Wahlkampfreise nach Kiew anzutreten. Das ist ebenfalls keine Diplomatie, sondern Parteipolitik pur. Unpassend und peinlich.
Veröffentlicht am 04.05.2022
Forks Busch - Weniger wäre mehr
Eine kurze persönliche Reflexion zur aktuellen Diskussion „Forks Busch“. Die Einbeziehung des Landschaftsbüros Schmidt ist in mehreren Punkten wertvoll und hilfreich.
- Der Bereich Klima und Ökologie erhält (endlich) einen wichtigen Stellenwert in der aktuellen Dorfentwicklungsplanung.
- Der gutgemeinte Ansatz der Verwaltung, Stadtentwicklung für Rhade (und Lembeck) ausschließlich als reine Bürgerbeteiligung ohne fachliche Führung, nur mit Moderation zu organisieren, zeigt am genannten Beispiel, nicht umfassend zu funktionieren.
- Die Präsentation der Forks-Busch-Expertise des Büros Schmidt bestätigt eindrucksvoll alle Erkenntnisse, die die Stadt Dorsten seit 1975 mehrfach durch Bürgerbeteiligung, Einbeziehung von externen Fachbüros, des eigenen Planungsamtes und der Diskussion und Beschlussfassung in den politischen Gremien bereits gewonnen und dokumentiert hat.
- Die jetzt ehrenamtlich vor Ort agierenden Bürger verdienen uneingeschränkt Respekt und Dank für ihr Engagement. Ihre Anregungen, Forks Busch zu einem Bürgerpark zu gestalten, sind im Prinzip nicht falsch, berücksichtigen aber leider zu wenig, die jetzt wieder aktuell gewonnenen Erkenntnisse zur klimatischen und ökologischen Funktion dieses Waldstücks.
- Das vorgestellte Gutachten könnte die plakative Überschrift tragen: Weniger ist mehr! Ein eindrucksvolles Plädoyer für kommunalen Klimaschutz mitten im Dorf.
- Die Enttäuschung der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung, die sich durch das Gutachten in ihrem Engagement gebremst fühlt, ist nachzuvollziehen, hat aber ihre Ursache in der fehlenden fachlichen Führung bei der Dorfentwicklungsplanung. Vergleiche hierzu Punkt 2.
- Die Präsentation der Expertise am 29. April vor Ort zeigte auch eindrucksvoll, dass insbesondere die Anlieger rings um Forks Busch den Wert des Waldstücks erkannt haben und einer Veränderung eher ablehnend gegenüberstehen. Falsch wäre, das nur als egoistisches Eigeninteresse auszulegen.
- Meine Empfehlung nach Wertung aller Erkenntnisse zu Forks Busch, seit 1975 (kommunale Neugliederung) bis heute, lautet: Gemeinsam mit den Anliegern, dem Fachbüro Schmidt, der Verwaltungsfachabteilung, der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung, den beiden vor Ort präsenten Parteien und interessierten Bürgerinnen und Bürgern den Aspekt, „Rhader Klima“ im Allgemeinen und am Beispiel „Forks Busch“ im Besonderen, neu aufzugreifen.
Ich bitte abschließend die Verwaltung und den Umwelt- und Planungsausschuss der Stadt Dorsten (UPA), bei der Behandlung im Mai, das bisherige Dorfentwicklungsverfahren nicht nur zu loben, sondern die genannten Schwachpunkte selbstkritisch einzuräumen und nachträglich auszuräumen.
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 03.05.2022
Kritische Fragen auch aus eigenen Reihen. Solidarität mit dem Bundespräsidenten? Fehlanzeige.
Veröffentlicht am 02.05.2022
Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen angeblicher Zerstörungen
Wahlplakate haben in erster Linie den Zweck, auf den Wahltermin aufmerksam zu machen. Politische Inhalte werden bis zur Unkenntlichkeit und Austauschbarkeit verkürzt. Das Foto einer Kandidatin oder eines Kandidaten gehört in die Kategorie Sympathiewerbung. Natürlich versuchen alle Parteien auch die örtliche Presse auf das eigene Produkt aufmerksam zu machen, um so eine kostenlose Zusatzwerbung einzufahren. Da der Inhalt, wie bereits ausgeführt, überwiegend unspektakulär ist, reagiert die Tageszeitung verständlicherweise mit Ignorieren. Alle Parteien kennen das Ärgernis, dass Plakate verunstaltet, manchmal sogar zerstört werden. Eine Partei, am rechten Rand angesiedelt, hat daraus eine „Geschäftsidee“ gemacht. Regelmäßig klagt sie über Vandalismus gegenüber ihren Produkten. Und die Tageszeitung springt nicht selten darauf an. Nicht nur mit einer Notiz, sondern häufig sogar mit längeren Beiträgen, manchmal flankiert von einem Kommentar. Mehr Aufmerksamkeit geht gar nicht. Zweifel überkommen den kritischen Zeitungsleser, ob die wiederkehrende und vor Selbstmitleid triefende Klage der rechten Partei verdient, so in der Lokalberichterstattung hervorgehoben zu werden.
Ein Zwischenruf eines Rhader Zeitungslesers
Veröffentlicht am 02.05.2022
Wie er begann - wie er sich entwickelte - was er uns heute sagt oder sagen sollte
Als Tag der Arbeit ist er in unserem Bewusstsein. Der 1. Mai. Vor 136 Jahren, also 1886, demonstrierten amerikanische Arbeiter für die Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages. Die Streiks endeten in gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Arbeitern und der Polizei. Die 8-Stunden-Forderung fand nach und nach Anhänger auf der ganzen Welt. In Deutschland waren es insbesondere die Sozialdemokraten, die bereits 1919 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag erklärt haben wollten. Der Widerstand und die Ablehnung der Konservativen war ihnen sicher. Die Nazis nutzen die Gunst der Stunde, erklärten den 1. Mai zum Tag der nationalen Arbeit und Feiertag, um die Sympathie der Arbeiter zu gewinnen. Dass die NSDAP danach sofort die Gewerkschaftshäuser gestürmt und das Vermögen beschlagnahmt hat, gehört zur geschichtlichen Wahrheit dazu. Es folgten nach 1945 viele Maifeiern mit hochpolitischen Inhalten. Die Gewerkschaften waren sehr erfolgreich, um die sozialen Bedingungen der abhängig Beschäftigten zu verbessern. Die SPD war fest an der Seite der Gewerkschaften. In der DDR erhielt der 1. Mai den Zusatz „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“. Heute ist der 1. Mai für viele ein Feiertag wie jeder andere. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB versucht alljährlich gegenzusteuern. In diesem Jahr lautet der Slogan: GeMAInsam Zukunft gestalten. Ein Wortspiel, um uns alle daran zu erinnern, gemeinsam verantwortlich für das zu sein, was vor uns und unseren Kindern liegt. Die Rhader SPD erklärt sich mit den Zielen des DGB uneingeschränkt solidarisch.
Rhader Sonntagsgedanken
Veröffentlicht am 01.05.2022