Landtagswahl in 3 Monaten - Thomas Kutschaty will es wissen
„Unser Land für Morgen“ lautet der Slogan des heute stattfindenden Landesparteitages. 480 Delegierte sind digital vernetzt, um Thomas Kutschaty, den SPD-Landesvorsitzenden, auch zum Ministerpräsidentenkandidaten zu wählen. Die SPD hat sich nach dem letzten Wahlschock erholt und strebt selbstbewusst den Wechsel von den harten Oppositionsbänken in die Düsseldorfer Staatskanzlei an. Thomas Kutschaty ist jung und erfahren. Der 53jährige Essener, gelernter Jurist, war im Kabinett von Hannelore Kraft Justizminister und wird über die Parteigrenzen respektiert und anerkannt. Beste Voraussetzungen, unser Land für morgen zukunftsfähig zu gestalten. Die 480 Delegierten werden auch über die sogenannte Landesreserveliste abstimmen. Das heutige digitale Ergebnis muss dann aber noch per Brief von den Delegierten bestätigt werden. Dorsten, bisher von Michael Hübner (SPD), der mehrfach den Wahlkreis Gladbeck/Dorstener direkt gewann, bestens vertreten, tritt nicht mehr an. Statt dessen kandidiert in dem von der CDU „passend“ zugeschnittenen Wahlkreis für die SPD, Sandy Meinhardt.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 19.02.2022
Verwaltung darf ehrenamtliches Engagement aber nicht überstrapazieren
Der Normalfall in der Kommunalpolitik besteht darin, dass gewählte Ratsvertreter mit ernannten sachkundigen Bürgern in Zusammenarbeit mit der Verwaltung das funktionierende Miteinander vor Ort organisieren. Und zwar auf allen Ebenen, z. B. im Straßenverkehr, der Weiterbildung, der Wirtschaftsförderung. Dabei haben sie von Fall zu Fall auch auf Hinweise und Anregungen der Bürger zurückgegriffen. So war es bisher. Nun hat sich nach vielen Anläufen die sogenannte Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene fest etabliert. Das ist ein Mehrwert für jede Stadt. Beteiligung heißt, Information --> Diskussion --> Empfehlung. Bürgerbeteiligung heißt nicht, Verwaltungsaufgaben kostengünstig auf die Bürger zu übertragen. Wer das bemerkenswerte ehrenamtliche Engagement der Rhader Bürger zur Zeit beobachtet, muss einerseits Respekt, Dank und Anerkennung konstatieren, andererseits vor Tendenzen warnen, die zu einer Überforderung der Gutwilligen führen können. Nämlich dann, wenn die Grenzen zwischen Verwaltungshandeln, Zuständigkeiten des Stadtrates und dem hervorragenden Bürgerengagement drohen unscharf zu werden. Darüber muss innerhalb der Verwaltung, dem Stadtrat und dem Bürgerforum offen diskutiert werden. Und zwar jetzt, bevor Enttäuschung und Frustration das Erreichte schmälern.
Ein Ratschlag in Richtung Rathaus und Bürgerforum
Veröffentlicht am 18.02.2022
Gedanken über das Überschreiten journalistischer Spielräume
Wer in der letzten Zeit die Medienbranche kritisch betrachtet hat, stellt fest, dass gar nicht so selten Berichterstattung und persönliche Kommentierung ineinander verlaufen. Das ist bedenklich. Medien gelten bei uns, neben der gesetzgebenden, der gesetzausführenden und der gesetzkontrollierenden, als vierte Gewalt. Das ist gut, demokratisch und nicht in Frage zu stellen. Als aktuelles Beispiel dient an dieser Stelle, die immer wieder an den Bundeskanzler gestellte Frage, wie er es mit der Ostsee-Gaspipeline hält. Obwohl er mehrfach erklärt hat, dass das Offenlegen aller Gedanken zu möglichen Sanktionen gegenüber Russland die eigene Verhandlungsposition schwächt, wollen nicht wenige schreibende und sendende Medienmenschen Olaf Scholz solange medial bearbeiten, bis sie zufrieden gestellt sind. Der Bundeskanzler begibt sich aber nicht auf dieses Glatteis. Das wird dann als zögerlich und unscharf beschrieben und bewertet. Journalisten können ihre persönliche Meinung als Kommentar kennzeichnen. Sie in der Berichterstattung „zu verstecken“, erkennt der aufmerksame Leser, Hörer und Zuschauer als unlauteren Versuch, selbst aktiv Politik machen zu wollen. Das ist unprofessionell und verantwortungslos.
Rhader Gedanken über den verantwortungsvollen Beruf der Journalistik
Veröffentlicht am 17.02.2022
Khalid Hashimi aus Afghanistan und Konrad Neumann aus Rhade haben es gemeinsam geschafft
Es war ein weiter Weg. Der aus Afghanistan und der zur bestandenen Gesellenprüfung. Khalid Hashimi hat ihn bewältigt. Dass er in seinem Heimatland nie eine allgemeinbildende Schule besuchen konnte, toppt das Erreichte nochmals deutlich. Einer, der ihn als zertifizierter Integrationslotse dabei seit 2015 begleitet hat, ist Konrad Neumann. Beide verdienen Respekt und Dank für ihre Standfestigkeit. Wer aber glaubt, dass dieser Weg glatt und eben war, verschließt die Augen vor der Wirklichkeit. Flüchtlinge, die in Deutschland an die Eingangstür klopfen, haben einen Parcours teils unüberwindlicher Hindernisse zu bewältigen. Neben der neuen Sprache und unbekannten Regeln, sind es vor allem bürokratische Hürden, die nicht selten Bittsteller und ehrenamtliche Unterstützer verzweifeln lassen. Heute ist Khalid Hashimi 27 Jahre alt. Heute blickt er stolz auf seine Leistung, die Facharbeiterprüfung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker geschafft zu haben. Er zeigt sich sehr dankbar allen gegenüber, die ihn dabei unterstützt haben. Konrad Neumann und seine Familie haben einen Flüchtling betreut und einen Freund gewonnen. Und unsere Gesellschaft ist gut beraten, dieses Beispiel erfolgreicher Integration als Blaupause für weitere Anstrengungen zu übernehmen. Deutschland muss nämlich mehr Einwanderungsland werden, um mit der überalterten Gesellschaft in der global vernetzten Welt „zu überleben“. Ohne Khalid Hashimi wären wir bereits jetzt ärmer.
Eigener Bericht auf Grundlage der Dorstener Zeitungsreportage - Khalid Hashimi hat den Gesellenbrief und sagt: „Danke für alles“ - am 04.02.2022
Veröffentlicht am 16.02.2022
Fachgutachten beleuchtet mehreren Varianten und zeigt Probleme auf
Nun liegt ein Gutachten zur Nahversorgungslage und möglichen Geschäftsergänzung für Rhade und Lembeck vor. Einen Drogeriemarkt wünschen sich beide Ortsteile. Dass im Norden Dorstens aber nur einer „überleben“ kann, wird allgemein erkannt. Der Standort ist aber hier wie da von Politikern und Bürgerforen „umkämpft“. Werfen wir einen schnellen Blick in das Gutachten und nennen in Stichworten den Sachverhalt:
- Die Nahversorgungslage ist in Rhade besser als in Lembeck
- Das vorhandene Kaufkraftvolumen ist attraktiv für Geschäfts- und Sortimenterweiterungen
- Investorenplan für Rhade lässt aufhorchen: a) Edeka will Verkaufsfläche um 59% vergrößern; b) Aldi plant Neubau mit um 68% größerer Verkaufsfläche; c) Drogeriemark zieht in bisheriges Aldi-Gebäude
- Konkurrenzsituation mindestens für Lembeck, Raesfeld-Erle und Heiden dann unübersehbar
- Stellplatzprobleme werden angemerkt, Verkehrsaufkommen dagegen nicht
- Gutachten fordert Abstimmung mit den betroffenen Ortsteilen und Nachbarstädten
- Standortvorteil für Rhade zwar erkennbar, Lembeck muss aber gestärkt werden
Fazit eines Rhader Gutachtenlesers: Wer gleiche Lebensverhältnisse in allen Stadtteilen will, muss über seinen Schatten springen. Der erkennbare Standortvorteil Rhades für einen Drogeriemark sollte in enger Abstimmung mit Lembeck zu einer beiderseitigen win-win-Situation führen. Ob dieser Gordische Knoten vom Stadtrat und der Verwaltung durchgeschlagen werden kann, steht zur Zeit in den Sternen.
Ein Zwischenruf zur Gesamt-Stadtentwicklung in Dorsten
Veröffentlicht am 15.02.2022